Diagnostik von ADHS


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

28 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Thema der Seminararbeit

2 Definition und Klassifikation der ADHS

3 Ursachen für ADHS

4 Diagnostik der ADHS
4.1 Screening
4.1.1 Conners-Skala
4.1.2 Strengths and Difficulties Questionnaire
4.1.3 Marburger Verhaltensliste
4.1.4 Child Behavior Checklist
4.2 Exploration
4.3 Verhaltensbeobachtung
4.4 Leistungsdiagnostik
4.4.1 Intelligenzdiagnostik
4.4.2 Aufmerksamkeitstests
4.5 Erfassung der Emotionalität
4.5.1 Familie in Tieren
4.5.2 Scenotest
4.6 Weiterführende Diagnostik

5 Therapie der ADHS

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: „Zappelphilipp“ und „Hans-guck-in-die-Luft“

Abbildung 2: Entscheidungsbaum für die Diagnose von ADHS

Abbildung 3: Typische Schilderung für die Verdachtsdiagnose ADHS

Abbildung 5: Fragen bei der Unterrichtsbeobachtung

Abbildung 6: Fragen bei der Leistungsdiagnostik

Abbildung 7: Fragen bei der emotionalen Diagnostik

Abbildung 8: Entscheidungsbaum zur Planung einer multimodalen Therapie

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht über die Leitlinien zur Diagnostik und Verlaufskontrolle

Tabelle 2: Skalen des HAWIK-III

1 Thema der Seminararbeit

ADHS ist keine neu erfundene Erkrankung. Der Frankfurter Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffmann kreierte 1845 schon die allseits bekannten Figuren des „Zappelphilipp“ und „Hans-guck-in-die-Luft“, die in dem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ noch heute bestimmte Aspekte dieser Störung vortrefflich darstellen (vgl. Lauth & Schlottke, 2002, 3).

Abbildung 1: „Zappelphilipp“ und „Hans-guck-in-die-Luft“ (aus Lauth & Schlottke, 2002, S. 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der internationalen Fachwelt geht man bei ADHS von einer Störung aus, die sich aus einem Bündel von Verhaltenssymptomen zusammensetzt, die in unterschiedlich starker Ausprägung auftreten können.

Das vielfältige Erscheinungsbild reicht vom Zappelphilipp über brav träumerische Kinder bis hin zum depressiv orientierungslosen Jugendlichen und umfasst unstete impulsive, aber auch depressive Erwachsene bis zum brillanten zerstreuten Professor. (Farnkopf, 2002, S. 14)

Einen Untertyp von ADHS stellt ADS[1] dar, „d.h. bei diesen Kindern findet sich das Merkmal der allgemeinen motorischen Unruhe / mangelnden Impulskontrolle nicht, aber das Merkmal Unaufmerksamkeit ist vorhanden“ (Bundesärztekammer, 2005a, S. 3).

Unaufmerksamkeit, erhöhte Ablenkbarkeit, motorische Unruhe, vorschnelles Handeln, Clownerie etc. sind Verhaltensweisen, die in der Schule sehr negativ auffallen. Die Anzahl der von ADHS betroffenen Kinder liegt in Deutschland momentan bei etwa 3-5 %, Tendenz steigend. Im Durchschnitt sind also 1-2 Kinder pro Klasse betroffen, wobei Jungen gegenüber Mädchen etwa zwei- bis viermal häufiger betroffen sind (Bundesärztekammer, 2005a, S. 4). Die Kinder bereiten mit ihrem Verhalten sich selbst, aber auch ihren Eltern und Erziehern/Lehrern erhebliche Schwierigkeiten.

Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über ADHS und seine Ursachen gegeben, um anschließend auf die Diagnostik der ADHS näher einzugehen. Um das Thema abzurunden, werden abschließend mögliche Therapieformen angesprochen.

2 Definition und Klassifikation der ADHS

ADHS existiert als psychiatrische Diagnose, wobei sich die Vergabe der Diagnose ausschließlich nach der Symptomatik und nicht wie früher nach den Entstehungsbedingungen oder Ursachen richtet. Daher spricht man auch von einem Syndrom.

