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Jugendarbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen

Möglichkeiten zwischen sozialpädagogischen HIlfen und sozialer Disziplinierung

Titel: Jugendarbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen

Studienarbeit , 2007 , 52 Seiten , Note: 1

Autor:in: Kerstin Rapp (Autor:in), Katrin Sladek (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Pädagogisches Eingreifen in deviantes Handeln von Jugendlichen gehört schon lange in den Aufgabenbereich der sozialen Arbeit. Die Diskussion bezüglich der Gewaltbereitschaft von Jugendlichen wurde Mitte der 80er Jahre zunächst auf einer politologischen und soziologischen Basis geführt. Seit Anfang der 90er Jahre rückte das Thema „Jugend und Gewalt“, vorwiegend aufgrund von Übergriffen rechtsorientierter Jugendlicher, verstärkt in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Daraufhin breitete sich die Diskussion um Ursachen und möglichen Umgang mit jugendlicher Gewalt explosionsartig in den Bereichen der Sozialpädagogik und der Pädagogik aus (vgl. Stickelmann 1996, S. 22).
Seither ist, sicher nicht zuletzt durch die umfassende und zum Teil skandalisierende Berichterstattung der Medien, der Eindruck erweckt worden, dass ein sowohl qualitativer, als auch quantitativer Anstieg von Jugendgewalt zu verzeichnen sei. Es wird in diesem Zusammenhang von einer „Verrohung“ der Jugend gesprochen und von unterschiedlichsten Seiten auf eine Lösung für dieses Problem gedrungen (vgl. Cladder-Micus/Kohaus 1996, S. 101). Zu Entstehung und Ursprung von Jugendgewalt wurden verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt und in Fachkreisen diverse Denkansätze und Lösungsvorschläge diskutiert.
Unser Interesse an dem oben genannten Thema entspringt der immer wieder aktuellen Diskussion über „gewalttätige Jugendliche“, die beispielsweise durch Erpressungen in der Schule, Zerstörung öffentlichen Eigentums oder rechtsgesinnte Angriffe auf ausländische Mitbürger auffallen. In diesem Zusammenhang wird bisweilen der Ruf nach einer Kinder- und Jugendarbeit laut, die sich um „diese“ Jugendlichen und deren Eingliederung in die gesellschaftlichen Normen kümmern soll und muss. Die Fragestellung, der wir in unserer Arbeit nachgehen, ergibt sich aus diesem Ruf nach Disziplinierung der Jugendlichen. Wir fragen nach den Möglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen und möchten herausfinden, wie diese sich dabei im Spannungsfeld von sozialer Disziplinierung und ihrem Anspruch, sich an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder und Jugendlichen zu orientieren, positioniert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kinder und Jugendarbeit – eine Begriffserklärung

2.1 Rechtliche Grundlagen

2.2. Aufgaben und Ziele von Jugendarbeit

3. Was heißt eigentlich „Jugend“? – die Jugendphase gestern und heute

3.1 Definitionen der Jugendphase

3.1.1 Altersorientierte Definition

3.1.2 Traditionelle Definition

3.1.3 Entwicklungspsychologische Definition

3.2 Aufgaben und Strukturmerkmale der Jugendphase

4. Wandel der Jugendphase und gesellschaftliche Hintergründe

4.1 Veränderungen im Bildungswesen

4.2 Veränderungen in der Freizeit

4.3 Veränderungen in der Familie

4.4 Veränderungen in der Arbeitsgesellschaft

4.5 Herausforderungen für die Jugendlichen

5. Gewalterfahrungen als Sozialisationsfaktoren

5.1 Verschiedene Formen von Gewalt

5.2 Gewalterfahrungen in Sozialisationsinstanzen

6. Theorien zur Entstehung von Gewaltbereitschaft nach W. Heitmeyer und F.J. Krafeld

6.1 Die Anomie- Theorie nach Wilhelm Heitmeyer

6.2 Der Erklärungsansatz zur Entstehung von Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen nach Franz Josef Krafeld

