Diese Arbeit möchte anhand des Beispiels des zivilen Arbeitgebers des Verfassers aufzeigen an welchen konkreten Stellen und auf welche Weise sich die genuin militärische Führungsmethode "Führen mit Auftrag" auf den betrieblichen Kontext übertragen lässt und unter welchen Umständen diese Übertragung nicht möglich oder nicht erfolgversprechend ist.
Dazu soll zunächst ein Überblick über Beispiele von Elemente militärischer Führung im zivilen Kontext, wie sie in Veröffentlichungen und Veranstaltungen dargestellt werden, gegeben werden, mit besonderem Fokus auf Führungsmethoden. Dann soll eine Einschätzung hinsichtlich der Übertragbarkeit einer dieser Methoden, der sog. Auftragstaktik/des Führens mit Auftrag in den zivilen Kontext vorgenommen werden.
In diesem Zusammenhang soll eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Methode vor dem Hintergrund der einschlägigen deutschen militärischen Vorschriften einerseits und dem Führungsleitbild des Unternehmens Hays AG mit Hauptsitz in Mannheim erfolgen. Hierbei wird voraussichtlich insbesondere die Darstellung des normativen Rahmens militärischer Führung und das Aufzeigen wesentlicher Unterschiede zu einer zivilen Unternehmens- und Führungskultur am Beispiel des zivilen Unternehmens Hays AG von Erkenntnis sein. Die Auftragstaktik ist nicht nur eine sehr bekannte Führungsmethode, sondern verspricht für den zivilen Kontext auch eine prinzipielle Übertragbarkeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Militärische Führung im Fokus des Zeitgeists
2.1 Führen mit Auftrag - Begriffsbestimmung
2.2 Das Modell der Inneren Führung
3 Das Unternehmen Hays AG
3.1 Das Führungsleitbild der Hays AG
4 Die Auftragstaktik im zivilen Kontext
4.1 Grenzen der Auftragstaktik im zivilen Kontext
5 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die militärische Führungsmethode „Führen mit Auftrag“ (Auftragstaktik) erfolgreich auf das zivile Unternehmen Hays AG übertragen werden kann. Dabei wird insbesondere analysiert, welche Voraussetzungen für eine Übertragbarkeit erfüllt sein müssen und wo die Grenzen dieses Modells im zivilen Kontext, insbesondere im Vergleich zum militärischen Prinzip von Befehl und Gehorsam, liegen.
- Grundlagen der militärischen Führung und Auftragstaktik
- Strukturen und Führungsleitbild der Hays AG
- Analyse der Übertragbarkeit militärischer Führungsinstrumente in die Wirtschaft
- Die Rolle der Unternehmenskultur und des normativen Rahmens
Auszug aus dem Buch
4.1 Grenzen der Auftragstaktik im zivilen Kontext
Es läge im ersten Schritt nahe, Parallelen zwischen einem zivilen Unternehmen wie Hays und dem Militär zu ziehen, wenn oberflächlich betrachtet zentrale Elemente der Führung (Werte, Leitbilder, Aufgaben, Kompetenzen) auf beiden Seiten vorhanden und leidlich ausführlich beschrieben sind – tatsächlich aber ist das nicht sinnvoll, weil die Unterschiede überwiegen. Dem Wertekanon von Hays fehlt zum einen die Rückbindung an eine Gesetzesnorm: die Werte des Unternehmens spiegeln das Ergebnis eines Workshops wieder, sie sind nicht die normative Grundlage eines Gesetzes mit Verfassungsrang. Ferner fehlt in diesem zivilen Kontext natürlich das Element staatsbürgerlicher Verantwortung, das etwa durch den Soldateneid auf Staat und Volk, den alle Zeit- und Berufssoldaten leisten, eine besonders deutliche persönliche (zudem meist öffentliche) und sittlich bindende Dimension erhält. Zuletzt aber ist der entscheidende Unterschied zwischen dem Führungsleitbild, den Führungsaufgaben und den Führungsrollen eines Unternehmens wie der Hays AG und der Bundeswehr das im zivilen Kontext nicht existente Prinzip von Befehl und Gehorsam.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gestiegene Interesse an militärischen Führungsmethoden in der zivilen Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, die Übertragbarkeit der Auftragstaktik anhand des Beispiels der Hays AG zu untersuchen.
