Was ist Bildungsgerechtigkeit und welche Gerechtigkeitskonzepte können einer diskriminierungsfreien Teilhabe an qualitativ hochwertiger Bildung aller Schüler entsprechen?


Hausarbeit, 2020

28 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition: Soziale Gerechtigkeit
2.1 Gerechtigkeitsprinzipien
2.2 Gerechtigkeitsregeln
2.3 Gerechtigkeitskonzeptionen

3. Bildungsgerechtigkeit
3.1 Bildung
3.2 Gleichheit
3.3 Chance
3.4 Chancengleichheit
3.5 Chancengerechtigkeit

4. Welche Gerechtigkeitskonzeptionen entsprechen einer Bildungsgerechtigkeit?
4.1 Liberales Gerechtigkeitsparadigma nach John Locke
4.2 Egalitärer Liberalismus nach John Rawls
4.3 Stojanovs Anerkennungsgerechtigkeit als Bildungsgerechtigkeit

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

„Mehr Bildungsgerechtigkeit - was heißt das eigentlich?“1. Genau dieser Frage wird sich, in vorliegender Arbeit, angenähert. „Alle reden von mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit, doch was damit eigentlich genau gemeint ist, bleibt unklar.“2

Sowohl Wissenschaftler als auch die Gesellschaft haben unterschiedliche Vorstellun-gen davon, was Bildungsgerechtigkeit ist und was alles zu diesem komplexen Thema dazugehört. Da das Thema allgegenwärtig diskutiert wird lohnt sich eine nähere Be-schäftigung damit.

Das Ziel dieser Arbeit kann lediglich eine Annährung an das Thema darstellen, da die eine Definition ohnehin nicht möglich erscheint. Diese Tatsache muss aber kein Hin-dernis sein, sondern birgt ebenso Chancen.

Zunächst wird versucht eine Definition für den Begriff der sozialen Gerechtigkeit zu finden. Schon zu Beginn wird klar, wie komplex dieser Begriff ist, und von welchen Aspekten dieser abhängt. Diese Aspekte: Gerechtigkeitsprinzipien, -regeln, und -kon-zeptionen werden näher betrachtet.

Als nächster Schritt wird der Begriff der Bildungsgerechtigkeit diskutiert und eine De­finition festgelegt. Diese Definiton ist nötig, um bereits vorhandene Gerechtigkeits-konzeptionen auf ihren Nutzen für die Bildungsgerechtigkeit zu untersuchen. Der Be­griff der Bildungsgerechtigkeit wird über die Begriffe: Bildung, Gleichheit, Chance, Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit erörtert.

In einem letzten Schritt werden Gerechtigkeitskonzeptionen dahingehend untersucht, inwiefern sie bildungsgerecht sind. Hierbei wurden drei Konzeptionen ausgewählt und näher diskutiert.

Im Fazit werden einige Gedanken weitergeführt, zusammengefasst und die Frage beantwortet, warum eine Beschäftigung mit dem komplexen Thema so wichtig ist.

2. Definition: Soziale Gerechtigkeit

Soziale Gerechtigkeit ist ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Zugleich scheint sich nahezu jeder einig darüber zu sein, dass soziale Gerechtigkeit ein wichtiges Ziel darstellt. Während die Meinungen darüber, was konkret gerecht oder ungerecht ist, weit auseinandergehen. „Es gibt zwar kaum politischen Streit für oder gegen soziale Gerechtigkeit als solche, aber wohl darüber, was unter sozialer Gerechtigkeit verstan-den werden soll. Schon die Wortbedeutung ist weitgehend unbestimmt.“3

Dies zeigt auf, wie schwierig es ist, für den Begriff eine Definition zu finden. Der kleinste Nenner könne nach heutigem Verständnis sein, dass sowohl Staat als auch Gesellschaft dafür Sorge zu tragen hätten, dass den Schwachen in irgendeiner Weise Schutz und Ausgleich zustehe. Wer nun allerdings als schwach gelte und wer für diesen Schutz und Ausgleich der Schwachen aufkäme, darüber gäbe es keinen Kon-sens.4 Denn natürlich spielen auch Interessen eins Individuums eine Rolle, bei der Beantwortung der Frage ob etwas gerecht oder ungerecht ist. „Fast könnte man sa-gen, dass letztlich jeder unter sozialer Gerechtigkeit das versteht, was seinen eigenen Interessen entspricht.“5 Denn wenn es um soziale Gerechtigkeit geht, geht es eben-falls um Interessengegensätze und gesellschaftliche Konflikte. Wenn über soziale Gerechtigkeit gestritten würde, so würde es auch immer um Macht und ökonomische Ressourcen gehen, so Ebert.6

Damit diese Interessensgegensätze nicht ins Uferlose münden, gibt es grundlegende Dinge, die bei der Diskussion über soziale Gerechtigkeit beachtet werden müssen. Darunter zählt die Unterscheidung zwischen Normen und Fakten.

