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Gedächtniskonzeptionen in Uwe Johnsons "Jahrestagen". Die transgenerationale Weitergabe von Traumata

Title: Gedächtniskonzeptionen in Uwe Johnsons "Jahrestagen". Die transgenerationale
Weitergabe von Traumata

Bachelor Thesis , 2019 , 49 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kim Eileen Beckmannn (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach der narratologischen Inszenierung von Erinnerungen in Uwe Johnsons "Jahrestagen". Dabei wird im Spezifischen untersucht, ob eine transgenerationale Weitergabe des Gedächtnisses in Johnsons Werk zu beobachten ist und, wie dies stilistisch dargestellt wird. Zentraler Gegenstand für diese Analyse soll exemplarisch die Hausnachbildung in dem Neujahr-Kapitel sein.

Die Einführung der theoretischen Diskurse muss der Arbeit vorangestellt werden, um eine wissenschaftliche Grundlage für die darauffolgende Analyse zu schaffen. Durch die zentrale Thematik des Erinnerns, wird zunächst auf das Ehepaar Assmann, sowie Maurice Halbwachs und deren Auseinandersetzung mit Gedächtniskonzeptionen verwiesen. Im Anschluss ist die Erläuterung des Phänomens der transgenerationalen Weitergabe von Traumata zwangsläufig notwendig, um darauf aufbauend die Forschungsfrage beantworten zu können. Des Weiteren sind die "Jahrestage" als eine Form der Vergangenheitsbewältigung anzusehen, weshalb sie in diesen Diskurs ebenso eingeführt werden soll. Im Anschluss folgt die konkrete Analyse, die sich zunächst auf die narratologische Inszenierung von Erinnerungen im gesamten Werk beziehen soll, da die erzähltheoretische Analyse gewinnbringend für Erkenntnisse bezüglich der Gedächtniskonzeption in den Jahrestagen ist. Auf dieses Kapitel folgt die Darstellung der Kommunikationssituation des Werkes, die die Erzählung maßgeblich prägt, weshalb sie einer genaueren Betrachtung bedarf.

Daran anschließend wird die Hausnachbildung differenziert analysiert, wobei mehrere Interpretationsansätze vereint werden, um einen möglichst umfassenden Eindruck darüber zu erlangen, welche Relevanz explizit die Hausnachbildung, aber auch das Elternhaus als literarisches Motiv, im Gesamtwerk besitzt. Gleichzeitig wird untersucht, inwiefern die Hausnachbildung die zentralen Themen des Romans in sich vereint. Schlussendlich wird die genauere Untersuchung der Erkenntnisse hinsichtlich einer möglichen transgenerationalen Weitergabe von Erinnerungen folgen. Diesbezüglich liegt der Fokus vor allem auf Johnsons Art und Weise diese mit Hilfe narratologischer Mittel zu inszenieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Diskurse in den „Jahrestagen“

2.1. Zusammenhang von individuellem und kollektivem Gedächtnis

2.2. Das Konzept der transgenerationalen Übertragung

2.3. Vergangenheitsbewältigung in der Nachkriegszeit

3. Narrative Inszenierung von Erinnerungen

3.1. Zeit

3.2. Raum

3.3. Modus und Stimme

4. Analyse der Kommunikationssituation

4.1. Kommunikationsverhältnis zwischen Marie und Gesine

4.2. Maries Rolle in der Erzählung

5. „Das Haus“ als literarisches Motiv

5.1. Analyse der narratologischen Funktion

5.1.1. Die Hausnachbildung als „Geschenk“

5.1.2. Die Hausnachbildung als „Gedenkort“

5.1.3. Die Hausnachbildung als „Ergebnissicherung“

5.2. Funktion der Hausnachbildung für die Figuren

5.2.1. Maries Intention

5.2.2. Gesines Interpretation

5.3. Von der Hausnachbildung zum „Puppenhaus“

6. Untersuchung auf eine transgenerationale Weitergabe des Familiengedächtnisses

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die narratologische Inszenierung von Gedächtniskonzeptionen in Uwe Johnsons „Jahrestagen“ mit dem Ziel, eine generationsübergreifende Tradierung von Erinnerungen und Traumata nachzuweisen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob und wie diese transgenerationale Weitergabe stilistisch und inhaltlich im Roman dargestellt wird.

  • Narratologische Untersuchung von Gedächtniskonzeptionen
  • Analyse der transgenerationalen Übertragung von Traumata
  • Kommunikationsdynamik zwischen den Generationen (Gesine und Marie)
  • Symbolik des literarischen Motivs „Das Haus“ (Hausnachbildung/Puppenhaus)
  • Rolle des Erinnerns und der Vergangenheitsbewältigung

Auszug aus dem Buch

3.1 Zeit

Auf der erzähltheoretischen Ebene ist der Aspekt der „Zeit“ in den „Jahrestagen“ besonders interessant. Auf der rein formalen Betrachtungsebene liegen zwei zeitlich unterschiedliche Erzählsituationen vor. Die Gegenwart, in der sich Gesine und Marie 1967 bis 1968 befinden, wird der Vergangenheit, von der die Figur Gesine ihrer Tochter berichtet, gegenübergestellt. Die Art der Zusammensetzung aus Gegenwarts und Vergangenheitserzählungen ist offenkundig relevant für die Untersuchung der narratologischen Darstellung von Erinnerungen. Da es sich bei Erinnerungen um einen Aspekt handelt, der durch zeitliche Faktoren determiniert wird, ist die Analyse dieses erzähltheoretischen Mittels relevant.

