1. Einleitung
Nach Berekoven sind „drei Dinge im Einzelhandel wichtig, nämlich erstens der Standort, zweitens der Standort und drittens noch einmal der Standort.“
Dieses Zitat zeigt die immense Bedeutung der Standortwahl im Einzelhandel sehr genau auf, da die Standortwahl einen wichtigen Baustein für die Unternehmensentwicklung bzw. den Unternehmenserfolg bildet.
Die Investition in einen Unternehmensstandort ist eine langfristige und auch sehr kostspielige strategische Unternehmensentscheidung, daher ist es wichtig, dass man als Unternehmer das eingegangene Risiko auch gut vertreten kann indem man eine ausreichende Rentabilität erwirtschaftet und auch damit umgehen kann, dass ein neuer Unternehmensstandort fast immer mit einer verlustbringenden Anlaufzeit von einigen Jahren verbunden ist.
Die vorliegende Arbeit wird sich nicht mit der Frage der Standortverlagerung in das (vermeintlich) produktionsgünstige Ausland befassen. Sie soll vielmehr einen Eindruck geben, welche Faktoren bzw. strategischen Entscheidungen (Grundlagen) die Standortwahl für eine Unternehmung beeinflussen.
Nach Betrachtung der definitorischen Grundlegung in Kapitel 2 wird die Verfasserin daher in Kapitel 3 auf die Aufgaben und die Bedeutung der Standortwahl für Einzelhandelsunternehmen eingehen, in Kapitel 4 wird die Standortfrage dann genauer abgegrenzt. Kapitel 5 zeigt auf, welcher Instrumente man sich bei der Standortplanung bedienen kann und in Kapitel 6 werden die Grenzen und Defizite der Standortplanung erörtert, bevor in Kapitel 7 das Fazit der Ausarbeitung gebildet wird.
2. Begriffliche Abgrenzung /Definitorische Grundlegung
2.1. Effektivität
Effektivität ist das Verhältnis von einem erreichten Ziel zu einem definierten Ziel. Das Kriterium für das Vorhandensein von Effektivität ist ausschließlich die Frage, ob das definierte Ziel erreicht wurde oder nicht. Ein Verhalten ist dann effektiv, wenn es ein vorgegebenes Ziel erreicht.
Dies ist im Unterschied zur Effizienz unabhängig vom zur Zielerreichung notwendigen Aufwand. Effektiv arbeiten bedeutet, unter Einsatz aller Mittel ein Ziel zu erreichen, effizient arbeiten hingegen bedeutet, ein Ziel mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erreichen (Ökonomisches Prinzip).
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG /DEFINITORISCHE GRUNDLEGUNG
2.1. Effektivität
2.2. Effektiv
2.3. (Unternehmens-) Standort
2.4. Standortpolitik
2.5. Standortplanung
3. BEDEUTUNG DER STANDORTPOLITIK
3.1. Aufgaben und Möglichkeiten der Standortpolitik
3.2. Entwicklung und Bedeutung der Standortpolitik
4. ABGRENZUNG DER STANDORTFRAGE
4.1. Standorttypen bzw. Standortkategorien
4.2. Standortfaktoren
4.2.1. Bedarf
4.2.2. Kaufkraft
4.2.3. Konkurrenz
4.2.4. Rechtliche Rahmenbedingungen
4.2.5. Lage (Erreichbarkeit, Verkehr)
4.2.6. Betriebsraum
5. ZIELSETZUNGEN UND MÖGLICHKEITEN DER STANDORTPLANUNG
5.1. Generelle Zielsetzungen – die Standortpolitik
5.2. Die Möglichkeiten der Standortplanung
5.2.1. Marktstrukturanalyse
5.2.2. Standort-Netzanalyse
5.2.3. Punktuelle Standortanalyse
5.2.4. Verkaufsflächenentwicklungsplan
6. GRENZEN UND DEFIZITE DER STANDORTPLANUNG
6.1. Generelle Probleme
6.2. Erfüllung der Raumfunktion VS Distributionskosten
6.3. Entwicklung der Mobilität VS Agglomerationsfähigkeit von Kaufkraft
6.4. Standortbedingungen VS Betriebstypenheterogenität
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategische Bedeutung der Standortwahl im Einzelhandel. Ziel ist es, einen Überblick über die beeinflussenden Faktoren zu geben und die Instrumente der Standortplanung sowie deren Grenzen und Defizite aufzuzeigen, um fundierte Unternehmensentscheidungen zu unterstützen.