Mit Fakten sind in diesem Fall Zahlen, Befunde etc. gemeint. Sie sind also mit Zahlen oder ähnlichem belegbar. Daraus ergeben sich Tatsachenurteile, welche die Fakten ohne Wertung beschreiben.7

Normen bewerten die Fakten nach ihrer sozialen Gerechtigkeit bzw. Ungerechtigkeit. Es gibt einen Unterschied zwischen Normen und Fakten, dies macht Ebert mit einem anschaulichen Beispiel klar (siehe S. 27). In diesem macht er deutlich, dass man al-lein aus einem Tatsachenurteil kein Werturteil bilden kann, denn in diesem Falle würde das Bindeglied fehlen, das wiederrum keine Tatsachenurteil, sondern ein Wert-urteil darstellt.8 Diese Argumentation zeigt auf, dass eine schlüssige Argumentation für/wider Gerechtigkeit sich jedoch auf Fakten/Tatsachen und Normen/Werteurteil be-rufen muss. Denn das Argument wäre verhältnismäßig schwach, ohne die Berufung auf Fakten. Jedoch kann ohne das Werturteil und dessen Begründung, warum etwas gerecht bzw. ungerecht ist, erst die Frage ob gewisse Fakten gerecht oder ungerecht sind, gestellt werden. Zu welchem Schluss verschiedene Parteien kommen, sei hier-bei dahingestellt. Ebenso soll erwähnt sein, dass Ebert immer wieder zwischen den Begrifflichkeiten wechselt, sodass Fakten zu Tatsachenurteilen werden und Normen meist mit Werteurteil gleichgesetzt werden, dies macht die Ausführung an manchen Stellen etwas undurchsichtig. Dies kann jedoch von dem Beispiel abgefangen wer-den.

Soziale Gerechtigkeit verfolgt verschiedene (Unter-)Ziele, welche auch im Wider-spruch zueinanderstehen können. Diese Konflikte können entstehen, weil viele Per-sonen/Personengruppen und Institutionen von der Gerechtigkeitsfrage betroffen sind. Ebert führt hier das Beispiel der Hochschulgebühren an und macht klar, dass sich viele Fragen stellen. Hier wird dargestellt, dass es immer um eine Umverteilung ge-wisser Ressourcen geht, die wiederrum von vielen Dingen abhängt. Es muss überlegt werden: Was soll verteilt werden? Wem steht etwas zu? Welchen Kriterien folgt diese Verteilung? Und an wen richtet sich die Forderung nach gerechter Verteilung?9 Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass bei solch komplexen Fragen, von denen viele Individuen abhängen und betroffen sind, Konflikte entstehen können. Denn wie be-reits erwähnt verfolgt jeder zu einem gewissen Grad seine eigenen Interessen und es ist nicht davon auszugehen, dass diese einem Konsens entsprechen. Deshalb können die Ziele der sozialen Gerechtigkeit auch im Widerspruch zueinanderstehen.

Die Gerechtigkeitsziele sind mehrdimensional und unterliegen einer komplexen Rea-lität. Diese ergibt sich aus den vielen verschiedenen Aspekten, die oben bereits ge-schildert wurden. Weshalb es sinnvoll ist Gerechtigkeitsurteile nur unter der Berück-sichtigung aller Teilbereiche/Teilgruppen der Gesellschaft zu treffen.10

2.1 Gerechtigkeitsprinzipien

Es gibt sogenannte Gerechtigkeitsprinzipien, die einem Gerechtigkeitsurteil zu folgen haben. Erstens die Unparteilichkeit, zweitens die Gegenseitigkeit, drittens „Jedem das Seine“ und viertens die Gleichbehandlung. Nur drei dieser Gerechtigkeitsprinzi-pien sind in Bezug auf die soziale Gerechtigkeit nach Ebert relevant.11 Das Prinzip der Unparteilichkeit stellt eine Art Oberbegriff dar, und wird versinnbildlicht durch die verbundenen Augen der Göttin Justitia. Es besagt das Urteile nicht willkürlich getrof-fen werden dürfen und sich nach gewissen Maßstäben richten müssen.12 Diese sollen nun weiter ausgeführt werden.

