Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für die Arbeitswelt relevant und können sie objektiv ausgewertet werden?


Hausarbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Persönlichkeit?

3. Theoretische Grundlagen
3.1. Humanistischer Ansatz der Persönlichkeit
3.2 Konzept der Selbstverwirklichung von A.Maslow
3.3 Personenzentrierter Ansatz von Carl F. Rogers

4. Relevanz von Persönlichkeitsmerkmalen in der Arbeitswelt
4.1 Persönlichkeitstest Big Five

5. Diskussion
5.1 Chancen und Vorteile von Persönlichkeitsmodellen/-tests
5.2 Risiken und Nachteile von Persönlichkeitsmodellen/-tests

6. Fazit und Ausblick

IV. Literaturverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Klassifizierung Persönlichkeitspsychologie/Paradigmen

Abbildung 2: Maslows Bedürfnispyramide

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Fähigkeiten als Voraussetzung für eigenes Wachstum

Tabelle 2: Die fünf Hauptdimensionen Big Five

Tabelle 3: Die sechs Facetten der Dimension Verträglichkeit

Tabelle 4: Die sechs Facetten der Dimension Offenheit

1. Einleitung

Personalauswahl ist ein erfolgskritisches Thema für Arbeitgeber, da die Investition in Humankapital einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstellt. Hinzu kommt, dass Organisationen mit immer weniger Personal deutlich mehr leisten müssen, Aufgaben immer komplexer werden und es bereits heute einen Fach- und Führungskräftemangel gibt. Mitarbeiter, die mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen nicht zum beschriebenen Anforderungsprofil passen, können einen großen Schaden verursachen, entweder durch Minderleistung oder spätestens im Rahmen einer notwendigen Trennung. (vgl. Frings 2017, S.V) Eine sach- und fachgerechte Personalauswahl ist wichtig, da davon auszugehen ist, dass alleine in der Bundesrepublik Deutschland jährlich ein zweistelliger Milliardenbetrag als volkswirtschaftlicher Schaden durch gescheiterte Beschäftigungsverhältnisse entsteht. (vgl. Simon 2006, S.35) Personalauswahl erfolgt nicht intuitiv, sondern kann als Handwerk bezeichnet werden. Ein effektiver Auswahlprozess der Bewerber/Interessenten beginnt bereits mit einem aussagekräftigen Anforderungsprofil die zu besetzende Stelle betreffend und damit einhergehender interner/externer Stellenausschreibung. (vgl. Frings 2017, S.1)

Dies lässt erahnen, dass Persönlichkeitsmerkmale der (künftigen) Mitarbeiter eine entsprechende Relevanz für die Besetzung von Stellen in Bezug auf die durch den Suchenden formulierten Anforderungen haben. Die kommenden Ausführungen dieser Hausarbeit verfolgen ein konkretes Ziel: Es soll aufgezeigt werden, wie eine ideale Passung der individuellen Persönlichkeit eines Menschen mit einem objektiv beschriebenen Anforderungsprofil ermittelt werden kann. Daraus leiten sich folgende Fragen ab: Was bedeutet Persönlichkeit und wie wird diese definiert? Welche grundlegenden Theorien gibt es hierzu? Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für die Arbeitswelt relevant und wie können die individuell vorhandenen Merkmale der Bewerber objektiv ausgewertet und beschrieben werden, um einen Abgleich mit formulierten Stellenbeschreibungen vornehmen zu können?

Hierzu wird beginnend in Kapitel 2 Persönlichkeit aus historischer Sicht sowie der Alltagspsychologie beschrieben und darauf aufbauend in Kapitel 3 in den wissenschaftlichen Kontext eingebunden. Vertiefend wird speziell der humanistische Ansatz mit seinem potenzialorientierten Weltbild erläutert, um davon weitergehend die Frage nach Relevanz von Persönlichkeitsmerkmalen in der heutigen Arbeitswelt in Kapitel 4 zu erörtern und auf ausgewählte Merkmale einzugehen. Es wird beschrieben, wie Persönlichkeitsmodelle Anwendung finden, um ein aussagekräftiges Bild über die individuellen Merkmale des Bewerbers/Interessenten zu erhalten. Chancen, Risiken sowie Vor- und Nachteile von Testverfahren zur Auswertung der individuellen Persönlichkeitsmerkmale werden in Kapitel 5 skizziert. Im abschließenden Kapitel 6 werden die Ausführungen bezugnehmend auf die Fragestellung dieser Hausarbeit zusammengefasst und aufgezeigt, was im Rahmen der Personalauswahl beachtenswert erscheint.

