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Das Ende der deutschen Abwehr

Die Zerschlagung des militärischen Geheimdienstes durch die SS

Title: Das Ende der deutschen Abwehr

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: cand. paed. Martin Johannes Gräßler (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Im Januar 1944 unterzeichnete Hitler einen Erlass, der die Wehrmacht zur einzigen Armee im Zweiten Weltkrieg machte, die über keinen eigenen Nachrichtendienst mehr verfügte. Das Amt Ausland/Abwehr wurde von Gliederungen des Nachrichtendienstes der SS in einem einheitlichen geheimen Meldedienst zusammengefasst. Die jahrelangen Pläne der höheren Beamten im Reichssicherheitshauptamt waren anderthalb Jahre vor der totalen Niederlage verwirklicht. Die Kontrolle über das gesamte politische und militärische Nachrichtenwesen unterlag nunmehr den Dienststellen des „schwarzen Ordens“. Wie aber konnte eine Abwehr, die am Anfang des Krieges nahezu unantastbar und von höchster Stelle geschützt war, innerhalb von fünf Jahren zerschlagen werden? Wie konnte es der SS gelingen, in eine der letzten Bastionen der Wehrmacht einzudringen und sich damit dem Gipfel ihrer Macht anzunähern?

Die vorliegende Arbeit möchte diese Frage in mehreren Schritten beantworten. Im ersten Teil der Arbeit erfolgt eine Charakteristik des Amtes Ausland/Abwehr und des Auslandsnachrichtendienstes der SS. Die knapp gehaltene Darstellung der beiden Dienste, die bereits von vielen Autoren zumindest im Bereich der Abwehr erschöpfend vorgenommen wurde, erfolgt anhand der Thematiken Entstehung, Aufgabenbereiche, Personalstruktur sowie Erfolg und Misserfolg im Krieg. Ein biographischer Abriss der beiden Amtschefs zwischen 1942-1944, Admiral Canaris und SS Brigadeführer Walter Schellenberg, beendet den einführenden Teil.

Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit soll auf die wachsende Konkurrenz der beiden Nachrichtendienste eingegangen werden. Das besondere Verhältnis zwischen Heydrich und Canaris und die schrittweise Ausweitung der Kompetenzen des Sicherheitsdienstes zulasten der Abwehr stehen im Mittelpunkt und sollen aufzeigen, wie der militärische Nachrichtendienst schrittweise Kompetenzen an die SS abgeben musste. Der Übergang zwischen der bloßen Abgabe von Zuständigkeiten bis zum Ende der Abwehr erfolgt in einer Darstellung der tieferliegenden Ursachen und der unmittelbaren Anlässe, die in ihrer Konsequenz zur Auflösung des Amtes im Februar 1944 führen. Die Struktur des einheitlichen Meldedienstes und die neue Rolle der einzelnen Abwehrabteilungen nach der Zerschlagung werden in dieseZusammenhang ebenfalls beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Das Amt Ausland/Abwehr der Wehrmacht

3 Der Nachrichtendienst der SS

4 Die Konkurrenz der Geheimdienste

4.1 Heydrich und Canaris

4.2 Das RSHA und die Abwehr

4.3 Die Erweiterung der Kompetenzen des SD

5 Die Zerschlagung der Abwehr

5.1 Die Ursachen

5.2 Die Gelegenheit

5.3 Die Schaffung eines einheitlichen deutschen Meldedienstes

5.4 Der Bedeutung des Widerstandes

6 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den machtpolitischen Verdrängungsprozess des militärischen Nachrichtendienstes (Amt Ausland/Abwehr) durch den Sicherheitsdienst (SD) der SS während des Zweiten Weltkrieges und analysiert, welche internen Versäumnisse und Kompetenzstreitigkeiten zur Zerschlagung der Abwehr im Februar 1944 führten.

  • Charakterisierung und Vergleich der Organisationsstrukturen von Abwehr und SD-Ausland.
  • Analyse der persönlichen Rivalität zwischen den Amtschefs Admiral Wilhelm Canaris und SS-Brigadeführer Walter Schellenberg.
  • Untersuchung der institutionellen Kompetenzkämpfe und des schrittweisen Kompetenzverlusts der Wehrmacht gegenüber der SS.
  • Kritische Einordnung der Rolle des Widerstands innerhalb der Abwehr und dessen Einfluss auf den Untergang der Behörde.

Auszug aus dem Buch

Die Konkurrenz der Geheimdienste

Der Kampf zweier nachrichtendienstlicher Stellen steht im Vordergrund, aber auch die Konkurrenz zweier Persönlichkeiten ist für die Geschichte von entscheidender Bedeutung und verdient es, in Grundzügen beleuchtet zu werden. Bis 1942 bildete das Verhältnis von Heydrich, dem unmittelbaren Vorgesetzten von Schellenberg, und Wilhelm Canaris den Mittelpunkt in der Auseinandersetzung zwischen den politischen und militärischen Geheimdiensten des Dritten Reiches.