- Gegenseitigkeit:

Das Gegenseitigkeitsprinzip besteht in der Annahme, dass man dem jeweils anderen gleiche Rechte zubilligt und im Umkehrschluss nur solche Lasten zumutet, die man sich selbst zumuten würde. Dieser Grundsatz erscheint in zahlreichen Varianten, die in aller Kürze erwähnt werden sollen.

1. Gegenseitigkeit als Vergeltung:

Diese Variante geht davon aus, das Gleiches mit Gleichen belohnt bzw. vergolten wird. Das bedeutet Gutes wird mit Guten beantwortet und Böses mit Bösem. Es ist eine der ältesten Gerechtigkeitsvorstellungen und insbesondere von Bedeutung für die Rechtsprechung.13

2. Gegenseitigkeit im Sinne der >>Goldenen Regel<<:

Diese unterscheidet sich von der Variante der Vergeltung darin, dass sie vorraus-schauend den Akteur darauf hinweist, wohlwollend zu agieren. Sie versucht also be-reits davor einzugreifen und Handlungen entsprechend positiv zu beeinflussen, wo-hingegen die Vergeltung erst im Nachhinein interveniert.14

3. Gegenseitigkeit als Tausch:

Beim Tausch wird wie folgt verfahren: „…Ohne Leistung keine Gegenleistung und ohne Gegenleistung keine Leistung.“15 Das bedeutet es geht hier um bereits er-brachte Leistungen, die belohnt werden sollen, was wiederum bedeutet, dass auch Gegenleistungen für eine erbrachte Leistung eingefordert werden können.16

4. Gegenseitigkeit als Konvention:

Diese Ausprägung beruht auf der Annahme, dass die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens auf Konventionen beruhen und die Einhaltung dieser Konventio-nen im wechselseitigen Eigeninteresse respektiert werden.17

5. Gegenseitigkeit im Sinne von Rechten und Pflichten in einem Herrschafts-verh ä ltnis:

Ein Beispiel für die Variante wäre die Ständegesellschaft des Mittelalters. Soziale Ge-rechtigkeit ist hier ein System zwischen gegenseitigen Rechten und Pflichten in einer hierarchisch gestuften Gesellschaft. Ebert spricht hier von einem ausgewogenen Sys­tem, was sicherlich in Frage gestellt werden könnte. Die Diskussion ob die Stände-gesellschaft ein ausgewogenes System darstellte, würde an dieser Stelle den Rah-men dieser Arbeit sprengen und müsste an anderer Stelle geführt werden.18

6. Gegenseitigkeit als Solidarität

Diese Ausprägung der Gegenseitigkeit wurde von der Arbeiterbewegung geprägt. Man könnte sie als Mittelposition zwischen Altruismus (>>Goldene Regel<<) und Tausch auffassen. Man verhält sich also so, wie man es sich von dem Gegenüber wünscht und Gegenseitigkeit bedeutet auch hier ein Verhältnis von Leistung und Ge-genleistung. Jedoch unterscheidet sich diese Variante trotzdem vom Tausch, denn es sind Vorleistungen möglich, die nicht eine garantierte Gegenleistung erwarten und das gegenseitige Vertrauen spielt ebenfalls eine übergeordnete Rolle.19

- Gerechtigkeit nach dem Grundsatz >>Jedem das Seine<<

Dieses Prinzip nimmt schon seit der Antike einen zentralen Platz in der Philosophie-geschichte ein. Es ist aus der Literatur vor allem von Platon überliefert. Im Grundsatz >>Jedem das Seine<< soll jedes Individuum das erhalten bzw. leisten was seinem Wesen und Begabung entspricht. Hieraus könnte man bezüglich der Schulbildung eines Kindes ableiten, dass jedes dieser Kinder seine Begabung entsprechende Schulausbildung erfahren kann. So ergeben sich also aus dem Wesen einer Person oder Personengruppe die Verpflichtungen und Ansprüche, die laut der Gerechtigkeit zu erfüllen sind. Ebert merkt an, dass dies ein überindividuelles Prinzip sei. Es sei keineswegs so, dass es um individuelles Belieben ginge, denn es würden allgemeine Regeln aufgestellt die für alle Individuen/Gruppen, das jeweils Seine zu bestimmen habe. An dieser Stelle führt Ebert dies nicht genauer aus, sodass unklar bleibt was genau er damit meint, und wie diese Aussage und das überindividuelle Prinzip auf einen Nenner gebracht werden könne.20

