In meiner Hausarbeit befasse ich mich mit den beiden wohl bekanntesten Formen von Essstörungen: Der Magersucht (Anorexia nervosa) und der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa).
Da der Großteil der von Essstörungen betroffener Personen weiblich ist, bleiben männliche Betroffene im folgenden Text unberücksichtigt, viele Aussagen sind aber auch auf diese Gruppe von Essgestörten übertragbar.
Nach einer kurzen Einführung und einem Einblick in die Familienbeziehungen beschäftige ich mich im Mittelteil detailliert mit der Subjektivität magersüchtiger und bulimischer Frauen und deren Beziehung zu ihrem Körper, da mich dieser Bereich im Rahmen des Seminar besonders interessiert hat und ich über manche Zusammenhänge wirklich überrascht war.
Abschließend gehe ich dann auf die Folgen von Anorexie und Bulimie ein und geben einen kurzen Überblick über Therapiemöglichkeiten und –ziele.
Wichtig ist noch, dass in einigen Bereichen keine genaue Abgrenzung zwischen diesen beiden Formen von Essstörungen möglich ist und es daher im Laufe der Hausarbeit zu Wiederholungen und Überschneidungen kommen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Krankheitsbild
2.1. Anorexia nervosa (Magersucht)
2.2. Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
3. Familienbeziehungen
3.1. Anorexie
3.2. Bulimie
4. Subjektivität und Körperwahrnehmung
4.1. Anorexie
4.2. Bulimie
4.3. Zusammenfassung
5.Folgen und Therapie
5.1. Folgen
5.1.1. Anorexie
5.1.2. Bulimie
5.2. Therapie
5.2.1. Anorexie
5.2.2. Bulimie
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Hintergründe und familiären Einflüsse bei Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, um die subjektive Körperwahrnehmung der Betroffenen zu beleuchten und Therapiemöglichkeiten sowie Präventionsansätze aufzuzeigen.
- Krankheitsbilder und Abgrenzung von Anorexie und Bulimie
- Einfluss von Familienbeziehungen auf die Entstehung von Essstörungen
- Subjektive Körperwahrnehmung und das Konzept des "Anerkennungsparadoxons"
- Physische und psychische Langzeitfolgen der Erkrankungen
- Therapeutische Ansätze und Bedeutung der Prävention
Auszug aus dem Buch
4.1. Anorexie
Den Einstieg in die Anorexie bildet häufig eine Diät, die aufgrund der körperlichen Veränderungen in der Pubertät begonnen wird. In diesem Zusammenhang erleben die Betroffenen erstmals, was es bedeutet autonom zu sein und selbst für etwas verantwortlich zu sein, ohne dass sich Außenstehende einmischen. Zusätzlich verstärkt die Anerkennung, die ihnen aufgrund ihrer Disziplin und Schlankheit entgegengebracht wird, das positive Gefühl, das mit dem durch die Diät erzielten Gewichtsverlust verbunden ist.
Um ein konstantes Erleben dieser neuen Autonomie und des neuen Selbstwertgefühls zu sichern, wird das Fasten fortgesetzt. Das Gefühl, den eigenen Körper und seine Bedürfnisse kontrollieren zu können, macht die Betroffenen stark.
Es gelingt ihnen, eine Grenze zwischen sich und ihrer Umwelt aufrechtzuerhalten, ohne sich von geliebten Menschen trennen zu müssen. Mithilfe der Anorexie ist es ihnen möglich, drei Ziele, die sich für unvereinbar hielten zu verwirklichen: Das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit in ihrer Rolle als Kind, ein nach wie vor harmonischen Familienleben und ein neues Erleben von Autonomie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die beiden Hauptformen der Essstörungen vor und definiert den Fokus auf die weibliche Betroffenengruppe sowie die psychologischen Schwerpunkte der Arbeit.
2. Krankheitsbild: Hier werden die medizinischen und psychologischen Definitionen von Anorexia nervosa und Bulimia nervosa sowie deren Kernmerkmale erläutert.
3. Familienbeziehungen: Dieses Kapitel analysiert, wie familiäre Strukturen, das Streben nach Harmonie oder elterliches Verhalten die Entstehung und Entwicklung von Essstörungen begünstigen.
4. Subjektivität und Körperwahrnehmung: Hier wird der Zusammenhang zwischen Identitätsentwicklung, Autonomiebestreben und der entfremdeten Sicht auf den eigenen Körper bei Betroffenen analysiert.
5.Folgen und Therapie: Dieser Abschnitt beschreibt die physischen sowie psychischen Folgeschäden und diskutiert die unterschiedlichen therapeutischen Ansätze zur Wiederherstellung eines gesunden Essverhaltens.
6. Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit frühzeitiger Prävention und Aufklärung durch Eltern, Lehrer und Erzieher, um dem Anstieg essgestörter Personen entgegenzuwirken.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Essstörungen, Körperwahrnehmung, Autonomie, Familienbeziehungen, Prävention, Therapie, Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Anerkennungsparadoxon, Perfektionismus, Mangelernährung, Identitätsentwicklung, Gewichtsabnahme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Aspekten und familiären Ursachen der zwei bekanntesten Essstörungen, Anorexia nervosa und Bulimia nervosa.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Krankheitsbilder, der Einfluss der familiären Bindungen, die verzerrte Körperwahrnehmung der Betroffenen sowie die gesundheitlichen Folgen und Therapiemöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die innere Motivation der Patientinnen zu entwickeln und aufzuzeigen, warum Prävention im Kindesalter entscheidend ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Aufarbeitung klinischer Konzepte zum Verständnis von Essstörungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Subjektivität der Erkrankten, die familiären Hintergründe sowie die körperlichen Folgen und die therapeutische Vorgehensweise detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Autonomie, Körperwahrnehmung, Anerkennungsparadoxon, Anorexie, Bulimie und Familiendynamik.
Was versteht die Autorin unter dem "Anerkennungsparadoxon"?
Es beschreibt die unauflösbare Spannung zwischen dem Wunsch nach Autonomie und der gleichzeitigen, oft unterbewussten Abhängigkeit von Anerkennung durch das soziale Umfeld.
Warum spielt die Familiendynamik eine so entscheidende Rolle bei der Entstehung?
Die Arbeit zeigt, dass oft ein Mangel an Autonomieentwicklung und ein hoher Leistungsdruck in der Familie dazu führen, dass Kinder über das Essverhalten versuchen, Kontrolle über ihr eigenes Leben zu gewinnen.
- Quote paper
- Sarah Mösker (Author), 2004, Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90515