Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens bei Kindern mit dem Nikitin-Material "Uniwürfel" (Mathematik, Klasse 1 und 2)


Ausarbeitung, 2018

10 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 DARSTELLUNG DES LERNMATERIALS

2 MÖGLICHE LERNZIELE DES MATERIALS
2.1 Die Figur-Grund-Unterscheidung
2.2 Die visuomotorische Koordination
2.3 Die Wahrnehmungskonstanz
2.4 Die räumliche Orientierung

3 AUSFÜHRUNGEN ZUM MODELL DER VISUELLEN WAHRNEHMUNG VON MARIANNE FROSTIG

4 THEORIEGELEITETE ANALYSE DES LERNMATERIALS

5 FAZIT

6 LITERATURVERZEICHNIS

Einleitung

Unser räumliches Vorstellungsvermögen ist in vielen Alltagssituationen von großer Bedeutung und befähigt uns zu verschiedenen Tätigkeiten, die eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Dazu gehören neben der räumlichen Orientierung beispielsweise auch gedankliche Auseinandersetzungen über den besten Weg ein Geschenk einzupacken oder den Kühlschrank platzsparend einzuräumen (vgl. Eichler & Eipert, 2005, S. 15). Um die Entwicklung räumlicher Fähigkeiten zu unterstützen, wird die Förderung als ein wichtiges Ziel im Geometrieunterricht der Primarstufe festgelegt. Dabei wird die Entwicklung räumlicher Fähigkeiten in die visuelle Wahrnehmung als Vorläuferfähigkeit und in die Raumvorstellung unterteilt. Die vorliegende Ausarbeitung soll eine kurze Analyse eines Lernmaterials, anhand des Modells der visuellen Wahrnehmung nach Frostig darstellen, da diese als Voraussetzung für die Entwicklung des Raumvorstellungsvermögens von Kindern anzusehen ist (vgl. Franke, 2007, S. 32). Die dafür ausgearbeitete Fragestellung lautet wie folgt. Können mit dem Nikitin-Material "Uniwürfel" Kompetenzen des Kompetenzbereichs "Raum und Form" aus dem Niedersächsischen Kerncurriculum Mathematik für die Jahrgangsstufe eins und zwei gefördert und gefordert werden? Die Entscheidung für das Modell von Frostig begründet sich durch die konkreten Handlungen im Lernmaterial. Aus diesem Grund wurde sich für das Modell der visuellen Wahrnehmung entschieden, da sich das Modell zur Raumvorstellung nach Mayer in erster Linie mit mentalen Prozessen in der Vorstellung auseinandersetzt (ebd. S. 28). Auf diese Einleitung folgt zunächst eine kurze Darstellung des Lernmaterials von Nikitin, um die im nächsten Kapitel vorgestellten möglichen Lernziele des Materials nachvollziehen zu können. Anschließend soll dem Leser die Theorie zum Modell von Marianne Frostig kurz näher erläutert werden. Das umfassendste Kapitel beinhaltet die Analyse des Nikitin-Materials mithilfe des Modells zur visuellen Wahrnehmung von Marianne Frostig. Beendet wird die Arbeit von einem Fazit, welches die wichtigsten Erkenntnisse, insbesondere im Hinblick auf die Fragestellung dieser Arbeit zusammenfasst.

