Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Migration und der Frage, inwiefern Religion bei Migrationsprozessen eine Rolle spielt. Zu Beginn werde ich den Begriff Migration bestimmen und definieren sowie auf transnationale Migration eingehen. Hierzu orientiere ich mich vorrangig an der Definition von Ludger Pries. Anschließend werde ich den Religionsbegriff kurz abgrenzen und diesen anschließend mit der Migration in Zusammenhang bringen. Im Folgenden werde ich positive und negative Aspekte der Rolle der Religion als Teil der Migration beleuchten und auf die persönliche Bedeutung der Religiosität für Migranten eingehen.
Schließlich möchte ich anhand der ethnographischen Forschung "Wege aus dem Dilemma zwischen Transnationalismus- und Integrationsansatz. Simultane Inklusion von migranten-initiierten charismatischen Gemeinden in Berlin" von Boris Nieswand die Rolle der Kirche und deren Bedeutung für migrierte Christen in Berlin deutlich machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Migrationsbegriff
3. Verknüpfung Religion und Migration
3.1 Positive Aspekte
3.2 Negative Aspekte
4. Ethnographische Forschung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die komplexe Wechselwirkung zwischen Migration und Religion und analysiert, inwiefern religiöse Zugehörigkeit als identitätsstiftender Faktor sowie als Brücke oder Barriere in der Aufnahmegesellschaft fungieren kann.
- Grundlagen des Migrationsbegriffs und transnationale Wanderungsprozesse
- Die Rolle der Religion als Integrationsressource oder Abgrenzungsmerkmal
- Empirische Untersuchung pentekostaler Gemeinden in Berlin
- Das Konzept der "simultanen Inklusion" migrantischer Gemeinden
Auszug aus dem Buch
4. Ethnographische Forschung
Im Folgenden möchte ich auf die empirische Forschung von Boris Nieswand eingehen, der am Beispiel von pentekostalen Gemeinden in Berlin darstellt, wie MigrantInnen aus Ghana durch den christlichen Glauben eine transnationale Identität schaffen. Die Mitglieder der untersuchten Gemeinden stammten mehrheitlich aus westafrikanischen Ländern, hervorzuheben ist die Anzahl der aus Ghana stammenden. Kirchengemeinden erwiesen sich als die qualitativ und quantitativ bedeutendste MigrantInnenorganisation für ghanaische MigrantInnen. Die Aktivitäten der Gemeinde erstrecken sich über religiöse Großveranstaltungen mit internationalen Gastpredigern bis hin zur Präsentation von US-amerikanischen Starpredigern über Satellit. Als Teil einer schnell wachsenden und globalen christlichen Bewegung erfährt die Gemeinde starken Rückhalt durch internationalen Rückhalt, hauptsächlich vonseiten der USA. Doch auch der Bezug zum aktuellen Umfeld, Berlin, wird hergestellt und aktiv gelebt. Die Stadt ist als „lokaler Referenzrahmen“ von besonderer Bedeutung. Sie ist der direkte Lebensraum in dem sich die Gemeinde auch als Interaktionspartner versteht. So können hier auf der einen Seite „spirituelle Bedrohungen laufen, aber andererseits auch die Gemeinden ihre göttliche Mission erfüllen“, sie stellt eine räumliche Präsenz im Gegenstück zur nicht räumlichen Universalität Gottes dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Arbeit ein und erläutert die Bedeutung von Religion in Migrationsprozessen anhand theoretischer Ansätze.
2. Migrationsbegriff: Hier wird der theoretische Rahmen von Migration als spätmodernes Phänomen abgesteckt und verschiedene Wanderungsformen sowie die Rolle sozialer Netzwerke beleuchtet.
3. Verknüpfung Religion und Migration: Dieses Kapitel analysiert, wie Religion als identitätsstiftende Ressource wirkt und sowohl integrative als auch separierende Funktionen innerhalb einer Gesellschaft einnehmen kann.
3.1 Positive Aspekte: Es wird erörtert, wie religiöse Institutionen als "Türöffner" und Netzwerke der Selbsthilfe die Integration von Migranten unterstützen können.
3.2 Negative Aspekte: Hier wird thematisiert, wie Religion als Differenzmarker fungieren und durch religiöses "Othering" zur Abgrenzung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft beitragen kann.
4. Ethnographische Forschung: Anhand einer Fallstudie über pentekostale Gemeinden in Berlin wird veranschaulicht, wie transnationale religiöse Gemeinschaften Integration und Zugehörigkeit jenseits klassischer Konzepte definieren.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Doppelrolle der Religion als Schnittstelle und Differenzmarker im Migrationsprozess.
Schlüsselwörter
Migration, Religion, Transnationalität, Integration, Identität, Migrationsforschung, pentekostale Gemeinden, soziale Netzwerke, Diaspora, interkulturelle Begegnung, religiöse Vielfalt, ethnographische Forschung, Migrationsgesellschaft, Zugehörigkeit, Othering.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle, die Religion im Kontext von Migrationsprozessen und der damit verbundenen kulturellen sowie sozialen Neuorientierung spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Migration, der Ambivalenz religiöser Identität in der Aufnahmegesellschaft sowie der Untersuchung charismatischer Kirchengemeinden als transnationale Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Religion sowohl als integratives Bindeglied als auch als trennender Differenzmarker wirken kann und wie Migranten durch religiöse Gemeinschaften ihre Identität neu verhandeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse und zieht für den empirischen Teil Erkenntnisse aus der ethnographischen Forschung von Boris Nieswand heran.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Migrations- und Religionsbegriffs, eine Analyse der positiven und negativen Wirkmechanismen von Religion sowie eine konkrete Fallstudie pentekostaler Gemeinden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Transnationalität, Migration, Identität, Integration, religiöse Netzwerke und das Konzept der simultanen Inklusion.
Was versteht man in der Arbeit unter einer "simultanen Inklusion"?
Dies beschreibt das Konzept, dass Migranten durch die Zugehörigkeit zu ihrer religiösen Gemeinde sowohl ihre kulturelle Identität wahren als auch durch ein transnationales Netzwerk im Zielland Inklusion und Anerkennung finden.
Inwiefern kann Religion ein Hindernis für die Integration sein?
Religion kann als Differenzmarker wirken, wenn sie zur Abgrenzung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft genutzt wird oder durch das Phänomen des "Othering" stigmatisierende Zuschreibungen von außen erfährt.
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- Anna Buhl (Author), 2018, Die Rolle von Religion in Migrationsprozessen. Diskussion einer ethnographischen Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/902495