2. Was ist Persönlichkeit?

Der Ursprung des Wortes „Persönlichkeit“ liegt in dem lateinischen Begriff „persona“. Bereits in der Antike hatte es eine Doppeldeutung. Im Theater war es die Maske, die kennzeichnend für eine bestimmte Rolle war, im sozialen Leben war es die Rolle, der Status oder die Würde einer Person. Es ging in beiden Bedeutungen darum, eine Person zu charakterisieren. Auch heute noch hat „Persönlichkeit“ eine Doppeldeutung. Zum einen bezogen auf den Charakter sowie die Individualität einer Person hinter der Rolle und der Maske, zum anderen werden durch das Wort „Persönlichkeit“ ganz besondere Qualitäten eines Menschen betont. (vgl. Asendorpf 2018, S. 4) Asendorpf definiert die Persönlichkeit eines Menschen als „die Gesamtheit seiner Persönlichkeitseigenschaften“ (Asendorpf, 2019, S.2), und somit „die individuellen Besonderheiten in der körperlichen Erscheinung und in Regelmäßigkeiten des Verhaltens und Erlebens“ (Asendorpf 2019., S. 2).

Eigenes Verhalten sowie das Verhalten anderer Menschen wird durch die Brille der Alltagspsychologie wahrgenommen. Hierzu gehören auch Vorstellungen darüber, was Persönlichkeit von Menschen ausmacht. (vgl. Asendorpf/Neyer 2018, S. 2) Im Alltag entsteht sehr schnell ein Bild die andere Person betreffend in Bezug auf Verhalten, körperliches Erscheinungsbild und letztendlich der Persönlichkeit. (vgl. Asendorpf/Neyer 2018, S.2) Eine Beschäftigung mit der Alltagspsychologie lässt feststellen, dass diese ein hochdifferenziertes und praxisnahes System darstellt, welches Aussagen über die menschliche Persönlichkeit zulässt. (vgl. Asendorpf/Neyer 2018, S.5) Dies vorausgesetzt, stellt sich die Frage, inwieweit sich die Alltagspsychologie als Paradigma der Wissenschaft eignet oder nicht. Allgemeinen Kriterien für ein wissenschaftliches Paradigma vorausgesetzt (Explizitheit, Widerspruchsfreiheit, Vollständigkeit, Sparsamkeit, Produktivität sowie Anwendbarkeit) und Bewertung die Alltagspsychologie danach, kann festgestellt werden, dass die Kriterien Vollständigkeit und Anwendbarkeit gegeben sind. Alle anderen Kriterien werden jedoch nicht erfüllt. Somit eignet sich die Alltagspsychologie nicht als Paradigma der Wissenschaft. (vgl. Asendorpf/Neyer 2018, S.6) Praktisch einsetzbar ist die Alltagspsychologie für Erklärungen von Verhalten im Alltag und dessen Vorhersage. (vgl. Asendorpf, 2019, S. 9)

Als zentrale Grundlagenwissenschaft hingegen kann die Persönlichkeitspsychologie sowie die Differentielle Psychologie angesehen werden. Diese reichen weit in andere Grundlagengebiete der Psychologie und sind eng mit diesen verzahnt. Asendorpf (2017) fasst wie folgt zusammen:

„Der Bereich der Persönlichkeits- und Differentiellen Psychologie befasst sich mit der Beschreibung und Erklärung der individuellen, weitgehend zeitstabilen, nicht pathologischen Besonderheiten des Erlebens und Verhaltens von Menschen: ihrer Persönlichkeit.

Damit ist die Persönlichkeits- und Differentielle Psychologie komplementär zur Allgemeinen Psychologie, die sich mit Grundlagen des Erlebens und Verhaltens beschäftigt, die allen Menschen gemeinsam sind, und unterscheidet sich von der Klinischen Psycholgie, die sich mit pathologischen Merkmalen und deren Veränderung befasst“ (Asendorpf, 2017, S.60).

