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Konfliktpotentiale in der Flüchtlingshilfe

Auf dem Weg zu einer professionellen Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit mit Flüchtlingen nach Silvia Staub-Bernasconi

Title: Konfliktpotentiale in der Flüchtlingshilfe

Seminar Paper , 2008 , 47 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Judith Nettelroth (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Seit meinem Praxissemester im Bereich der Flüchtlingshilfe ist es ein Bereich, der mich sehr interessiert. Vor meinem Praktikum wusste ich nicht viel über Flüchtlinge und hatte auch im Studium noch nie über die Soziale Arbeit mit ihnen gehört. Da ich natürlich in den sechs Monaten meines Praktikum auf vielerlei Konfliktpotentiale gestoßen bin, war es mir wichtig diese im Rahmen dieser Hausarbeit näher zu untersuchen. Ich glaube dass dies ein Teilgebiet der Sozialen Arbeit ist, das besonderen Spannungen und Herausforderungen ausgesetzt ist. Warum dies so ist, welche Herausforderungen bzw. Konfliktpotentiale es gibt, wie diese entstehen und wie die Soziale Arbeit darauf reagieren kann, möchte ich in dieser Arbeit versuchen zu klären.
Meine anfängliche These, dass vor allem kulturelle Differenzen die Konfliktpotentiale in diesem Arbeitsfeld bieten widerlegte sich nach und nach, je mehr ich mich in dieses Themengebiet einlas und reflexiv über meine Erfahrungen im Praxissemester nachdache. Ich erkannte, dass vor allem die rechtlichen und politischen Bedingungen, die in Deutschland für Flüchtlinge herrschen, die Interaktion zwischen SozialarbeiterInnen und Flüchtlingen ungemein prägen. Einen mindestens ebenso großen Einfluss haben sozialarbeiterische Strukturmerkmale, allen voran die Funktion der Sozialen Arbeit als vermittelnde Instanz, zwischen Individuum und Gesellschaft. Silvia Staub-Bernasconi hat mit ihrer Theorie der Sozialen Arbeit, das Gewicht dieser Funktion sowohl für die Theorie, als auch für die Praxis aufgezeigt. Sie geht davon aus, dass Soziale Arbeit genau dort einsetzt, so die Interaktion zwischen dem Individuum und der Gesellschaft problembehaftet ist. Damit bieten ihre theoretischen Abhandlungen meiner Meinung nach gute Erklärungsansätze, für die vorhandenen Spannungsfelder in der Flüchtlingshilfe und welche Schlüsse man daraus für eine effektive sozialarbeiterische Praxis ziehen kann. Daher habe ich mich für den Einbezug ihrer Theorie entschieden.
Der erste Teil dieser Arbeit wird theoretische Vorannahmen behandeln, sozusagen das theoretische Konstrukt bilden. Hier werde ich Begriffe wie Flüchtling, Asylsuchender etc. voneinander abgrenzen und erklären. Folgend werde ich eine kurze Einführung in das Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit mit Flüchtlingen geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TEIL 1

