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Die IGS als Politikum

Die IGS als Gegenstand der bildungspolitischen Auseinandersetzung zwischen SPD und CDU auf Bund- und Länderebene am Beispiel Niedersachsens

Title: Die IGS als Politikum

Seminar Paper , 2007 , 15 Pages

Autor:in: Dipl.Jurist Marco Sievers (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Seit mehr als 35 Jahren existieren Integrierte Gesamtschulen in der bundesdeutschen Schullandschaft und sind für eine Vielzahl von SuS, Eltern, Lehrern und anderen bildungspolitisch interessierten Bürgern nicht mehr wegzudenken. Dennoch war die Einrichtung und Entwicklung dieser Schulform ein steiniger, umkämpfter Weg, der von Auseinandersetzungen zwischen den großen Volksparteien CDU und SPD geprägt wurde. Ziel der vorliegenden Abhandlung ist es, diese Kontroversen nachzuzeichnen. Dafür wird zunächst die Entwicklung der Gesamtschulen in der BRD dargestellt, um dann anhand der Schulgesetzgebung in Niedersachsen die politischen Auseinandersetzungen auf der Landesebene zu betrachten. Die Gesamtschule hat ideengeschichtlich eine lange Tradition, die sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Obwohl die Vorstellung einer Einheitsschule im Zuge der Reformpädagogik im ersten Drittel des 20.Jahrhunderts schon große Wirksamkeit erlangte, setzte die eigentliche Einrichtung von Gesamtschulen erst ab Anfang der 1970ziger Jahre ein und wurde zu einem heiß diskutierten Politikum.
Angestoßen durch die bildungspolitischen Schriften von Georg Picht zur „Bildungskatastrophe“ und Ralf Dahrendorf zur „Bildung als Bürgerrecht“, kam Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine starke Kritik am dreigliedrigen Schulwesen der BRD auf und führte zu vielfältigen Reformdiskussionen. Der 1965 gegründete Deutsche Bildungsrat sprach sich daraufhin in seiner Empfehlung zur Einrichtung von Schulversuchen mit Gesamtschulen von 1969 dafür aus, probeweise Gesamtschulen einzuführen, die den überkommenen, konventionellen Schulformen als „neue, wesentlich systemfremde Erscheinung“ gegenüberstehen und diese letztendlich überwinden sollten. Dabei orientierte er sich an den US-amerikanischen High Schools, der neuen Comprehensive School in England und an der reformierten neunjährigen schwedischen Gesamtschule. Auf Basis dieser Empfehlung wurden bundesweit zunächst 40 Gesamtschulen als Versuchsschulen eingerichtet, sowohl in der Form der Integrierten Gesamtschule (IGS) als auch der Kooperativen Gesamtschule (KGS).
Der Bildungsrat verfolgte eine Reihe von Zielen. Zunächst sollte die Schulausbildung reformiert werden, um allen SuS bis zum Ende der Sekundarstufe I eine zeitgemäße, wissenschaftsorientierte Grundbildung zu vermitteln und um bessere Voraussetzungen für die Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte zu schaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Gesamtschulen als bundesweit bildungspolitische Kontroverse

3.) Stellung und Struktur der IGS in Niedersachsen

4.) Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Integrierte Gesamtschule (IGS) als bildungspolitisches Politikum und analysiert die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen SPD und CDU. Das Ziel ist es, die Entwicklung der Gesamtschulen in der Bundesrepublik Deutschland nachzuzeichnen und anhand der niedersächsischen Schulgesetzgebung aufzuzeigen, wie parteipolitische Interessen den Status und die Struktur dieser Schulform historisch und aktuell prägen.

  • Historische Entwicklung und Etablierung der Gesamtschulform in Deutschland
  • Die bildungspolitische Kontroverse zwischen CDU und SPD
  • Stellung und Struktur der IGS in der niedersächsischen Schulgesetzgebung
  • Einfluss von Regierungswechseln auf Schulreformen und Neugründungsverbote
  • Aktuelle bildungspolitische Debatten und soziale Auswirkungen des gegliederten Schulwesens

Auszug aus dem Buch

3.) Stellung und Struktur der IGS in Niedersachsen

In Niedersachsen wurden, ähnlich wie in anderen Bundesländern auch, zum Teil erbitterte politische Auseinandersetzungen um die Stellung und Struktur der IGS geführt. Die Ergebnisse dieser Kontroversen spiegeln sich in der Schulgesetzgebung wider.

Zum Schuljahresbeginn 1970/71 wurden aufgrund von örtlichen Initiativen die ersten Schritte zur Errichtung der Gesamtschulen eingeleitet und im Schuljahr 1971/72 nahmen die ersten Einrichtungen die Arbeit auf, wobei die Integrierten Gesamtschulen überwogen (7 IGS, 2 KGS). Die Anzahl der Gesamtschulen stieg dann in den 1970ziger Jahren rapide an, wobei die KGS anteilmäßig stark aufholte.39 Anfangs erfolgten die Gründungen noch ohne konkrete Rechtsgrundlage, die dann erst mit dem Gesetz zur Änderung schulrechtlicher Vorschriften von 14.6.1973 gelegt wurde, welches die Zulässigkeit von Schulversuchen regelte und die Gesamtschulen als Versuchsschulen erfasste.

