Vorrangige Ziele des Sozialstaates sind soziale Sicherung, Gerechtigkeit und die Wahrung der Autonomie des Einzelnen. Was bedeutet Sozialstaatlichkeit im Hinblick auf Versicherung, Versorgung und Fürsorge? Welches sind die Herausforderungen und Grenzen des Sozialstaates? Die soziale Veränderung, der soziale Wandel der Gesellschaft ist stark abhängig von der demografischen Entwicklung. Die Geburtenzahlen in Deutschland sind rückläufig bei einer gleichzeitig immer älter werdenden Bevölkerungsstruktur. Dies wirkt sich nachhaltig auf die Sozialversicherungssysteme, wie die Pflege und Rentenversicherung aus. Was bedeuten diese gesellschaftlichen Veränderungen im sozialpolitischen Kontext?
Anhand dem „konservativen“ Sozialstaats- und Sicherungsmodell von Esping-Andersen mit seiner Schutz- und Ausgleichsfunktion, die für Chancengleichheit und Förderung des Einzelnen mit dem finalen Ziel der Weiterentwicklung und dem Zusammenhalt der sozialen Gemeinschaft steht, gehe ich auf die Sozialstaatlichkeit ein. Mittels der vier Prinzipien der Sozialpolitik, der sozialen Gerechtigkeit, dem Solidaritätsprinzip, dem Prinzip der Subsidiarität und dem Selbstverantwortungsprinzip erläutere ich Aspekte der sozialpolitischen Sicherungssysteme und deren sozialgesellschaftliche Auswirkungen. Was besagen diese Grundsätze bezogen auf die staatliche Verfasstheit der Bundesrepublik Deutschland. Abschließend stelle ich den Zusammenhang von Solidarität und Subsidiarität als Ordnungsprinzipien des gesellschaftlichen Lebens dar. Anhand der Pflegestärkungsgesetze I – III, die die Leistungen in der Pflege neu regeln, den Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ neu definieren und die Pflegeberatung ausbauen, diskutiere ich die sozial- und gesellschaftspolitischen Entwicklungen, Möglichkeiten und Veränderungen sowie Chancen und Risiken dieser Neuregelungen in der Pflege mit Bezug auf die vier Prinzipien der Sozialpolitik.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Bedeutung und Entwicklung des Sozialstaates und Aufgaben der Sozialpolitik
- Das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit
- Solidaritätsprinzip
- Subsidiaritätsprinzip
- Selbstverantwortungsprinzip
- Diskussion der sozialpolitischen Prinzipien am Beispiel der Pflegestärkungsgesetze | — III
- Die Pflegestärkungsgesetze | - III
- Auswirkungen der sozialpolitischen Prinzipien auf die Pflegestärkungsgesetze I – III
- Fazit und Ergebnisdiskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Entwicklung des Sozialstaates und den Aufgaben der Sozialpolitik. Sie untersucht die Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit, Solidarität, Subsidiarität und Selbstverantwortung und ihre Auswirkungen auf die Gestaltung sozialpolitischer Sicherungssysteme. Dabei wird insbesondere auf die Pflegestärkungsgesetze I – III als Beispiel für aktuelle sozialpolitische Reformen eingegangen.
- Entwicklung und Bedeutung des Sozialstaates
- Prinzipien der Sozialpolitik: Soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Subsidiarität und Selbstverantwortung
- Auswirkungen der sozialpolitischen Prinzipien auf die Pflegestärkungsgesetze I – III
- Chancen und Risiken der Neuregelungen in der Pflege
- Soziale und gesellschaftliche Veränderungen im Kontext der Pflegestärkungsgesetze
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt in die Thematik des Sozialstaates und seiner Ziele ein. Sie beleuchtet die Bedeutung der sozialen Sicherung, Gerechtigkeit und Wahrung der Autonomie des Einzelnen. Zudem werden die Herausforderungen und Grenzen des Sozialstaates im Kontext des demografischen Wandels und der Auswirkungen auf die Sozialversicherungssysteme diskutiert.
Bedeutung und Entwicklung des Sozialstaates und Aufgaben der Sozialpolitik
Dieses Kapitel beleuchtet die Entwicklung des Sozialstaates und die Herausforderungen, die sich aus dem demografischen Wandel ergeben. Es definiert die Prinzipien des „konservativen“ Sozialstaatsmodells von Esping-Andersen und zeigt die Bedeutung sozialer Sicherung, Lebensstandardsicherung und Armutsbekämpfung auf. Darüber hinaus werden die verschiedenen Prinzipien der Sozialpolitik (Versicherungs-, Versorgungs- und Fürsorgeprinzip) erläutert und deren Auswirkungen auf die Gestaltung sozialpolitischer Sicherungssysteme diskutiert.
Schlüsselwörter
Sozialstaat, Sozialpolitik, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Subsidiarität, Selbstverantwortung, Pflegestärkungsgesetze, Pflegebedürftigkeit, demografischer Wandel, Sozialversicherungssysteme, Sozialhilfe, soziale Ungleichheit
Häufig gestellte Fragen
Was sind die vorrangigen Ziele des Sozialstaates?
Die vorrangigen Ziele sind soziale Sicherung, soziale Gerechtigkeit und die Wahrung der Autonomie des Einzelnen.
Welche vier Prinzipien der Sozialpolitik werden analysiert?
Es handelt sich um die Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit, der Solidarität, der Subsidiarität und der Selbstverantwortung.
Was regeln die Pflegestärkungsgesetze I – III?
Diese Gesetze definieren den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu, bauen die Pflegeberatung aus und regeln die Leistungen der Pflegeversicherung in Deutschland neu.
Wie beeinflusst der demografische Wandel die Sozialversicherung?
Rückläufige Geburtenzahlen und eine alternde Bevölkerung belasten die Renten- und Pflegeversicherungssysteme, da weniger Beitragszahler mehr Leistungsempfängern gegenüberstehen.
Was besagt das Subsidiaritätsprinzip?
Es besagt, dass Aufgaben nach Möglichkeit von der kleinsten Einheit (z. B. Familie oder Kommune) gelöst werden sollten, bevor der Staat eingreift.
Welches Sozialstaatsmodell wird in der Arbeit herangezogen?
Die Arbeit orientiert sich am „konservativen“ Sozialstaatsmodell nach Esping-Andersen.
- Arbeit zitieren
- Hildegard Keck (Autor:in), 2019, Sozialstaatlichkeit und Sozialpolitik am Beispiel der Pflegestärkungsgesetze I - III, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903349