Diese Arbeit hat die Rehabilitation des medialen Tibiakantensyndroms, in der amerikanischen Fachsprache Medial Tibial Stress Syndrome (MTSS), umgangssprachlich auch Shin Splints genannt, zum Thema.
Zunächst wird das Krankheitsbild des medialen Tibiakantensyndroms als solches vorgestellt, um dann das Syndrom speziell im Laufsport vorzustellen. Im Anschluss wird die Studienlage hinsichtlich Möglichkeiten der Rehabilitation in der Akut- und Subakutphase erörtert. Im darauf Folgenden kommt es zum Kernziel dieser Arbeit, nämlich ein Return-to-Activity-Programm auszuarbeiten. Das Programm beinhaltet eine Patientenschulung, physiotherapeutische und physikalische Rehabilitationsmaßnahmen während der Akutphase und die Ziele der Akutphase; schließlich die Rehabilitation nach dem 6-Phasen-Modell der medizinischen Trainingstherapie nach Hape Meier.
Als Schienbeinkantensyndrom bezeichnet man eine Schmerzsymptomatik an der Tibiavorderkante, die vor allem nach sportlicher Aktivität auftritt. Von diesem Krankheitsbild sind insbesondere Läufer betroffen. Die Ursache dieses Krankheitsbildes ist meist multifaktoriell und häufig auf Trainingsfehler zurückzuführen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Krankheitsbild des medialen Tibiakantensyndroms
3 Das Schienbeinkantensyndrom im Laufsport
3.1 Auslösende Ursachen und begünstigende Faktoren
3.2 Symptome und Krankheitsverlauf
4 Studienlage
4.1 Carr & Sevetson (2008): How can you help athletes prevent and treat shin splints?
4.2 Galbraith & Lavallee (2009): Medial tibial stress syndrome: conservative treatment options
4.3 American College of Sports Medicine (Beck, 2016): Exercise-Induced Leg Pain
4.4 Winters (2018): Medial tibial stress syndrome: diagnosis, treatment and outcome assessment
4.5 Ergebnisse der Studienlage
5 Return-to-Activity-Programm
5.1 Patientenschulung
5.2 Physiotherapeutische und physikalische Rehabilitationsmaßnahmen während der Akutphase
5.3 Ziele der Akutphase
5.4 Rehabilitationsprogramm nach dem 6-Phasen-Modell der medizinischen Trainingstherapie
6 Praktische Übungen zu den jeweiligen Phasen der MTT
7 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, ein strukturiertes Return-to-Activity-Programm für Läufer mit einem medialen Tibiakantensyndrom zu entwickeln, um eine sichere Rückkehr zur sportlichen Belastung unter Berücksichtigung evidenzbasierter Ansätze und physiotherapeutischer Prinzipien zu ermöglichen.
- Analyse des Krankheitsbildes und der auslösenden Ursachen im Laufsport
- Evaluation des aktuellen Forschungsstandes zur Rehabilitation
- Erstellung eines stufenweisen Return-to-Activity-Programms
- Umsetzung des 6-Phasen-Modells der medizinischen Trainingstherapie (MTT)
- Praktische Anleitung für rehabilitative Übungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Auslösende Ursachen und begünstigende Faktoren
Das Schienbeinkantensyndrom ist in der sportmedizinischen Praxis ein häufig anzutreffendes Krankheitsbild. Die Therapie ist umfangreich, da sie neben der medikamentösen, physiotherapeutischen und physikalischen Therapie auch die Trainingsanpassung und den richtigen Umgang mit dem Sportmaterial und -gerät betrifft (Bambach, Anagnostakos, Deubel & Kelm, 2006). Gerade das Laufen als eine für den Körper sehr monotone Sportart wirkt begünstigend für Beschwerden wie eine Knochenhautentzündung (lat. Periostitis), die durch eine dauerhafte Überbeanspruchung entsteht. Laufen verursacht am Schienbein Dehn-Stoß-Reize, aufgrund der sich die Knochenhaut und der Knochen etwas gegeneinander verschieben; dadurch kann es in diesem Bereich zu Entzündungen kommen. Betroffen sind zumeist eher weichere Stellen des Knochens, wie etwa die Innenseite des Schienbeins im unteren bis mittleren Bereich (Schueller-Weidekamm, 2010). Durch diesen Entzündungsreiz (Sehnenansatz-Tendinitis) können sich oft auch Muskelzellen verhärten und myofasziale Triggerpunkte bilden, die einen lokalen Schmerz verursachen, aber auch ausstrahlende Schmerzen provozieren können (sportambulatorium.wien.de, 2020).