In der Folgezeit veränderten sich der Status und die Bedingungen für die Gesamtschulen je nach bildungspolitischem Standpunkt der jeweilig regierenden Landesregierung. Das von der SPD Regierung unter Ministerpräsident Kubel erlassene niedersächsische Schulgesetz (NSchG) vom 30.5.1974 machte die Gesamtschulen zu regulären Schulen der Sekundarstufe I und II. Dieses Schulgesetz war in seiner Konzeption darauf gerichtet, gleichwertige Bildungschancen für alle SuS zu schaffen und eine Mitwirkung aller an der Schule beteiligten Gruppen zu sichern, wodurch der Gedanke der Demokratie im Bildungsbereich gestärkt und die SuS zu mündigen Staatsbürgern erzogen werden sollten. Zudem sah es vor, die Bildungschancen weniger begünstigter SuS zu verbessern und Bildungsbarrieren abzubauen, indem das Schulwesen insgesamt „durchlässiger“ gestaltet werden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Integrierten Gesamtschule als umkämpftes Politikum ein und formuliert das Ziel, die parteipolitischen Kontroversen zwischen CDU und SPD anhand der Entwicklungen in der BRD und speziell in Niedersachsen zu analysieren.

2.) Die Gesamtschulen als bundesweit bildungspolitische Kontroverse: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Gesamtschulbewegung, die Reformdiskussionen der späten 1960er Jahre und die ideologischen Fronten zwischen Befürwortern sozialer Integration und Kritikern, die eine Leistungsnivellierung fürchteten.

3.) Stellung und Struktur der IGS in Niedersachsen: Hier wird detailliert dargestellt, wie sich die niedersächsische Schulgesetzgebung durch wechselnde Regierungsverhältnisse von der Einführung als Versuchsschule über das "schulische Angebot" bis hin zum aktuellen Neugründungsverbot stetig gewandelt hat.

4.) Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die IGS trotz über 35-jähriger Geschichte ein kontroverses Thema bleibt und die politischen Fronten in Niedersachsen unverändert verhärtet sind, wobei der Druck durch die Elternnachfrage den politischen Diskurs weiterhin prägt.

Schlüsselwörter

Integrierte Gesamtschule, IGS, Bildungspolitik, Niedersachsen, Schulgesetz, CDU, SPD, Schulentwicklung, Chancengleichheit, Bildungsreform, Neugründungsverbot, Schulstruktur, Sekundarstufe, Bildungsbeteiligung, Schulversuch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Integrierte Gesamtschule als ein zentrales bildungspolitisches Konfliktfeld zwischen den Parteien SPD und CDU in Deutschland mit Fokus auf die Gesetzgebung in Niedersachsen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die historische Genese der Gesamtschulen, den bildungspolitischen Richtungsstreit, die strukturellen Veränderungen durch verschiedene Landesregierungen und die aktuelle Debatte um das Neugründungsverbot.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die politischen Auseinandersetzungen um die IGS nachzuzeichnen und zu verstehen, wie diese den Status und die Entwicklung der Schulform über Jahrzehnte hinweg beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche und historische Analyse von bildungspolitischen Dokumenten, Gesetzesentwürfen, Kommentaren zum Schulrecht sowie zeitgenössischen Debattenbeiträgen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine bundesweite Perspektive auf die bildungspolitische Kontroverse und eine tiefgehende Betrachtung der niedersächsischen Situation unter Berücksichtigung verschiedener Regierungsperioden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem bildungspolitische Kontroverse, IGS, Schulgesetzgebung, Chancengleichheit und die ideologische Auseinandersetzung zwischen den großen Volksparteien.

Wie wirkt sich das niedersächsische Schulgesetz auf die IGS aus?

Das Schulgesetz dient als direktes Instrument der Steuerung; es legte die IGS mal als reguläre Regelschule fest und stufte sie in anderen Phasen als "schulisches Angebot" herab oder belegte sie mit Neugründungsverboten.

Welchen Einfluss hatte der Regierungswechsel 1976 auf die IGS?

Mit der CDU-Regierung unter Ernst Albrecht begann eine Stagnationsphase, in der IGS-Neugründungen blockiert wurden und die Schulform rechtlich als "schulisches Angebot" herabgestuft wurde.

Was ist das Argument gegen das aktuelle Neugründungsverbot?

Kritiker argumentieren, dass das Verbot am konkreten Elternwillen und Bedarf vorbeigeht, da viele Familien Gesamtschulplätze wünschen, diese jedoch wegen begrenzter Kapazitäten nicht erhalten.

Wie positioniert sich die aktuelle Politik gegenüber neuen Gesamtschulen?

Während die konservative Seite die Stärkung des gegliederten Schulwesens betont, fordern SPD, Grüne und verschiedene Gewerkschaften die Aufhebung des Neugründungsverbots aufgrund der hohen Nachfrage von Eltern.

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Details

Title
Die IGS als Politikum
Subtitle
Die IGS als Gegenstand der bildungspolitischen Auseinandersetzung zwischen SPD und CDU auf Bund- und Länderebene am Beispiel Niedersachsens
College
University of Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Fachpraktikum an der IGS Roderbruch
Author
Dipl.Jurist Marco Sievers (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V90234
ISBN (eBook)
9783638044776
ISBN (Book)
9783638941150
Language
German
Tags
Politikum Fachpraktikum Roderbruch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.Jurist Marco Sievers (Author), 2007, Die IGS als Politikum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90234
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