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Aushandeln und kontrollieren - Herrschaftspraxis im Brandenburg des 18. Jahrhunderts

Title: Aushandeln und kontrollieren   -  Herrschaftspraxis im Brandenburg des 18. Jahrhunderts

Bachelor Thesis , 2007 , 80 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor Mario Kaun (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Um das Thema Herrschaftspraxis im Brandenburg des 18. Jahrhunderts zu beschreiben, wird schnell und ohne größere Überlegungen die bisher noch weit verbreitete Lehrmeinung herangezogen: Das Brandenburg im 18. Jahrhundert, in der friderizianischen Zeit, ging vollends in Preußen und dem Absolutismus, zuweilen in einer aufgeklärten Form desselben, auf. Die ältere Forschung erschuf den Begriff des Absolutismus und vermittelte den Eindruck der uneingeschränkten Macht eines Souveräns.
Die jüngere Forschung entkräftet nach und nach die Vorstellung eines omnipotenten und omnipräsenten Herrschers, betrachtet die Herrschaftsstrukturen deutlich feinfühliger und zeigt auf, dass Herrschaft, in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsformen, nur durch Kompromisse erhalten blieb: Herrschaft ist der neueren Forschung nach als soziale Praxis zu verstehen. Herrschaft musste in erster Linie ausgehandelt und kontrolliert werden.
Um all dies besser nachzuvollziehen, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Problematik des Aushandelns und des Kontrollierens. Notwendigerweise gewährt sie einen Einblick in den bisherigen Forschungsstand zum Thema Kommunikation und Herrschaft, befasst sich mit der Begrifflichkeit des Absolutismus und mit der Geschichte Brandenburgs zur Zeit des 18. Jahrhunderts. Darüber hinaus wird herausgestellt, welche Formen der Kommunikation statt fanden und geeignet waren, um Sachverhalte auszuhandeln und zu kontrollieren, welche Wege Kommunikation ging, welche Wechselwirkung bestand und wer mit wem warum kommunizierte. Im weiteren Verlauf wird dann auf den frühneuzeitlichen Amtsträger eingegangen, der als Informationsmakler zwischen Herrscher und Beherrschten fungierte. Es soll dabei betrachtet werden, inwiefern sein Wirken Einfluss auf das Aushandeln und Kontrollieren von Herrschaft im Brandenburg des 18. Jahrhunderts hatte, welche Anerkennung ihm sowohl von Herrschern als auch von Beherrschten entgegengebracht wurde und welche soziale Stellung er innerhalb der frühneuzeitlichen Gesellschaft besaß; ob Herrschaft ohne die frühneuzeitlichen Amtsträger überhaupt durchsetzbar war. Die über der Arbeit stehende Leitfrage ist: Wie wurde Herrschaft im Brandenburg des 18. Jahrhundert praktiziert?
Die theoretischen Ausführungen sollen, neben der reichlichen Literatur zu diesem Thema, durch die handschriftlich vorliegenden Bereisungsprotokolle des Kriegsrats Cramer bei seiner Observation der Altmark aus den Jahren 1739 und 1740 belegt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Forschungsstand
    • Kommunikation als Forschungsgegenstand
    • Herrschaft als Forschungsgegenstand
    • „Absolutismus“
  • Brandenburg im 18. Jahrhundert
  • Formen der Kommunikation
    • Supplikationen
    • Bekanntmachungen
    • Dörfliche Konflikte
    • Landes- und Kirchenvisitationen
  • Der frühneuzeitliche Amtsträger als Herrschaftsgarant
    • Amtsträgerformen im frühneuzeitlichen Brandenburg
    • Aufgaben des Amtsträgers
    • Soziale Stellung der Amtsträger
    • Die Bedeutung des Amtsträgers
  • Auswertung eines Visitationsprotokolls des Krieges-Raths Cramer
  • Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Herrschaftspraxis im Brandenburg des 18. Jahrhunderts und untersucht, wie Herrschaft in dieser Zeit ausgeübt wurde. Sie fokussiert sich dabei auf die untrennbaren Prozesse der Kommunikation, des Aushandelns und des Kontrollierens, die für das Funktionieren der Herrschaft entscheidend waren.

