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Grundlagen des Bindungsverhaltens im Kleinkindalter und ihre Auswirkungen auf die weitere Entwicklung

Titre: Grundlagen des Bindungsverhaltens im Kleinkindalter und ihre Auswirkungen auf die weitere Entwicklung

Dossier / Travail , 2008 , 14 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Eva Nitschke (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Jeder Mensch hat ein Grundbedürfnis nach menschlicher Nähe und Zuwendung, also nach Bindung. Dieses Bedürfnis ist von Geburt an vorhanden.
Lange Zeit wurde der Bindung als grundlegende Basis der zwischenmenschlichen und psychischen Befindlichkeit eines Menschen kaum Beachtung geschenkt.
Erst mit Einführung der Bindungstheorie in die wissenschaftliche Psychologie durch John Bowlby und Mary Ainsworth fand eine Veränderung statt.
So ist es heute unvorstellbar, Kleinstkindern im Krankenhaus den Kontakt mit ihren Eltern zu verwehren, wie es früher aus Angst vor Infektionen und der folgenden schwierigen Trennungssituation üblich war.

Brazelton und Greenspan formulierten 7 Grundbedürfnisse von Kindern. Diese lauten:(1)
1. Bedürfnis nach Liebe, Geborgenheit, Zuwendung, Unterstützung und beständiger Erziehung
2. Bedürfnis nach körperlicher Unversehrtheit und Sicherheit
3. Bedürfnis nach neuen und entwicklungsgerechten Erfahrungen
4. Bedürfnis nach Lob und (adäquater) Anerkennung
5. Bedürfnis nach Verantwortung und Selbständigkeit
6. Bedürfnis nach Übersicht und Zusammenhang, nach stabilen und unterstützenden Gemeinschaften sowie nach einer sicheren Zukunft
7. Bedürfnis nach Orientierung, Strukturen, Regeln und Grenzen

Diese 7 Grundbedürfnisse scheinen den Grundstein für eine positive Entwicklung zu legen. Alle diese Punkte lassen sich in die Bindungstheorie einordnen bzw. werden von ihr berücksichtigt.

Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich spezifisch auf die bindungstheoretischen Grundlagen eingehen und diese erläutern, um dann im zweiten Teil auf die Auswirkungen des Bindungsverhaltens in der weiteren psychischen Entwicklung einzugehen.

Kenntnisse der Bindungsforschung sollten nicht nur auf das erste Lebensjahr bezogen sein, sondern ihre weit reichenden erwiesenen Folgen in die politische Diskussion um Kindererziehung und Fremdbetreuung berücksichtigt werden.

(1) Brazelton & Greenspan auf: http://userpage.fu-berlin.de/~balloff/altesemester/alt/Folien_Grundbeduerfnisse.htm

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BINDUNGSTHEORETISCHE GRUNDÜBERLEGUNGEN

2.1. Die Bindungstheorie

2.2. Bindungstypen

2.2.1. Unsicher-vermeidend gebunden (A)

2.2.2. Sicher gebunden (B)

2.2.3. Unsicher-ambivalent gebunden (C)

2.2.4. Unsicher-desorganisiert/desorientiert gebunden (D)

2.3. Entwicklung der Bindung im ersten Lebensjahr

2.4. Besonderheiten der Mutter-Kind-Bindung

2.4.1. Feinfühligkeit

3. AUSWIRKUNGEN DER BINDUNGSERFAHRUNG

3.1. Auswirkung auf das Gehirn

3.2. Auswirkung auf die weitere Entwicklung

4. BERÜCKSICHTUNG DER BINDUNGSFORSCHUNG IN DER FREMDBETREUUNG

4.1. Besonderheiten bei der Erzieherin-Kind-Bindung

4.2. Rahmenbedingungen

5. ABSCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die grundlegenden Mechanismen der Bindungstheorie im Kleinkindalter zu erläutern und deren maßgeblichen Einfluss auf die weitere psychische und neurobiologische Entwicklung des Kindes aufzuzeigen, um daraus Anforderungen an eine qualifizierte Fremdbetreuung abzuleiten.

  • Grundlagen und Entstehung der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth
  • Klassifizierung verschiedener Bindungstypen und ihre diagnostischen Merkmale
  • Neurobiologische Auswirkungen früher Bindungserfahrungen auf das Gehirn
  • Bedeutung der mütterlichen Feinfühligkeit für die kindliche Entwicklung
  • Anwendung bindungstheoretischer Erkenntnisse auf die Erzieherin-Kind-Bindung in der Fremdbetreuung

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Bindungstheorie

Bindung ist die Bezeichnung für eine enge emotionale Beziehung zwischen Menschen. Der britische Psychoanalytiker John Bowlby (1907-1990) gilt als Begründer der Bindungsforschung. Bowlby vermutete eine angeborene Fähigkeit von Neugeborenen, Bindungen herzustellen. Er kam zu der Annahme, ein Kleinkind verfüge über ein motivationales System, was es dazu befähigt, Zuwendung, Schutz oder Beruhigung bei seinen Bezugspersonen einzufordern um sein Überleben zu sichern, ihm andererseits aber auch die nötige Auseinandersetzung mit der Umwelt ermöglicht (Exploration). Demnach betrachtet Bowlby Mutter und Kind als „Teilnehmer in einem sich wechselseitig bedingenden und selbst regulierenden System“.

Seine Theorie gründete Bowlby zum Teil auf die Erkenntnisse der Ethologie in den 1960er Jahren. So erwies sich aus dem Naturverhalten von Tieren, dass Bindung von der Fütterung losgelöst ist. Diese These gründet sich auf 2 Beobachtungen in der Natur: Zum Einen beschrieb Lorenz das Verhalten von kleinen Gänschen, die offensichtlich eine starke Bindung zu ihrer Mutter haben, obwohl sie von ihr nicht direkt mit Nahrung versorgt werden. Der umgekehrte Fall zeigte sich in einem Versuch von Harlow mit Rhesusaffen, die nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden. Diese kleinen Äffchen hatten die Wahl zwischen einer „Drahtmutter“, von der sie Nahrung bekamen, und einer mit Frottee bezogenen „Mutter“, die aber keine Nahrung abgab. Nach dieser Studie zeigten die Äffchen eine klare Präferenz für die „kuschelige“ Variante. Dies bewies Bowlby, dass Bindung von der Fütterung unabhängig ist und unterstrich somit seine Kritik an der Psychoanalyse. Bowlby wehrte sich gegen die Vorstellung Freuds, dass Bindung rein aus triebtheoretischen Ansätzen zu interpretieren sei.

Zusammengefasst lässt sich die Bindungstheorie so erklären: Normalerweise fördert die bloße Anwesenheit der Bezugsperson eines Kindes die Exploration, es spielt und erkundet seine Umwelt. Sobald es jedoch Gefahr spürt, sucht es die Nähe dieser Person, um dort Schutz zu finden und wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Dies wurde von Mahler auch als „emotionales Auftanken des Säuglings“ bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die zentrale Bedeutung des menschlichen Bindungsbedürfnisses ein und verknüpft kindliche Grundbedürfnisse mit der Bindungstheorie.

2. BINDUNGSTHEORETISCHE GRUNDÜBERLEGUNGEN: Es werden die theoretischen Grundlagen nach Bowlby erläutert, die vier klassischen Bindungstypen definiert und die Phasen der Bindungsentwicklung sowie das Konzept der Feinfühligkeit dargestellt.

3. AUSWIRKUNGEN DER BINDUNGSERFAHRUNG: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss früher Bindungsmuster auf die neurobiologische Gehirnentwicklung sowie auf die langfristige soziale Kompetenz und emotionale Selbstregulation des Kindes.

4. BERÜCKSICHTUNG DER BINDUNGSFORSCHUNG IN DER FREMDBETREUUNG: Die Ausführungen diskutieren die Übertragbarkeit der Bindungstheorie auf die Erzieherin-Kind-Beziehung und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gelungene pädagogische Betreuung.

5. ABSCHLUSS: Die Arbeit resümiert, dass Fremdbetreuung hohe Anforderungen an pädagogische Konzepte stellt und die Bedeutung der festen Bezugsperson als „sichere Basis“ untermauert.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Bindungstypen, Fremde Situation, Feinfühligkeit, Mutter-Kind-Bindung, Erzieherin-Kind-Bindung, Exploration, Neurobiologie, Kleinkindalter, Fremdbetreuung, Bindungssicherheit, kindliche Entwicklung, Sozialwesen, emotionale Bindung, Verhaltensforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den psychologischen und entwicklungsgeschichtlichen Grundlagen des Bindungsverhaltens im Kleinkindalter und deren Bedeutung für die weitere psychosoziale Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Bindungstheorie nach John Bowlby, die Klassifikation der Bindungstypen, die neurobiologischen Folgen früher Erfahrungen sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die außerfamiliäre Kinderbetreuung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bindungserfahrungen die kindliche Entwicklung prägen und welche qualitativen Standards in der Fremdbetreuung notwendig sind, um diese Bindungsprozesse positiv zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse entwicklungspsychologischer und psychodynamischer Fachpublikationen sowie aktueller Erkenntnisse der Bindungsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die bindungstheoretischen Grundlagen und Typologien dargelegt, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen auf Gehirn und Entwicklung, sowie eine Untersuchung der Bindungsbeziehung im Kontext von Krippe und Kindergarten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bindungstheorie, Feinfühligkeit, Bindungstypen, Exploration, Fremdbetreuung und die Erzieherin-Kind-Bindung.

Wie unterscheidet sich die Bindung zur Erzieherin von der zur Mutter?

Während die Mutter-Kind-Bindung meist pränatal angebahnt wird, ist die Bindung zur Erzieherin in den Gruppenkontext eingebettet und erfordert seitens der Fachkraft spezifische pädagogische Konzepte, um als „sichere Basis“ fungieren zu können.

Welche Rolle spielt die „Feinfühligkeit“ nach Mary Ainsworth?

Feinfühligkeit ist der entscheidende Faktor für die Qualität der Bindung; sie beschreibt die Fähigkeit der Bezugsperson, kindliche Signale prompt und angemessen wahrzunehmen, zu deuten und darauf zu reagieren.

Kann eine Fremdbetreuung negative Bindungserfahrungen heilen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Fremdbetreuung das ursprünglich mitgebrachte Bindungsmuster nicht einfach überschreiben kann, aber bei guter pädagogischer Qualität eine unterstützende Umgebung bietet, die die weitere Entwicklung positiv beeinflussen kann.

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Résumé des informations

Titre
Grundlagen des Bindungsverhaltens im Kleinkindalter und ihre Auswirkungen auf die weitere Entwicklung
Université
Mannheim University of Applied Sciences
Note
1,0
Auteur
Eva Nitschke (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
14
N° de catalogue
V90140
ISBN (ebook)
9783638042413
ISBN (Livre)
9783640319855
Langue
allemand
mots-clé
Grundlagen Bindungsverhaltens Kleinkindalter Auswirkungen Entwicklung Bindungstheorie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Eva Nitschke (Auteur), 2008, Grundlagen des Bindungsverhaltens im Kleinkindalter und ihre Auswirkungen auf die weitere Entwicklung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90140
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Extrait de  14  pages
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