Ihre gemeinsame Bindung entwickelte sich über viele Jahre weg von einem anfänglichen Gönner-Protegé-Verhältnis zu unverhohlener Konkurrenz, die aber immer noch Elemente gegenseitiger Freundschaft enthielt und bis heute schwer zu beurteilen ist.

Zwischen 1923 und 1924 bestand zwischen beiden ein privater Umgang, da der junge Fähnrich zur See häufig bei seinem Vorgesetzen, Kapitänleutnant Canaris, im Hause eingeladen war, wo er und Frau Canaris gemeinsam musizierten, während der spätere Abwehrchef seine Kochkünste verfeinerte. Der Antrieb Heydrichs, sich für den Dienst als Nachrichtenoffizier in der Marine zu qualifizieren, kann zu einem gewissen Teil auf Canaris zurückgeführt werden. Die Verbundenheit der beiden ungleichen Charaktere basierte in diesen Jahren vor allem auf einer ähnlichen Beurteilung der politischen Lage Deutschlands. Zumindest kann behauptet werden, dass Canaris zu einem nicht unerheblichen Teil an der Gesinnung und geistigen Formung des jungen Offiziers mitgewirkt hat, da die brennenden Fragen der Zeit immer wieder für Gesprächsstoff bei den gemeinsamen Abendessen im Hause Canaris sorgten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung legt den Fokus auf den Erlass von 1944 zur Auflösung der Abwehr und umreißt die wissenschaftliche Fragestellung bezüglich der Machtverschiebung zwischen Wehrmacht und SS.

2 Das Amt Ausland/Abwehr der Wehrmacht: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, die Personalstruktur sowie die militärische Rolle der Abwehr unter Admiral Canaris.

3 Der Nachrichtendienst der SS: Der Text beschreibt den Aufbau des SD-Ausland (Amt VI im RSHA), dessen Rekrutierungspraktiken und den mangelnden professionellen Hintergrund seiner Führungskräfte.

4 Die Konkurrenz der Geheimdienste: Hier wird der eskalierende Zuständigkeitskonflikt zwischen RSHA und Abwehr analysiert, geprägt durch die Ambitionen von Heydrich und Schellenberg.

5 Die Zerschlagung der Abwehr: Das zentrale Kapitel erläutert die Ursachen und Anlässe der Zerschlagung, einschließlich des Widerstands innerhalb der Behörde.

6 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Zerschlagung weniger ein ideologischer Kampf als ein machtpolitischer Verdrängungswettbewerb war.

Schlüsselwörter

Amt Ausland/Abwehr, Reichssicherheitshauptamt, Wilhelm Canaris, Walter Schellenberg, SS, SD-Ausland, Nachrichtendienst, Wehrmacht, Machtkampf, Widerstand, Nationalsozialismus, Kompetenzstreit, Zweiter Weltkrieg, RSHA, Gegenspionage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Prozess der Entmachtung und letztendlichen Auflösung des militärischen Geheimdienstes der Wehrmacht durch die SS während des Zweiten Weltkrieges.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen der institutionelle Machtkampf zwischen Abwehr und SD, die Rolle der Amtschefs Canaris und Schellenberg sowie die Bedeutung der Widerstandsbewegung innerhalb der Wehrmacht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll belegt werden, dass die Zerschlagung der Abwehr vor allem auf systemische Misserfolge und Kompetenzstreitigkeiten zurückzuführen ist und weniger auf einen ideologischen Kampf zwischen „Gut und Böse“.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Biographien, Korrespondenzen zwischen den Akteuren sowie zeitgenössischen Dokumenten und Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der konkurrierenden Nachrichtendienste, die Untersuchung ihrer Kompetenzabkommen und die detaillierte Darstellung der Anlässe, die 1944 zur endgültigen Zerschlagung führten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe sind Amt Ausland/Abwehr, RSHA, Geheimdienstrivalität, Machtausweitung der SS und das Scheitern militärischer Aufklärung.

Welchen Einfluss hatte der Widerstand auf die Zerschlagung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Widerstand zwar die interne Effizienz der Abwehr beeinträchtigte, jedoch keinen direkten ursächlichen Zusammenhang mit der Entscheidung Hitlers zur Auflösung der Behörde hatte.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis zwischen Canaris und Heydrich?

Das Verhältnis wird als eine komplexe Mischung aus anfänglichem Mentorentum, persönlicher Bekanntschaft und späterem, erbittertem machtpolitischem Wettbewerb beschrieben.

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Details

Title
Das Ende der deutschen Abwehr
Subtitle
Die Zerschlagung des militärischen Geheimdienstes durch die SS
College
Dresden Technical University  (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.)
Course
Geheimpolizei und politische Justiz in der NS- und SED-Diktatur
Grade
1,0
Author
cand. paed. Martin Johannes Gräßler (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V90624
ISBN (eBook)
9783638048224
ISBN (Book)
9783638943062
Language
German
Tags
Ende Abwehr Geheimpolizei Justiz SED-Diktatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
cand. paed. Martin Johannes Gräßler (Author), 2008, Das Ende der deutschen Abwehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90624
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