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Die Wahrheitskommissionen in Guatemala und die Rolle der UNO im guatemaltekischen Friedensprozess

Titre: Die Wahrheitskommissionen in Guatemala und die Rolle der UNO im guatemaltekischen Friedensprozess

Dossier / Travail , 2001 , 22 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Schwarz (Auteur)

Politique - Sujet: Paix et Conflits, Sécurité
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Im Jahre 1996 wurde mit der Unterzeichnung der Friedensabkommen in Guatemala der längste und einer der blutigsten Bürgerkriege Lateinamerikas beendet. Obgleich zwischen den beiden Konfliktparteien sehr ungleiche militärische Kräfteverhältnisse herrschten, resultierten die Verhandlungen in einem umfassenden Friedensvertrag, dessen reale Umsetzung weitreichende sozioökonomische Reformen, eine Demokratisierung des Regierungssystems und zahlreiche Verbesserung für die von Armut betroffene Bevölkerung – in der Mehrzahl indigene Campesinos im ländlichen Raum – bedeutet hätte.

Inwieweit hat das Einwirken eines internationalen Akteurs wie der UNO zum Zustandekommen dieses Friedensvertrags beigetragen? Und welchen Beitrag leistete die UNO zu einer langfristigen Versöhnung in einem Land, dessen Geschichte von Repressioin, sozialer Ungleichheit und Rassismus geprägt ist?

Im Folgenden soll die Rolle der UNO im guatemaltekischen Verhandlungs- und Friedensprozess beleuchtet werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aspekt der Aufarbeitung der Vergangenheit durch die von der UNO geleitete "Kommission zur geschichtlichen Aufklärung" (Comisión de Esclarecimiento Histórico - CEH), deren Einrichtung in den Friedensabkommen vereinbart wurde.

Die Arbeit gibt dabei zunächst einen Überblick über die politikwissenschaftlichen Diskussionen um Versöhnung und Demokratisierung und die Rolle von Wahrheitskommissionen in diesen Prozessen.

Vor diesem Hintergrund wird anschließend der Friedensprozess in Guatemala im internationalen Kontext umrissen und die Arbeit der CEH dargestellt und analysiert. In einem Exkurs wird dabei auch auf die parallel arbeitende Wahrheitskommission der katholischen Erzdiözese Guatemalas eingegangen, deren Projekt der "Wiedergewinnung der geschichtlichen Erinnerung" (Recuperación de la Memoria Histórica - REMHI) sich im Gegensatz zur CEH auf die kontinuierliche pastorale und soziale Arbeit in den vom Konflikt betroffenen Gemeinden stützen konnte.

In einer Schlußbetrachtung wird die Arbeit der Wahrheitskommissionen diskutiert und der Frage nachgegangen, inwieweit der politische Prozess in Guatemala überhaupt den dargestellten Versöhnungskonzepten gerecht wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. THEORETISCHE HINTERGRÜNDE

2.1. Strafverfolgung und Demokratisierung

2.2. Wahrheitsfindung und Versöhnung

2.3. Wahrheitskommissionen

3. HINTERGRÜNDE UND RAHMENBEDINGUNGEN DES ENGAGEMENTS DER UNO

4. DER VERHANDLUNGS- UND FRIEDENSPROZESS IN GUATEMALA

4.1. Die Hintergründe: Der bewaffnete Konflikt in Guatemala

4.2. Die militärische Situation zu Verhandlungsbeginn

4.3. Der Verhandlungsprozess

4.3.1. Die Rolle der UNO

4.3.2. Die Rolle der Zivilgesellschaft

4.3.3. Die einzelnen Teilabkommen

5. DIE WAHRHEITSKOMMISSIONEN

5.1. Exkurs: REMHI - eine Wahrheitskommission zivilgesellschaftlicher Initiative

5.2. Die CEH - Kommission zur Aufklärung der Vergangenheit unter UNO-Vorsitz

5.3. Reaktionen auf die Ergebnisse der CEH

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Vereinten Nationen im guatemaltekischen Friedensprozess, mit einem besonderen Fokus auf die Aufarbeitung der Vergangenheit durch Wahrheitskommissionen. Dabei wird analysiert, inwieweit das internationale Engagement dazu beigetragen hat, die gesellschaftliche Versöhnung nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg zu fördern, und welche Grenzen diese Bemühungen angesichts struktureller Ungleichheiten und politischer Machtverhältnisse erfuhren.

  • Die Rolle der UNO als Vermittler und Garant im Friedensprozess
  • Strukturelle Ursachen des guatemaltekischen Bürgerkriegs
  • Die Funktion und der Einfluss von Wahrheitskommissionen (REMHI und CEH)
  • Das Spannungsfeld zwischen Straflosigkeit, Gerechtigkeit und Versöhnung
  • Die Bedeutung der Zivilgesellschaft bei der Friedensgestaltung

Auszug aus dem Buch

2.1. Strafverfolgung und Demokratisierung

Für jede Gesellschaft, die sich in der Transition von einem autoritären zu einem demokratischen System befindet oder soeben einen Bürgerkrieg beendet hat, stellt sich die Frage, wie sie mit den Menschenrechtsverletzungen des vormaligen Regimes bzw. der Konfliktparteien umgehen soll. In der Diskussion, ob eine strafrechtliche Verfolgung der Täter stattfinden oder ob eine weitreichende Amnestie ausgesprochen werden soll, lassen sich zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze unterscheiden – Max Weber definiert diese als den gesinnungsethischen und den verantwortungsethischen Ansatz.