1. Begrifflichkeiten

1.1 Asyl

1.1 Personenkreis Flüchtlinge

2. Soziale Arbeit mit Flüchtlingen

3. Theorie der Sozialen Arbeit nach Silvia Staub-Bernasconi

3.1 Das theoretische Fundament

3.1.1 Historischer Hintergrund/ Wurzeln

3.1.2 Drei Paradigmen Sozialer Arbeit

3.1.3 Metatheoretische Ebene

3.2.4 Objekttheoretische Ebene

3.1.5 Ethische Ebene

3.1.6 Fazit

3.2 Das Grundgerüst

3.2.1 Funktion Sozialer Arbeit

3.2.2 Allgemeine Handlungstheorie (handlungstheoretische Ebene)

3.2.3 Spezielle Handlungstheorien (handlungstheoretische Ebene)

TEIL 2

1. Lebenssituation von Flüchtlingen in Deutschland

1.1 „Lebensgefühl Flüchtling“

1.2 Rechtliche Situation der Flüchtlinge in Deutschland

1.2.1 Nationale und Internationale Regelungen

1.2.2 Lebensbereiche

1.2.3 Folgen für die Lebenssituation und Soziale Arbeit

1.2.4 Staatlich geförderte Lügen

1.2.5 Exkurs: Illegalität

1.3 Politische/ Gesellschaftliche Situation

1.4 Fazit

2. Strukturmerkmale Sozialer Arbeit

2.1 Drei potentielle Spannungsfelder

2.2 Das Doppelte Mandat/ Trippelmandat

3. Schlussfolgerungen

TEIL 3

1. Voraussetzungen für eine professionelle Praxis

1.1 Flächendeckende Flüchtlingssozialarbeit

1.2 Professionelle Maßstäbe

1.3 Wissenschaftliche Herangehensweise

1.4 Mehrdimensionale Intervention

1.4.1 Lebenssituation

1.4.2 Strukturmerkmale Sozialer Arbeit

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die spezifischen Konfliktpotentiale und Spannungsfelder in der Flüchtlingshilfe und setzt diese in Bezug zur systemtheoretischen Perspektive von Silvia Staub-Bernasconi, um daraus Handlungsansätze für eine effektive, professionelle Praxis der Sozialen Arbeit zu entwickeln.

  • Analyse der Konfliktpotentiale in der Flüchtlingssozialarbeit
  • Anwendung der Theorie der Sozialen Arbeit nach Silvia Staub-Bernasconi
  • Einfluss rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen auf die Praxis
  • Strukturmerkmale der Sozialen Arbeit (Doppeltes/Trippelmandat)
  • Entwicklung von Handlungsansätzen für eine professionelle Flüchtlingshilfe

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Drei Paradigmen Sozialer Arbeit

Staub-Bernasconi erwähnt, dass viele neue Theorien, die eigentlich nur einen alten Inhalt in eine neue Hülle verpacken, den Anspruch erheben einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Ihrer Meinung nach gibt es in der Sozialen Arbeit jedoch lediglich drei Paradigmen, die hier voneinander abzugrenzen sind:

- Atomismus/ subjektzentriertes Paradigma – Dieses hat eine Mikroperspektivische Sicht auf Individuen und die Gesellschaft. Sofern aus dieser Perspektive Ganzheiten überhaupt wahrgenommen werden, bestehen diese aus isolierten Einzelteilen. D.h., dass die Gesellschaft (als Ganzheit) kaum wahrgenommen wird, sondern die individuelle Entfaltung und Freiheit von Individuen im Mittelpunkt steht und den höchsten Wert darstellt.

- Holismus/ soziozentriertes Paradigma – Dieses Paradigma hat genau im Gegensatz zum eben beschriebenen eine Makroperspektivische Sicht der Gesellschaft. Hier werden nicht die Einzelteile (also Individuen), sondern in erster Linie die Ganzheit (die Gesellschaft) wahrgenommen. Somit wird das Funktionieren der Gesellschaft höher bewertet, als das Wohlergehen der in ihr lebenden Individuen, die völlig aus dem Blick geraten.

- Systemismus/ systemisches Paradigma – Von beiden Paradigmen wendet Staub-Bernasconi sich ab, indem sie diese als einseitig darstellt. Die systemische Sicht auf diese Gesellschaft und die in ihr lebenden Individuen ist, dass alles aus Systemen besteht, die wiederum aus Individuen und deren Interaktion bestehen, sowie das alles was existiert, ein System bzw. eine Systemkomponente ist. Aus systemischer Perspektive sind Gesellschaften, bzw. andere soziale Systeme mit ihren Strukturen dazu da, den Individuen einen positiv begrenzenden Rahmen und damit die Möglichkeit für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu geben. Gleichzeitig soll dies aber auch für alle Individuen gelten. Das heißt, wo die subjektzentrierte Sicht vor allem die Rechte und die soziozentrierte Sicht eher die Pflichten von Individuen im Blick hat, tritt das systemische Paradigma für eine Ausgewogenheit zwischen dieser beiden ein.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse am Arbeitsfeld Flüchtlingshilfe und skizziert die methodische Ausrichtung der Arbeit unter Einbezug der Theorie von Staub-Bernasconi.

