Im Rahmen dieser Hausarbeit soll auf einen Aspekt von sozialen Netzwerken eingegangen werden, der für Kinder und Jugendliche immer mehr an Bedeutung gewinnt, in der Forschung allerdings noch ein relativ neues Phänomen ist: die InfluencerInnen. Diese sind gerade in dem sozialen Netzwerk "Instagram" präsent, weshalb sich diese Arbeit auf dieses soziale Netzwerk im Speziellen beschränken wird. Diese Internetpersönlichkeiten lassen ihre Follower, augenscheinlich, an beinahe jedem Aspekt ihres Alltags teilnehmen. Interessant ist, ob und wieso gerade Kinder und Jugendliche so eingebunden sind in das Leben ihrer InfluencerInnen und worin deren sozialisierender Einfluss bestehen könnte.
Dazu muss zunächst einmal erklärt werden, wie Sozialisation theoriegeleitet definiert werden kann, um auf dieser Grundlage genauer auf die sozialisierende Funktion von Medien einzugehen. Außerdem muss theoretisch in die Sozialisation des Geschlechts eingeführt werden, da die sozialen Netzwerke auf diesen Aspekt einen entscheidenden Einfluss haben.
Im Anschluss wird dann untersucht, was Instagram als soziales Netzwerk auszeichnet, um im nächsten Schritt detaillierter auf die InfluencerInnen einzugehen. Dazu muss zuerst dargestellt werden, wer sich als InfluencerIn bezeichnen kann und worin ihre Internetpräsenz motiviert ist. Anschließend soll betrachtet werden, worin die sozialisierende Funktion von InfluencerInnen besteht, ob die Sozialisation bewusst geschieht und wieso der sozialisierende Einfluss so hoch ist.
Zuletzt ist schließlich von Interesse, was empirische Forschungsergebnisse über die unterschiedliche Beeinflussbarkeit von Jungen und Mädchen aussagen. Dabei wird sich zum einen auf das Körperbild der Jungen und Mädchen und auf die Wahrnehmung des Geschlechts fokussiert, da Instagram sich als Netzwerk, indem hauptsächlich Fotos und Videos hochgeladen werden, durch seine visuelle Darstellung von unterschiedlichen Körpern und Geschlechtsentwürfen auszeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialisation
2.1 Begriffserklärung „Sozialisation“
2.2 Sozialisation durch soziale Medien
2.3 Sozialisation des Geschlechts
3. Instagram als soziales Netzwerk
4. InfluencerInnen als Sozialisationsinstanz
4.1 Begriffserklärung „InfluencerInnen“
4.2 Sozialisierende Funktion von InfluencerInnen
5. Unterschiede in der Beeinflussung von Mädchen und Jungen
5.1 Beeinflussung des Körperideals
5.2 Beeinflussung des Geschlechterbildes
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den sozialisierenden Einfluss von InfluencerInnen auf Instagram im Kontext der Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, mit einem speziellen Fokus auf die Konstruktion von Körperbildern und Geschlechterrollen.
- Theoretische Fundierung der Sozialisation im digitalen Raum
- Die Rolle von Instagram als moderne Sozialisationsinstanz
- InfluencerInnen als digitale Vorbilder und deren Einflussfaktoren
- Empirische Analyse geschlechtsspezifischer Beeinflussung
- Reflexion über Chancen und Risiken der digitalen Selbstdarstellung
Auszug aus dem Buch
4.2 Sozialisierende Funktion von InfluencerInnen
Es soll nun untersucht werden, inwiefern die Charakteristika der InfluencerInnen für einen sozialisierenden Einfluss sorgen und worin dieser auf Grundlage der zuvor eingeführten Grundlagen der Sozialisationstheorie besteht. Anschließen soll betrachtet werden, wie weitreichend dieser Einfluss ist.
Sozialisation ist, wie bereits erläutert, ein allgegenwärtiges Wechselspiel zwischen der inneren und äußeren Realität. Dabei wird das Individuum von seiner Umwelt stetig mit Verhaltensweisen und Menschenbildern konfrontiert, die von der Gesellschaft als “angemessen“ (Hurrelmann 2012, S.53) bewertet werden. Bezieht man diese soziologischen Erkenntnisse nun auf die konkrete Personengruppe der „InfluencerInnen“, stellen diese einen Einfluss dar, mit denen die Kinder und Jugendlichen in ihrer medialen Umwelt in Kontakt treten. Dieser Einfluss manifestiert sich dabei auf unterschiedlichen Ebenen und geschieht mal bewusst, mal unbewusst.
