Die vorliegende Arbeit soll zeigen, dass Rechnungslegungssysteme keine statischen Konstrukte sind, sondern vielmehr einer sich ständig ändernden Umwelt angepasst werden müssen. Demzufolge müssen die jeweiligen Standardsetzer auf die veränderten Bedingungen reagieren, um eine funktionierende Corporate Governance zu gewährleisten.
Ziel der Untersuchung ist auszuloten, welchen Beitrag private Standardsetzer im Zuge der fortschreitenden Corporate Governance Diskussion leisten können. Darüber hinaus soll herausgestellt werden, wo mögliche Grenzen liegen.
Stichworte:
Rechnungslegung, Corporate Governance, Internationale Standardsetzer, IASB, FASB, DRSC, Sarbanes-Oxley Act of 2002, Modernisierung der Corporate Governance in Deutschland, Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung, Konvergenzbestrebungen in der internationalen Rechnungslegung
Struktur der Arbeit
1 Einleitung
1.1 Gang der Untersuchung
1.2 Ziel der Untersuchung
2 Die Modernisierung der Corporate Governance im Kontext der internationalen Harmonisierung der Rechnungslegung
2.1 Relevanz der Corporate Governance
2.2 Corporate Governance - Entwicklung in Deutschland
3 Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung
3.1 Neuorientierung des deutschen Bilanzrechts
3.2 Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC)
3.2.1 Aufgaben und Ziele des DRSC
3.2.2 Die Organe und Gremien des DRSC
3.2.3 Verfahren der Standardisierung – „Due Process“
3.3 Beitrag des DRSC auf internationaler Ebene zur Fortentwicklung der Corporate Governance
4 Internationaler Einfluss privater Standardsetzungsgremien
4.1 International Accounting Standard Board (IASB)
4.1.1 Organisationsstruktur
4.1.2 Verfahren der Standardisierung – „Due Process“
4.1.3 Der Anerkennungsprozess – „Endorsement“
4.1.4 Auswirkungen auf die nationale Rechtssprechung im Zuge der fortschreitenden Harmonisierung der Rechnungslegung
4.2 Financial Accounting Standards Board (FASB)
4.2.1 Gesetzliche und institutionelle Grundlagen
4.2.2 Die Securities and Exchange Commission (SEC) und ihr Verhältnis zum FASB
4.2.3 Organisationsstruktur
4.2.4 Aufgaben und Verlautbarungen
4.2.5 Internationale Vorbildfunktion des US-amerikanischen Standardsetzungsmodells
5 Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act auf die Corporate Governance
5.1 Sarbanes-Oxley Act of 2002
5.2 Gesetze und Initiativen in Europa
5.2.1 Bestrebungen auf EU-Ebene
5.2.2 Bestrebungen in Deutschland
6 Konvergenzbestrebungen in der internationalen Rechnungslegung
6.1 Konvergenz zwischen US-GAAP und IAS/IFRS
6.2 Die Rolle des DRSC im Kontext der Harmonisierung
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Beitrag privater Standardsetzungsgremien zur Weiterentwicklung der Corporate Governance im Kontext der internationalen Harmonisierung der Rechnungslegung. Dabei wird untersucht, wie Organisationen wie das DRSC, IASB und FASB durch ihre Arbeit an Rechnungslegungsstandards die Corporate-Governance-Strukturen beeinflussen und welche Rolle dabei staatliche Institutionen spielen.
- Rolle privater Standardsetzungsgremien für die Corporate Governance
- Vergleich zwischen deutschen, europäischen und amerikanischen Ansätzen
- Analyse des "Due Process" bei DRSC, IASB und FASB
- Einfluss des Sarbanes-Oxley Act auf die globale Governance
- Konvergenzbestrebungen zwischen US-GAAP und IFRS
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
In den letzten drei Jahrzehnten lässt sich ein ansteigender Trend zu einer Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit beobachten. Dieses Phänomen ist nicht zuletzt durch eine zunehmende Globalisierung der Finanz- und Kapitalmärkte begründet (Haller & Walton, 2005, S. 5). Insbesondere das Gebiet der Unternehmensfinanzierung ist für viele Unternehmen hierbei von besonderer Bedeutung. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, stellen die weltweiten Kapitalmärkte für viele Unternehmen eine wichtige Möglichkeit zur Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung dar. Ein international vergleichbarer und anerkannter Jahresabschluss ist hierbei für den Unternehmenserfolg unerlässlich. Darüber hinaus können Kapitalmärkte auf Dauer nur funktionieren, wenn die gesamte externe Rechnungslegung aussagekräftige und verwertbare Daten für die jeweiligen Adressaten bereitstellt. Weltweit existiert jedoch eine Vielzahl von Rechnungslegungssystemen, welche dementsprechend heterogene Informationen publizieren. Diese Heterogenität der Rechnungslegung im internationalen Kontext erweist sich zunehmend als problematisch, da bei ihrer Überwindung erhebliche Kosten für die bilanzierenden Unternehmen entstehen. Dies führt oftmals zu Verwirrung bei den Abschlussadressaten, welche mit verschiedenen Jahresabschlüssen für das gleiche Geschäftsjahr konfrontiert werden. Weiterhin wird international agierenden Konzernen wird die Planung, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens durch verschiedene Rechnungslegungsdaten erschwert (Wagenhoff, 2002, S. 7ff.).
