In dieser Arbeit sollen nun einige Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man die wirtschaftlichen Erscheinungen im Rahmen einer Großveranstaltung erfassen kann. Die Ermittlung beinhaltet, die monetäre Quantifizierung von ökonomischen Auswirkungen einer Veranstaltung, und die daraus resultierenden Effekte für die ausrichtende Region.
Die Instrumente des Eventcontrollings werden in dieser Untersuchung den Bereich des Eventsgeländes verlassen und eine volkswirtschaftliche Sichtweise annehmen. Die Budgetplanungs- und Kontrollinstrumente einer Veranstaltung geraten somit in den Hintergrund. Die Frage ist mit welchen Instrumenten sich die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer Veranstaltung exakt messen lassen oder gibt es Ansätze von Methoden, welche die Gesamtheit der Effekte einer Veranstaltung erfassen können.
Als Grundlage für die Vorstellung der Instrumente, werden in Abschnitt 2 die Auswirkungen bzw. Effekte aufgegliedert und die Ausprägungen der ökonomischen Effekte erläutert. Ebenso werden Voraussetzungen für die Messung von Auswirkungen beschrieben und deren Abhängigkeit untereinander veranschaulicht.
In Abschnitt 3 folgen dann ausgewählte Instrumente, die bisher in den Studien von ökonomischen Auswirkungen von Events verwendetet wurden, vorgestellt.
Zum Abschluss dieser Arbeit werden die Perspektiven der Methoden aus Abschnitt 3 dargelegt und Entwicklungsfelder angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1 . EINLEITUNG
2. EFFEKTE BZW. AUSWIRKUNGEN EINES EVENTS/GROßVERANSTALTUNG
2.2. DIE ÖKONOMISCHEN EFFEKTE EINER VERANSTALTUNG
2.1.1. Externe Effekte der Veranstaltung
2.1.2. Veranstaltungseffekte
2.2. ABGRENZUNG DER EFFEKTE
2.2.1. zeitliche Abgrenzung
2.2.2. räumliche Abgrenzung
2.2.3. frequenzielle Abgrenzung
2.3. VOLKSWIRTSCHAFTLICHE EFFEKTE
3. INSTRUMENTE ZUR MESSUNG DER ÖKONOMISCH EFFEKTE
3.1. METHODE DES VERGLEICHES
3.2. MULTIPLIKATORENANALYSE
3.3. KOSTEN-NUTZEN-ANALYSE (KNA)
3.4. INPUT-OUTPUT-ANALYSE (IOA)
3.5. EVENT-SCORECARD – SPORTEVENT-SCORECARD
4. FAZIT & PERSPEKTIVEN DER INSTRUMENTE ZUR MESSUNG ÖKONOMISCHER EFFEKTE
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Erfassung und Quantifizierung ökonomischer Auswirkungen von Großveranstaltungen und Events aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive. Ziel ist es, die bestehenden Instrumente des Eventcontrollings kritisch zu analysieren und deren Eignung zur Messung der Gesamtheit dieser Effekte zu prüfen.
- Systematische Einordnung ökonomischer Event-Effekte
- Kriterien für die zeitliche, räumliche und frequenzielle Abgrenzung
- Methodische Ansätze zur quantitativen Wirkungsanalyse
- Kritische Reflexion von Multiplikatoren- und Kosten-Nutzen-Modellen
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Externe Effekte der Veranstaltung
Generell entstehen die externen Effekte im Umfeld einer Veranstaltung, aufgrund der steigenden Nachfrage von bestimmten Leistungen, wie bspw. Hotelunterkünften oder Catering. Die Bezeichnung der Effekte als „extern“ bezieht sich auf das Nebenprodukt ökonomischer Handlungen. Da die Wirkungen nur bei anderen Wirtschaftssubjekten auftreten, finden diese Auswirkungen kaum Berücksichtigung bei den ökonomischen Handlungsträgern, in unserem Falle die Veranstalter. Positive externe Effekte erhöhen den Nutzen von Dritten, während negative externe Effekte den Nutzen Dritter verkleinern. Man kann drei verschiedene Arten von externen Effekten unterscheiden, einmal den Preisniveaueffekt, den Verdrängungseffekt und den fiskalischen Effekt.
