Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - National Socialism, World War II

Die Umsiedlung der Baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939

Title: Die Umsiedlung der Baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Niklas Sommerburg (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Geschichte der Deutschbalten ist fast so lang, wie die Geschichte der Deutschen selbst. Die Verwendung des Begriffes ist in der Literatur hingegen nicht einheitlich. So finden sich Begriffe wie Deutschbalten, Baltendeutschen, baltischen Deutschen, Estlanddeutschen u.ä.

Egal, wie die Quantität der Baltendeutschen aussah, so stellten sie von jeher eine Minderheit in Estland und Lettland dar. Aufgrund ihres Kapitals, ihrer technischen Errungenschaften, sowie ihrer Einwanderungspolitik über die verschiedenen Ordensgemeinschaften avancierten sie aber gerade zur Führungsschicht. Und eben diese Führungsrolle konnten die Deutschen hier über die Jahrhunderte hinweg retten, so nahm die deutsche Volksgruppe, spätestens mit dem 19. und 20. Jahrhundert, selten mehr als 10 Prozent ein. In den dreißiger Jahren schrumpfte ihr Anteil im Durchschnitt auf ein bis drei Prozent, dafür gehörten ihnen etwa 1/5 des Volksvermögens.

Der endgültige Bruch der baltisch-deutschen Tradition vollzog sich jedoch 1939 mit dem Geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt, welcher Osteuropa in Interssensphären teilte - das Baltikum lag im sowjetischen Bereich. Und so vollzog sich ab 1939 eine Umsiedlung einer ganzen Volksgruppe mit jahrhundertelanger baltischer Tradition in das nun neue Reichsgebiet im besetzten Polen.

Während seit den 1990er Jahren relativ viel über die Vertreibung der Deutschen nach 1945 bekannt wurde, so sind die "friedlichen Bevölkerungstransaktionen" ab 1939 weniger bekannt.

Wie es zu solch einer Umsiedlung - hier am Beispiel der Baltendeutschen - kam und wie diese Umsiedlung ablief klärt diese Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

Fragestellung

Forschungsstand

2 Die Umsiedlung der baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939

2.1 Konzeptionelle Voraussetzungen für die Umsiedlung

Ideelle Grundlagen

Gesetzliche Grundlagen

2.2 Ablauf der Umsiedlungsaktionen

Durchführung der Umsiedlungsaktion 1939

Nachumsiedlungen 1940/ 41 und das Leben im Warthegau

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe, die Planung und den organisatorischen Ablauf der Umsiedlung der deutschbaltischen Bevölkerung aus Estland und Lettland, die ab 1939 infolge des Hitler-Stalin-Paktes eingeleitet wurde, und analysiert dabei sowohl ideelle als auch politische Triebkräfte.

  • Konzeptionelle Voraussetzungen und ideelle Grundlagen der nationalsozialistischen Umsiedlungspolitik
  • Die Rolle des Hitler-Stalin-Paktes und der geheimen Zusatzprotokolle
  • Organisatorischer Ablauf der Umsiedlungsaktionen aus Estland und Lettland
  • Nachumsiedlungen und die berufliche sowie soziale Eingliederung im Warthegau

Auszug aus dem Buch

Die Umsiedlung der baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939

Mit dem 18. Jahrhundert vollzogen sich diverse gesellschaftliche Wandlungsprozesse; zum Beispiel der Wandel des Nationenbegriffes. Somit entstand, gerade mit der Französischen Revolution, ein Wandel im Verständnis von der Staatsnation zu einer Kulturnation. Hiermit verband sich die wachsende Popularität des modernen, völkischen Nationalismus in Europa und der westlichen Welt um 1900, dieser schloss andere folglich aus dem eigenen Verband aus und verbot eine Assimilierung.

Mit dieser Neudefinition entstanden zwangsläufig Konflikte im Bezug zum vormaligen Umgang mit ethnischen Minderheiten. Aufbauend auf diesem neuen Nationenverständnis entwickelten sich solche anfangs regionalen Konflikte zu großen Krisen und fanden ihren ersten Höhepunkt im Ersten Weltkrieg.

Hierbei muss vorausgesetzt werden können, dass dem Leser bewusst ist, dass West- und Mitteleuropa zum Ende des Mittelalters eine relativ starke Bevölkerungsentwicklung vorweisen konnten und die Autoritäten, mit unterschiedlichen Beweggründen, gerne Siedler nach Osten ziehen ließen, diese aber hier auch meist ausdrücklich gewünscht waren. Daraus resultierte eben diese starke ethnische Vermischung. Mit dem Aufkommen des Gedankens einer Kulturnation ließ sich dieser Zustand nicht mehr vereinbaren; im neuen Verständnis bürgten Vielvölkerstaaten mehr Gefahren als Sicherheiten in sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Herausforderungen bei der Bezeichnung der Baltendeutschen und führt in die historische Situation der deutschen Minderheit im Baltikum sowie die Problemstellung der Umsiedlung ein.

2 Die Umsiedlung der baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939: Dieser Hauptteil analysiert die ideologischen und gesetzlichen Grundlagen, die durch das nationalsozialistische Verständnis einer Kulturnation und das geheime Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt geprägt wurden, und beschreibt detailliert den praktischen Ablauf der Evakuierung sowie die spätere Nachumsiedlung und Integration im Warthegau.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Umsiedlung als ein komplexes Ereignis zusammen, das ideologisch motiviert, aber in der Praxis vor allem durch die politische Zwangslage des Hitler-Stalin-Paktes bestimmt war.

Schlüsselwörter

Umsiedlung, Baltendeutsche, Hitler-Stalin-Pakt, Estland, Lettland, Warthegau, Kulturnation, Nationalsozialismus, Minderheitenpolitik, Treuhandverwaltung, Bevölkerungsverschiebung, Zweiter Weltkrieg, Volksdeutsche, Umsiedlungsaktion, Ethnie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der erzwungenen Abwanderung der deutschbaltischen Volksgruppe aus Estland und Lettland, die 1939 nach den geheimen Abmachungen zwischen Hitler und Stalin eingeleitet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der nationalsozialistischen Umsiedlungsplanung, den diplomatischen Hintergründen des Hitler-Stalin-Paktes und der praktischen Umsetzung der Evakuierung der Baltendeutschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die ideellen Voraussetzungen der Umsiedlung aufzuzeigen und zu klären, wie die organisatorische Durchführung abgelaufen ist und wie die Umsiedler im Warthegau eingegliedert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Fachliteratur und Berichten von Zeitzeugen bzw. beteiligten Akteuren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die ideologischen Wandlungsprozesse des Nationenbegriffs, die vertragliche Basis der Umsiedlung sowie den Ablauf der Transporte und die Treuhandabwicklungen des Vermögens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Umsiedlung, Baltendeutsche, Hitler-Stalin-Pakt, Warthegau und die politisch-ideologische Einordnung des Geschehens als „Kulturnation“.

Warum wurde die Umsiedlung aus Sicht der Nationalsozialisten als notwendig erachtet?

Es wurde argumentiert, dass „unhaltbare Splitter deutschen Volkstums“ aus dem Osten ins Reich heimkehren sollten, um Konfliktstoffe zu beseitigen und den Raum für eine geschlossene Siedlungspolitik zu schaffen.

Wie bewerten zeitgenössische Quellen den Ablauf der Umsiedlung?

Die Durchführung wird in den Quellen oft als „organisatorische Leistung“ beschrieben, wobei der Fokus auf der Disziplin der Volksgruppe und der vermeintlich mustergültigen Organisation durch die Kreisleiter liegt.

Wie verlief die Nachumsiedlung in den Jahren 1940/41?

Nachdem die erste Umsiedlungswelle abgeschlossen war, folgte aufgrund veränderter politischer Bedingungen eine Nachumsiedlung für Personen, die den ursprünglichen Termin versäumt hatten, jedoch unter strengeren Bedingungen bezüglich der Besitzverhältnisse.

Gab es Widerstand gegen die Umsiedlung innerhalb der Volksgruppe?

Organisierter Widerstand blieb aus, jedoch lehnten einzelne angesehene Persönlichkeiten, wie Paul Schiemann, die Umsiedlung aufgrund ihrer politischen Überzeugung ab.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Die Umsiedlung der Baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939
College
University of Rostock
Grade
sehr gut
Author
Niklas Sommerburg (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V90284
ISBN (eBook)
9783638038836
ISBN (Book)
9783638936033
Language
German
Tags
Umsiedlung Baltendeutschen Estland Lettland Zweiter Weltkrieg Hitler Vertreibung Geschichte 1939 Russland Sowjetunion UdSSR Heim ins Reich Deutschbalten Baltikum Balten Letten Esten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Sommerburg (Author), 2006, Die Umsiedlung der Baltendeutschen aus Estland und Lettland ab 1939, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90284
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint