Die folgende Referatsausarbeitung beschäftigt sich mit einer Annäherung an das Konstrukt des Kindeswohls, indem sie die Kinderrechte und deren Umsetzung in der Grundschule thematisiert. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Schulen die bestehenden Kinderrechte achten. Laut des ersten Kinder- und Jugendreports zur UN-Berichterstattung ist dies nicht der Fall. Über die Hälfte aller Schüler*innen gaben an, dass mehrere Rechte von der Schule verletzt werden. Dazu zählen unter anderem das Recht auf Spiel und Freizeit und das Recht auf Privatsphäre und Ruhe. Das verdeutlicht die Relevanz der vorliegenden Thematik für angehende Lehrkräfte. Bevor die Arbeit sich im zweiten Teil konkret mit der Umsetzung der Kinderrechte an Grundschulen befasst, wird im ersten Teil der Arbeit die Geschichte der Kinderrechte und die UN-Kinderrechtskonvention vorgestellt.
Laut Maywald (2010) kann gefragt werden, warum Kinder eigene Kinderrechte benötigen? Dies ist der Fall, da Kinder nicht immer das Standing in der Gesellschaft innehatten, welches sie heutzutage haben. Über weite Teile der Zeit waren Kinder keine vollwertigen Mitglieder der Gesellschaft. Sie sind, rein biologisch, die kleinsten und schwächsten Mitglieder der Gesellschaft und besaßen deshalb auch die wenigsten Rechte von allen Zugehörigen. Kinder benötigen eigene Rechte und es reicht nicht aus, wenn für sie die Menschenrechte, wie für jeden anderen Menschen gelten. Sie unterscheiden sich zu sehr von Erwachsenen: „Erwachsene tragen Verantwortung für Kinder, nicht jedoch umgekehrt Kinder in gleicher Weise für Erwachsene“. Kinder befinden sich noch in ihrer Entwicklung und müssen aus diesem Grund besonders geschützt werden.
Durch die UN-Kinderrechtskonvention 1989 sollten sich erste Änderungen bezüglich der
Rechte von Kindern bemerkbar machen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE GESCHICHTE DER KINDERRECHTE
2.1 Die UN-Kinderrechtskonvention
3. UMSETZUNG DER KINDERRECHTE IN DER GRUNDSCHULE
3.1 Kinderrechteschulen
3.2 Kinderrechte im Unterricht
4. FAZIT
5. LITERATURVERZEICHNIS
6. ANHANG
6.1 Das Haus der Kinderrechte
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der Untersuchung des Kindeswohls im Kontext der Grundschule, indem sie die historische Entwicklung sowie die praktische Implementierung von Kinderrechten analysiert, um aufzuzeigen, wie angehende Lehrkräfte zu einer kindgerechteren Schulumgebung beitragen können.
- Historische Genese und Bedeutung der UN-Kinderrechtskonvention
- Stellenwert und Umsetzung der Kinderrechte im deutschen Grundschulsystem
- Konzeptualisierung von Kinderrechteschulen und partizipativen Ansätzen
- Integration von Kinderrechten in den fachübergreifenden Unterricht
- Politische Herausforderungen und Handlungsbedarfe beim Kinderschutz
Auszug aus dem Buch
3.1 Kinderrechteschulen
Die Anerkennung der aufgeführten Kinderrechte nimmt einen entscheidenden Paradigmenwechsel vor: es stellt das Kind in den Mittelpunkt und macht es zu einem aktiven Rechtsträger (vgl. Education Y Bildung). In dieser Weise kann das Kindeswohl nicht mehr nur als ein Schutz von hierarchisch überstehenden Erwachsenen angesehen werden, auf die das Kind nur passiv reagieren kann, sondern macht es zu einem aktiven Teilnehmer*in der Gesellschaft, das seine Recht einfordern kann. Nimmt man Kindeswohl und Kindesschutz in den Blick, reicht es jedoch nicht aus, die Aspekte nur im Bereich der Familie zu überprüfen. Vielmehr führt ein ganzheitlicher Überblick dazu, eine Überprüfung der ganzen Lebenswelt der Kinder durchzuführen, worunter in einem hohen Maße auch die Schule fällt (vgl. Edelstein et al. 2011, S. 117). Für eine aktive Implementierung der Kinderrechte innerhalb von Schulen spricht, dass gerade diese Institution die Rechte in einem hohen Maße zu missachten scheint. Edelstein et al. (2011) argumentieren, dass die Einführung der Schulpflicht zwar einen Weg hin zum Ausstieg der Unmündigkeit der Kinder geebnet habe, gleichzeitig aber „[…] das befreiende Potenzial der Schule widersprüchlich mit ihren Eigenschaften als Anstalt des Zwangs und der Fremdbestimmung verquickt [sei].