2 Militärische Führung im Fokus des Zeitgeists: Dieses Kapitel analysiert das aktuelle Interesse an militärischer Führung in Deutschland und führt in die zentralen Begriffe „Führen mit Auftrag“ sowie „Innere Führung“ ein.
3 Das Unternehmen Hays AG: Hier wird der Personaldienstleister Hays AG vorgestellt, inklusive seiner operativen Struktur, der Teamorganisation und des internen Führungsleitbildes.
4 Die Auftragstaktik im zivilen Kontext: Dieses Kapitel vergleicht die Unternehmenswerte von Hays mit der militärischen Auftragstaktik und diskutiert die prinzipielle Kompatibilität sowie die notwendigen Voraussetzungen.
4.1 Grenzen der Auftragstaktik im zivilen Kontext: Es werden die fundamentalen Unterschiede zwischen militärischer und ziviler Führung herausgearbeitet, insbesondere die fehlende Rückbindung an Verfassungsnormen und das Fehlen des Prinzips von Befehl und Gehorsam.
5 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass militärische Führungsmethoden für die Wirtschaft zwar wertvolle Anregungen bieten können, aber ohne eine entsprechende Organisationskultur und das Verständnis für den militärischen Kontext nur schwer zu adaptieren sind.
Schlüsselwörter
Führen mit Auftrag, Auftragstaktik, Innere Führung, Hays AG, Personaldienstleistung, militärische Führung, Unternehmenskultur, Führungskräfteentwicklung, Befehl und Gehorsam, Kameradschaft, Wertegerüst, Management by Objectives, zivile Führung, Staatsbürger in Uniform, Führungsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Übertragbarkeit militärischer Führungsgrundsätze, speziell des „Führens mit Auftrag“, auf zivile Unternehmen am Beispiel der Hays AG.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Konzepte militärischer Führung, das Führungsleitbild der Hays AG, die Bedeutung der Unternehmenskultur sowie die Unterschiede zwischen militärischer und ziviler Führung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, an welchen Stellen und auf welche Weise sich die militärische Auftragstaktik auf den betrieblichen Kontext übertragen lässt und unter welchen Umständen dies scheitert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, indem sie militärische Vorschriften und Führungskonzepte (z.B. ZDv 10/1) mit den internen Leitbildern und der Unternehmenspraxis der Hays AG kontrastiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der militärischen Führungskonzepte, die Vorstellung des Unternehmens Hays AG und eine kritische Auseinandersetzung über die Kompatibilität und Grenzen der Auftragstaktik in der zivilen Welt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Führen mit Auftrag, Auftragstaktik, Innere Führung, Unternehmenskultur und das Prinzip von Befehl und Gehorsam.
Warum ist das Prinzip „Führen mit Auftrag“ auch für Hays relevant?
Weil das Unternehmen bereits Ansätze wie „Management by Objectives“ verfolgt und die Prinzipien der Eigenverantwortung und Ergebnisorientierung eine inhaltliche Nähe zur Auftragstaktik aufweisen.
Welche Rolle spielt die „Kameradschaft“ im militärischen Kontext?
Die Arbeit identifiziert die Kameradschaft als einen „Markenkern“ des Militärs, der durch das Soldatengesetz normiert ist und ein konstituierendes Element darstellt, für das es in der Zivilwirtschaft kein direktes Pendant gibt.
- Quote paper
- Friedrich Menz (Author), 2019, Führen mit Auftrag. Elemente militärischer Führung im zivilen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/900469