Das Preisniveau kann sich am Veranstaltungsort verändern, indem die Nachfrage nach gewissen Leistungen steigt (Güter oder Dienstleistungen), die der Markt nur bis zu bestimmten Kapazitäten liefern kann. Entweder die Produktion kann vor Ort die Nachfrage bewältigen oder es kommt zu Kapazitätsengpässen und somit zur einer Steigerung der Preise (Preisniveaueffekt), der stark nachgefragten Güter bzw. Dienstleistungen. Preuß (1998) stellt im Zuge seiner Untersuchung der Olympischen Spiele von 1972 bis 1996 fest, dass es dabei nur in bestimmten Wirtschaftssektoren zu Nachfragesteigerungen kommt, wie im Dienstleistungsbereich, im Tourismusbereich und im Bausektor. Weiterhin handele es sich in bestimmten Bereichen, um eine vorrübergehende Preisveränderung, hervorgerufen durch die erhöhte Nachfrage. Der Autor kann zudem für die Olympischen Standorte von 1972 bis 1996 bestätigen, dass sich die Lebenshaltungskosten langfristig nicht erhöht haben, es aber zu temporären Preissteigerungen vor und während der Olympischen Spiele kommt. Dies soll die Möglichkeit nicht ausschließen, dass ein erreichtes Preisniveau bei anderen Veranstaltungen nicht bestehen bleiben kann, gegebenenfalls wirken Imageeffekte nach und etablieren den Event-Ort als exklusiv.
Zusammenfassung der Kapitel
1 . EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Großveranstaltungen für die Stadt- und Regionalpolitik ein und legt den Fokus auf die volkswirtschaftliche Erfassung ökonomischer Effekte.
2. EFFEKTE BZW. AUSWIRKUNGEN EINES EVENTS/GROßVERANSTALTUNG: Hier werden ökonomische Effekte in externe Effekte und Veranstaltungseffekte unterteilt und die notwendigen methodischen Abgrenzungen (zeitlich, räumlich,frequenzielle) erläutert.
3. INSTRUMENTE ZUR MESSUNG DER ÖKONOMISCH EFFEKTE: Dieses Kapitel stellt verschiedene quantitative Methoden wie den Vergleich, die Multiplikatorenanalyse, die Kosten-Nutzen-Analyse, die Input-Output-Analyse sowie die Event-Scorecard vor.
4. FAZIT & PERSPEKTIVEN DER INSTRUMENTE ZUR MESSUNG ÖKONOMISCHER EFFEKTE: Das Fazit resümiert die Herausforderungen bei der Datenerhebung und betont die Notwendigkeit präziser Instrumente für fundierte Entscheidungsprozesse.
Schlüsselwörter
Eventcontrolling, Ökonomische Effekte, Volkswirtschaft, Veranstaltungseffekte, Externe Effekte, Preisniveaueffekt, Verdrängungseffekt, Wertschöpfung, Multiplikatorenanalyse, Kosten-Nutzen-Analyse, Input-Output-Analyse, Event-Scorecard, Primäreffekt, Sekundäreffekt, Beschäftigungseffekt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie ökonomische Auswirkungen von Großveranstaltungen systematisch erfasst und gemessen werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kategorisierung ökonomischer Effekte, die methodische Abgrenzung von Wirkungsräumen sowie die Vorstellung verschiedener Messinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie volkswirtschaftliche Auswirkungen präzise quantifiziert werden können, um eine bessere Entscheidungsgrundlage für Veranstalter und Politik zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden komparative Analysen sowie etablierte volkswirtschaftliche Instrumente wie Input-Output-Modelle und Multiplikatorenrechnungen untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Effektarten und die detaillierte Vorstellung der Messinstrumente inklusive deren Stärken und Schwächen.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Eventcontrolling, ökonomische Effekte, Wertschöpfung und quantitative Messinstrumente charakterisieren.
Warum ist die räumliche Abgrenzung für die Analyse so bedeutsam?
Die räumliche Abgrenzung ist entscheidend, da sie festlegt, welche wirtschaftlichen Auswirkungen der Region zugerechnet werden und welche über den Wirkungsraum hinausgehen.
Welchen Vorteil bietet die Event-Scorecard gegenüber anderen Methoden?
Die Event-Scorecard ermöglicht eine ganzheitlichere Betrachtung, indem sie neben ökonomischen auch ökologische und soziale Dimensionen in einem Gesamtsystem integriert.
Wo liegen die Schwachstellen der Multiplikatorenanalyse?
Zu den Schwachstellen gehören die Schwierigkeit bei der Bestimmung korrekter Multiplikatoren und die Tatsache, dass das Modell Verdrängungseffekte bei Preisänderungen oft nicht erfassen kann.
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- Armin Bieler (Author), 2007, Instrumente des Eventcontrolling - Volkswirtschaftliche Auswirkungen von Events, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90589