  • Die Bedeutung der Kommunikation als Grundlage und Funktion von Herrschaft
  • Das Aushandeln von Herrschaft durch Kompromisse und Interaktion zwischen Obrigkeit und Untertanen
  • Die Rolle der Kontrolle als wesentlicher Bestandteil der Herrschaftspraxis
  • Die verschiedenen Formen der Kommunikation und ihre Bedeutung für die Herrschaftsausübung
  • Die Funktionen und Bedeutung des frühneuzeitlichen Amtsträgers als Vermittler von Herrschaft

Zusammenfassung der Kapitel

Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Forschungsgegenstand und die Leitfrage der Arbeit einführt. Anschließend werden die Forschungsstände zu Kommunikation und Herrschaft sowie zum Begriff des Absolutismus beleuchtet.

Kapitel 3 widmet sich Brandenburg im 18. Jahrhundert und beleuchtet die Entwicklung des Landes unter den Hohenzollern, insbesondere Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II.

Kapitel 4 erforscht die verschiedenen Formen der Kommunikation im frühneuzeitlichen Brandenburg, wie Supplikationen, Bekanntmachungen, dörfliche Konflikte und Landes- sowie Kirchenvisitationen.

Kapitel 5 analysiert die Funktion des frühneuzeitlichen Amtsträgers als Herrschaftsgarant, indem es seine Aufgabenbereiche, seine soziale Stellung und seine Bedeutung für die Durchsetzung, Aushandlung und Kontrolle von Herrschaft beleuchtet.

Im anschließenden Kapitel 6 wird anhand eines Visitationsprotokolls des Kriegs- und Steuerrates Cramer die Praxis des Aushandelns und Kontrollierens von Herrschaft in der Altmark veranschaulicht.

Schlüsselwörter

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Kommunikation, Herrschaft, Absolutismus, Brandenburg, 18. Jahrhundert, frühneuzeitliche Amtsträger, Herrschaftspraxis, Aushandeln, Kontrolle, Visitationsprotokolle.

Häufig gestellte Fragen

Wie wurde Herrschaft im Brandenburg des 18. Jahrhunderts praktiziert?

Herrschaft war eine soziale Praxis, die durch ständiges Aushandeln und Kontrollieren sowie durch Kompromisse zwischen dem Herrscher und den Beherrschten aufrechterhalten wurde.

War der preußische Absolutismus wirklich uneingeschränkt?

Neuere Forschungen entkräften das Bild eines omnipotenten Herrschers und zeigen, dass die Macht des Souveräns stark von Kommunikation und lokalen Akteuren abhing.

Welche Rolle spielten frühneuzeitliche Amtsträger?

Amtsträger fungierten als Informationsmakler und Herrschaftsgaranten zwischen dem König und dem Volk. Ohne sie war Herrschaft in der Fläche kaum durchsetzbar.

Was sind Supplikationen?

Supplikationen waren Bittschriften der Untertanen an die Obrigkeit, die eine wichtige Form der Kommunikation und des Aushandelns von Interessen darstellten.

Was verraten Visitationsprotokolle über die Herrschaft?

Protokolle wie die des Kriegsrats Cramer zeigen die detaillierte Beobachtung und Kontrolle des Landes und wie Sachverhalte vor Ort ausgehandelt wurden.

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Details

Title
Aushandeln und kontrollieren - Herrschaftspraxis im Brandenburg des 18. Jahrhunderts
College
University of Potsdam  (Philosophische Fakultät - Historisches Institut)
Grade
2,0
Author
Bachelor Mario Kaun (Author)
Publication Year
2007
Pages
80
Catalog Number
V90393
ISBN (eBook)
9783638029810
ISBN (Book)
9783638928052
Language
German
Tags
Aushandeln Herrschaftspraxis Brandenburg Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor Mario Kaun (Author), 2007, Aushandeln und kontrollieren - Herrschaftspraxis im Brandenburg des 18. Jahrhunderts , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90393
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