Über die Symptome Unaufmerksamkeit, motorische Unruhe und Impulsivität wird eine Gruppe von Störungsbildern definiert, die in den gebräuchlichen Klassifikationssystemen ICD-10 [International Classification of Diseases] und DSM IV [Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders] als Hyperkinetische Störungen (HKS) bzw. Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) detailliert beschrieben und mit diagnostischen Kriterien versehen werden. (Bundesärztekammer, 2005b, S. 5)

Das Klassifikationsschema nach DSM-IV der American Psychiatric Association (APA) und das Klassifikationsschema nach ICD-10 der World Health Organization (WHO) versuchen also die Symptomatik möglichst genau zu beschreiben, um ein einheitliches Bild der Störung zu zeichnen; sie sind beschreibend, aber nicht erklärend.

Beide Klassifikationssysteme gehen von einer Grundsymptomatik bei ADHS aus, die sich unter den folgenden drei Kardinalsymptomen zusammenfassen lässt (vgl. hierzu auch Döpfner & Lehmkuhl, 2005, S. 609f.; Lauth & Schlottke, 2002, S. 4f.; Heubrock & Petermann, 2001, S. 43ff.):

- Unaufmerksamkeit: Die Kinder haben sowohl Schwierigkeiten irrelevante Reize auszublenden (selektive Aufmerksamkeit) als auch ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe aufrechtzuerhalten (Daueraufmerksamkeit).
- Hyperaktivität: Die Kinder sind motorisch unruhig. Sie besitzen einen ausgeprägten, oft unangemessenen Bewegungsdrang; sie sind also über die Maßen aktiv.
- Impulsivität: Die Kinder folgen ihrem Impuls. Sie handeln ohne nachzudenken und übersehen hierbei mögliche negative Folgen ihres Handelns. In der Regel betrifft die Impulsivität ihr gesamtes Verhalten.

Unter diesen Begriffen – Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität – werden Verhaltensweisen erfasst, die nahezu jedes Kind gelegentlich aufzeigt. Daher definiert sich ADHS zusätzlich über die Häufigkeit, Dauer und Ausprägung der Symptomatik. Eine Störung wird demnach nur als ADHS bezeichnet, wenn die Symptomatik

- vor dem siebten Lebensjahr aufgetreten ist,
- mindestens sechs Monate besteht,
- situationsübergreifend existiert,
- deutliches Leiden verursacht bzw. eine Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionen darstellt,
- eine andere psychische Störung (z.B. affektive Störung, Angststörung, Entwicklungsstörung) als Ursache für das Problemverhalten ausgeschlossen werden kann (vgl. hierzu Bundesärztekammer, 2005b, S. 6ff.).

3 Ursachen für ADHS

ADHS gilt, wie bereits erwähnt, als Syndrom und wird somit über seine Symptomatik definiert, d.h., eine ADHS lässt sich diagnostizieren, ohne die Ursache der Störung zu kennen. Dennoch soll der Vollständigkeit halber die möglichen Ursachen von ADHS kurz dargelegt werden.

Eine alleinige Ursache für ADHS scheint nicht zu existieren. Vielmehr gilt als sicher, „dass das Störungsbild nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist, sondern dass mehrere Komponenten an der Verursachung beteiligt sind“ (Bundesärztekammer, 2005b, S. 21).

Folgende Ursachen werden immer wieder kontrovers diskutiert:

- Neurologische Besonderheiten oder Schädigungen
- Genetische Disposition
- Neurotransmitterstörung
- Allergien
- Psychosoziale Faktoren

Für nähere Ausführungen sei an dieser Stelle auf Döpfner und Lehmkuhl (2005, S. 618f.), die Bundesärztekammer (2005b, S. 21ff.) sowie Lauth und Schlottke (2002, S. 34f.) verwiesen.

[...]


[1] Hierauf wird in der vorliegenden Arbeit jedoch nicht näher eingegangen.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Diagnostik von ADHS
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe  (Institut für Bildungsforschung)
Veranstaltung
Aufmerksamkeit und AD(H)S
Note
1.0
Autor
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V90231
ISBN (eBook)
9783638044752
Dateigröße
4119 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr gute Hausarbeit! Der Inhalt wird sehr gut abgedeckt und eingebettet. Sehr gute Gliederung und Struktur. Ebenfalls gute Formulierungen und klarer Ausdruck. Die Formalia sind super.
Schlagworte
Diagnostik, ADHS, Aufmerksamkeit, AD(H)S
Arbeit zitieren
Désirée Frietsch (Autor), 2007, Diagnostik von ADHS , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90231

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