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Wirtschaftsmigration als Gegenstand der Moral

Title: Wirtschaftsmigration als Gegenstand der Moral

Bachelor Thesis , 2020 , 48 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sontje Neldner (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Seit 2015 hat Europa ein stark erhöhtes Aufkommen an Flüchtlingen zu bewältigen. Bis Ende 2017 wurden knapp 7,4 Millionen Flüchtlinge und Asylbewerber in Europa verzeichnet und auf seine Staaten aufgeteilt.

Ausgelöst durch diese enorme Flüchtlingsbewegung verlassen seither auch viele Menschen anderer Nationen ihre Heimat und hoffen auf ein besseres Leben in einem neuen Land. Daher entschließen sich seit 2016 vermehrt Menschen aus Nordafrika und Zentralafrika dazu mit Hilfe von zwielichtigen Schlepperbanden über den Seeweg nach Europa zu gelangen. Über das
Mittelmeer erreichen sie zum Beispiel von Libyen aus Spanien oder Sizilien. Für sie ist es ein erhoffter Ausweg aus der in ihrer Heimat herrschenden Armut.

Während politisch verfolgte Menschen besondere Rechte besitzen, die es ihnen erleichtern einen Asylantenstatus zu erhalten, haben es sogenannte Wirtschaftsmigranten schwerer in Europa zu bleiben. Ob aber gerade Wirtschaftsmigranten, die in ihrem Heimatland durch eine verheerende Armut bedroht sind, ein moralisches Recht darauf haben ebenso in Europa aufgenommen zu werden, wird in der folgenden Ausarbeitung diskutiert. Hierzu werden zunächst der Begriff Migration und seine Unterkategorien näher definiert. Anschließend werden die rechtlichen Grundlagen zur Migrationsthematik dargestellt, welche sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, sowie die Genfer Flüchtlingskonvention stützen. Zusätzlich wird aufgezeigt, welche Schutzformen Migranten in Deutschland geboten werden. Außerdem wird im Hinblick auf den wirtschaftlichen Aspekt der Fragestellung definiert, was unter Armut zu verstehen ist.

Des Weiteren wird auf die Ursachen der globalen Armut, sowohl bezugnehmend auf historische Faktoren, als auch auf aktuelle Geschehnisse, eingegangen. Außerdem wird in diesem Zusammenhang diskutiert, ob und gegebenenfalls mit welchen Mitteln von Armut betroffenen Menschen bereits in ihren Ländern geholfen werden sollte. Anschließend wird eine generelle Migrationsfrage erörtert. Hierzu wird zunächst [...].

Zum Schluss werden die Diskussionen über die Armutsproblematik und die Migrationsfrage zusammengeführt, um die Grundfrage dieser Ausarbeitung nach der moralischen Einschätzung zur Wirtschaftsmigration zu beantworten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

2.1 Definition von Migration

2.2 Gesetzeslage zur Migration

2.2.1 Völkerrecht

2.2.2 Genfer Flüchtlingskonvention

2.2.3 Schutzformen in Deutschland

2.3 Definition von globaler Armut

3 Zur ethischen Bewertung von globaler Armut und Migration

3.1 Entstehung von globaler Armut

3.1.1 Historische Hintergründe

3.1.2 Aktuelle Gründe

3.2 Die Schuld zu helfen

3.2.1 Moralische Verpflichtungen gegenüber von globaler Armut betroffenen Menschen

3.2.2 Zumutbare Hilfsleistungen

3.3 Gegen eine freie Migration

3.3.1 Migrationsfeindliche Positionen

3.3.2 Widerlegung

3.4 Für eine freie Migration

3.4.1 Ein Recht auf Migration

3.4.2 Entstehende Chancen durch Migration

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die moralische Rechtfertigung von Migration vor dem Hintergrund globaler Armut und analysiert dabei sowohl die historische Entstehung von Armutsverhältnissen als auch ethische Argumente für und gegen offene Grenzen.

  • Historische und aktuelle Ursachen globaler Armut
  • Moralische Pflicht zur Hilfeleistung gegenüber armutsbetroffenen Menschen
  • Philosophische Debatte um die Legitimität von Einwanderungsbeschränkungen
  • Positionen zur freien Migration im Vergleich (z.B. David Miller vs. Joseph H. Carens)
  • Chancen und Herausforderungen durch internationale Migrationsbewegungen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Moralische Verpflichtungen gegenüber von globaler Armut betroffenen Menschen

Die Frage über eine generelle moralische Verpflichtung gegen globale Armut vorzugehen, welche unabhängig von der Schuldfrage über die Armutssituation zu behandeln ist, scheint zunächst schwierig zu beantworten. Grund hierfür ist die weit verbreitete Ansicht darüber, dass es sich bei der Unterstützung von beispielsweise hungernden Menschen in Afrika um eine Wohltätigkeit handle statt um eine Art der Pflicht. Dies hat zur Folge, dass Menschen, die die Bereitschaft haben zu helfen, für ihre Unterstützung gelobt und für jede Spende gewürdigt werden, da es ein hohes Maß an Großzügigkeit darstellt. Parallel dazu folgen aus einer Tatenlosigkeit im Bezug auf Hungersnot negativen Konsequenzen. Nicht zu handeln, zum Beispiel mit der Nicht-Bereitschaft zu spenden, stellt in dieser Annahme keine falsche Handlung dar. Daraus ergibt sich demnach keine Negativ-Würdigung und kein schlechtes Gewissen (vgl. Singer 2007: 43).