3. Theoretische Grundlagen

In der Persönlichkeitspsychologie lassen sich sieben wissenschaftliche Paradigmen und deren Strömungen aufführen, die in einschlägiger Literatur hierzu behandelt werden. Diese werden klassifiziert in: veraltet (Psychodynamisch, Lerntheoretisch), modern (Biologisch, Transaktional) sowie klassisch (Humanistisch, Kognitiv, Dispositional). (vgl. Rauthmann 2017, S. 40)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Klassifizierung Persönlichkeitspsychologie/Paradigmen

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Rauthmann 2017, S.40

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird explizit das klassische humanistische Paradigma herausgegriffen und in den Kontext einbezogen, da sich mit der humanistischen Psychologie neben dem Behaviorismus und der Psychoanalyse eine sog. Dritte Kraft in den 1960er Jahren etablierte. (vgl. Helle 2019, S.62) Der Behaviorismus wird dem wissenschaftlichen Ansatz „Lerntheoretisch“ zugeordnet, die Psychoanalyse als Strömung des psychodynamischen Paradigmas verstanden. (vgl. Rauthmann 2017, S.40)

3.1. Humanistischer Ansatz der Persönlichkeit

Die humanistische Psychologie setzt sich vom Behaviorismus sowie der Psychoanalyse unter anderem dadurch ab, dass sie diesen Ansätzen vorwirft, von einem mechanistischen bzw. kulturpessimistischen Bild des Menschen auszugehen. Während im Behaviorismus das Individuum auf Reiz-Reaktions-Ketten reduziert wird, behauptet die Psychoanalyse, dass Menschen durch ihre Triebe beherrscht werden und bestenfalls lernen können, diese abzuwehren bzw. zu kontrollieren. (vgl. Hecker 2013, S. 38) Diesen Ansätzen entgegenstehend geht die humanistische Psychologie davon aus, dass der Mensch danach strebt, die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Fähigkeiten der Welt gegenüber in konstruktiver Weise auszudrücken. Die sinnvolle Weiterentwicklung der eigenen Potenziale steht im Vordergrund. Idealerweise werden die ureigenen Wünsche, Sehnsüchte und Begabungen verwirklicht. (vgl. Helle 2019, S.67) Zu den Begründern der humanistischen Psychologie zählen u.a. Abraham Maslow und Carl R. Rogers. (vgl. Schütz 2015, S.45) Beide verfolgen einen phänomenologisch orientierten Ansatz. Ausgangspunkt hierbei ist die Annahme, dass jeder Mensch einzigartig ist. Jedes Individuum nimmt die Realität subjektiv wahr, interpretiert diese und beeinflusst hierdurch das eigene Denken und Handeln. (vgl. Rammsayer 2005, S.61) Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Konzept der Selbstverwirklichung von Abraham Maslow sowie der personenzentrierte Ansatz von Carl F. Rogers eingebunden werden.

3.2 Konzept der Selbstverwirklichung von A.Maslow

Als Grundlage des Konzeptes der Selbstverwirklichung dient Maslow eine Studie über Menschen, die ein erfülltes und zugleich produktives Leben führten. Maslow nimmt an, dass sich die Motivation eines Menschen an einer Bedürfnishierarchie orientiert. Nach Befriedigung der physiologischen Bedürfnisse strebt der Mensch nach Sicherheit, anschließend nach Liebe und Zugehörigkeit, folgend von einem positiven Selbstwertgefühl hin zum Ziel der Selbstverwirklichung. Diese letzte Bedürfnisbefriedigung ist die Motivation des Menschen, das eigene Potenzial zu verwirklichen verbunden mit bestimmten charakteristischen Merkmalen, z.B. Offenheit und Fürsorglichkeit. (vgl. Myers 2017, S. 565) Die letzte Stufe der Pyramide ist das Bedürfnis nach Selbsttranszendenz, d.h. Sinn und Identität über das eigene Selbst heraus zu finden. (vgl. Myers 2017, S. 441)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Maslows Bedürfnispyramide