Der gesinnungsethische Ansatz stellt dem gegenüber, dass eine Demokratie, welche ihren Bürgern keine Gerechtigkeit verschaffen könne, und in der die vormals Mächtigen immer noch illegitimen Einfluss ausüben, keine Demokratie im eigentlichen Sinne sei. Wenn aus strategischen Gründen kurzfristig auf eine Bestrafung der Täter verzichtet werde, so müsse die Thematik zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das demokratische System stabilisiert sei, wieder aufgenommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des guatemaltekischen Bürgerkriegs und die Fragestellung nach dem Beitrag der UNO zum Friedensprozess.

2. THEORETISCHE HINTERGRÜNDE: Auseinandersetzung mit Konzepten zu Strafverfolgung, Demokratisierung und der Funktion von Wahrheitskommissionen.

3. HINTERGRÜNDE UND RAHMENBEDINGUNGEN DES ENGAGEMENTS DER UNO: Analyse der Rolle und des Mandats der UNO nach dem Ende des Kalten Krieges.

4. DER VERHANDLUNGS- UND FRIEDENSPROZESS IN GUATEMALA: Detaillierte Betrachtung des Konflikts, der Akteure und der einzelnen Abkommen auf dem Weg zum Frieden.

5. DIE WAHRHEITSKOMMISSIONEN: Untersuchung der parallelen Arbeit von REMHI und der offiziellen, UNO-gestützten Kommission CEH.

6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Kritische Würdigung des Einflusses internationaler Akteure und der Persistenz struktureller Probleme in Guatemala.

Schlüsselwörter

Guatemala, Friedensprozess, UNO, Wahrheitskommission, CEH, REMHI, Menschenrechtsverletzungen, Versöhnung, Demokratisierung, Bürgerkrieg, Straflosigkeit, Zivilgesellschaft, soziale Gerechtigkeit, soziale Ungleichheit, Friedensabkommen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den guatemaltekischen Friedensprozess und die Rolle der Vereinten Nationen bei der Beendigung des Bürgerkriegs sowie der anschließenden Aufarbeitung der Vergangenheit durch Wahrheitskommissionen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Transition von einem autoritären Regime bzw. Bürgerkrieg hin zur Demokratie, die Rolle internationaler Vermittlung durch die UNO sowie das schwierige Spannungsfeld zwischen Amnestie und Gerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Beitrag der UNO zur langfristigen Versöhnung in Guatemala zu bewerten und die Wirkung der Wahrheitskommissionen kritisch zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der Friedens- und Konfliktforschung auf den empirischen Fall Guatemalas anwendet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil thematisiert?

Der Hauptteil beleuchtet die Hintergründe des Konflikts, die Verhandlungsdynamiken, die Einbeziehung der Zivilgesellschaft und die spezifischen Arbeitsweisen der Kommissionen REMHI und CEH.

Wie definieren sich die Schlüsselwörter der Arbeit?

Die Begriffe umfassen sowohl Akteure (UNO, CEH) als auch zentrale Konzepte (Wahrheitsfindung, Versöhnung) und den spezifischen nationalen Kontext (Guatemala, Bürgerkrieg).

Warum war die Einbeziehung der Zivilgesellschaft laut Autor so bedeutsam?

Die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Gruppen, insbesondere durch die Versammlung der Zivilgesellschaft (ASC), wird als entscheidender Impuls für eine grundlegende Demokratisierung und zur Thematisierung struktureller Probleme gesehen.

Welches Fazit zieht die Arbeit zur Wirksamkeit der Wahrheitskommissionen?

Obwohl die Kommissionen wertvolle Fakten lieferten, stellt der Autor fest, dass eine echte gesellschaftliche Versöhnung ohne den Abbau tief verwurzelter struktureller Ungleichheiten und bei fortbestehender Straflosigkeit kaum realisierbar ist.

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Résumé des informations

Titre
Die Wahrheitskommissionen in Guatemala und die Rolle der UNO im guatemaltekischen Friedensprozess
Université
University of Freiburg
Note
1,0
Auteur
Christoph Schwarz (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
22
N° de catalogue
V90432
ISBN (ebook)
9783638045308
ISBN (Livre)
9783638941303
Langue
allemand
mots-clé
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Sécurité des produits
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Citation du texte
Christoph Schwarz (Auteur), 2001, Die Wahrheitskommissionen in Guatemala und die Rolle der UNO im guatemaltekischen Friedensprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90432
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Extrait de  22  pages
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