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Die Politisierung eines Unpolitischen? Der öffentliche Autor Thomas Mann im Wandel seiner Laufbahn

Title: Die Politisierung eines Unpolitischen? Der öffentliche Autor Thomas Mann im Wandel seiner Laufbahn

Examination Thesis , 2006 , 87 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Ines Rieck (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Thomas Mann ist wohl einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller unserer Zeit. Jedoch sind es meist nur seine Romane oder Novellen, die bei Literaten und Laien Anklang finden und hauptsächlich in der Wissenschaft diskutiert und interpretiert werden. Dabei stellen diese im Vergleich zu seinen politischen Aufsätze, Reden und Ansprachen nur einen geringen Teil seines gesamten Lebenswerks dar.

Einen Klassiker wie Thomas Mann als politischen Denker einzuordnen, fällt vielen heutzutage noch schwer. Viel lieber sieht man den Verfasser der „Buddenbrooks“ als Sohn des 19. Jahrhunderts und damit als einen Repräsentanten des unpolitischen Bürgertums. Diese Ansicht ist auch nicht ganz von der Hand zuweisen, nennt er sich doch selbst immer wieder gerne einen „Unpolitischen“ und das nicht nur in seinen „Betrachtungen“, sondern auch in seinen Tagebüchern und Briefen.

Kann man, nachdem man den Lebensweg Thomas Manns verfolgt, ihn für einen „Unpolitischen“ halten? Hat nicht die Geschichte aus ihm einen „Politischen“ geformt? Auch wenn er sich gerne der politischen Welt entziehen wollte, wurde er nicht von den geschichtlichen Ereignissen so stark bedrängt, dass er als bedeutender Schriftsteller Stellung beziehen musste? Haben sein politisches Engagement, seine zeitkritische Wachheit und seine Präsenz in der Öffentlichkeit ihn nicht erst zum Repräsentanten Deutschlands gemacht?

Diese Fragen soll die nun folgende Arbeit klären. Dafür wird zunächst einmal kurz auf Pierre Bourdieus Feldbegriff als theoretische Grundlage eingegangen. Anschließend folgt die chronologische Untersuchung ausgewählter Reden und Essays Thomas Manns, in denen er sich in politischen Krisen positioniert. Beginnend beim Ersten Weltkrieg, über die Weimarer Republik, den Zweiten Weltkrieg bis hin zur Nachkriegszeit soll damit sein Verhalten beleuchtet werden. Dabei steht neben der eigenen Sichtweise Thomas Manns auch das Bild, welches die Öffentlichkeit von ihm hatte, im Mittelpunkt. Abschließend wird zusammenfassend das Ergebnis der Fragestellung erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Grundlagen: Pierre Bourdieu – Einige Allgemeine Eigenschaften der Felder kultureller Produktion

2. Thomas Manns Positionierung in politischen Krisen

2.1. Die Zeit des Ersten Weltkrieges

2.1.1. Vor dem Ersten Weltkrieg – Der Eintritt ins literarische Feld

2.1.2. Der Kriegsausbruch

2.1.3. Die Betrachtungen eines Unpolitischen

2.1.4. Thomas Manns Bild in der Öffentlichkeit zur Zeit des Ersten Weltkrieges

2.1.5. Zusammenfassende Betrachtung

2.2. Die Weimarer Republik

2.2.1. Zeit der Umorientierung

2.2.2. Der Vernunftrepublikaner

2.2.3. Kampf dem Faschismus

2.2.4. Die Reaktion der Öffentlichkeit auf Thomas Manns Wandel

2.2.5. Zusammenfassende Betrachtung

2.3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges

2.3.1. Das ungewollte Exil

2.3.2. Der bekennende Emigrant

2.3.3. Die ruhmreiche Phase als „Repräsentant des anderen Deutschlands“

2.3.4. Thomas Manns Engagement aus Sicht der Fremdperspektive

2.3.5. Zusammenfassende Betrachtung

2.4. Die Nachkriegszeit

2.4.1. Rückzug aus der Politik

2.4.2. Der Deuter des deutschen Sonderwegs

2.4.3. Die Auseinandersetzung mit der „inneren Emigration“

2.4.4. Schritte der Annäherung

2.4.5. Zusammenfassende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die politische Entwicklung des Schriftstellers Thomas Mann im Kontext historischer Krisen, indem sie seinen Wandel vom anfänglich unpolitischen Intellektuellen zum engagierten Repräsentanten der Demokratie anhand ausgewählter Reden und Essays chronologisch analysiert.

  • Anwendung von Pierre Bourdieus Feldtheorie auf das literarische Schaffen Thomas Manns
  • Analyse des Einflusses von Erstem und Zweitem Weltkrieg auf Thomas Manns politisches Selbstverständnis
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen dem Künstler Thomas Mann und der deutschen Öffentlichkeit
  • Bewertung der Rolle Thomas Manns als Repräsentant des "anderen Deutschlands" während des Exils

Auszug aus dem Buch

2.1.3. Die Betrachtungen eines Unpolitischen

Von Herbst 1915 bis Frühjahr 1918 arbeitet Thomas Mann an dem monumentalen Werk „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Während der Entstehungszeit schreibt er an Paul Amann: „Ich habe mich in eine kritische – essayistische – Arbeit gestürzt, eine Art Aufsatz, nein, es sind fast privat gehaltene Aufzeichnungen, die aktuelle Dinge mit einer Revision meiner persönlichen Grundlagen auf wunderliche und gewagte Weise vereinigen und mich seelisch sehr hernehmen.“29 Gewagt, dieser Ausdruck ist wirklich treffend gewählt, denn zu diesem Zeitpunkt weiß Thomas Mann selbst noch nicht, was er sich dort für ein Projekt vorgenommen hat.

