Das Embryonenschutzgesetz (ESchG)


Seminararbeit, 2007

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserläuterungen

3. Das Gesetz zum Schutz von Embryonen (ESchG)

4. Weitere juristische Aspekte

5. Ethische Aspekte (Pro und Kontra des Klonens)

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Der vollständige Titel des Embryonenschutzgesetzes lautet Gesetz zum Schutz von Embryonen und wird mit dem Gesetzeskürzel ESchG abgekürzt. Das Embryonenschutzgesetz ist ein Bundesgesetz, dessen Gültigkeitsbereich in der Bundesrepublik Deutschland liegt, das zu der Rechtsmaterie des Strafrechts gehört. Innerhalb der Rechtsmaterie Strafrecht ist das Embryonenschutzgesetz dem Nebenstrafrecht[1] angehörig. Das Gesetz zum Schutz von Embryonen wurde am 13. Dezember 1990 verkündet und trat am 01.01.1991 in Kraft und regelt bis heute die künstliche Befruchtung und den Umgang mit Embryonen. Die aktuelle Fassung des ESchG ist vom 23.Oktober 2001.[2]

In dieser Hausarbeit zum Thema „Embryonenschutzgesetz“ werde ich zunächst bestimmte Begriffe erläutern, die wiederum im Gesetz zum Schutz von Embryonen auftauchen und für das weitere Verständnis notwenig sind. Bei dieser Begriffserläuterung werde ich auch vertieft auf den Bereich des Klonens eingehen und dort das therapeutische und das reproduktive Klonen näher vorstellen, da diese Aspekte für die spätere Darstellung der Vor- und Nachteile des Klonens und somit des Embryonenschutzgesetzes von Vorteil sein werden. Im Anschluss an die Begriffsklärungen folgt das Vorstellen der Artikel des Embryonenschutzgesetzes. Dabei werde ich die Artikel einzeln erklären, um so die gesetzliche Situation darstellen zu können und einen guten Überblick über die einzelnen Artikel zu geben. An die Artikel des Embryonenschutzgesetzes anknüpfend, werde ich weitere juristische Aspekte aufzeigen, um anhand deren die Wichtigkeit des Gesetzes zum Schutz von Embryonen herauszustellen. Dazu bediene ich mich der Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, der Artikel 1, 3 und 7 der allgemeinen Menschenrechte und der Artikel 1 und 2 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, welche unter anderem das Recht auf Leben und Freiheit beinhalten und somit bedeutsame Aspekte für das Embryonenschutzgesetz bilden. Danach greife ich die ethischen Aspekte auf, die das Pro und Contra des Klonens und somit das des Embryonenschutzgesetzes aufzeigen. Diesen inhaltlichen Punkt führe ich auch in dem Sinne an, dass man sich mithilfe dessen ein eigenes Urteil über missbräuchliche Verfahren innerhalb des Embryonenschutzgesetzes bilden kann. Meine Ausführungen werde ich dann mit meinem Fazit beenden, in dem ich alle wichtigen Aspekte, die sich in dieser Arbeit herausgebildet haben, noch einmal kurz und knapp zusammenfassen und letztendlich meine eigene Meinung zu dem Thema abgeben werde.

2. Begriffserläuterungen

Nun möchte ich ein paar, für das weitere Verständnis der inhaltlichen Aspekte, wichtige Begriffe näher erläutern. Denn es ist sehr bedeutsam, im Vorhinein bestimmte Begriffe zu erklären, um dann im Anschluss auch die Gesetze und rechtlichen Grundlagen besser verstehen und nachvollziehen zu können. Die folgenden Begrifflichkeiten, die ich nun darstellen werde, sind: Embryo, Chimäre, Zygote, Chromosom, Insemination, extrakorporal, In-Vitro-Fertilisation, Hybride, intratubarer Gametentransfer, Zyklus und Klonen, wobei ich bei dem Klonen auf das therapeutische und das reproduktive Klonen eingehen werde. Die Begriffsdefinitionen werde ich kurz und knapp erläutern, da sie nur der Klärung der Begrifflichkeiten dienen und keinerlei Wertung und Interpretation dienen sollen.