Möchten deutsche Unternehmen Zugang zum amerikanischen Kapitalmarkt, welche der bedeutendste weltweit ist, stellen sich die dargelegten Herausforderungen. Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde, die Securities and Exchange Commission (SEC) fordert zwingend für die Zulassung zum US-amerikanischen Kapitalmarkt Jahresabschlüsse auf Basis der United States-Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) oder wahlweise Überleitungen des Ergebnisses und des Eigenkapitals, genannte Reconciliations, auf US-GAAP (Sing, 2004, S. 1f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung beleuchtet den Trend zur Internationalisierung der Rechnungslegung und die damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen bei der Kapitalmarktzulassung.
2 Die Modernisierung der Corporate Governance im Kontext der internationalen Harmonisierung der Rechnungslegung: Es wird die Relevanz der Corporate Governance erörtert und die Entwicklung dieser Konzepte in Deutschland unter dem Einfluss des internationalen Kapitalmarktes betrachtet.
3 Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung: Dieses Kapitel behandelt die Neuorientierung des deutschen Bilanzrechts und die Gründung sowie die Aufgaben des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committees (DRSC).
4 Internationaler Einfluss privater Standardsetzungsgremien: Hier stehen die Organisationen IASB und FASB im Fokus, deren Strukturen, Standardsetzungsverfahren und Einfluss auf die nationale Gesetzgebung detailliert analysiert werden.
5 Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act auf die Corporate Governance: Die Auswirkungen dieses bedeutenden US-Gesetzes auf Unternehmen und Wirtschaftsprüfer werden untersucht, ebenso wie entsprechende Reaktionen und Bestrebungen in Europa und Deutschland.
6 Konvergenzbestrebungen in der internationalen Rechnungslegung: Das Kapitel widmet sich den Bemühungen zur Angleichung der Rechnungslegungsstandards zwischen den USA und der EU sowie der spezifischen Rolle des DRSC in diesem Prozess.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse über die Komplexität der Corporate-Governance-Entwicklung zusammen und gibt einen Ausblick auf die Zukunft der internationalen Standardisierung.
Schlüsselwörter
Rechnungslegung, Corporate Governance, DRSC, IASB, FASB, US-GAAP, IFRS, Sarbanes-Oxley Act, Standardsetzung, Kapitalmarkt, Due Process, Internationalisierung, Harmonisierung, Konvergenz, Bilanzrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle von privaten Standardsetzungsgremien bei der Entwicklung von Rechnungslegungsnormen und deren Einfluss auf die Corporate Governance auf internationaler und nationaler Ebene.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Harmonisierung der Rechnungslegung, die institutionelle Ausgestaltung von Standardsetzern wie DRSC, IASB und FASB sowie der Einfluss des Sarbanes-Oxley Act.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Beitrag privater Standardsetzer zur Fortentwicklung der Corporate Governance zu bewerten und die Grenzen ihrer Einflussmöglichkeiten im Zusammenspiel mit staatlichen Institutionen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Analyse und Evaluierung von Standardsetzungsprozessen ("Due Process") unter Einbeziehung relevanter Literatur und gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der nationalen Rechnungslegung (DRSC), die Untersuchung der internationalen Gremien (IASB/FASB), die Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act sowie die Konvergenzbestrebungen zwischen den verschiedenen Rechnungslegungssystemen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Rechnungslegung, Corporate Governance, DRSC, IASB, FASB, US-GAAP, IFRS und Harmonisierung.
Warum ist die Rolle des DRSC für Deutschland so wichtig?
Das DRSC fungiert als deutsche Interessenvertretung auf internationaler Ebene und unterstützt den Gesetzgeber bei der Anpassung des Handelsrechts an internationale Rechnungslegungsstandards.
Welchen Einfluss hat die SEC auf die internationale Standardsetzung?
Die SEC hat als Aufsichtsbehörde in den USA eine starke Durchsetzungsmacht, die durch das Delegieren der Standardsetzung an das FASB maßgeblich die weltweite Akzeptanz von US-GAAP bestimmt.
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- Anonym (Author), 2007, Rechnungslegung, Corporate Governance und private Expertengremien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90172