1 Darstellung des Lernmaterials

Das Nikitin-Material ist eine von Boris und Lena Nikitin entwickelte Reihe sogenannter aufbauender Lernspiele, die sowohl die Konzentration als auch die Wahrnehmung fördern sollen. Kinder erfahren die Möglichkeit des konkreten Handelns durch einen systematischen und kleinschrittigen Aufbau des Materials. Die verschiedenen Materialien der Reihe beabsichtigen neben der Wahrnehmungs- und Konzentrationsförderung jeweils weitere individuelle Lernziele. Diese werden im Rahmen der dem Material beigelegten Informationen jedoch nur oberflächlich dargestellt (vgl. Nikitin & Nikitin, S. 2). Das Material der Uniwürfel besteht aus 27 mehrfarbigen Holzwürfeln. Diese Würfel verfügen nicht alle über die gleichen Farbanordnungen. Es gibt beispielsweise Würfel mit drei roten Seitenflächen und drei blauen Seitenflächen, oder Würfel mit drei gelben Seitenflächen, einer blauen und zwei roten Seitenflächen. Es gibt weitere Farbkombinationen, die sich dabei jedoch auf die Farben rot, gelb und blau beschränken. Außerdem gibt es ein Vorlagenheft, welches insgesamt 47 Muster zum Nachbauen enthält. Diese Muster sind nach ihrem Schwierigkeitsgrad sortiert. Je höher die Nummer des Musters, desto anspruchsvoller wird der Nachbau. Begonnen wird dabei mit Ebenen, die einen langsamen Übergang in den Raum vollziehen. Angesprochen werden sollen Kinder ab dem vierten Lebensjahr, im beigelegten Heft wird darauf verwiesen, dass sich einige Aufgaben ebenfalls für Erwachsene als kniffelig herausstellen können. Eine Spielanleitung gibt es, abgesehen von einer kurzen Beschreibung des Spiels auf der Rückseite der Verpackung, nicht. Es handelt sich um ein Lernspiel und ermittelt keinen Sieger oder Verlierer. Ebenso wenig wird eine Anzahl der Spieler festgelegt. Das Spiel lässt sich von einem oder mehreren Spielern gemeinsam spielen. Da hierfür keine genauen Vorgaben bestehen, ist es den Spielenden freigestellt, ob jeder einzeln ein Muster nachbaut oder, besonders bei den anspruchsvolleren Mustern, eine gemeinsame Bearbeitung von Vorteil sein kann (vgl. Nikitin Material, 1990).

2 Mogliche Lernziele des Materials

Das Material selbst informiert über mögliche Lernziele, die von den Machern des Spiels beabsichtigt werden. Dabei wird das Trainieren des räumlichen Denkens, des genauen Beobachtens und des Konzentrierens angeführt. Des Weiteren ist die Schulung der Wahrnehmung zu nennen, die grundsätzlich von den Nikitins als mögliches Lernziel genannt wird. Genauere Hintergrundinformationen über den Verlauf der Förderung dieser Kompetenzen gibt das Material dabei nicht (vgl. Nikitin & Nikitin, S. 7). Für die Nutzung in der Grundschule hat die Lehrkraft daher die Aufgabe sich selbst mit der Thematik auseinanderzusetzen und die möglichen Lernziele genauer zu untersuchen, wie es in der vorliegenden Arbeit gemacht wird.

Das Niedersächsische Kerncurriculum für Mathematik in der Grundschule fordert im Kompetenzbereich Raum und Form den handelnden Umgang mit konkreten Gegenständen zur Entwicklung der Raumvorstellung. Um die Zielvorgaben am Ende des zweiten Schuljahrgangs im Teilkompetenzbereich Orientierung im Raum zu erfüllen, müssen die Schüler*innen unter anderem Lagebeziehungen in der Ebene und im Raum beschreiben können (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2006, S. 26). Darüber hinaus wird im Teilkompetenzbereich Flächen- und Rauminhalte das Bauen von Würfelgebäuden gefordert (ebd. S. 27). Ob das vorliegende Material zum Fördern und zum Fordern, der in diesen Teilkompetenzbereichen erwarteten Fähigkeiten dienen kann, wird im Hauptteil dieser Arbeit untersucht. Dazu wird das Modell von Marianne Frostig als Grundlage zur Analyse genutzt (vgl. Franke, 2007, S. 32 ff.).

3 Ausfuhrungen zum Modell der visuellen Wahrnehmung von Marianne Frostig

Die Ausführungen zur visuellen Wahrnehmung, die im Folgenden beschrieben werden sind angelehnt an die Erkenntnisse von Marianne Frostig (vgl. Frostig, 1978, zitiert nach Franke, 2007, S. 32). Diese werden von Marianne Franke in ihrem Werk ausführlich dargestellt, weshalb das Werk als Literaturgrundlage für das vorliegende Kapitel dient (vgl. Franke, 2007, S. 32 ff.). Die Voraussetzung für das räumliche Vorstellungsvermögen bilden visuell-räumliche Wahrnehmungsmöglichkeiten. Nicht ausschließlich das Sehen bestimmt die visuelle Wahrnehmung, auch wenn es als Ausgangspunkt der visuellen Wahrnehmung zu betrachten ist. Neben dem Sehen ist der Prozess der visuellen Wahrnehmung eng mit dem Gedächtnis, der Motorik und der Sprache verbunden. An den physikalischen Prozess des Sehens ist eine kognitive Verarbeitung des Wahrgenommenen angeschlossen. Daraus ergibt sich eine Wichtigkeit des visuellen Wahrnehmens für verschiedenste Unterrichtsinhalte. Franke stellt in ihrem Buch die verschiedenen Bereiche der visuellen Wahrnehmung nach Frostig vor. Diese Bereiche des Modells werden häufig zu diagnostischen Zwecken genutzt, wenn in Aufgabenformaten die einzelnen Komponenten überprüft werden sollen (ebd. S. 32 ff.). Im anschließenden Kapitel wird das Modell für die Analyse der Uniwürfel genutzt, um ihren Nutzen für die Förderung und Forderung im Anfangsunterricht genauer zu überprüfen.

2.1 Die Figur-Grund-Unterscheidung

Als erste Komponente der visuellen Wahrnehmung nach Frostig wird die Figur-Grund-Unterscheidung genannt. Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Menschen Gegenstände zu erkennen und diese gesondert vom Hintergrund wahrzunehmen. Einher geht damit die Fokussierung eines Gegenstandes im Vorder- oder im Hintergrund. Damit sind beispielsweise Prozesse wie das Greifen eines Buches gemeint. Konturen und Grenzen werden erkannt, sodass bei einem Würfel beispielsweise die einzelnen quadratischen Flächen oder die verbindenden Strecken als solche identifiziert werden können. Die Fähigkeit der Figur-Grund-Unterscheidung ist angeboren und kann bereits von Kleinkindern angewendet werden, durchläuft im Alter zwischen fünf und acht Jahren jedoch eine weitere Zunahme (ebd. S. 33 ff.).

2.2 Die visuomotorische Koordination

Der nächste Bereich ist die visuomotorische Koordination. Sie ist dafür verantwortlich, dass Gesehenes auch motorisch koordiniert werden kann. Möchte ein Kind einen Ball fangen, muss gewährleistet sein, dass die Arme sich durchs Sehen koordinieren lassen. Den Ball ausschließlich zu sehen, ermöglicht es dem Kind nicht den Ball zu fangen, wenn keine Bewegung der Arme, Hände und gegebenenfalls der Beine ausgelöst wird. Defizite in der Entwicklung sollten frühzeitig erkannt werden, weshalb das Fördern und Fordern dieses Bereichs schon im Vorschulalter geschehen sollte (ebd. S. 37 f.).

2.3 Die Wahrnehmungskonstanz

Die dritte Komponente ist die Wahrnehmungskonstanz. Darunter wird verstanden, dass Figuren, Größen, Anordnungen oder räumliche Lagen von anderen unterschieden werden können. Dabei spielen mehrere Prozesse eine Rolle, während für den Mathematikunterricht die Figuren- und Größenkonstanz von großer Bedeutung sind. Die Größenkonstanz befähigt ein Kind dazu Objekte oder Gegenstände aus unterschiedlichen Entfernungen in einer Größe wahrzunehmen (ebd. S. 38 f.).

2.4 Die raumliche Orientierung

Die Komponente der räumlichen Orientierung umfasst das Verständnis des Standortes und der räumlichen Beziehungen von Objekten. Dabei unterteilt Frostig die räumliche Orientierung in zwei untergeordnete Aspekte, die Wahrnehmung der Raumlage und die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen (ebd. S. 46 f.). Die Wahrnehmung der Raumlage beschreibt die Wahrnehmung vom eigenen Standort aus. Es geht dabei um das Kind oder den Menschen selbst, der sich als Zentrum seiner eigenen Welt empfindet. Er nimmt in dieser Welt Gegenstände hinter, vor, neben, oder über sich wahr. Ebenso ist die Wahrnehmung der Raumlage auch für Prozesse, wie beispielsweise die visuelle Unterscheidung von 6 und 9 verantwortlich, oder für das Bilden zweistelliger Zahlen. Verändern sich Gegenstände beispielweise durch Bewegungen, ist die Wahrnehmung der Raumlage verantwortlich für die Orientierung im Raum. Die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen kann verstanden werden, als die Fähigkeit des Wahrnehmenden, die Lage von mehreren Objekten in Bezug zu sich selbst und zueinander wahrzunehmen. Sie ist als ein Folgeschritt der Wahrnehmung der Raumlage zu sehen. Beziehungen zwischen Objekten müssen zunächst erkannt und daraufhin beschrieben werden. Gefordert wird zum Beispiel das Erkennen der Beziehung zweier Figuren, die sich berühren oder eben nicht berühren. Diese Beziehung gilt es im ersten Schritt zu erkennen und anschließend zu beschreiben (ebd. S. 47 f.).

