Das Thema Palästina beherrscht seit mehreren Jahrzehnten immer wieder die Schlagzeilen, wobei es meist um Krieg und Vertreibung, Anschläge und Massaker aber nur selten um die ökonomische Basis des Landes geht. In dieser Untersuchung möchte ich darstellen, welche wirtschaftlichen Grundlagen in den heute als Palästina verstandenen Gebieten vorhanden sind um als Potential für eine zukünftige Prosperität Palästinas in Frage zu kommen. Hierzu bedarf es zuerst der im ersten Kapitel Klärung der Frage, was unter wirtschaftswissenschaftlichem Gesichtspunkt heute unter Palästina zu verstehen ist. Da die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht unwesentlich durch die Geschichte mit beeinflusst sind, wird im zweiten Kapitel ein kurzer Überblick über die historischen Ereignisse und Tendenzen gegeben, die für die heutige ökonomische Situation Palästinas maßgeblich sein könnten. Die aktuelle Realität der Wirtschaft in Palästina wird im dritten Kapitel analysiert und abschließend erfolgt die Erörterung eventueller Möglichkeiten der politischen Veränderung zu Gunsten einer beschleunigten ökonomischen Entwicklung Palästinas.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Was ist Palästina?
2. Geschichte Palästinas
3. Wirtschaft der palästinensischen Autonomiegebiete
4. Politische Perspektiven
5. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Basis Palästinas und analysiert die wirtschaftlichen Grundlagen sowie das Potenzial für eine zukünftige Prosperität unter Berücksichtigung der komplexen historischen und politischen Rahmenbedingungen.
- Definition des Begriffs Palästina aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht
- Historischer Überblick als Kontext für die heutige ökonomische Situation
- Analyse der wirtschaftlichen Struktur und Abhängigkeiten der Autonomiegebiete
- Untersuchung von Wachstumshemmnissen und politischen Einflussfaktoren
- Erörterung von Möglichkeiten zur politischen Veränderung zugunsten wirtschaftlicher Entwicklung
Auszug aus dem Buch
3. Wirtschaft der palästinensischen Autonomiegebiete
Die wirtschaftliche Struktur der palästinensischen Autonomiegebiete ist zu weit überwiegendem Maße nicht durch die Produktion für die Binnennachfrage oder den Export in alle Welt bestimmt, sondern vielmehr durch die starke Abhängigkeit von Israel. Dies beginnt bereits bei der Tatsache, dass Palästina trotz seiner Erdgasvorkommen über keine derzeit nutzbaren Bodenschätze verfügt und seine Stromversorgung allein in Zusammenarbeit mit Israel gewährleisten kann, während die palästinensischen Behörden über das in dieser Region so kostbare Wasser keine Entscheidungshoheit haben. Israel hat seit 1967 immer wieder versucht, seine Verfügungsgewalt über die grundlegenden Ressourcen Land und Wasser auszudehnen, 1998 kamen so über 90 % der Grundwasserentnahmen den Bedürfnissen der israelischen Unternehmen und Verbraucher zu Gute. Ungefähr 180 Dörfer des Westjordanlands werden immer noch nicht durch die öffentliche Trinkwasserversorgung erreicht, von den eigenen Brunnen sind viele versalzen und der Grundwasserspiegel fällt mehr und mehr ab. Die Grundwasserentnahme der Palästinenser wurde von Israel Ende der neunziger Jahre auf 2,5 Millionen Kubikmeter jährlich beschränkt, nachdem die palästinensischen Behörden 28,6 Millionen Kubikmeter gefordert hatten. Dies stellte eine schwerwiegende Beeinträchtigung für die potentielle Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft, sowohl der Landwirtschaft als auch der Industrie, dar.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung nach der ökonomischen Basis Palästinas und den Zielen der Untersuchung innerhalb des historischen und politischen Kontextes.
1. Was ist Palästina?: Dieses Kapitel definiert Palästina geographisch und wirtschaftswissenschaftlich und grenzt es auf die palästinensischen Autonomiegebiete ein.
2. Geschichte Palästinas: Hier wird ein Überblick über die historischen Ereignisse und politischen Entwicklungen gegeben, die für die gegenwärtige ökonomische Situation maßgeblich sind.
3. Wirtschaft der palästinensischen Autonomiegebiete: Das Kapitel analysiert die aktuelle wirtschaftliche Realität, die durch eine hohe Abhängigkeit von Israel und strukturelle Hemmnisse geprägt ist.
4. Politische Perspektiven: Dieser Abschnitt erörtert die politischen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten einer ökonomischen Prosperität.
5. Anhang: Dieser Teil enthält das Abkürzungsverzeichnis sowie das vollständige Literaturverzeichnis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Palästina, Wirtschaft, Autonomiegebiete, Israel, Geschichte, Abhängigkeit, Nahostkonflikt, BIP, Infrastruktur, Friedensprozess, Arbeitskräftemigration, Außenhandel, Investition, Intifada, Aufbauhilfe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Situation in den palästinensischen Autonomiegebieten unter Berücksichtigung historischer und politischer Einflüsse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Definition des Gebiets, der Analyse der wirtschaftlichen Struktur, den Abhängigkeiten von Israel sowie den Auswirkungen politischer Konflikte auf die Ökonomie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die ökonomische Basis der Gebiete darzustellen und das Potenzial sowie die Hindernisse für eine zukünftige wirtschaftliche Prosperität zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Untersuchung, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse basiert, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Abhängigkeit von Israel bei Ressourcen wie Wasser und Energie, die Struktur der Unternehmen, die Auswirkungen der Arbeitskräftemigration sowie die Folgen der Intifada und politischer Grenzschließungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind die wirtschaftliche Abhängigkeit, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Export von Arbeitskräften, die Infrastrukturproblematik und der Einfluss der internationalen Aufbauhilfe.
Warum ist die Wasserversorgung ein zentrales wirtschaftliches Problem für Palästina?
Die Palästinenser haben keine Entscheidungshoheit über die Wasserressourcen, und durch israelische Beschränkungen der Entnahmemengen sowie den hohen Ressourcenverbrauch durch israelische Akteure wird die Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie massiv beeinträchtigt.
Welche Rolle spielen die Palästinenser auf dem israelischen Arbeitsmarkt?
Die Beschäftigung in Israel ist für viele Palästinenser die Haupteinkommensquelle, da die Löhne dort höher sind. Diese Abhängigkeit macht die palästinensische Wirtschaft jedoch extrem anfällig für Grenzschließungen.
Was bedeutet die "Politik der Grenzschließung" für die wirtschaftliche Entwicklung?
Durch unvorhersehbare Grenzschließungen werden Kapitalinvestitionen zu einem hohen Wagnis, der Export von Waren wird blockiert und die generelle wirtschaftliche Planungssicherheit geht verloren, was zu ökonomischen Depressionen führt.
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- Mohamed Zarifi (Author), 2007, Palästina – Geschichte, Wirtschaft, Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90305