Der Begriff Embryo kennzeichnet die ungeborene Leibesfrucht. Der Embryo ist somit das noch ungeborene und sich in der Entwicklung befindliche Lebewesen, das bis zum Ende des 2. Monats als Embryo und danach als Fötus bezeichnet wird.[3]

Eine Chimäre, von der im Embryonenschutzgesetz noch die Rede sein wird, ist ein Organismus, der aus genetisch verschiedenen Zellen besteht. Man kann eine Chimäre auch als ein Lebewesen bezeichnen, dessen Zellen eine abweichende Chromosomenstruktur besitzen.[4]

Chromosomen sind fadenförmige Gebilde, die in jedem Zellkern in einer artspezifischen Anzahl und Gestalt vorhanden sind und das Erbgut eines Lebewesens tragen.[5]

Eine Zygote bezeichnet eine Zelle, die durch eine Verschmelzung von Keimzellen entsteht.[6]

Die Insemination ist die künstliche Befruchtung bzw. das Eindringen der Samenfäden in die reife Eizelle.[7]

Extrakorporal ist ein Ausdruck für einen Vorgang, der außerhalb des Körpers erfolgt bzw. stattfindet.[8]

Ein Zyklus kennzeichnet einen Kreislauf regelmäßig wiederkehrender Dinge oder Ereignisse. In unserem Zusammenhang ist der medizinische Ausdruck des Zyklus` bedeutsam, da dieser die periodische, also regelmäßig wiederkehrende, Regelblutung der Frau mit dem Intervall bis zum Einsetzen der jeweiligen nächsten Menstruation meint.[9]

Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung, welche in Deutschland zulässig ist.[10] Der Begriff der In-Vitro-Fertilisation bezeichnet die künstlich herbeigeführte Verschmelzung einer Eizelle mit einer Samenzelle außerhalb des Körpers einer Frau und somit im Reagenzglas.[11]

Hybride sind Lebewesen oder Individuen, die durch die Kreuzung zweier genetisch weit entfernter Elternorganismen (Zuchtlinien, Rassen oder Arten) entstanden sind.[12]

Der intratubare Gametentransfer wird auch als „Gamete intrafallopian transfer“ oder kurz „GIFT“ bezeichnet. Hierbei werden mit ärztlicher Hilfe eine Eizelle und eine Samenzelle im Eileiter zur natürlichen Befruchtung zusammen gebracht. Intratubar bedeutet in diesem Sinne „im Eileiter“.[13] Eine Gamete ist eine geschlechtlich ausdifferenzierte Fortpflanzungszelle von Pflanzen, Tieren oder Menschen.[14]