“ (S. 119) Die Autoren sehen die Verstöße des deutschen Schulsystems gegen die Kinderrecht vor allem in dessen gegliederter, autoritär hierarchischen Struktur, den nicht „kindgerechten“ bzw. entwicklungsfeindlichen Lernprozessen und den fehlenden partizipativen Regelungen (vgl. ebd., S. 120). Die Rechte auf Chancengleichheit, Achtung der Würde sowie das des Mitspracherechts werden auf diese Weise verletzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas Kindeswohl und Kinderrechte im schulischen Kontext und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. DIE GESCHICHTE DER KINDERRECHTE: Dieses Kapitel erläutert die historische Notwendigkeit eigener Kinderrechte und führt in die UN-Kinderrechtskonvention als fundamentales Regelwerk ein.
3. UMSETZUNG DER KINDERRECHTE IN DER GRUNDSCHULE: Hier wird analysiert, wie Kinderrechte innerhalb der Institution Schule implementiert werden können, wobei Konzepte wie Kinderrechteschulen und spezifische Unterrichtsmethoden diskutiert werden.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Kinderrechte aktiv in das schulische Umfeld und den Unterricht zu integrieren.
5. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Literatur.
6. ANHANG: Enthält ergänzendes Material, insbesondere die grafische Darstellung des "Hauses der Kinderrechte".
Schlüsselwörter
Kindeswohl, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, Grundschule, Kinderschutz, Kinderrechteschulen, Partizipation, Bildungsauftrag, Sachunterricht, Menschenrechte, Schulsystem, Mitbestimmung, Schülerrechte, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Verankerung von Kinderrechten und deren praktischer Umsetzung im schulischen Alltag einer Grundschule.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der UN-Kinderrechtskonvention, dem Konzept des Kindeswohls, den Herausforderungen für Kinder in heutigen Schulen sowie konkreten Projekten zur Förderung von Kinderrechten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, angehenden Lehrkräften die Bedeutung der Kinderrechte nahezubringen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese in der Grundschule aktiv geachtet und vermittelt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Stand der Kinderrechte und pädagogische Ansätze zur Umsetzung in der Grundschule zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Kinderrechte sowie die praktische Analyse der Umsetzung, inklusive der Diskussion von Kinderrechteschulen und Unterrichtsbeispielen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Kindeswohl, Kinderrechte, Partizipation, Grundschule und UN-Kinderrechtskonvention gekennzeichnet.
Warum betont die Autorin die Rolle der Grundschule als Lebenswelt?
Da Kinder einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen, ist es essenziell, die Schule als einen Ort zu begreifen, der die Kinderrechte aktiv schützen und fördern muss, anstatt sie durch autoritäre Strukturen zu verletzen.
Was besagt das Konzept des "Hauses der Kinderrechte"?
Es handelt sich um eine grafische Visualisierung der UN-Kinderrechtskonvention, die Fundament, Säulen und Dach der Kinderrechte logisch miteinander verknüpft.
Welche Rolle spielt die Politik bei der Umsetzung?
Die Politik ist gefordert, wie der Koalitionsvertrag von 2018 zeigt, Kinderrechte explizit im Grundgesetz zu verankern und durch nationale Aktionspläne die Umsetzung weiter voranzutreiben.
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- Anonym (Autor), 2018, Kinderrechte und ihre Umsetzung in der Schule. Eine Annäherung an das Konstrukt Kindeswohl, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906181