Die Abgrenzung von Herstellkosten zu den Herstellungskosten und das Herausarbeiten der Unterschiede und der jeweiligen Verwendung bilden die Schwerpunkte dieser Arbeit.
Zunächst werden die Unterschiede und die Relevanz der Abgrenzung beider Begriffe thematisiert. Die Herstellungskosten werden aus der bilanziellen Sicht heraus verwendet und dienen der Bewertung des Inventars am Ende eines Geschäftsjahres. Daraus folgen die Informationen für Jahresabschluss sowie die Bemessungsgrundlage für die Gewinnausschüttung und Besteuerung (in der Steuerbilanz). Dabei sind Herstellungskosten klaren gesetzlichen Regeln unterworfen.
Dies ist bei den Herstellkosten nicht der Fall. Diese werden aus Sicht der Kosten- und Leistungsrechnung angewendet. Die Herstellkosten sind dabei ein Teil des Kalkulationsschemas, mit denen die Selbstkosten eines Produktes berechnet werden. Die Selbstkosten zeigen die gesamten verursachten Kosten eines Produktes auf, während die Herstellkosten nur die Produktionskosten, also die Material- und Fertigungskosten, widerspiegeln. Aufgrund dieser verschiedenen Betrachtungs- und Herangehensweisen, welche unterschiedliche Tätigkeiten als auch Fähigkeiten voraussetzen, wird die Notwendigkeit einer begrifflichen Abgrenzung erkennbar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bestandteile der Herstell- & Herstellungskosten
3. Herstellkosten in der Kostenrechnung
3.1 Berechnung von Herstellkosten
3.2 Zuschlagskalkulation: Ziele, Vor- und Nachteile
4. Herstellungskosten nach HGB und EStG
4.1 Herstellungskosten nach HGB
4.1.1 Gesetzliche Verankerung
4.1.2 Berechnung der Herstellungskosten nach §255 HGB
4.1.3 Herstellungskosten selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände
4.1.4 Zielsetzung, Probleme und Lösungen
4.2 Herstellungskosten nach EStG
4.2.1 Historie
4.2.3 Gesetzliche Verankerung
4.2.3 Berechnung der Herstellungskosten
4.2.4 Herstellungskostenrichtlinie 6.3
4.2.5 Herstellungskosten bei Gebäuden
4.2.6 Zielsetzung, Probleme und Lösungen
4.3 Beispielberechnungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die begriffliche Abgrenzung zwischen Herstellkosten und Herstellungskosten theoretisch fundiert zu erarbeiten und deren unterschiedliche praktische Anwendung in der Kostenrechnung sowie im Handels- und Steuerrecht aufzuzeigen.
- Grundlegende Definition und Differenzierung der Begriffe
- Kostenbestandteile und Kalkulationsmethoden
- Handelsrechtliche Bewertungsgrundlagen nach HGB
- Steuerrechtliche Anforderungen nach EStG
- Praktische Anwendungsbeispiele und Problemfelder
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Berechnung der Herstellungskosten nach §255 HGB
Die Berechnung der Herstellungskosten nach Handelsrecht ist im §255 HGB Absatz 2 festgelegt. Der Absatz 2 kann in vier Teile untergliedert werden: Den Leitsatz mit der Definition, die Pflichtbestandteile, die Wahlrechte und die Verbote der Bewertung.
Der erste Teil des Gesetzes bezieht sich auf die Definition der Herstellungskosten: „Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen.“ Herstellungskosten müssen demnach in erster Linie immer Aufwendungen sein. Dadurch dürfen keine kalkulatorischen Kosten mit in die Berechnung einbezogen werden, wie beispielsweise Eigenkapitalkosten. Darüber hinaus muss der Vermögensgegenstand erweitert oder wesentlich verbessert werden, damit Aufwendungen als Herstellungskosten gelten. Dadurch werden unlautere Absichten eingeschränkt, da keine eigene Definition von Herstellungskosten mehr möglich ist. Zudem können nach der Definition nur bestimmte Kosten, die im Folgenden erwähnt werden, als Herstellungskosten angesetzt werden.
Hauptaufgabe der Teile zwei bis vier ist die Festlegung der Pflichten, Wahlmöglichkeiten sowie Verbote. Im nächsten Abschnitt werden alle Kosten benannt, die in die Berechnung der Herstellungskosten mit einfließen müssen: „Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Notwendigkeit der begrifflichen Abgrenzung zwischen Herstellkosten und Herstellungskosten aufgrund unterschiedlicher Anwendungsbereiche in der Kostenrechnung sowie dem Handels- und Steuerrecht.
2. Bestandteile der Herstell- & Herstellungskosten: Definiert die gemeinsamen Kostenbasisbestandteile wie Einzelkosten, Gemeinkosten sowie Verwaltungs- und Sozialkosten.
3. Herstellkosten in der Kostenrechnung: Beschreibt die Kalkulation von Herstellkosten mittels summarischer oder differenzierender Zuschlagskalkulation in der Kosten- und Leistungsrechnung.
4. Herstellungskosten nach HGB und EStG: Analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Pflichten und Wahlrechte bei der bilanziellen Bewertung von Herstellungskosten im Handels- und Steuerrecht.
5. Fazit: Reflektiert kritisch über die Spielräume durch Wahlrechte, die Vergleichbarkeit von Unternehmensdaten und die Auswirkungen der Maßgeblichkeit des Handelsrechts auf das Steuerrecht.
Schlüsselwörter
Herstellkosten, Herstellungskosten, HGB, EStG, Kostenrechnung, Zuschlagskalkulation, Bilanzierung, Bewertung, Anschaffungskosten, Gemeinkosten, Einzelkosten, Wahlrechte, Maßgeblichkeitsprinzip, Fertigungskosten, Materialkosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die fundierte Unterscheidung und praktische Handhabung der Begriffe Herstellkosten und Herstellungskosten innerhalb der Betriebswirtschaftslehre.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kosten- und Leistungsrechnung, der handelsrechtlichen Bilanzierung gemäß HGB sowie den steuerrechtlichen Anforderungen gemäß EStG.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede in der Definition und Berechnung beider Begriffe herauszuarbeiten, um für Klarheit in der praktischen Anwendung bei der Kostenermittlung und Bewertung zu sorgen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse von Fachliteratur, gesetzlichen Vorschriften (HGB, EStG) sowie praxisorientierte Rechenbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kostenrechnungsmethodik, die detaillierte Analyse der handelsrechtlichen Definition nach § 255 HGB und die steuerrechtlichen Spezifika sowie Beispielberechnungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Herstellkosten, Herstellungskosten, Zuschlagskalkulation, HGB, EStG und Bilanzierung.
Wie unterscheiden sich Herstellkosten von Herstellungskosten in der Berechnung?
Herstellkosten sind primär auf die Produktionskosten (Material- und Fertigungskosten) im Rahmen der internen Kalkulation beschränkt, während Herstellungskosten gesetzlich definierte bilanzielle Größen sind, die zusätzliche Verwaltungskosten und Sozialkosten enthalten können.
Welche Rolle spielt das Maßgeblichkeitsprinzip im Kontext der Herstellungskosten?
Das Maßgeblichkeitsprinzip führt dazu, dass steuerrechtliche Bewertungswahlrechte eng an die Ausübung der Wahlrechte in der Handelsbilanz gekoppelt sind, um die steuerliche und handelsrechtliche Bewertung anzugleichen.
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- Alexander Loebel (Author), 2019, Herstellkosten und Herstellungskosten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906299