6.3 Gegenüberstellung der beiden Ansätze

7. Möglichkeiten der Jugendarbeit im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen

7.1. Akzeptierende Jugendarbeit

7.1.1. Definition von akzeptierender Jugendarbeit

7.1.2 Ziele pädagogischen Handelns

7.1.3 Zielgruppe von akzeptierender Pädagogik

7.1.4 Handlungsansätze der akzeptierender Jugendarbeit

7.1.5 Methoden der akzeptierenden Jugendarbeit

7.1.6 Grenzsetzung in der akzeptierenden Jugendarbeit

7.1.7 Perspektive

7.2. Konfrontative Pädagogik

7.2.1 Definition von konfrontativer Pädagogik

7.2.2 Arbeitsweisen in der konfrontativen Pädagogik

7.2.3 Zum Erziehungsstil konfrontativer Pädagogik

7.2.4 Ziele pädagogischen Handelns

7.2.5 Zielgruppe der konfrontativen Pädagogik

7.2.6 Methoden der konfrontativen Pädagogik

7.2.7 Perspektive

8. Gegenüberstellung von akzeptierender Jugendarbeit und konfrontativer Jugendarbeit

8.1 Kritik an akzeptierender Jugendarbeit

8.2. Kritik an konfrontativer Jugendarbeit

9. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studienarbeit untersucht die Möglichkeiten der Kinder- und Jugendarbeit im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen. Das primäre Ziel ist es, den Beitrag der Jugendarbeit im Spannungsfeld zwischen sozialpädagogischen Unterstützungsangeboten und der gesellschaftlichen Forderung nach Disziplinierung zu analysieren und zu bewerten.

  • Grundlagen und Wandel der modernen Jugendphase
  • Sozialisation und verschiedene Formen von Gewalterfahrungen
  • Theoretische Erklärungsansätze für Gewaltbereitschaft (Heitmeyer und Krafeld)
  • Vergleich der Konzepte: Akzeptierende Jugendarbeit versus konfrontative Pädagogik
  • Kritische Reflexion der pädagogischen Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

7.1.1. Definition von akzeptierender Jugendarbeit

Der Begriff „Akzeptanz“ in der Bezeichnung dieses pädagogischen Ansatzes rief anfangs Empörung und Entrüstung hervor und ist noch immer stark umstritten. Er ist jedoch nicht im Sinne von „Bejahung“ und „Gutheißung“ zu verstehen. Akzeptierende Pädagogik beinhaltet nicht, gewalttätiges Verhalten und Meinungen einfach hinzunehmen (vgl. Krafeld 1996, S.36).

Die akzeptierende Jugendarbeit will an den Problemen ansetzen, die Jugendliche haben, nicht an den Problemen, die Jugendliche machen. Gemeint ist hiermit, dass die Jugendlichen als Subjekte ihres Lebens und in ihren Bemühungen um eine gelingendere Lebensbewältigung ernstgenommen werden. Dazu ist es wichtig, dass die Pädagogik sich auf die Jugendlichen unterstützend einlässt und sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld entfernen will (vgl. Heim/Krafeld/Lutzebäck/Schaar/Storm/Welp 1991, S. 305).

Als Grundlage des akzeptierenden Ansatzes führt Krafeld (1998) folgende Voraussetzungen der Jugendarbeit auf:

In der sozialen Arbeit geht es um Menschen, nicht nur um deren Auffälligkeiten

Die Klienten müssen abgeholt werden, wo sie stehen.

Interesse, Verständnis, Einlassen und Vertrauen sollte von beiden Seiten kommen.

Menschen ändern sich nur dann, wenn sie für sich selbst einen Nutzen darin sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Diskussion über Jugendgewalt und führt in die Fragestellung ein, wie Jugendarbeit zwischen Disziplinierung und Interessenorientierung agieren kann.

2. Kinder und Jugendarbeit – eine Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert Jugendarbeit als Handlungsfeld der Jugendhilfe, das auf Freiwilligkeit und Offenheit basiert und den jungen Menschen als Subjekt in den Mittelpunkt stellt.

3. Was heißt eigentlich „Jugend“? – die Jugendphase gestern und heute: Hier werden verschiedene Definitionen der Jugendphase sowie deren Strukturmerkmale und Entwicklungsaufgaben kritisch dargelegt.

4. Wandel der Jugendphase und gesellschaftliche Hintergründe: Das Kapitel analysiert, wie sich Lebenswelten in Schule, Familie, Freizeit und Arbeitsgesellschaft gewandelt haben und welche neuen Herausforderungen daraus für Jugendliche entstehen.

5. Gewalterfahrungen als Sozialisationsfaktoren: Es wird untersucht, wie Gewalt als soziales Konstrukt in verschiedenen Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule und Cliquen erfahren und erlernt wird.

6. Theorien zur Entstehung von Gewaltbereitschaft nach W. Heitmeyer und F.J. Krafeld: Das Kapitel stellt die Anomie-Theorie Heitmeyers und den sozialisationsorientierten Ansatz Krafelds gegenüber, um die Bedingungen von Gewaltbereitschaft zu erklären.