- Gerechtigkeit als Gleichbehandlung

Auch dieser Ansatz geht bereits auf die Antike zurück. Ein Anhänger war Aristoteles. Im Vergleich zu dem vorherigen Prinzip geht es hierbei um den vergleichsbezogenen Aspekt der Gerechtigkeit. Wobei es ein Trugschluss wäre zu denken, dass Gerech­tigkeit Gleichheit schlechthin meint. Diese Gleichheit bezieht sich immer auf einen Vergleichsmaßstab. Deutlich macht Ebert dies an dem Beispiel der Rente. Die Rente könnte somit nach den zwei aufgeführten Maßstäben als gerecht bezeichnet werden. Zum einen könnte die Rente sich an einem Mindestalter orientieren, nachdem jeder denselben Betrag erhält sobald er dieses erreicht hat. Oder aber sie könnte sich an den Beitragsleistung orientieren die eingezahlt wurden. Der Rentenbetrag würde bei entsprechend höher gezahlten Beitragsleistungen dann auch höher ausfallen. Nach dieser Logik wären beide Varianten gerecht, je nachdem auf welchen Vergleichsmaß-stab man sich bezieht. In Beispiel eins wäre es das Alter und in Beispiel zwei die Höhe der Beiträge.

2.2 Gerechtigkeitsregeln

Da die oben aufgeführten Gerechtigkeitsprinzip rein formale Prinzipien darstellen und mit verschiedenen inhaltlichen Ideen von Gerechtigkeit gefüllt werden können, wird es nun um die Gerechtigkeitsregeln gehen. Diese besitzen einen bestimmten Inhalt. Meist wurden diese von Ökonomen im Rahmen der Sozialpolitik oder Steuerpolitik entwickelt. Das Ziel dieser Regeln ist es, nachprüfbare und in der Praxis anwendbare Kriterien zu entwickeln. Die folgenden Regeln werden im Folgenden in Kürze darge-stellt:21

- Leistungsgerechtigkeit:

Diese Regel besagt, dass jedem etwas zusteht, aufgrund erbrachter Leistungen. Es bestehen Ähnlichkeiten zum Gleichbehandlungsprinzip, welches im Sinne der Leis­tungsgerechtigkeit konkretisiert wird. Doch selbst wenn diese Regel praxisrelevanter erscheint, ergeben sich gewisse Probleme.

Die Fragen: Was wird unter Leistung verstanden? Wie kann diese gemessen wer­den? Wie/wem rechnet man kollektiv erbrachte Leistungen zu? Welchem Bewer-tungsmaßstab folgt man bei der Bewertung? Diese Fragen können unterschiedlich beantwortet werden und die Antwort könnte eine reine Interpretation sein. Eine der beliebtesten Antworten, sei laut Ebert, die Leistung mit dem Ergebnis des Marktes gleichzusetzen. Das bedeutet Leistungsgerechtigkeit ist Marktgerechtigkeit unter der Bedingung, dass der Markt leistungsgerechte Entlohnung gewährleistet.22

