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"Theorie unmittelbaren konkreten Lebens" - Zur Konzeption und Kritik der politischen Theologie Carl Schmitts

Title: "Theorie unmittelbaren konkreten Lebens" - Zur Konzeption und Kritik der politischen Theologie Carl Schmitts

Diploma Thesis , 2000 , 127 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Jur. Univ., Mag. theol. Wolfgang Spindler (Author)

Theology - Systematic Theology
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Die Politische Theologie Carl Schmitts hat seit dem Erscheinen der gleichnamigen Schrift von 1922 vielfältige, zum Teil einander widersprechende Interpretationen erfahren. Vorliegende Arbeit legt Schmitts Konzept frei, indem sie die "Politische Theologie" in den Kontext seines Frühwerks einordnet und erstmals die verschiedenen kritischen Interpretationsansätze systematisiert, um diese einer ausführlich begründeten "Gegenkritik" zu unterziehen. Die Studie profitiert von einer profunden Kenntnis der Primär- und Sekundärliteratur aus dem engmaschigen Beziehungsgeflecht von Rechtswissenschaft, Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft. Auf diese Weise leistet sie einen wichtigen, über die Fachgrenzen der (katholischen) Theologie weit hinausragenden Beitrag zur Klärung des bis heute umstrittenen Begriffs der Politischen Theologie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Hinführung zum Thema und Motivation

B. Die politische Theologie im Kontext der Lehre von der Souveränität

I. Begriff und Problem der Souveränität

II. Souveränität als Problem der Rechtsform und der Entscheidung

III. Politische Theologie als Soziologie juristischer Begriffe

1. Säkularisierung und Strukturanalogie

2. Berufstypologie (M. Weber) oder Strukturidentität von Staatsbegriff und politischer Wirklichkeit (C. Schmitt)?

3. Entwicklung des neuzeitlichen Souveränitätsbegriffs bis zur französischen Revolution

4. Der Souveränitätsbegriff nach der französischen Revolution

IV. Die politische Theologie der Gegenrevolution

C. Die „Politische Theologie“ im Kontext der Frühschriften von 1919 bis 1927

I. Okkasionalismus und bürgerliche Sekurität: „Politische Romantik“ (1919)

II. Rechtsform versus Rechtsverwirklichungsnorm: „Die Diktatur — von den Anfängen des modernen Souveränitätsgedankens bis zum proletarischen Klassenkampf (1921)

III. Integrationskraft des Formalen: „Römischer Katholizismus und politische Form“ (1923)

IV. Demokratie versus Diskussionsglauben: „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus (1923)

1. Die liberalistische Metaphysik des Parlamentarismus

2. Irrationalistische Mythos-Theorie und gegenrevolutionäre Eschatologie als politisch-theologische Negationen der liberalistischen Parlamentarismus-Metaphysik

V. Freund und Feind: „Der Begriff des Politischen“ (1927)

D. Deutung und Kritik: die Hauptlesarten der Politischen Theologie Schmitts und ihre ,gegenkritische’ Würdigung

I. Politische Theologie als Rechtsideologie

1. Darstellung

2. Kritische Würdigung

II. Politische Theologie als irrationalistische (okkasionalistische/nihilistische/agnostizistische/ästhetizistische) Staatslehre

