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Die Kommunistische Partei Großbritanniens in den Arbeitskämpfen der 1920er Jahre bis zum Generalstreik 1926

Title: Die Kommunistische Partei Großbritanniens in den Arbeitskämpfen der 1920er Jahre bis zum Generalstreik 1926

Term Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Patrick Hesse (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Warum nun eine weitere Arbeit zum selben Thema, der CPGB in den 1920er Jahren? Zwar ist seit 1991 einiges geschehen, aber wie erwähnt steckt die Forschung noch in ihren Anfängen. Das bedeutet, dass von den möglichen sujets d’interêt bis heute vielleicht eine Handvoll abgehandelt wurde, und auch anhand der bereits vorhandenen Literatur und der besser zugänglichen Quellen lässt sich wertvolles Lückenfüllen betreiben. Nötig ist das insofern, als die meisten erschienenen Werke sich auf die Untersuchung von Verbindungen und Verhältnissen zwischen der CPGB und dieser oder jener Organisation konzentrieren (oft der Komintern) oder ihren Schwerpunkt zeitlich anders setzen; hingegen ist zum Wirken der Partei selbst wenig nennenswerte Literatur vorhanden. Die wesentliche Ausnahme stellt KLUGMANNs offizielle Geschichte der Partei dar, die bereits in den 1970er Jahren mit exklusivem Quellenmaterial aufwarten konnte und die trotz ihrer deutlichen Parteilichkeit (bei hauseigenen Historikern wohl nicht zu vermeiden) einen wertvollen Beitrag zu dieser Arbeit geleistet hat.
Hier soll es nun darum gehen, das Wie und das Wodurch der Versuche der CPGB zur Beeinflussung zeitgenössischer Arbeitskämpfe exemplarisch bis zum Generalstreik 1926 zu untersuchen. Dies wird neben einer Betrachtung des Umfeldes der Partei und der entsprechenden Handicaps eine Analyse der Grundlagen dieser Haltungen (also das ideologische Fundament der CPGB) ebenso einschließen wie gegebenenfalls Explikationen im Einzelfall. Auch werden zwei Organisationen einbezogen werden, in denen die Partei einigen Einfluss besaß, namentlich das National Minority Movement (NMM) und das National Unemployed Worker’s Commitee Movement (NUWCM). Diese sind als direkt in die Arbeits(losen)kämpfe verwickelte Organisationen eine gute Messlatte für die Umsetzung der Linie aus der King Street und für deren Praktikabilität. Es wird sich dabei zeigen, dass erstens der Erfolg der britischen Kommunisten immer dort am größten war, wo sie am wenigsten bei „sich selbst“, also der versuchten Umsetzung der proletarischen Revolution waren, und dass zweitens selbst dieser beschränkte Erfolg Strategien geschuldet war, die im entscheidenden Moment einen möglichen wirklichen Erfolg zunichte machten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Die Situation der CPGB in ihren Anfängen

I.1 Gründungsumstände

I.2 Weltanschauung 1: Marxismus und Labour Socialism - die Grundlagen

I.3 Steine im Weg

II. Die CPGB in revolutionärer Aktion: 1920/21

II.1 Das Jahr 1920: Der letzte Schwung

II.2 1921: CPGB vs. roll back

III. Umorientierung und Ausweitung der Basis: Die CPGB 1922-26

III.1 Weltanschauung 2: Reflektion und Linienwechsel

III.2 Die Arbeitslosenbewegung: „A patch of light in the darkness“?

III.3 Das Minority Movement

IV. Die Bewährungsprobe: Der Generalstreik 1926

IV.1 Die Entwicklung bis 1926

IV.2 Der Streik

IV.3 Der Weg in die Isolation

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wirken und die Strategien der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB) während der Arbeitskämpfe der 1920er Jahre bis hin zum Generalstreik von 1926. Dabei wird analysiert, wie die Partei versuchte, Einfluss auf die Arbeiterbewegung zu nehmen, welche ideologischen Grundlagen ihr Handeln leiteten und inwiefern die praktische Umsetzung ihrer Linie in Organisationen wie dem National Minority Movement (NMM) und dem National Unemployed Worker's Committee Movement (NUWCM) erfolgreich war.

  • Die ideologische Fundierung der CPGB im Vergleich zum britischen Labour Socialism.
  • Die Rolle der CPGB in der Arbeitslosenbewegung der 1920er Jahre.
  • Der Einfluss des britischen Büros der Roten Gewerkschafts-Internationale (RILU) auf die Gewerkschaftsarbeit.
  • Die strategische Ausrichtung der CPGB während des Generalstreiks 1926.
  • Das Spannungsfeld zwischen revolutionärem Anspruch und praktischer politischer Mobilisierung.