- Tauschgerechtigkeit

Wie auch die Leistungsgerechtigkeit kann die Tauschgerechtigkeit als politische Ge-rechtigkeitsregel angewandt werden. Trotzdem unterscheiden sich die Regeln in zwei Aspekten. Erstens in ihrem Anwendungsbereich, denn während die Leistungsgerech­tigkeit Entlohnung für Bemühung etc. fordert, fordert die Tauschgerechtigkeit für Ge-tauschtes eine gleichwertige Entschädigung. Ein zweiter Unterschied liegt in der Rechtfertigung der Tauschgerechtigkeit. Die eine Position behauptet, ein Tausch der freiwillig beschlossen wurde, sei immer gerecht. Daher wird auch der Gedanke des Liberalismus, dass Tauschgerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit weitestgehend gleichzusetzen sind, abgeleitet. Gegen diese Annahme führt Ebert zwei Einwände auf. Erstens, dass ein Tausch nicht aufgrund seiner Freiwilligkeit, gleich als gerecht gelten könne, sondern das gewisse Gerechtigkeitskriterien erfüllt sein müssten. Ebert verweist auf die objektive Werttheorie und die subjektive Werttheorie (die an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden können), kommt aber zu dem Schluss, dass auch diese nicht die Lösung für die Frage des gerechten Tauschs sind. Die Frage des gerechten Tausches würde nicht von der Tauschgerechtigkeit beantwortet, sondern sie „…bestimmt nur, ob die Veränderung einer Güterverteilung durch Tausch gerecht oder ungerecht ist, mit ihr ist aber keine Aussage über die Gerechtigkeit oder Unge-rechtigkeit der ursprünglichen Güterverteilung, auf deren Basis dieser Tausch statt-gefunden hat, möglich.“23 Somit die Tauschgerechtigkeit eine unvollständige Gerech-tigkeitsregel, die keine Aussage darüber mache, ob ein Tauschgeschäft z.B. aus ei­ner ökonomischen Zwangslage getroffen werden musste.24

- Bedarfsgerechtigkeit und Bed ü rfnisgerechtigkeit

Die Bedarfsgerechtigkeit sieht vor, dass jedem Individuum eine Deckung eines (Min-dest-)Bedarfs zusteht. Dieser Mindestbedarf ist nicht an gewisse Voraussetzungen geknüpft, wie z.B. Leistung/Verdienst etc. Die Bedürfnisgerechtigkeit orientiert sich an individuellen Faktoren, wie z.B. Lebenssituation. Ein Beispiel hierfür wäre, dass man Kinder mit einem gewissen Talent fördert und dabei über die finanzielle Grund-sicherung hinausgeht. Daraus wiederrum ergibt sich ein prinzipielles Problem, wel­ches die Bedürfnisgerechtigkeit innehat: Ob und welche Kriterien darüber entschei-den welche Bedürfnisse erfüllt werden und in welchem Ausmaß.25 Es gibt sicherlich einen Konsens darüber, dass Nahrung, Wohnung etc. ein von der Allgemeinheit an-erkanntes Grundbedürfnis ist (Bedarf), jedoch ob einem begabten Kind aus einer ar-men Familie Förderung z.B. musikalischer oder sportlicher Art zusteht (Bedürfnis), nicht.

[...]


1 Werner Klein, Mehr Bildungs-gerechtig-keit – was heißt das eigentlich? 2018 (online abrufbar unter https://deutsches-schulportal.de, Lesedatum: 23. März 2020).

2 Ebd.

3 Thomas Ebert, Soziale Gerechtigkeit. Ideen - Geschichte - Kontroversen. Bonn 2015 (online abrufbar unter https://www.aktionsrat-bildung.de, Lesedatum: 6. April 2020) S.15 .

4 Vgl. Ebd.

5 Ebd. S. 16

6 Vgl. Ebd. S.17

7 Vgl. Ebd.

8 Vgl. Ebd. S. 27

9 Vgl. Ebd. S. 35

10 Vgl. Ebd. S. 67

11 Vgl. Ebd. S. 68

12 Vgl. Ebd. S. 39

13 Vgl. Ebd. S. 40

14 Vgl. Ebd. Ebd. S. 41

15 Vgl. Ebd. Vgl.

16 Ebd. S. 41f.

17 Vgl. Ebd. S. 42f.

18 Vgl. Ebd. S. 42f.

19 Vgl. Ebd. S. 43f.

20 Vgl. Ebd. S. 47

21 Vgl. Ebd. S. 47f.

22 Ebd. S. 51

23 Vgl. Ebd. S.50f.

24 Vgl. Ebd. S. 51

25 Vgl. Ebd. S. 51

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Was ist Bildungsgerechtigkeit und welche Gerechtigkeitskonzepte können einer diskriminierungsfreien Teilhabe an qualitativ hochwertiger Bildung aller Schüler entsprechen?
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Autor
Jahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V901944
ISBN (eBook)
9783346198525
ISBN (Buch)
9783346198532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gerechtigkeitstheorien, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit
Arbeit zitieren
Carmen Büchler (Autor), 2020, Was ist Bildungsgerechtigkeit und welche Gerechtigkeitskonzepte können einer diskriminierungsfreien Teilhabe an qualitativ hochwertiger Bildung aller Schüler entsprechen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901944

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