7. Möglichkeiten der Jugendarbeit im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen: Es werden zwei konkrete pädagogische Konzepte – die akzeptierende Jugendarbeit und die konfrontative Pädagogik – detailliert erläutert.

8. Gegenüberstellung von akzeptierender Jugendarbeit und konfrontativer Jugendarbeit: Hier werden Gemeinsamkeiten und Differenzen der beiden Ansätze aufgezeigt sowie die jeweils vorgebrachte Kritik analysiert.

9. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die akzeptierende Jugendarbeit den Ansprüchen sozialpädagogischer Hilfen eher entspricht, betont jedoch die Notwendigkeit, das Dilemma zwischen Prävention und gesellschaftlicher Disziplinierung zu reflektieren.

Schlüsselwörter

Jugendarbeit, Gewaltbereitschaft, Akzeptierende Jugendarbeit, Konfrontative Pädagogik, Jugendphase, Sozialisation, Desintegration, Lebensweltorientierung, Sozialpädagogik, Anti-Aggressions-Training, Identitätsbildung, Konfliktbewältigung, Anomie, Fremdenfeindlichkeit, Jugendhilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Kinder- und Jugendarbeit beim Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen und untersucht das Spannungsfeld zwischen sozialpädagogischer Unterstützung und gesellschaftlichen Disziplinierungsforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Themen umfassen den Wandel der Jugendphase, die Ursachen für Jugendgewalt, den Vergleich zwischen akzeptierender und konfrontativer Pädagogik sowie die Frage, wie Jugendarbeit ihre Klienten erreicht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autoren fragen nach den Möglichkeiten der Jugendarbeit, gewaltbereiten Jugendlichen zu begegnen, ohne ihren Anspruch auf Interessenorientierung aufzugeben oder sich einseitig in den Dienst der Disziplinierung zu stellen.

Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt theoretische Konzepte der Sozialisation, insbesondere die Anomie-Theorie nach Wilhelm Heitmeyer sowie den akzeptierenden Ansatz nach Franz Josef Krafeld, und stellt diese den Methoden der konfrontativen Pädagogik gegenüber.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Wandel der Jugend, Entstehung von Gewalt) und die praktische Darstellung der zwei Hauptkonzepte: Akzeptierende Jugendarbeit und Konfrontative Pädagogik, inklusive deren Methoden, Zielgruppen und Kritikpunkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Jugendarbeit, Gewaltbereitschaft, akzeptierende Jugendarbeit, konfrontative Pädagogik, Sozialisation und Desintegration.

Wie unterscheidet sich die akzeptierende von der konfrontativen Jugendarbeit im Kern?

Während die akzeptierende Jugendarbeit versucht, Jugendliche in ihrer Lebenswelt zu erreichen und Vertrauen aufzubauen, setzt die konfrontative Pädagogik interventionistischer auf Grenzsetzung und die direkte Auseinandersetzung mit strafrechtlich relevantem Verhalten.

Welche Rolle spielt die Freiwilligkeit in diesen Konzepten?

Freiwilligkeit ist ein Grundprinzip der akzeptierenden Jugendarbeit. Bei der konfrontativen Pädagogik, insbesondere im Kontext strafrechtlicher Auflagen (z.B. Anti-Aggressions-Training), ist die Teilnahme oft nur bedingt freiwillig und mit Sanktionen verbunden.

Was kritisieren die Autoren an der "konfrontativen Pädagogik"?

Die Autoren reflektieren die Kritik, dass Konfrontation oft aus dem sozialen Kontext gelöst wird, die Ursachen von Gewalt vernachlässigt und die Gefahr einer bloßen "sozialen Disziplinierung" anstelle echter pädagogischer Hilfe birgt.

Zu welchem Fazit kommen die Autoren?

Zusammenfassend kommen sie zu dem Schluss, dass die akzeptierende Jugendarbeit besser geeignet ist, die fachlichen Ansprüche an eine sozialpädagogische Hilfe zu erfüllen, mahnen jedoch an, das Dilemma zwischen Kontrolle und Unterstützung stets kritisch zu reflektieren.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jugendarbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen
Untertitel
Möglichkeiten zwischen sozialpädagogischen HIlfen und sozialer Disziplinierung
Hochschule
Universität Kassel
Note
1
Autoren
Kerstin Rapp (Autor:in), Katrin Sladek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
52
Katalognummer
V90079
ISBN (eBook)
9783638044172
ISBN (Buch)
9783640992218
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendarbeit Jugendlichen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kerstin Rapp (Autor:in), Katrin Sladek (Autor:in), 2007, Jugendarbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90079
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  52  Seiten
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