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Die deutsche Sozialdemokratie und die Reichslandproblematik während der Zabern-Affäre

Titel: Die deutsche Sozialdemokratie und die Reichslandproblematik während der Zabern-Affäre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julius Hess (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Übergriffe reichsdeutscher Soldaten im Jahr 1913 auf die Bevölkerung des 1871 vom deutschen Reich annektierten „Reichsland“ Elsass-Lothringen wurden als „Zabern-Affäre“ bekannt. Die anschließende parlamentarische und publizistische Debatte warf ein Schlaglicht auf die Haltung politischer Kreise zu Militarismus, Rechtsstaatlichkeit und „Reichslandproblematik“, der Frage nach der Rechtmäßigkeit der Annexion und der politischen Zukunft Elsass-Lothringens. Während die Sozialdemokratie in den ersten Jahren nach der Annexion noch für das Selbstbestimmungsrecht der Elsass-Lothringer gekämpft hatte, nutzte sie die Zabern-Affäre zu einer Abrechnung mit dem Militär ohne auf die „Reichslandproblematik“ einzugehen. Der erste Teil der Arbeit zeichnet den Umgang der deutschen Arbeiterbewegung mit Elsass-Lothringen in den Jahren von der Annexion bis zur Zabern-Affäre nach: Von einer an Karl Marx orientierten internationalistischen Linie über die schrittweise Akzeptanz der Verhältnisse bis zur Verteidigung des deutschen Anspruchs auf das „Reichsland“. Der zweite Teil untersucht die Parlamentsdebatten nach Zabern sowie die publizistischen sozialdemokratischen Beiträge zur Zabern-Kontroverse anhand einer eingehenden Analyse relevanter Veröffentlichungen. Es wird gezeigt, dass die Rechtmäßigkeit der Annexion kaum mehr angezweifelt wird und die „Eindeutschung“ Elsass-Lothringens das Ziel vieler Sozialdemokraten bildet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die deutsche Sozialdemokratie und die Reichslandproblematik während der Zabern-Affäre

2.1 Die Sozialdemokratie im Jahr 1913

2.2 Sozialdemokratie und Reichsland 1870 bis 1913

2.3 Die Zabern-Affäre

2.4 Die Sozialdemokratie in den Debatten nach Zabern

2.4.1 Im Reichstag

2.4.2 In Presse & Publizistik

3 Zusammenfassende Bemerkungen

4 Literaturverzeichnis

4.1 Gedruckte Quellen:

4.2 Literatur:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Haltung und das Agieren der deutschen Sozialdemokratie im Kontext der Reichslandproblematik und der sogenannten Zabern-Affäre von 1913, wobei insbesondere die Spannung zwischen dem internationalistischen Anspruch der Partei und ihrem zunehmenden Nationalisierungsprozess analysiert wird.

  • Analyse der inneren Situation der Sozialdemokratie im Jahr 1913
  • Untersuchung der SPD-Haltung zur Annexion und Politik im Reichsland
  • Bewertung der Behandlung der Zabern-Affäre durch sozialdemokratische Organe
  • Kontrastierung der Positionen reichsdeutscher und reichsländischer Sozialdemokraten
  • Reflexion des sozialdemokratischen Nations- und Vaterlandsbegriffs

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Zabern-Affäre

Bei einer Instruktion von Rekruten am 28.10.1913 äußerte der im unter-elsässischen Zabern stationierte Leutnant Günter Freiherr von Forstner gegenüber den Soldaten, er belohne das Zusammenstechen eines „Wackes“ mit einer Prämie von zehn Mark. „Wackes“ war eine beleidigend gemeinte, per Regimentsbefehl verbotene Bezeichnung für die elsässische Bevölkerung. Anfang November gelangten der Vorfall und die Namen der beteiligten Personen durch mehrere elsässische Zeitungen an die Öffentlichkeit. Die Affäre, die anfangs als „Der neueste Fall“ in einer Reihe von „Fällen, in denen Leute ihren blinden Haß gegen alles Elsässische (…) zum Ausdruck bringen“ angesehen wurde, weitete sich aus, als Forstner durch neue verbale Ausfälle von sich Reden machte und die von der elsässischen Öffentlichkeit sowie vom reichsländischen Statthalter Graf von Wedel geforderte bzw. dringend nahe gelegte Versetzung Forstners seitens der Armee abgelehnt wurde. In Zabern entlud sich der Protest im täglichen Auslachen und Hänseln der Soldaten, insbesondere Forstners, über den dazu noch peinliche, private Details stadtbekannt waren. Ende November erreichten die Ereignisse ihren Höhepunkt, ihre Resonanz verließ den reichsländischen Rahmen und die Zabern-Affäre weitete sich zur „Verfassungskrise“ aus. Zum einen wurde im Reichstag am 26.11.1913 die erste von mehreren Interpellation und Anfragen zur Behandlung der Zaberner Vorkommnisse durch die Regierung eingereicht, zum anderen griff das Zaberner Militär am Abend des 28.11.1913 sehr viel härter als zuvor gegen die unruhige Bevölkerung durch, verhaftete wahllos rund 30, zum Teil zufällig anwesende Personen und hielt sie über Nacht in Gewahrsam.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsrahmen der Zabern-Affäre als Verfassungskrise und identifiziert die Reichslandproblematik als vernachlässigten Aspekt, der im Zentrum dieser Analyse steht.

2 Die deutsche Sozialdemokratie und die Reichslandproblematik während der Zabern-Affäre: Dieses Kapitel erörtert die Ausgangslage der SPD 1913, ihre historische Haltung zur Annexion Elsaß-Lothringens sowie den Verlauf der Zabern-Affäre und deren Debatte in Reichstag und Presse.

2.1 Die Sozialdemokratie im Jahr 1913: Es wird die wirtschaftliche und politische Situation der SPD im Jahr 1913 skizziert, wobei der interne Richtungsstreit und der zunehmende Nationalisierungsprozess der Partei hervorgehoben werden.

2.2 Sozialdemokratie und Reichsland 1870 bis 1913: Dieses Kapitel beschreibt den Wandel der sozialdemokratischen Position von der strikten Ablehnung der Annexion hin zu einer pragmatischen Akzeptanz und dem Kampf um Statusverbesserungen im Reichsland.

2.3 Die Zabern-Affäre: Eine Darstellung der konkreten Vorkommnisse in Zabern und deren Eskalation zu einer reichsweiten Verfassungskrise durch das provokante Auftreten des Militärs.

2.4 Die Sozialdemokratie in den Debatten nach Zabern: Analyse der parlamentarischen und publizistischen Reaktionen der Sozialdemokratie, die den Fokus schnell auf den Kampf um Parlamentarisierung und gegen den Militarismus verlagerte.

2.4.1 Im Reichstag: Detaillierte Untersuchung der Reden sozialdemokratischer Abgeordneter im Reichstag und deren oft konträre Ansätze bezüglich der elsässischen Identität.

2.4.2 In Presse & Publizistik: Auswertung der Berichterstattung im Zentralorgan 'Vorwärts' und weiterer Schriften, welche die Affäre primär als deutsches Verfassungsproblem einordneten.

3 Zusammenfassende Bemerkungen: Das Fazit resümiert die bemerkenswerte Abstinenz der reichsdeutschen Sozialdemokratie in Bezug auf spezifische Reichslandaspekte und bestätigt den vollständigen Rückzug der Annexionsthematik aus dem sozialdemokratischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Zabern-Affäre, Sozialdemokratie, Elsaß-Lothringen, Reichsland, Militarismus, Verfassungskrise, Nationalisierung, Arbeiterbewegung, Parlamentarisierung, Annexion, Vorwärts, Preußen-Deutschland, Autonomie, Klassengegensatz, Reichstag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Haltung der deutschen Sozialdemokratie gegenüber der Reichslandproblematik im Zuge der Zabern-Affäre von 1913.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Nationalisierungsprozess der SPD, die Entwicklung der Haltung zur Annexion Elsaß-Lothringens und der Umgang der Partei mit dem Militarismus und der preußischen Verwaltung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Stellenwert der Reichslandproblematik für die Sozialdemokraten während der Krise und untersucht, inwiefern die Reaktion der SPD mit ihrer inneren Entwicklung korrespondierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Zeitungen (insb. 'Vorwärts'), stenographischen Protokollen des Reichstags sowie wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Situation der SPD 1913, den geschichtlichen Hintergrund der Reichslandproblematik sowie die inhaltliche Debatte zur Zabern-Affäre sowohl im Reichstag als auch in der sozialdemokratischen Presse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Zabern-Affäre, Sozialdemokratie, Reichsland, Militarismus, Verfassungskrise und Parlamentarisierung.

Wie unterschieden sich reichsländische und reichsdeutsche Sozialdemokraten in der Debatte?

Während reichsdeutsche Abgeordnete die Zabern-Affäre primär als deutsches Verfassungsproblem behandelten, brachten reichsländische Sozialdemokraten stärker die Perspektive der Betroffenen und die spezifischen lokalen Probleme ein.

Welche Bedeutung hatte die 'Elsaß-Lothringen-Frage' für die SPD 1913?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die ursprüngliche Kritik an der Annexion weitgehend aus dem sozialdemokratischen Diskurs verschwunden war und die Partei sich primär auf eine Eindeutschung im Rahmen eines reformierten Reiches konzentrierte.

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Details

Titel
Die deutsche Sozialdemokratie und die Reichslandproblematik während der Zabern-Affäre
Hochschule
Universität Hamburg  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Nationale Minderheiten in Deutschland im 19. Jahrhundert
Note
1,3
Autor
Julius Hess (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
29
Katalognummer
V90421
ISBN (eBook)
9783638045193
ISBN (Buch)
9783638941266
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialdemokratie Reichslandproblematik Zabern-Affäre Nationale Minderheiten Deutschland Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julius Hess (Autor:in), 2006, Die deutsche Sozialdemokratie und die Reichslandproblematik während der Zabern-Affäre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90421
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Leseprobe aus  29  Seiten
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