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Myers 2017, S.441

3.3 Personenzentrierter Ansatz von Carl F. Rogers

Carl F. Rogers stimmt als humanistischer Psychologe in vielem mit Maslows Gedanken überein. Er geht davon aus, dass jeder Mensch die Fähigkeit innehat, sich selbst zu verwirklichen. Voraussetzung für eigenes Wachstum sind hierbei drei unabdingbare Faktoren: Echtheit, Wertschätzung sowie Empathie. (vgl. Myers 2017, S. 565f)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Fähigkeiten als Voraussetzung für eigenes Wachstum

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Myers 2017, S.565

Für Rogers ist das Selbstkonzept ein zentrales Merkmal der Persönlichkeit. Eine positive Wahrnehmung der Welt gelingt Menschen mit einem positiven Selbstkonzept. (vgl. Myers 2017, S. 567) Auf Basis seiner Beobachtungen geht Rogers davon aus, dass Menschen sich selbst weiterentwickeln. Dies findet Ausdruck im ständigen Bemühen, Potenziale zu entfalten und zu verwirklichen. (vgl. Helle 2019, S.71) Davon ausgehend, dass jeder Mensch von seiner Natur her danach strebt, die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten in konstruktiver Weise auszudrücken und jedem Menschen eine Aktualisierungstendenz innewohnt (vgl. Helle 2019, S.67) soll nun im Rahmen der Hausarbeit der berufliche Kontext eingebunden werden, insbesondere mit der Fragestellung, welche Persönlichkeitsmerkmale in der Arbeitswelt Relevanz haben.

4. Relevanz von Persönlichkeitsmerkmalen in der Arbeitswelt

Im Rahmen der Personalauswahl werden Bewerber u.a. aufgrund ihrer Persönlichkeitsmerkmale ausgewählt. Ein für die Stelle bestimmtes Anforderungsprofil wird mit dem Persönlichkeitsprofil des Bewerbers verglichen. Die Eignung desjenigen hängt hierbei von einer Passung der beiden Profile ab. Ebenso erfolgt ein Abgleich der Profile u.a. auch laufend im Rahmen der Personalentwicklung und -qualifizierung bei bereits bestehenden Arbeitsverhältnissen. (vgl. Asendorpf 2019, S. 11) Persönlichkeit beschreibt Asendorpf als „die individuellen Besonderheiten in der körperlichen Erscheinung und in Regelmäßigkeiten des Verhaltens und Erlebens“ (Asendorpf 2019, S. 2). In der Arbeitswelt der Zukunft, in der es immer mehr um die Sinnhaftigkeit die Aufgabe betreffend sowie u.a. um Teilhabe an z.B. Unternehmensentscheidungen geht, werden z.B. Kreativität, Intuition sowie Empathie gefordert sein. (vgl. Hofert 2019, S. 14) Die Arbeitswelt verändert sich u.a. radikal durch Digitalisierung und Globalisierung. Massive Umbrüche und Neuausrichtungen in Unternehmen sind die Folge. Mitarbeiter müssen sich z.B. auf neue, agile Arbeitsformen einstellen. (vgl. Sauter/Sauer/Wolfig 2018, S. 1f)

In einem agilen Umfeld werden insbesondere Selbstverantwortung, Offenheit und Vertrauen notwendige Persönlichkeitsmerkmale sein. (vgl. Zeppenfeld/Oimann 2018, S.92) Personalverantwortliche wollen und müssen auch in Zukunft das Risiko einer Fehlbesetzung reduzieren und gleichzeitig Antworten finden, wenn es um die Frage geht, inwieweit der Bewerber sowie ggf. der Stelleninhaber als Individuum zum definierten Anforderungsprofil passen. Scheitern Beschäftigungsverhältnisse, so wird dies oftmals mit der Nichtübereinstimmung von Persönlichkeitsmerkmalen und der Stellenanforderung begründet. (vgl. Simon 2006, S.35)

