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Jugendberufshilfe - Brücke zur Arbeitswelt?

Chancen, Risiken und Alternativen

Title: Jugendberufshilfe - Brücke zur Arbeitswelt?

Seminar Paper , 2005 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kerstin Rapp (Author), Katrin Papke (Author)

Social Work
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Die Jugendberufshilfe arbeitet mit jungen Menschen, die sich in der Jugendphase befinden. Dies ist die Zeit der Verarbeitung von pubertären Entwicklungen, der Ablösung vom Elternhaus, dem Ausprobieren von sozialen Rollen und Normen, der Erprobung unter Gleichaltrigen und der Suche nach Identität und Integrität. Die Jugendliche haben unterschiedliche familiäre Hintergründe und ein unterschiedliches Bewältigungsverhalten. Für Jugendliche ist diese Zeit auch mit der Aufgabe verbunden, den Übergang in die Arbeitswelt zu finden. Arbeit hat für Jugendliche einen zentralen Stellenwert, denn in unserer Gesellschaft ist die Teilhabe an der Erwerbsarbeit mit der Integration in die Gesellschaft fast unabdingbar verbunden. Der Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht auch die notwendige Loslösung von der Familie. Der Eintritt in die Welt der Arbeit ist verbunden mit der sozialen Rollenübernahme, der Ausbildung von sozialer Verantwortung, Selbstkontrolle und der Entwicklung einer realistischen biografischen Rolle. Entstehen jedoch bei diesem Übergang Schwierigkeiten, soll die Jugendberufshilfe unterstützen und fördern (vgl. Böhnisch 1999, S. 21 f.). Angeregt durch das Seminar „Die überflüssige Jugend der Arbeitsgesellschaft“ bei Tim Rietzke machten wir uns Gedanken, ob Jugendberufshilfe überhaupt eine Chance hat, ihren Anspruch zu erfüllen.
Durch die aktuelle Diskussion über Jugendarbeitslosigkeit und politisches Verhalten in Bezug auf die Arbeitsmarktproblematik, sind wir aufmerksam geworden und fragten uns, was diese problematischen Entwicklungen am Arbeitsmarkt für die Jugendlichen bedeuten. Auch unsere eigene berufliche Perspektive kam uns in den Sinn, da wir sicher immer wieder, sowohl als von Arbeitslosigkeit Betroffene, als auch als sozialpädagogische Fachkräfte in Ausübung unserer Tätigkeit, mit der Problematik in Berührung kommen werden.
Wir führten Gespräche mit Sozialpädagogen, die im Bereich der Jugendberufshilfe tätig sind und erfuhren auch dort von einer zunehmenden Verunsicherung und Unzufriedenheit, bezüglich der Inhalte und „Erfolgsquoten“ ihrer Arbeit. Um der Frage auf den Grund zu gehen, wohin Jugendberufshilfe führt und ob sie eine „Brücke zur Arbeitswelt“ darstellt, welche Chancen, Risiken und Alternativen sie beinhaltet, sind wir auf zwei unterschiedliche Konzepte gestoßen. Das eine Konzept ist arbeitsweltzentriert, das andere lebensweltorientiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugendsozialarbeit

2.1 Geschichte der Jugendsozialarbeit

2.2 Jugendsozialarbeit – eine Begriffserklärung

2.3 Zielgruppe von Jugendsozialarbeit

2.4 Arbeitsfelder der Jugendsozialarbeit

3. Jugendberufshilfe– eine Begriffserklärung

3.1 Aufgaben und Ziele der Jugendberufshilfe

3.2 Tätigkeitsfelder der Jugendberufshilfe

3.3 Konzept der Jugendberufshilfe

3.4 Finanzierung und Trägerstruktur der Jugendberufshilfe

3.5 Problemlagen der Jugendberufshilfe

4. Lebensweltorientierte Jugendberufshilfe

4.1 Lebensweltorientierung als Handlungskonzept der Sozialen Arbeit – ein kurzer Überblick

4.2 Aufgaben, konzeptionelle Grundlagen und Ziele der lebensweltorientierten Jugendberufshilfe

4.2.1 Aufgaben

4.2.2 Ziele

4.2.3 Konzeption lebensweltorientierter Jugendberufshilfe

4.3 Problemlagen der lebensweltorientierten Jugendberufshilfe

5. Diskussion

5.1 Zur Jugendarbeitslosigkeit

5.2 Die Rolle der Arbeit in unserer Gesellschaft

5.3 Die Rolle der Jugendberufshilfe in der aktuellen Arbeitsmarktsituation

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Jugendberufshilfe als „Brücke zur Arbeitswelt“ im Kontext struktureller Arbeitsmarktprobleme und analysiert, ob eine lebensweltorientierte Ausrichtung als Alternative oder Ergänzung zum klassischen, arbeitsweltzentrierten Modell dienen kann.

  • Kritische Analyse des Modells „Brücke zur Arbeitswelt“.
  • Gegenüberstellung von klassischer Jugendberufshilfe und lebensweltorientierten Konzepten.
  • Einfluss der aktuellen Arbeitsmarktsituation und gesetzlicher Rahmenbedingungen (Hartz IV) auf die pädagogische Praxis.
  • Diskussion von Möglichkeiten zur Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen jenseits rein arbeitsmarktzentrierter Ziele.

Auszug aus dem Buch

3.3 Konzept der Jugendberufshilfe

Die unter 3.2 genannten Tätigkeitsfelder bilden die konzeptionellen Eckpfeiler der Jugendberufshilfe, die das Ziel haben, eine „Brücke zur Arbeitswelt“ herzustellen. Um dies zu erreichen, verfolgt die Jugendberufshilfe nachfolgendes Modell der Problemaneignung und Problembearbeitung, welches sich in vier Bausteine zerlegen lässt:

(1) Zentrales Argument für die Einmischung der Jugendberufshilfe in die berufliche Entwicklung von Jugendlichen, liegt in der Tatsache begründet, dass die Teilhabe an der Lohnarbeit in der Gesellschaft, als grundlegend für die gesellschaftliche Integration und individuelle Entwicklung einer Person erachtet wird. Arbeitslosigkeit wird folglich als Bedrohung wahrgenommen.

(2) Der Zugang zum Arbeitsmarkt scheitert, weil den Jugendlichen die individuellen Zugangsvoraussetzungen fehlen und sie nicht dem Standard der Arbeitswelt entsprechen.

(3) Jugendberufshilfe hat das Ziel, die individuellen Integrationschancen in den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen und ihre Angebote daran zu orientieren. Sie soll „Fitmachen für die Arbeitswelt“ (Galuske 2002, S. 1189) und eine dauerhafte und stabile Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Jugendberufshilfe versteht sich außerdem nicht als dauerhafter zweiter Ausbildungsstellen- bzw. Arbeitsmarkt, sondern als „Brücke zur Arbeitswelt“.

Die Maßnahmen der Jugendberufshilfe sollen kein Schonraum für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen darstellen, sondern „Entwicklungsraum, in dem junge Menschen mit dem Ziel gefördert werden, einen angemessenen Platz im Erwerbsleben zu finden“(BAG-JAW 1993, zit.n. Galuske 2002, S. 1189).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Jugendphase und den Übergang in die Arbeitswelt, thematisiert die Verunsicherung in der Praxis und formuliert die Forschungsfrage zur Rolle der Jugendberufshilfe.

2. Jugendsozialarbeit: Dieses Kapitel definiert die Jugendsozialarbeit als Teil der Jugendhilfe, zeichnet deren historische Entwicklung nach und erläutert die gesetzlichen Grundlagen sowie die Zielgruppe.

3. Jugendberufshilfe– eine Begriffserklärung: Hier werden Aufgaben, Tätigkeitsfelder, Finanzierungsstrukturen und das grundlegende Konzept der Jugendberufshilfe als „Brücke zur Arbeitswelt“ systematisch erörtert.

4. Lebensweltorientierte Jugendberufshilfe: Dieses Kapitel stellt das Paradigma der Lebensweltorientierung als modernisierte Alternative vor und erläutert deren Anforderungen an Methoden und Ziele.

5. Diskussion: Die Autoren setzen sich kritisch mit der Jugendarbeitslosigkeit, der gesellschaftlichen Rolle von Arbeit und den daraus resultierenden Legitimationsproblemen der Jugendberufshilfe auseinander.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit plädiert für eine sinnvolle Kombination von klassischer Berufshilfe und lebensweltorientierten Ansätzen, um Jugendliche ganzheitlich in ihrer Lebenssituation zu unterstützen.

Schlüsselwörter

Jugendberufshilfe, Jugendsozialarbeit, Lebensweltorientierung, Arbeitslosigkeit, Berufsintegration, Erwerbsarbeit, Sozialpädagogik, Hartz IV, Förderpläne, Persönlichkeitsentwicklung, Berufsvorbereitung, Arbeitsmarktorientierung, soziale Benachteiligung, Beschäftigungsprojekte, Kompetenzansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Studienarbeit?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Jugendberufshilfe, deren Anspruch als „Brücke zur Arbeitswelt“ zu dienen, und hinterfragt kritisch, inwiefern dieses Modell unter heutigen Arbeitsmarktbedingungen noch tragfähig ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Jugendberufshilfe, den Vergleich zwischen klassischer Arbeitsmarktorientierung und dem Konzept der Lebensweltorientierung sowie die Auswirkungen struktureller Krisen am Arbeitsmarkt.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und wie Jugendberufshilfe ihre Funktion für Jugendliche erfüllen kann, ohne dabei die Realität der Arbeitsmarktlage und die individuellen Lebenswelten der Betroffenen zu ignorieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Studienarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auseinandersetzung mit aktuellen sozialpädagogischen Diskursen sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen der Jugendberufshilfe, die Einführung lebensweltorientierter Konzepte und eine kritische Diskussion der aktuellen Diskrepanz zwischen pädagogischem Anspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Jugendsozialarbeit, Lebensweltorientierung, strukturelle Arbeitslosigkeit, Integration und individuelle Kompetenzförderung geprägt.

Welche Auswirkung hat Hartz IV auf die Jugendberufshilfe laut den Autoren?

Die Autoren betonen, dass Hartz IV den Druck zur schnellen Vermittlung in Arbeit erhöht, was das pädagogische Potenzial der Jugendberufshilfe einschränkt und deren Fokus stärker auf eine rein arbeitsmarktzentrierte Integrationsleistung lenkt.

Wie bewerten die Autoren die Rolle von Förderplänen?

Sie betrachten individuelle Förderpläne als zentrales Element, das jedoch nur dann wirksam ist, wenn es konsequent an den Stärken der Jugendlichen ansetzt und nicht lediglich defizitorientiert auf eine fiktive Vermittlung abzielt.

Was ist das zentrale Fazit zur Kombination beider Konzepte?

Die Autoren schlagen eine Symbiose vor: Die Fachkräfte sollten sowohl über die Kompetenzen verfügen, den ersten Arbeitsmarkt zu erschließen, als auch in der Lage sein, den Jugendlichen Sinnhaftigkeit und Lebensbewältigung in Phasen der Arbeitslosigkeit zu vermitteln.

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Details

Title
Jugendberufshilfe - Brücke zur Arbeitswelt?
Subtitle
Chancen, Risiken und Alternativen
College
University of Kassel  (Fachbereich Sozialwesen)
Course
Die überflüssige Jugend der Arbeitsgesellschaft
Grade
1,3
Authors
Kerstin Rapp (Author), Katrin Papke (Author)
Publication Year
2005
Pages
35
Catalog Number
V90080
ISBN (eBook)
9783638044189
ISBN (Book)
9783640992225
Language
German
Tags
Jugendberufshilfe Brücke Arbeitswelt Jugend Arbeitsgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Rapp (Author), Katrin Papke (Author), 2005, Jugendberufshilfe - Brücke zur Arbeitswelt? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90080
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