In der Analyse der „Zeit“, ist zunächst einmal der Zusammenhang von „erzählte[r] Zeit vs. Erzählzeit“ relevant. Bei letzterer handelt es sich nach Martinez und Scheffel um die Zeit, die der Erzähler braucht, um die Geschichte zu erzählen. In den „Jahrestagen“ umfasst sie das Jahr, in dem Gesine ihre Geschichte erzählt, beginnend am „21. August 1967“ bis zum „20.August, 1968“. Abgeschlossen wird das Werk durch die Kapitelüberschrift „Last and Final“, sodass die Erzählung mit einem zeitlichen Indikator endet, der impliziert, dass das Werk in sich abgeschlossen ist. Die „erzählte Zeit“ findet auf einer anderen Ebene statt und ist zu definieren als „Dauer der erzählten Geschichte“. In den Jahrestagen ist sie um einiges länger als die Erzählzeit. Nach Martinez und Scheffel bezeichnet man eine derartige Erzählung als „zeitdehnend“. In dem zuvor angeführten Jahr, in dem Gesine tatsächlich erzählt, werden ihre Vergangenheitserzählungen, beginnend mit ihrer frühesten Erinnerung im August 1931, andauernd bis in die Gegenwart im Jahr 1968 abgehandelt.

Abgesehen von der „Dauer“ der Erzählung ist für Martinez und Scheffel die „Ordnung“ einer Erzählung von Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Gedächtniskonzeptionen und die zentrale Forschungsfrage zur transgenerationalen Weitergabe von Erinnerungen.

2. Theoretische Diskurse in den „Jahrestagen“: Theoretische Grundlegung zu individuellem und kollektivem Gedächtnis sowie Phänomenen der transgenerationalen Übertragung.

3. Narrative Inszenierung von Erinnerungen: Analyse der erzähltheoretischen Mittel wie Zeit, Raum sowie Modus und Stimme in Bezug auf die Erinnerungsdarstellung.

4. Analyse der Kommunikationssituation: Untersuchung des Dialogs zwischen Gesine und Marie als notwendige Bedingung für die Tradierung des Familiengedächtnisses.

5. „Das Haus“ als literarisches Motiv: Detaillierte narratologische Analyse der Hausnachbildung und ihrer Funktionen als Geschenk, Gedenkort und Ergebnissicherung.

6. Untersuchung auf eine transgenerationale Weitergabe des Familiengedächtnisses: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das Romanwerk zur Verifizierung der transgenerationalen Weitergabe.

7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der transgenerationalen Tradierung in den „Jahrestagen“.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Jahrestage, Uwe Johnson, Transgenerationalität, Gedächtniskonzeptionen, Kollektives Gedächtnis, Erinnerungskultur, Trauma, Familiengedächtnis, Narratologie, Hausmotiv, Kommunikation, Vergangenheitsbewältigung, Identität, Generationenwechsel, Mnemotechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die narratologische Darstellung von Gedächtniskonzeptionen in Uwe Johnsons „Jahrestagen“ und analysiert, wie Erfahrungen durch einen Generationendialog tradiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören das individuelle und kollektive Gedächtnis, die transgenerationale Weitergabe von Traumata sowie die Analyse von erzähltechnischen Mitteln in Johnsons Werk.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit die „Jahrestage“ eine literarische Darstellung transgenerationaler Erinnerungstradierung bieten und welche Rolle dabei die Kommunikationssituation und symbolische Motive spielen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf erzähltheoretische Ansätze (nach Genette sowie Martinez/Scheffel) sowie kulturwissenschaftliche Diskurse zum Gedächtnis (u.a. Assmann, Halbwachs).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die erzähltheoretische Analyse des Werkes, die Untersuchung der Kommunikationssituation und eine detaillierte Deutung des Hausmotivs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transgenerationalität, Familiengedächtnis, Trauma, Erzählinstanzen und Mnemotechnik.

Welche Rolle spielt das Motiv des Hauses in der Argumentation?

Das Haus dient als zentrales Symbol und Gedächtnisort, anhand dessen Gesine und Marie ihre Beziehung zur Vergangenheit und ihre traumatischen Belastungen verhandeln und weiterentwickeln.

Warum ist der Dialog zwischen Gesine und Marie für die Arbeit entscheidend?

Er bildet den Rahmen der Erzählung und fungiert als "intendierte Tradierungsbewegung", ohne die eine Weitergabe des Familiengedächtnisses im Roman nicht möglich wäre.

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Details

Title
Gedächtniskonzeptionen in Uwe Johnsons "Jahrestagen". Die transgenerationale Weitergabe von Traumata
College
Bielefeld University
Grade
1,3
Author
Kim Eileen Beckmannn (Author)
Publication Year
2019
Pages
49
Catalog Number
V901902
ISBN (eBook)
9783346241856
ISBN (Book)
9783346241863
Language
German
Tags
gedächtniskonzeptionen johnsons jahrestagen traumata
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Eileen Beckmannn (Author), 2019, Gedächtniskonzeptionen in Uwe Johnsons "Jahrestagen". Die transgenerationale Weitergabe von Traumata, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901902
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