Grundsätzlich wären die InfluencerInnen den „tertiären Sozialisationsinstanzen“(ebd., S.161) zuzuordnen. Nach Hurrelmanns Definition handle es sich daher um „soziale […] Systeme“(ebd.), deren Wirkungsabsicht sich nicht direkt auf die „Persönlichkeitsentwicklung“(ebd.) bezieht. Dass es sich um ein soziales System handelt, ist unbestreitbar. Der Begriff „Soziales Netzwerk“ ist bezeichnend für die Sozialisationsprozesse, die unter anderem auch bei Instagram stattfinden. Es sind Menschen miteinander verknüpft, die sich gegenseitig beeinflussen. Dabei richtet sich die Intention, die hinter dieser Beeinflussung steht, sofern sie mit einer direkten Absicht erfolgt, eher auf kommerzielle Zwecke, als auf die Persönlichkeitsentwicklung. Schwerpunkt von Debatten ist daher oftmals die Kommerzialisierung von Instagram. Ein Großteil der InfluencerInnen bewirbt, sobald sie eine gewisse Reichweite erreicht haben, bestimmte Produkte und dies geschieht möglichst unauffällig durch die Einbindung in den inszenierten Alltag. Trotzdem hat auch die Werbung von InfluencerInnen etwas Sozialisierendes. Sie findet in den meisten Fällen indirekt statt, denn sie bewirbt nicht nur ein Produkt, sondern gleichzeitig einen bestimmten Lebensstil. (vgl. Fridell/ Mandelin 2018, S.2)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Medien als Sozialisationsinstanzen und die Problemstellung hinsichtlich des Einflusses von InfluencerInnen auf Instagram.
2. Sozialisation: Theoretische Herleitung des Sozialisationsbegriffs nach Hurrelmann und dessen Übertragung auf soziale Medien und die Geschlechtsidentität.
3. Instagram als soziales Netzwerk: Untersuchung der spezifischen Funktionen und Merkmale von Instagram als Raum für Selbstdarstellung und Kontaktpflege.
4. InfluencerInnen als Sozialisationsinstanz: Analyse der begrifflichen Definition von InfluencerInnen und deren Funktion als unbewusste oder bewusste Vorbilder.
5. Unterschiede in der Beeinflussung von Mädchen und Jungen: Empirische Betrachtung geschlechtsspezifischer Muster bei der Wahrnehmung von Körperidealen und Geschlechterrollen.
6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der sozialen Risiken und Chancen durch InfluencerInnen im Hinblick auf die Identitätsbildung von Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Instagram, InfluencerInnen, Mediensozialisation, Identitätsentwicklung, Geschlechterrollen, Körperbild, Selbstinszenierung, Peer-Group, Authentizität, digitale Medien, Jugendphase, Soziale Netzwerke, Vorbildfunktion, geschlechtliche Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der sozialisierenden Wirkung von Instagram und insbesondere von InfluencerInnen auf Kinder und Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Sozialisationstheorien, die Rolle sozialer Netzwerke, geschlechtsspezifische Selbstdarstellung und der Einfluss von InfluencerInnen auf das Selbstbild.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie InfluencerInnen auf Instagram die Persönlichkeitsentwicklung und die Wahrnehmung von Körper und Geschlecht bei Jugendlichen beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die soziologische Erkenntnisse der Sozialisationsforschung mit empirischen Daten aus Studien (z.B. JAMES-Studie) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Sozialisation erarbeitet, gefolgt von einer Analyse von Instagram und der sozialisierenden Rolle der InfluencerInnen sowie der geschlechtsspezifischen Wirkung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozialisation, InfluencerInnen, Identitätsentwicklung, Körperideale, Instagram und Geschlechterrollen.
Warum spielt die Peer-Group bei der Instagram-Nutzung eine so große Rolle?
Jugendliche suchen in dieser Entwicklungsphase verstärkt nach Bestätigung außerhalb des Elternhauses; soziale Netzwerke dienen als virtueller Raum, um Peer-Group-Normen zu diskutieren und zu applizieren.
Was ist das „asymmetrische“ Verhältnis zwischen InfluencerInnen und Followern?
Es ist eine einseitige Beziehung, in der Follower am Alltag der Internetpersönlichkeit teilhaben, während die Interaktion des Influencers auf die breite Masse und nicht auf den einzelnen Follower gerichtet ist.
Wie beeinflussen InfluencerInnen konkret das Körperbild?
Durch die Inszenierung idealisierter, oft bearbeiteter Körperbilder setzen sie Maßstäbe, die bei Jugendlichen zu negativer Selbstwahrnehmung und dem Streben nach unerreichbaren Körperidealen führen können.
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- Kim Eileen Beckmannn (Author), 2019, Influencer auf Instagram und ihr sozialisierender Einfluss auf junge Heranwachsende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901885