Die folgende Arbeit soll Auskunft darüber geben, ob Suchtkranke ein soziales Problem in Deutschland darstellen. Suchtkrank kann man in Bezug auf Alkohol, Nikotin, Medikamente, illegale Drogen oder auch Glücksspiele sein. Da dies ein weit gefasstes Themengebiet ist, möchte ich mich in meiner Arbeit hauptsächlich auf die Alkoholkrankheit, das heißt auf die Alkoholsucht bzw. –abhängigkeit konzentrieren, da der Alkohol ein weit verbreiteter Giftstoff in unserer Gesellschaft ist, der den dritthöchsten Risikofaktor für Tod und Behinderung darstellt.
Alkohol wird genauso, wie z.B. Nikotin oder Kaffee als Genussmittel bezeichnet und ist somit für viele Menschen alltäglich. Diese Alltäglichkeit wiederum birgt die Gefahr des Missbrauchs und der Abhängigkeit in sich. Alkoholische Getränke sind schon seit mehreren tausend Jahren bekannt und wurden früher als Opfergaben, Genussmittel und auch als Getränk selber genutzt und wertgeschätzt. In Mittel- und Nordeuropa galt Bier als Grundnahrungsmittel, bis es im 17. und 18 Jahrhundert durch Tee und Kaffee abgelöst wurde. Früher war es üblich oder auch „normal“, dass überwiegend die Männer Alkohol oder auch andere Drogen, ob legale oder illegale, konsumiert haben. Doch spätestens seit den 90er Jahren ist kaum noch ein Unterschied zwischen beiden Geschlechtern in Bezug auf die Drogenerfahrung zu sehen. Frauen und Männer haben ungefähr gleich oft Drogen ausprobiert oder konsumieren sie noch immer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einleitende Begriffsbestimmungen
3. Die Karriere von Suchtkranken
4. Die Alkoholabhängigkeit und ihre Folgen
5. Die Drogenpolitik
6. Hilfeangebote und Maßnahmen
7. Fazit: Ist die Suchtkrankheit ein soziales Problem?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob Suchtkranke, mit einem spezifischen Fokus auf Alkoholabhängigkeit, in Deutschland als soziales Problem betrachtet werden können. Dabei wird analysiert, inwiefern die Symptomatik der Sucht sowie deren gesellschaftliche Auswirkungen den wissenschaftlichen Kriterien für soziale Probleme entsprechen.
- Analyse der Suchtursachen anhand des bio-psycho-sozialen Modells
- Darstellung der Abhängigkeitskarriere und des Phasenmodells nach Jellinek
- Bewertung der physischen, psychischen und sozialen Folgen der Alkoholabhängigkeit
- Evaluation staatlicher Drogenpolitik und präventiver Maßnahmen
- Soziologische Einordnung der Alkoholkrankheit als soziales Problem
Auszug aus dem Buch
3. Die Karriere von Suchtkranken
Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass sich die Suchtabhängigkeit immer nach dem gleichen Schema entwickelt. Man konsumiert eine Droge, egal ob legal oder illegal, gehen wir hier mal vom Alkohol aus, und erfährt dabei Gefühle der Erleichterung oder der Enthemmung. Bei Schwellenerlebnissen oder Grenzsituationen erinnert man sich an die positive und beruhigende Wirkung des Alkohols und greift somit zur Flasche, um ein Gefühl der „Erleichterung“ zu erleben.
Diesen Akt der Gefühlserleichterung wiederholt man, um bei immer wieder auftretenden Problemen sich trotzdem gut zu fühlen. Dadurch gewöhnt man sich an die Wirkung, aber auch an den Stoff, hier den Alkohol, und beginnt einen Missbrauch zu entwickeln. Dieser Missbrauch steigert sich dann soweit bis er zur Abhängigkeit führt und man keine Kontrolle mehr über sich, seinen Körper und Geist, hat. Diese Abhängigkeit entwickelt sich natürlich bei jedem Menschen unterschiedlich schnell und verschieden stark in seiner Konzentration.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Sucht mit Fokus auf die weitverbreitete Problematik der Alkoholabhängigkeit in Deutschland.
2. Einleitende Begriffsbestimmungen: Klärung der Begriffe Sucht und Abhängigkeit sowie Abgrenzung zwischen psychischer und physischer Abhängigkeitsform.
3. Die Karriere von Suchtkranken: Darstellung der Entstehung von Sucht durch ein bio-psycho-soziales Bedingungsmodell und Beschreibung des Phasenverlaufs der Krankheit.
4. Die Alkoholabhängigkeit und ihre Folgen: Analyse der gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen für Betroffene, Angehörige und die Gesellschaft.
5. Die Drogenpolitik: Untersuchung politischer Maßnahmen und gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Eindämmung des Alkoholkonsums.
6. Hilfeangebote und Maßnahmen: Übersicht über bestehende Gesetze und Unterstützungsmöglichkeiten zur Prävention und Entwöhnung.
7. Fazit: Ist die Suchtkrankheit ein soziales Problem?: Zusammenfassende Einordnung der Alkoholabhängigkeit als soziales Problem anhand soziologischer Definitionen und Normabweichungen.
Schlüsselwörter
Alkoholabhängigkeit, Sucht, Soziales Problem, Abhängigkeitskarriere, bio-psycho-soziales Modell, Prävention, Drogenpolitik, Alkoholismus, Entwöhnung, Sozialpolitik, gesellschaftliche Folgen, Phasenmodell nach Jellinek, Alkoholkonsum, soziale Arbeit, Normabweichung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Alkoholabhängigkeit in Deutschland als soziales Problem eingestuft werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die Ursachen von Sucht, den Verlauf der Abhängigkeitskarriere, die Folgen für Individuum und Gesellschaft sowie politische Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, anhand wissenschaftlicher Definitionen zu verifizieren, ob Alkoholsucht die Kriterien eines sozialen Problems erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Thematik durch Literaturrecherche und den Vergleich mit soziologischen Problem-Schemata.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung von Sucht, den physischen und sozialen Auswirkungen sowie staatlichen Gegenmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Alkoholabhängigkeit, soziales Problem, Prävention, Suchtursachen und die Rolle der Sozialpolitik.
Warum wird das Modell von Jellinek herangezogen?
Das Modell wird verwendet, um den Verlauf der Alkoholkrankheit in vier aufeinanderfolgenden Phasen methodisch zu gliedern.
Welche Bedeutung hat das bio-psycho-soziale Modell in diesem Kontext?
Es dient dazu, Sucht nicht monokausal, sondern durch das Zusammenwirken verschiedener biologischer, psychischer und sozialer Faktoren zu erklären.
Wie definiert die Arbeit ein „soziales Problem“?
Ein soziales Problem wird als Phänomen verstanden, das große Bevölkerungsgruppen beeinträchtigt, öffentlich als veränderungsbedürftig definiert ist und Gegenstand staatlicher Intervention ist.
Was ist das Ergebnis der Analyse?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Alkoholabhängigkeit alle Kriterien eines sozialen Problems erfüllt und somit offiziell als solches gilt.
- Quote paper
- Kathleen Schmidt (Author), 2007, Suchtkranke in Deutschland - ein soziales Problem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90303