Zu den Hauptursachen des Schienbeinkantensyndroms zählt insbesondere wiederholtes Springen und Landen, wie es die natürliche Laufbewegung vorgibt. Des Weiteren spielen Fehler in der Trainingsgestaltung eine wesentliche Rolle. Intensive Trainingsperioden, die beispielsweise durch hohe Kilometerumfänge oder Intervalltraining gekennzeichnet sind, üben eine starke Belastung der Unterschenkelmuskeln und deren Ansatzzonen am Schienbein aus. Insbesondere nach längerer Trainingspause muss auf einen sanften Wiedereinstieg in die körperliche Belastung geachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des medialen Tibiakantensyndroms als häufige laufspezifische Verletzung und Definition des Ziels der Studienarbeit.
2 Das Krankheitsbild des medialen Tibiakantensyndroms: Anatomische Erläuterung der Entzündungsvorgänge am Schienbein und Abgrenzung verschiedener Schweregrade.
3 Das Schienbeinkantensyndrom im Laufsport: Detaillierte Untersuchung der Ursachen, biomechanischer Faktoren und Symptomatik, die spezifisch bei Läufern auftreten.
4 Studienlage: Zusammenfassung und kritische Analyse aktueller wissenschaftlicher Reviews und Studien zur konservativen Behandlung von Shin Splints.
5 Return-to-Activity-Programm: Vorstellung des praktischen Konzepts, gegliedert in Patientenschulung, Akutphasen-Maßnahmen und das 6-Phasen-Modell der MTT.
6 Praktische Übungen zu den jeweiligen Phasen der MTT: Bebilderte Anleitung für spezifische Übungen zur Automobilisation, Koordination und Kräftigung.
7 Ausblick: Diskussion über das Potenzial digitaler Rehabilitations-Apps zur Unterstützung der Patientenbetreuung und Trainingssteuerung.
Schlüsselwörter
Mediales Tibiakantensyndrom, Shin Splints, Laufsport, Rehabilitation, Return-to-Activity, Medizinische Trainingstherapie, MTT, Lauftechnik, Überbeanspruchung, Faszien, Krafttraining, biomechanische Faktoren, Physiotherapie, Prävention, Trainingsfehler.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rehabilitation des medialen Tibiakantensyndroms, auch bekannt als Shin Splints, speziell bei Läufern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Verständnis des Krankheitsbildes, die wissenschaftliche Evidenz der Behandlung und die praktische Anwendung eines stufenweisen Rehabilitationsprogramms.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines konkreten Return-to-Activity-Programms, das Patienten von der Akutphase bis zum Wiedereinstieg in das Lauftraining begleitet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine systematische Literaturanalyse der aktuellen Studienlage sowie auf das medizinische Trainingstherapie-Modell nach Hape Meier.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehungsursachen, die klinische Symptomatik und bietet ein detailliertes 6-Phasen-Rehabilitationsmodell mit praxisorientierten Übungsanleitungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Mediales Tibiakantensyndrom, Laufsport, Rehabilitation, Return-to-Activity und Medizinische Trainingstherapie.
Warum spielt die Schuhwahl eine Rolle bei Shin Splints?
Ein unpassender Schuh kann die Lauftechnik negativ beeinflussen und zu Überbeanspruchungen führen, da er nicht ausreichend Stoßdämpfung bietet oder biomechanische Fehlstellungen unterstützt.
Was bedeutet die "too much, too fast"-Problematik im Laufsport?
Dieser Ausdruck beschreibt den häufigsten Trainingsfehler, bei dem Intensität oder Umfang des Lauftrainings zu schnell gesteigert werden, was den Körper überlastet und Entzündungen der Knochenhaut provoziert.
Wie unterstützt die Faszienrolle den Genesungsprozess?
Faszienrollen werden eingesetzt, um Spannungen in der Unterschenkelmuskulatur zu senken und die Durchblutung des Gewebes zu fördern, was besonders in der ersten Phase der Rehabilitation wichtig ist.
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- Verena Fendl (Author), 2020, Rehabilitatives Training für das Mediale Schienbeinkantensyndrom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903516