1. Darstellung

2. Kritische Würdigung

III. Politische Theologie als politische Theorie

1. Darstellung

2. Kritische Würdigung

IV. Politische Theologie als katholische Theologie

1. Darstellung

2. Kritische Würdigung

V. Politische Theologie als politische Mythologie

1. Darstellung

2. Kritische Würdigung

VI. Politische Theologie als juristische Erkenntnislehre

1. Darstellung

E. Synthese: Was ist Politische Theologie nach Carl Schmitt?

I. Die Unausweichlichkeit des Politischen

II. Die Unausweichlichkeit des Theologischen: Die Theologik staatsrechtlicher Begriffe

1. Theologische und (staats-) rechtliche Begrifflichkeit

2. Analogien

3. Säkularisierung

III. Preisgabe des Theologischen zugunsten des Mythos? Zur Rationalität einer „Theorie unmittelbaren konkreten Lebens“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Werk Carl Schmitts, um zu klären, was Schmitt unter dem Begriff "Politische Theologie" versteht. Das primäre Ziel ist es, Schmitts Thesen in den Gesamtkontext seiner frühen Arbeiten (1919-1927) einzuordnen und anschließend eine Systematisierung der wissenschaftlichen Kritik an seinem Werk vorzunehmen, um ein fundiertes Verständnis seiner politischen Theologie zu gewinnen.

  • Die Analyse der Souveränitätslehre und des Ausnahmezustands bei Carl Schmitt.
  • Die Untersuchung der Säkularisierungsthese und der strukturellen Analogien zwischen Theologie und Staatslehre.
  • Die Erarbeitung der Hauptlesarten und kritischen Würdigungen von Schmitts politischer Theologie in verschiedenen Disziplinen.
  • Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Dezisionismus, Mythos und politischer Entscheidung.
  • Die Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich der Bedeutung von Politik und Theologie in Schmitts Werk.

Auszug aus dem Buch

I. Begriff und Problem der Souveränität

Im ersten Kapitel der „Politischen Theologie“ wendet sich Schmitt gegen die lehrbuchartige Gewohnheit der Staatsrechtler, Souveränität mit Hilfe eines „abstrakte(n) Schema(s)“ zu definieren. Der Souveränität als einem „Grenzbegriff“, einem „Begriff der äußersten Sphäre“, glaubt Schmitt allein im Hinblick auf seine „konkrete Anwendung“ gerecht werden zu können. Deshalb setzt er an den Anfang seine Traktates den apodiktischen, berühmt gewordenen Satz: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“

Offen bleibt — und hier zeigt sich bereits Schmitts Vorliebe für vieldeutige, schillernde Formulierungen —, ob mit „Souverän“ der gewählte oder eingesetzte Repräsentant des Staates oder eine gar illegale (aber womöglich legitime) Machtinstanz gemeint ist; das Wort kann aber auch adjektivisch aufgefaßt werden, womit die Aussage eine noch grundsätzlichere, über den staatsrechtlichen Souveränitätsbegriff hinausgehende Konnotation erhielte. Souveränität erweist sich nach Schmitt jedenfalls nicht am Normalfall, sondern am „Ausnahmezustand“.

Darunter versteht er nicht schon jede Notverordnung, jede politische Notstandsmaßnahme oder jeden Belagerungszustand, sondern — als einen allgemeinen staatsrechtlichen Begriff — die prinzipiell unbegrenzte Befugnis zur Suspension der gesamten bestehenden Ordnung. Diese Befugnis umfaßt sowohl die Feststellung, daß ein außerhalb der Rechtsordnung stehender Notfall vorliegt, als auch die Festlegung dessen, wie dieser zu beseitigen ist. In dieser zweifachen Kompetenz ist das Handlungssubjekt vollkommen frei, weil die Extremsituation zwar abstrakt als ein „Fall äußerster Not, Gefährdung der Existenz des Staates oder dergleichen“ ausgedrückt, nicht aber in einen konkreten legislatorischen Tatbestand gefaßt werden kann. Die Verfassung kann allenfalls bestimmen, wer handeln soll; eine Garantie, daß gehandelt wird, oder daß nicht ein anderer handelt, gibt es freilich nicht; das liegt in der Konsequenz des Schmittschen Gedankens.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Hinführung zum Thema und Motivation: Einleitung in die Relevanz der Carl-Schmitt-Debatte und Darstellung der Motivation der Arbeit, die Konzepte hinter der "Politischen Theologie" zu durchleuchten.

B. Die politische Theologie im Kontext der Lehre von der Souveränität: Untersuchung von Schmitts Souveränitätsbegriff und dessen Verankerung in soziologischen und juristischen Beziehungsgeflechten.