Peter Singer allerdings widerspricht dieser Annahme und spricht sich ausdrücklich dafür aus, die Bekämpfung von Armut als eine moralische Pflicht zu behandeln. Dieser Pflicht stellt er die Annahme voran, dass es prinzipiell etwas Schlechtes aufgrund von Hungersnot, Obdachlosigkeit oder schlechter medizinischer Versorgung leiden zu müssen oder gar zu sterben. Diese Prämisse ist soweit größtenteils unumstritten. Des Weiteren gilt die Annahme, dass jeder Mensch Schlechtes verhindern sollte, wenn ihm dies möglich ist, ohne im selben Zug vergleichbaren oder höheren Schaden anzurichten. Was als vergleichbarer Schaden gilt, definiert Singer als etwas, das vorliegt, wenn mindestens einer der folgenden drei Fälle zutreffend ist; es handelt erstens um einen vergleichbaren Schaden, wenn die Handlung, welche Schlechtes wie Leid mindern soll, zeitgleich eine andere vergleichbare Situation hervorruft. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Kind Gefahr läuft von einem Löwen im Zoo gefressen zu werden, weil es in das Gehege gefallen ist, und das Kind nur zu retten wäre, würde man ein anderes Kind als Ablenkung in selbiges Gehege setzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der globalen Flucht- und Migrationsbewegungen sowie die Darlegung der Relevanz der Forschungsfrage.

2 Grundlagen: Definition zentraler Migrationsbegriffe und Erläuterung der völkerrechtlichen sowie deutschen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Migration und Schutzformen.

3 Zur ethischen Bewertung von globaler Armut und Migration: Ethische Analyse der Ursachen von Armut sowie der moralischen Argumentationslinien bezüglich der Pflicht zu helfen und der Zulässigkeit von Migrationsbeschränkungen.

4 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der ethischen Debatte und Schlussfolgerung über die moralische Notwendigkeit der Armutsbekämpfung und Unterstützung von Migranten.

Schlüsselwörter

Migration, Globale Armut, Flucht, Völkerrecht, Ethik, moralische Pflicht, David Miller, Joseph H. Carens, offene Grenzen, Entwicklungsländer, Menschenrechte, Genfer Flüchtlingskonvention, Hilfsleistung, Weltarmut, Einwanderungspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Rechtfertigung von Migration und der moralischen Verantwortung von Industrienationen gegenüber den armutsbetroffenen Regionen der Welt.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?

Die zentralen Themen umfassen die Ursachen globaler Armut, die moralische Pflicht zur Hilfeleistung sowie die philosophische Kontroverse um Einwanderungsbeschränkungen und das Recht auf freie Migration.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die moralische Einschätzung zur Wirtschaftsmigration zu klären und zu untersuchen, ob und in welchem Maße Staaten moralisch verpflichtet sind, Migranten aufzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse politik-philosophischer Texte (insbesondere von Autoren wie Peter Singer, David Miller und Joseph H. Carens) sowie rechtlicher und soziologischer Grundlagen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse globaler Armut, eine moralphilosophische Diskussion zur Pflicht zur Hilfe und eine detaillierte Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen eine freie Migration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Migration, globale Armut, ethische Verantwortung, Völkerrecht und Menschenrechte charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Völkerrechts bei der Migrationsfrage?

Das Völkerrecht bietet zwar Schutzmechanismen wie die Genfer Flüchtlingskonvention, überlässt die endgültige Entscheidung über die Aufnahme von Migranten jedoch weitestgehend dem souveränen Ermessen der Nationalstaaten.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Verantwortung der Industrienationen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aufgrund historischer Mitschuld und moralischer Prinzipien eine Verpflichtung besteht, die globale Armut zu bekämpfen, was nicht allein durch Spenden, sondern auch durch die Erleichterung von Migrationsmöglichkeiten erfolgen sollte.

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Details

Title
Wirtschaftsmigration als Gegenstand der Moral
College
University of Cologne
Grade
1,7
Author
Sontje Neldner (Author)
Publication Year
2020
Pages
48
Catalog Number
V903840
ISBN (eBook)
9783346206619
ISBN (Book)
9783346206626
Language
German
Tags
Wirtschaftsmigration Migration Flüchtlinge Asyl Asylpolitik Moral Praktische Philosophie Armut Flüchtlingswelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sontje Neldner (Author), 2020, Wirtschaftsmigration als Gegenstand der Moral, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903840
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