Die „Betrachtungen“ sind ursprünglich als kleinerer Aufsatz geplant, doch mit der Zeit nehmen sie ein ungeheures Ausmaß von fast 600 Seiten an. Er selbst nennt sie in seinen Briefen immer wieder ein „Untier“, welches ihm „ein großes geistiges Reinemachen bedeutet“31. An Peter Pringsheim heißt es: „Ich habe mich wieder in eine ,redende’ Arbeit gestürzt, eine ziemlich uferlose Abhandlung, die eine Revision meiner persönlichen Grundlagen mit allerlei zeitkritischen Dingen auf gewagte Weise vereinigt. Ich habe seit Wochen damit zu thun und sage alles, was ich auf dem Herzen hatte. Der literarische Wert ist gleichgültig; es ist eine reine Gewissensangelegenheit.“32.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretische Grundlagen: Pierre Bourdieu – Einige Allgemeine Eigenschaften der Felder kultureller Produktion: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Feldtheorie, um Thomas Manns Positionierung als Literat im sozialen Raum besser zu verstehen.

2. Thomas Manns Positionierung in politischen Krisen: Der Hauptteil untersucht chronologisch in vier Unterkapiteln (Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit) Thomas Manns politisches Engagement und dessen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

2.1. Die Zeit des Ersten Weltkrieges: Dieses Kapitel beschreibt Manns anfängliche Kriegsbegeisterung als "Unpolitischer" und den Weg zu den "Betrachtungen eines Unpolitischen".

2.2. Die Weimarer Republik: Hier wird Manns Wandlung zum "Vernunftrepublikaner" und sein späterer Kampf gegen den Faschismus nachgezeichnet.

2.3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges: Dieser Abschnitt thematisiert das Exil sowie die Rolle Thomas Manns als Repräsentant des "anderen Deutschlands" durch seine Radioansprachen.

2.4. Die Nachkriegszeit: Das Kapitel behandelt Thomas Manns Enttäuschung über die deutsche Entwicklung nach 1945 sowie seine ambivalenten Versuche einer späten Rückkehr oder Annäherung.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Literatur, Politik, Unpolitisch, Demokratie, Humanität, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Exil, Pierre Bourdieu, Feldtheorie, Innere Emigration, Kultur, Zivilisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Entwicklung des Autors Thomas Mann und der Frage, ob seine Selbstbezeichnung als "Unpolitischer" im Laufe seines Lebens angesichts historischer Krisen haltbar blieb.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Fundierung nach Bourdieu, das Verhältnis von Kunst und Politik, die Bedeutung von Exil und Emigration sowie die öffentliche Rolle Thomas Manns in den jeweiligen politischen Epochen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, wie die historischen Ereignisse Thomas Mann zwangen, sein politisches Desinteresse abzulegen und welche Rolle er als öffentlicher Repräsentant Deutschlands einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine chronologische Untersuchung von Reden und Essays Thomas Manns vorgenommen, eingebettet in einen theoretischen Rahmen der Feldtheorie von Pierre Bourdieu.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Positionierung Thomas Manns in vier großen Krisenphasen: dem Ersten Weltkrieg, der Weimarer Republik, dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Thomas Mann, Unpolitisch, Demokratie, Humanität, Exil, Nationalsozialismus und der Konflikt zwischen Kultur und Zivilisation.

Warum sah sich Thomas Mann während des Zweiten Weltkrieges gezwungen, Radioreden für die BBC zu halten?

Er sah darin eine Möglichkeit, trotz seines Exils direkten Kontakt mit dem deutschen Volk aufzunehmen und gegen die nationalsozialistische Propaganda zu wirken.

Wie bewertete Thomas Mann die "innere Emigration" in der Nachkriegszeit?

Er stand der "inneren Emigration" sehr kritisch gegenüber und geriet darüber in einen heftigen Diskurs mit Vertretern wie Frank Thieß, was seine Entfremdung von Deutschland vertiefte.

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Details

Title
Die Politisierung eines Unpolitischen? Der öffentliche Autor Thomas Mann im Wandel seiner Laufbahn
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2,7
Author
Ines Rieck (Author)
Publication Year
2006
Pages
87
Catalog Number
V90067
ISBN (eBook)
9783638039703
ISBN (Book)
9783638936255
Language
German
Tags
Politisierung Unpolitischen Autor Thomas Mann Wandel Laufbahn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Rieck (Author), 2006, Die Politisierung eines Unpolitischen? Der öffentliche Autor Thomas Mann im Wandel seiner Laufbahn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90067
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