C. Die „Politische Theologie“ im Kontext der Frühschriften von 1919 bis 1927: Einordnung der Politischen Theologie in den Gesamtkontext der frühen Werke Schmitts, insbesondere im Hinblick auf Diktatur, Parlamentarismus und Katholizismus.

D. Deutung und Kritik: die Hauptlesarten der Politischen Theologie Schmitts und ihre ,gegenkritische’ Würdigung: Systematische Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen wissenschaftlichen Interpretationen der politischen Theologie Schmitts.

E. Synthese: Was ist Politische Theologie nach Carl Schmitt?: Zusammenführende Synthese, die die Unausweichlichkeit des Politischen und Theologischen sowie die Rolle des Mythos reflektiert.

Schlüsselwörter

Carl Schmitt, Politische Theologie, Souveränität, Ausnahmezustand, Dezisionismus, Säkularisierung, Rechtsphilosophie, Liberalismuskritik, Politische Theorie, Politische Mythologie, Rechtsstaat, Parlamentarismus, Katholizismus, Politische Entscheidung, Staatstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Carl Schmitts Begriff der "Politischen Theologie" und untersucht dessen Konzeption sowie die wissenschaftliche Kritik daran.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Lehre von der Souveränität, die Strukturanalogie zwischen Theologie und Jurisprudenz, das Verständnis von Diktatur und Parlamentarismus sowie die Rezeption Schmitts in der politischen Philosophie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Systematisierung des Verständnisses von Schmitts Politische Theologie durch eine Einordnung in seine Frühschriften und die Aufarbeitung der verschiedenen Forschungsperspektiven.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?

Der Autor nutzt eine systematische Aufarbeitung und Gegenüberstellung wissenschaftlicher Literatur und Quellen aus den Originalwerken Schmitts, um Ordnung in die Vielzahl der Interpretationen zu bringen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im ersten Hauptteil wird die Schrift von 1922 (Politische Theologie) kontextualisiert. Im zweiten Hauptteil werden verschiedene Lesarten – von Rechtsideologie bis Politische Mythologie – dargestellt und kritisch gewürdigt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Souveränität, Dezisionismus, Ausnahmezustand, Säkularisierung, Rechtsform und das Freund-Feind-Schema.

Warum ist Schmitts Souveränitätsbegriff so bedeutsam für die Arbeit?

Er bildet den Ausgangspunkt der Argumentation, da Schmitt die Souveränität nicht über abstrakte Normen, sondern über die Entscheidung im Ausnahmezustand definiert.

Inwieweit spielt die römisch-katholische Kirche eine Rolle für Schmitt?

Schmitt sieht in der römisch-katholischen Kirche ein Modell institutioneller Stabilität und einer "politischen Idee", die als Repräsentationsinstanz und "complexio oppositorum" dient.

Wie bewertet der Autor die Verbindung von Politik und Mythos?

Der Autor zeigt auf, dass der Mythos für Schmitt eine "rationale" Funktion bei der Mobilisierung politischer Kräfte erfüllt, ohne jedoch mit diesem gleichzusetzen.

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Details

Title
"Theorie unmittelbaren konkreten Lebens" - Zur Konzeption und Kritik der politischen Theologie Carl Schmitts
College
University of Vienna
Grade
1,0
Author
Dipl.-Jur. Univ., Mag. theol. Wolfgang Spindler (Author)
Publication Year
2000
Pages
127
Catalog Number
V90525
ISBN (eBook)
9783638047876
ISBN (Book)
9783638944007
Language
German
Tags
Theorie Lebens Konzeption Kritik Theologie Carl Schmitts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Jur. Univ., Mag. theol. Wolfgang Spindler (Author), 2000, "Theorie unmittelbaren konkreten Lebens" - Zur Konzeption und Kritik der politischen Theologie Carl Schmitts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90525
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