TEIL 1: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen dar, inklusive Begriffsdefinitionen und einer detaillierten Erläuterung der systemtheoretischen Ansätze von Silvia Staub-Bernasconi.

TEIL 2: Hier werden die spezifischen Spannungsfelder und Konfliktpotentiale in der Flüchtlingssozialarbeit analysiert, die sich aus rechtlichen, politischen Bedingungen und den Strukturmerkmalen der Sozialen Arbeit ergeben.

TEIL 3: Dieser Abschnitt formuliert auf Basis der vorherigen Analysen konkrete Handlungsansätze für eine professionelle und effektive Praxis der Sozialen Arbeit mit Flüchtlingen.

Fazit: Die Arbeit resümiert die theoretischen und praktischen Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit einer professionellen, wissenschaftlich fundierten Haltung, um dem Ohnmachtsgefühl in der Flüchtlingshilfe entgegenzuwirken.

Schlüsselwörter

Flüchtlingshilfe, Soziale Arbeit, Silvia Staub-Bernasconi, Systemtheorie, Konfliktpotentiale, Menschenrechte, Trippelmandat, Sozialpolitik, Lebenssituation, Integration, Profession, Handlungsansätze, Asyl, Bedürfnisbefriedigung, Sozialberatung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum die Flüchtlingssozialarbeit mit besonderen Spannungen verbunden ist und wie Fachkräfte professionell darauf reagieren können.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Lebenssituation von Flüchtlingen, rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland, die Strukturmerkmale Sozialer Arbeit sowie die Theorie nach Silvia Staub-Bernasconi.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die theoretischen Erkenntnisse von Staub-Bernasconi auf die Praxis der Flüchtlingshilfe zu übertragen, um Handlungsspielräume für eine effektive Arbeit trotz widriger Umstände aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Anwendung systemtheoretischer Paradigmen, um die komplexen Aufträge und Rollen der Sozialen Arbeit zu reflektieren.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Quellen von Konfliktpotentialen (politisch, rechtlich, strukturell) und leitet daraus Strategien für ein professionelles Handeln ab.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das Trippelmandat, Menschenrechtsprofession, behindernde Strukturen, Vermittlungsfunktion und Bedürfnisbefriedigung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen den verschiedenen Mandaten der Sozialen Arbeit?

Sie differenziert zwischen dem individuellen Mandat (Hilfe für Flüchtlinge), dem gesellschaftlichen Mandat (Funktionieren des Systems) und dem dritten Mandat (wissenschaftliche Basis und Menschenrechte).

Warum ist das "Trippelmandat" für die Flüchtlingshilfe so bedeutend?

Das Trippelmandat ermöglicht es SozialarbeiterInnen, unabhängig von den Erwartungen der Politik oder der Klienten zu handeln und sich als professionelle Vertreter von Menschenrechten zu positionieren.

Was ist laut der Autorin die wichtigste Voraussetzung für eine professionelle Praxis?

Eine entscheidende Voraussetzung ist die bewusste Identifikation der Konfliktpotentiale durch die Fachkräfte selbst, anstatt nur reaktiv den Umständen zu folgen.

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Details

Title
Konfliktpotentiale in der Flüchtlingshilfe
Subtitle
Auf dem Weg zu einer professionellen Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit mit Flüchtlingen nach Silvia Staub-Bernasconi
College
University of Applied Sciences Esslingen
Course
Theoriebildung und Multiperspektivität: Konflikte in der Sozialen Arbeit
Grade
1,3
Author
Judith Nettelroth (Author)
Publication Year
2008
Pages
47
Catalog Number
V90205
ISBN (eBook)
9783638044622
ISBN (Book)
9783638941129
Language
German
Tags
Konfliktpotentiale Flüchtlingshilfe Theoriebildung Multiperspektivität Konflikte Sozialen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Nettelroth (Author), 2008, Konfliktpotentiale in der Flüchtlingshilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90205
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