Voraussetzung eines funktionierenden Auswahlprozesses ist es, das Anforderungsprofil genau zu spezifizieren und eine geeignete Anzahl an gewichteten Kriterien zu verwenden. Ein gutes Anforderungsprofil hat das Ziel, die Anforderungen auf ein kritisches Maß zu reduzieren, um hierdurch die erfolgskritischen Faktoren bestimmen zu können. (vgl. Krings 2017, S.1) Zur Messung der Persönlichkeitsmerkmale dienen Persönlichkeitstests, die emotionale und motivationale Aspekte des Verhaltens vorhersagen, welches sich auf Alltags- sowie Arbeitssituationen bezieht. Hierbei geht es u.a. um: Verhaltensweisen / Einstellungen / Vorlieben / Charaktereigenschaften. (vgl. Simon 2006, S.36)

Es gibt eine Vielzahl an Persönlichkeitstests, mit denen ein möglichst dezidiertes Bild über Verhalten und Persönlichkeit eines Menschen gewonnen werden soll (vgl. Simon 2006, S.41), u.a. Enneagramm, DISG-Persönlichkeitsprofil sowie der Persönlichkeitstest Big Five. Dieses Testverfahren ist in den USA inzwischen Standard in der Persönlichkeitsanalyse, in Europa erfährt es Etablierung (vgl. Fehr 2006, S. 113) und soll daher im nächsten Abschnitt detailliert betrachtet werden.

4.1 Persönlichkeitstest Big Five

Die amerikanischen Forscher Paul Costa und Robert McCrae konnten Mitte der 1980-er Jahre nachweisen, dass es fünf stabile Dimensionen der Persönlichkeit gibt und entwickelten hieraus das Fünf-Faktoren-Inventar zur Messung dergleichen. (vgl. Fehr 2006, S.114) Durch weitreichende Forschungstätigkeit in den letzten zwei Jahrzehnten existieren mittlerweile viele Persönlichkeitsinventare, die auf diesem Modell basieren.

Das Modell Big Five gilt mittlerweile als State oft the Art, insbesondere die Qualität des diagnostischen Verfahrens betreffend, und wird als kulturübergreifendes Referenzsystem dargestellt. (vgl. Fehr 2006, S.114) Die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit lauten wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Die fünf Hauptdimensionen Big Five

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Fehr 2006, S.116

Bei den angegebenen Polen handelt es sich um die Ausprägungsextreme einer Skalierung i.S. eines Kontinuums. Für jede Hauptdimension der Persönlichkeit werden sechs verschiedene Facetten beschrieben, die die Möglichkeit bieten, das Individuum skalierend zwischen den Ausprägungsextremen zu beschreiben. (vgl. Fehr 2006, S. 116) Die in Kapitel 4 beispielhaft für zukünftige agile Arbeitswelten aufgeführten Persönlichkeitsmerkmale lassen sich den fünf Hauptdimensionen der Big Five ebenso zuordnen. Beispielhaft seien hier die Hauptdimensionen Verträglichkeit sowie Offenheit aufgeführt. Verträglichkeit bezieht sich auf die Eigenschaft, anderen entgegenzukommen, sich verständnisvoll und mitfühlend zu verhalten. Der extrem nachgiebig angepasste Mensch neigt dazu, seine persönlichen Bedürfnisse den anderen unterzuordnen und Normen derer zu übernehmen. Hingegen fokussiert sich der Antagonist deutlich stärker auf seine persönlichen Normen, konkurriert gerne und verschafft seinem Anliegen Geltung. Im mittleren Bereich der Ausprägung pendelt das Individuum entsprechend der Situation flexibel zwischen Nachgeben und Verfolgung seiner eigenen Anliegen. (vgl. Fehr 2006, S. 120) Die Ausprägung der Dimension Verträglichkeit wird auch in der zukünftigen Arbeitswelt eine wichtige Stellung einnehmen, da u.a. in der Zukunft Empathie i.S. Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, gefordert wird. (vgl. Hofert 2019, S. 14)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für die Arbeitswelt relevant und können sie objektiv ausgewertet werden?
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V901014
ISBN (eBook)
9783346195845
ISBN (Buch)
9783346195852
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitswelt, persönlichkeitsmerkmale, welche
Arbeit zitieren
Marcel Kollmann (Autor), 2020, Welche Persönlichkeitsmerkmale sind für die Arbeitswelt relevant und können sie objektiv ausgewertet werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901014

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