4 Theoriegeleitete Analyse des Lernmaterials

Den Uniwürfeln ist ein Block mit den jeweiligen nachzubauenden Bauwerken beigelegt. Es handelt sich um Figuren, die im Block zweidimensional wahrgenommen werden müssen, um anschließend in ein dreidimensionales Bauwerk umgewandelt zu werden. Die Bilder sind der Schwierigkeit nach geordnet, daher handelt es sich bei dem ersten Bild um das am leichtesten nachzubauende Würfelgebäude. Für die Bearbeitung der Aufgaben ist eine Voraussetzung zunächst die Figur-Grund-Unterscheidung. Diese Unterscheidung ist zwar bereits von Kleinkindern zu erbringen, bildet sich jedoch im Alter von fünf bis acht Jahren deutlich weiter aus (vgl. Franke, 2007, S. 37). Zur Bearbeitung der Aufgaben muss das Kind die in die Gesamtfiguren eingebetteten Teilfiguren, die sich beispielsweise im ersten nachzubauenden Würfelgebäude als rote Würfel kennzeichnen, erkennen. Dazu können die schwarz eingezeichneten Linien/ Konturen als Orientierung dienen. Da bekannte Figuren schneller erfasst werden, als Unbekannte, ist davon auszugehen, dass eine Erfassung dieses Gebäudes einem Kind am Schulbeginn gut möglich ist (vgl. Franke, 2007, S. 34). In den folgenden Aufgaben wird zunehmend deutlicher, dass die Fähigkeit so weit ausgeprägt sein muss, dass die einzelnen Würfel, trotz ihrer Farbunterscheidungen, als Teilfiguren der Gesamtfigur betrachtet werden können. Ohne diese Fähigkeit kann ein Nachbauen nicht gelingen. Im Kompetenzbereich Raum und Form ist diese Fähigkeit nicht aufgeführt, weshalb davon ausgegangen wird, dass diese bei Schuleintritt ausreichend ausgeprägt sein sollte. Die visuomotorische Wahrnehmung ist im schulfähigen Alter ebenfalls als eine Voraussetzung für das problemfreie Erbauen von Würfelgebäuden zu betrachten. Es ist eine Koordination zwischen Auge und Hand nötig, um die Würfel zu greifen und daraufhin dort zu platzieren, wo das Kind es für richtig hält (ebd. S. 37). Trotz der genannten Voraussetzung können die Uniwürfel hier ein diagnostisches Mittel oder ein potentielles Mittel zur Förderung darstellen, falls ein Kind Probleme bei der Übertragung der visuellen Wahrnehmung zur Motorik hat. Die Bewegung bestimmter Körperteile, insbesondere der Hände, ist beim Umgang mit den Uniwürfeln erforderlich und sollte im Regelfall keiner Förderung mehr im Anfangsunterricht bedürfen.

Die Wahrnehmungskonstanz befähigt die Kinder zum Wiedererkennen und zur Wahrnehmung der Würfel trotz ihrer unterschiedlichen Färbung oder Anordnung. Diese Erwartung wird bei einer gewöhnlichen Entwicklung der visuellen Wahrnehmung im Grundschulalter vorausgesetzt (ebd. S. 40 f.). Ein Zusammenhang zu den geforderten Kompetenzen in der Primarstufe lässt sich daher nicht direkt herstellen. Trotzdem spielt sie eine Rolle beim Umgang mit dem Uniwürfeln, da sich das Modell der visuellen Wahrnehmung im praktischen Umgang als ein Zusammenspiel der einzelnen Komponenten präsentiert.

Als ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zum Raumvorstellungsvermögen ist die räumliche Orientierung zu verstehen (ebd. S. 32). Dazu zählt beispielsweise das gezielte Bewegen im Raum und das Benennen von links, rechts, über und unter, welches im Kompetenzbereich Raum und Form gefordert wird. Als der zu erreichende Regelstandard am Ende von Klasse zwei, ist das Bauen von Würfelgebäuden nach einer Vorlage angegeben (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2006, S. 27). Das heißt neben der möglichen Nutzung zur Förderung oder Forderung mit den Uniwürfeln kann das Material selbst als verbindlicher Unterrichtsgegenstand genutzt werden. Ein konkretes Handeln mit den Uniwürfeln wird unter anderem durch die Wahrnehmung der Raumlage möglich. Das Kind kennt seinen eigenen Standpunkt und muss daraufhin diesen in Bezug zu der Umgebung und den darin enthaltenen Gegenständen wahrnehmen (vgl. Franke, 2007, S. 47). Diese Gegenstände werden im Lernmaterial durch die Uniwürfel repräsentiert. Das Kerncurriculum bezeichnet dies als die Fähigkeit Lagebeziehungen in der Ebene und im Raum beschreiben zu können (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2006, S. 26). Mithilfe der Uniwürfel kann diese Fähigkeit geschult werden, da der mehrfarbige Würfel gedreht werden muss, um ihn für ein nachzubauendes Gebäude richtig zu platzieren. Das Drehen ermöglicht die Sicht auf die anderen Seiten und damit auf weitere Farben des Würfels. Damit schult es die Wahrnehmung der Raumlage. Darüber hinaus findet nicht ausschließlich ein Operieren im zweidimensionalen Raum statt, welches Kindern in ihrer Entwicklung ohnehin schwerer fällt (vgl. Franke, 2007, S. 32). Auch das Kerncurriculum sieht es als wichtig an Schüler*innen auf dem Weg zur Entwicklung des Raumvorstellungsvermögens die Möglichkeit des Operierens mit geometrischen Formen zu verschaffen (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2006, S. 26). Dieser Anforderung werden die Uniwürfel, neben der Schulung der Wahrnehmung der Raumlage, gerecht. Über die Wahrnehmung der Raumlage hinaus geht die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen. Beide Wahrnehmungsprozesse sind eng miteinander verknüpft, wodurch bei konkreten Beispielen eine Abgrenzung teilweise schwierig ist (vgl. Franke, 2007, S. 46). Die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen wird gefordert, wenn Schüler*innen Würfelgebäude nach einer Vorlage bauen sollen. Für den Bau nach Vorlage müssen mehr als zwei Würfel in Bezug zueinander gesehen und wahrgenommen werden. Vom Kind wird der komplexe Vorgang gefordert Vergleiche anzustellen, um die Beziehungen der Würfel zueinander zu erkennen (vgl. Franke, 2007, S. 47). Dieses Herstellen von Beziehungen wird bei den Uniwürfeln durch konkrete Handlungen unterstützt und geht über die Wahrnehmung der Raumlage hinaus. Das konkrete Operieren ist hier erneut als positiv hervorzuheben, da dies für den Mathematikunterricht von Bedeutung ist (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium, 2006, S. 26). Besonders die unterschiedlich mehrfarbigen Würfel stellen eine Herausforderung für die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen dar. Das Drehen, sowie das Legen verschiedener Farben nebeneinander erfordert eine genaue Beschreibung der Beziehungen innerhalb des Würfelgebäudes. Im Verlauf der Aufgaben muss immer häufiger entschieden werden, ob sich die einzelnen Würfel berühren oder an welchen Stellen sie sich überlappen. Auch dieser Prozess fordert die Wahrnehmung räumlicher Beziehungen heraus (vgl. Franke, 2007, S. 47). Durch die gegebenen Vorlagen des Nikitin-Materials können die Kinder ihre konkreten Handlungen mit der Abbildung vergleichen und überprüfen.

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens bei Kindern mit dem Nikitin-Material "Uniwürfel" (Mathematik, Klasse 1 und 2)
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V906184
ISBN (eBook)
9783346202918
ISBN (Buch)
9783346202925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
förderung, kindern, klasse, mathematik, nikitin-material, uniwürfel, vorstellungsvermögens
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Förderung des räumlichen Vorstellungsvermögens bei Kindern mit dem Nikitin-Material "Uniwürfel" (Mathematik, Klasse 1 und 2), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906184

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