- Bedeutung der Standortpolitik für den Unternehmenserfolg
- Methodik der Standortanalyse (Marktstruktur, Netzanalyse, punktuelle Analyse)
- Einflussfaktoren auf die Standortentscheidung (Standortfaktoren)
- Konfliktpotenziale zwischen Raumfunktion und Distributionskosten
- Herausforderungen der Betriebstypenheterogenität
Auszug aus dem Buch
2.1. Effektivität
Effektivität ist das Verhältnis von einem erreichten Ziel zu einem definierten Ziel. Das Kriterium für das Vorhandensein von Effektivität ist ausschließlich die Frage, ob das definierte Ziel erreicht wurde oder nicht. Ein Verhalten ist dann effektiv, wenn es ein vorgegebenes Ziel erreicht.
Dies ist im Unterschied zur Effizienz unabhängig vom zur Zielerreichung notwendigen Aufwand. Effektiv arbeiten bedeutet, unter Einsatz aller Mittel ein Ziel zu erreichen, effizient arbeiten hingegen bedeutet, ein Ziel mit möglichst geringem Mitteleinsatz zu erreichen (Ökonomisches Prinzip). Effizienz setzt also Effektivität voraus und geht über diese noch hinaus.
• Effektivität ist ein Maß für die Zielerreichung (Wirksamkeit, Output)
• Effizienz ist ein Maß für die Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Relation)
Effizienz heißt, die Dinge richtig tun, „Effektivität“ heißt, die richtigen Dinge tun.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung des Standorts im Einzelhandel als strategische Entscheidungsgrundlage sowie Einführung in den Aufbau der Arbeit.
2. BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG /DEFINITORISCHE GRUNDLEGUNG: Definition zentraler Begriffe wie Effektivität, Effizienz, Standort, Standortpolitik und Standortplanung als theoretische Basis.
3. BEDEUTUNG DER STANDORTPOLITIK: Analyse der Aufgaben und der historischen Entwicklung der Standortpolitik im Kontext des Handelsmarketings.
4. ABGRENZUNG DER STANDORTFRAGE: Systematisierung von Standorttypen und detaillierte Untersuchung relevanter Standortfaktoren wie Bedarf, Kaufkraft und Konkurrenz.
5. ZIELSETZUNGEN UND MÖGLICHKEITEN DER STANDORTPLANUNG: Erläuterung der operativen Methoden und Instrumente wie Marktstruktur- und Standort-Netzanalysen für die Standortplanung.
6. GRENZEN UND DEFIZITE DER STANDORTPLANUNG: Diskussion praktischer Probleme, wie der Komplexität und der Kosten von Analysen sowie des Zielkonflikts zwischen Raumfunktion und Kosten.
7. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Komplexität von Standortentscheidungen und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterentwickelter Analyseinstrumente.
Schlüsselwörter
Standortplanung, Einzelhandel, Standortpolitik, Standortfaktoren, Marktstrukturanalyse, Kaufkraft, Distributionskosten, Standortnetzanalyse, Betriebsgrößenheterogenität, Standortwahl, Handelsmarketing, Wettbewerbsvorteil, Raumfunktion, Standortqualität, Unternehmensrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die grundlegende Bedeutung, Methoden und Herausforderungen der Standortplanung für Unternehmen im Einzelhandel.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben der Definition der Standortplanung werden Faktoren wie Kaufkraft, Konkurrenz, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Methoden der Standortanalyse behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über strategische Entscheidungsfaktoren zu geben und aufzuzeigen, wie Instrumente der Standortplanung zur Risikominderung eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und stützt sich auf etablierte Handelsmanagement-Konzepte zur Bewertung von Standortanalysetechniken.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen als auch spezifische Planungsmethoden, wie die Marktstruktur- und die punktuelle Standortanalyse, ausführlich dargestellt.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind unter anderem Standortwahl, Handelsmarketing, Kaufkraft, Standortfaktoren und die Analyse der Wettbewerbssituation.
Warum ist eine Standortanalyse oft kostspielig?
Aufgrund der hohen Komplexität der Datenerhebung und der wissenschaftlichen Anforderungen an die Modellierung ist eine präzise Standortanalyse sehr zeit- und kostenintensiv.
Inwiefern beeinflussen rechtliche Faktoren die Planung?
Gesetze wie die Baunutzungsverordnung (BauNVO) regeln, wo und in welchem Umfang großflächige Einzelhandelsbetriebe angesiedelt werden dürfen, was die Standortsuche maßgeblich einschränkt.
- Citation du texte
- Johanna Elmerhaus (Auteur), 2006, Möglichkeiten und Grenzen einer effektiven Standortplanung im Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90063