Auszug aus dem Buch

II.1 Das Jahr 1920: Der letzte Schwung

Die Gründungsumstände der Partei waren trotz einiger Probleme durchaus günstig. Der Krieg war vorbei und wurde von einer kurzen wirtschaftlichen Boomphase gefolgt, die bis etwa Mitte 1920 anhielt. Diese war gleichzeitig auch eine Phase gesteigerter gesellschaftlicher Unruhe: Zwischen 1919 und 1921 gab es fast 150 Millionen Streiktage. Das führte dazu, dass im Zuge der beschriebenen Klarifizierung der Ausrichtung sich auch die Sozialdemokratie in Gestalt der LP gezwungen sah, ihr Programm auf gemeinsamen Besitz an Produktionsmitteln hin zu ändern. Das wurde von ihr zwar nie ernsthaft verfolgt, jedoch lässt ein solcher Vorgang auf eine gewisse Grundstimmung in ihrem Milieu – der Arbeiterschaft - schließen.

Dennoch war die erste Bewährungsprobe der CPGB nicht ein Arbeitskampf, sondern die sich im Sommer 1920 rapide verschlechternden Beziehungen Großbritanniens zur Sowjetunion; die Regierung erwog, nochmals in den Krieg gegen die Revolution zu intervenieren. Lord Curzons Ultimatum vom 03.08. bescherte der Partei eine turbulente erste Woche, in der sich die Kommunisten erstmals in den landesweiten und zahlreichen Hands off Russia- Komitees profilieren konnten. Da sich das gesamte Arbeiterbewegungsspektrum inklusive der Gewerkschaften an den Aktionen beteiligte und mit einem Generalstreik drohte, waren die über 350 Komitees erfolgreich: Die Regierung sah von einem erneuten Eingreifen in den Krieg ab.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die historiographischen Voraussetzungen zur Erforschung der CPGB nach der Öffnung der Archive und definiert den Fokus der Untersuchung auf die 1920er Jahre.

I. Die Situation der CPGB in ihren Anfängen: Behandelt die Gründungskonferenz 1920, die ideologische Abgrenzung zum Labour Socialism und die strukturellen Probleme der jungen Partei.

II. Die CPGB in revolutionärer Aktion: 1920/21: Analysiert den ersten politischen Aktivismus der Partei während der Konflikte um die Sowjetunion und den Bergarbeiterstreik 1920.

III. Umorientierung und Ausweitung der Basis: Die CPGB 1922-26: Beschreibt den strategischen Wandel zur united front-Politik und den Aufbau von Vorfeldorganisationen wie dem NUWCM und dem NMM.

IV. Die Bewährungsprobe: Der Generalstreik 1926: Untersucht die Rolle der CPGB während des Generalstreiks, dessen Scheitern und die daraus resultierende Isolation der Partei.

Schlussbetrachtung: Reflektiert die Erfolglosigkeit der CPGB als Massenbewegung und die fatale Konsequenz der späteren Fixierung auf das dogmatische class against class.

Schlüsselwörter

CPGB, Kommunistische Partei Großbritanniens, Generalstreik 1926, Arbeitskämpfe, Gewerkschaften, Labour Party, Komintern, united front, National Minority Movement, NMM, NUWCM, Klassenkampf, 1920er Jahre, Arbeiterbewegung, Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Strategie und den Einfluss der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB) in den 1920er Jahren, insbesondere während bedeutender Arbeitskämpfe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen das ideologische Fundament der CPGB, ihr Verhältnis zur Labour Party und zu den Gewerkschaften sowie die Wirksamkeit ihrer Vorfeldorganisationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, wie und mit welchen Methoden die CPGB versuchte, zeitgenössische Arbeitskämpfe zu beeinflussen, und warum ihr dies bis zum Generalstreik 1926 nur begrenzt gelang.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine historische Analyse durch, die auf der Auswertung vorhandener Forschungsliteratur sowie zeitgenössischer Quellen basiert, um das Wirken der Partei in ihrem historischen Kontext zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die frühen Anfänge der CPGB, ihre revolutionären Aktionen 1920/21, die Phase der Umorientierung und Basisarbeit von 1922 bis 1926 sowie die Bewährungsprobe während des Generalstreiks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem CPGB, Generalstreik 1926, Klassenkampf, united front, Gewerkschaftsbewegung und Arbeiterbewegung.

Warum war der Einfluss der CPGB trotz der Bedeutung der UdSSR begrenzt?

Die CPGB litt unter einer geringen Mitgliederzahl, ständiger finanzieller Abhängigkeit von der Komintern sowie der starken Bindung der britischen Arbeiterschaft an die Labour Party und ihre reformistischen Gewerkschaftsführer.

Welche Rolle spielte das NUWCM für die Partei?

Das National Unemployed Worker's Committee Movement (NUWCM) diente der Partei dazu, Arbeitslose zu organisieren, Streikbruch zu verhindern und Einfluss in die Arbeiterbewegung zu tragen, auch wenn seine Rolle als revolutionäre Organisation in der Forschung kontrovers diskutiert wird.

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Details

Title
Die Kommunistische Partei Großbritanniens in den Arbeitskämpfen der 1920er Jahre bis zum Generalstreik 1926
College
University of Freiburg  (Seminar für Geschichte)
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Patrick Hesse (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V90430
ISBN (eBook)
9783638045285
Language
German
Tags
Kommunistische Partei Großbritanniens Arbeitskämpfen Jahre Generalstreik Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Hesse (Author), 2005, Die Kommunistische Partei Großbritanniens in den Arbeitskämpfen der 1920er Jahre bis zum Generalstreik 1926, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90430
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