Das Klonen ist eine gentechnische Methode, um Gene in andere Zellen zu verpflanzen, diese dort zu vermehren und später daraus Genprodukte zu gewinnen. Es können also mithilfe des Klonens genetisch identische Nachkommen erzeugt werden.[15] Der Begriff des Klonens stammt aus dem Griechischen und kann zur Herstellung genetisch gleicher Nachkommen von Tieren, Menschen und Pflanzen genutzt werden. Das Ziel des Klonens ist es also, Organismen mit gleichen erwünschten Eigenschaften zu erzeugen. Es gibt zwei Formen des Klonens, zum einen das reproduktive Klonen und zum anderen das therapeutische Klonen. Diese beiden Formen sind im Anschluss an meine Erklärung auch noch einmal bildlich dargestellt. Bei dem reproduktiven Klonen wird ein Zellkern aus einer ausdifferenzierten Körperzelle eines Tieres, Menschen oder einer Pflanze entfernt und anschließend in eine unbefruchtete Eizelle eines anderen Tieres, Menschen oder einer anderen Pflanze eingepflanzt, wobei der Zellkern der unbefruchteten Eizelle im Vorhinein schon entfernt wurde. Nach diesem Vorgang erfolgt die Bebrütung der unbefruchteten Eizelle mit dem eingepflanzten Zellkern in einer Nährlösung, bevor der Embryo dann letztendlich im Uterus einer Leihmutter ausgetragen wird. Die Folgen des reproduktiven Klonens sind die wenigen Erfolge bzw. die zahlreichen Versuche, bis es zu einem Erfolg kommt und die bei den erfolgreich verlaufenen reproduktiven Klonierungen meist vorhandenen Missbildungen und Veränderungen im Stoffwechsel des Klons. Das therapeutische Klonen ist eine Methode, bei der der Zellkern einer ausdifferenzierten Körperzelle in eine entkernte Eizelle eingesetzt und unter Kulturbedingungen weitergezüchtet wird. In einem frühen Stadium der Embryonalentwicklung wird dieser heran gezüchtete Zellhaufen dann geteilt und anschließend jede Einzelzelle weitergezüchtet. Somit sollen embryonale Stammzellen gewonnen werden, um dadurch Gewebe und beliebige andere inneren Organe zu züchten.[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[17]

[...]


[1] Das Nebenstrafrecht bezeichnet Strafnormen, die nicht im Strafgesetzbuch, sondern in anderen Rechtsnormen aufgezeichnet sind.

[2] Vgl. o.A., Embryonenschutzgesetz, http://de.wikipedia.org/wiki/Embryonenschutzgesetz, 15.12.2007

[3] Vgl. Lexikon – Institut Bertelsmann (Hrsg.): Bertelsmann Jugend Lexikon, Embryo, Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH, Gütersloh, 1996, S. 148

[4] Vgl. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Fremdwörterbuch, Chimäre, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG , 8. neu bearb. & erweiterte Auflage, Mannheim, 2005, Seite 177

[5] Vgl. ebd., Seite 183

[6] Vgl. biosicherheit.de, Lexikon: Zygote, http://www.biosicherheit.de/de/lexikon/186.zygote.html, 15.12.2007

[7] Vgl. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Fremdwörterbuch, Insemination, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG , 8. neu bearb. & erweiterte Auflage, Mannheim, 2005, Seite 461

[8] Vgl. ebd., extrakorporal, Seite 307

[9] Vgl. ebd., Zyklus, Seite 1103

[10] o.A., In-Vitro-Fertilisation, http://de.wikipedia.org/wiki/In-Vitro.Fertilisation, 15.12.2007

[11] Vgl. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Fremdwörterbuch, In-Vitro-Fertilisation, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG , 8. neu bearb. & erweiterte Auflage, Mannheim, 2005, Seite 477

[12] Vgl. biosicherheit.de, Lexikon: Hybride, http://www.biosicherheit.de/de/lexikon/12.hybride_hybridsorte.html, 15.12.2007

[13] USMedia, GIFT, http://www.rund-ums-baby.de/kinderwunsch_info/gift.htm, 15.12.2007

[14] Vgl. Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Fremdwörterbuch, Gamete, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG , 8. neu bearb. & erweiterte Auflage, Mannheim, 2005, Seite

[15] Vgl. ebd., Klonen, Seite 315

[16] Vgl. Groth, Jürgen: Meine Moleküle. Deine Moleküle, http://www.meine-molekuele.de/therapeutische-und-reproduktives-klonen, 15.12.2007

[17] Vgl. ebd., 15.12.07

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Embryonenschutzgesetz (ESchG)
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Bildungs- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die Rechtsordnung Deutschlands
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V90297
ISBN (eBook)
9783638042598
ISBN (Buch)
9783638941884
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Embryonenschutzgesetz, Einführung, Rechtsordnung, Deutschlands
Arbeit zitieren
Kathleen Schmidt (Autor), 2007, Das Embryonenschutzgesetz (ESchG), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90297

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Embryonenschutzgesetz (ESchG)



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden