In der vorliegenden Arbeit wird folgende, zentrale Fragestellung bearbeitet: Besteht in der ostafrikanischen Gemeinschaft eine Lösung für eine integrierte territoriale Entwicklung? Zur Beantwortung dieser Frage wird ein Überblick über das Gebiet und dessen Geschichte gegeben, Differenzen der im Bund vertretenen Länder herausgearbeitet, Vergleiche mit äquivalenten Konstrukten angestellt sowie Chancen aufgezeigt.
Das Thema Afrika befindet sich in einer Wissenssenke des Großteils der westlichen Gesellschaft. Nachrichten werden von Kriegen, Krisen und Krankheiten dominiert. Verstärkt wird dieses Bild nicht zuletzt durch eine dominante Bewertung der Zustände nach westlichen Maßstäben. Eine konstruierte Irrelevanz der sozialen und politischen Geschehnisse ist allgegenwärtig. Blutige Unruhen mit hunderten Toten wie im Südsudan 2014 und politische Morde wie in Burundi 2015 werden von der Bevölkerung der Industriestaaten nicht oder nur am Rande wahrgenommen. Durch die Flut solcher Berichte hat sich im Laufe der Zeit eine Normalisierung eingestellt, welche die Begriffe „Krise“ und „Afrika“ miteinander verschmelzen lässt.
Hierbei wird oftmals ein Bild von Menschen zweiter Klasse generiert, welches sowohl durch einseitige Berichterstattung als auch durch ein generelles Informationsdefizit erhalten wird. Afrika steht vor einem Imageproblem. Doch wie ist dieses entstanden? Eine hohe Anzahl differenzierter Ethnien sowie koloniale Altlasten führen zu einem fehlenden oder schwach ausgebildeten nation-building, welches grundlegend für eine stabile Entwicklung in vielen Bereichen ist. Zusammenschlüsse wie die Gründung der Afrikanischen Union (AU) oder der Westafrikanischen Union stellen wichtige Stationen für eine positive Entwicklung dar, jedoch stehen diese vor enormen Herausforderungen auf sozialer, ökonomischer und ökologischer Ebene. Ein Projekt ist die Gründung der Ostafrikanischen Gemeinschaft (engl.: East African Community, EAC). Sie stellt ein multilaterales Staatenabkommen dar, welches sich teilweise am Vorbild anderer Zusammenschlüsse wie dem der Europäischen Union orientiert. Doch kann ein solcher Bund überhalb einer stark differenzierten Grundgesamtheit wirklich eine langfristige, positive Entwicklung bewirken?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Basis der Ostafrikanischen Gemeinschaft
2.1 Geschichte
2.2 Ziele
2.3 Umsetzung
2.4 Vergleiche
3. Probleme und Hindernisse
3.1 Soziale Differenzen
3.2 Ökonomische Faktoren
3.3 Institutionelle Probleme
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) im Hinblick auf ihr Potenzial, eine integrierte territoriale Entwicklung in der Region zu fördern. Dabei wird analysiert, inwieweit das multilaterale Staatenbündnis trotz historischer Belastungen, wirtschaftlicher Disparitäten und soziokultureller Fragmentierung in der Lage ist, als wirksame Lösung für eine stabile und nachhaltige regionale Entwicklung zu fungieren.
- Historische Entwicklung und Genese der ostafrikanischen Kooperationsversuche.
- Analyse der vertraglichen Ziele und institutionellen Strukturen der EAC.
- Untersuchung zentraler Hindernisse wie soziale Differenzen und ökonomische Faktoren.
- Vergleichende Betrachtung mit anderen Integrationsmodellen wie der EU oder ECOWAS.
- Bewertung der bisherigen Umsetzungserfolge und Herausforderungen für die Zukunft.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Convinced that co-operation at the sub-regional and regional levels in all fields of human endeavour will raise the standards of living of African peoples, maintain and enhance the economic stability, foster close and peaceful relations among African states and accelerate the successive stages in the realisation of the proposed African Economic Community and Political Union“. Mit diesen Worten schließt die Präambel des „Treaty for the Establishment of the East African Community (EAC)“. (EAC, 1999: S.2)
Das Thema Afrika befindet sich in einer Wissenssenke des Großteils der westlichen Gesellschaft. Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell formulierte dazu treffend: „Wir wissen alles darüber wie die Afrikaner sterben, aber wir wissen zu wenig darüber wie sie leben.“ (Wochenzeitung Die Zeit, Ausgabe vom 12.01.2006) Nachrichten werden von Kriegen, Krisen und Krankheiten dominiert. Verstärkt wird dieses Bild nicht zuletzt durch eine dominante Bewertung der Zustände nach westlichen Maßstäben. Eine konstruierte Irrelevanz der sozialen und politischen Geschehnisse ist allgegenwärtig. Blutige Unruhen mit hunderten Toten wie im Südsudan 2014 und politische Morde wie in Burundi 2015 werden von der Bevölkerung der Industriestaaten nicht oder nur am Rande wahrgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das mediale Image von Afrika und führt in die Fragestellung ein, ob die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) eine effektive Lösung für eine integrierte territoriale Entwicklung darstellt.
2. Basis der Ostafrikanischen Gemeinschaft: Dieses Kapitel beschreibt die historische Genese der Kooperation, die offiziellen Ziele des Abkommens, die institutionelle Struktur sowie erste Umsetzungsversuche und Vergleiche mit anderen Bündnissen.
3. Probleme und Hindernisse: Hier werden die zentralen Herausforderungen analysiert, die einer erfolgreichen Integration entgegenstehen, insbesondere soziale Fragmentierung, ökonomische Ungleichgewichte und institutionelle Schwächen.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die EAC zwar ein starkes Konzept bietet, die Umsetzung jedoch hinter den Zielen zurückbleibt und eine konsequente Stärkung der supranationalen Organe erfordert.
Schlüsselwörter
Ostafrikanische Gemeinschaft, EAC, Regionale Integration, Afrika, Wirtschaftliche Kooperation, Territoriale Entwicklung, Nation-Building, Zollunion, Politische Instabilität, Soziale Differenzen, Institutionelle Stärkung, Ostafrika, Geografie, Entwicklungspolitik, Supranationale Strukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) als multilaterales Projekt und prüft, ob dieses Bündnis eine langfristige und positive Entwicklung für die beteiligten Staaten in Ostafrika bewirken kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der ostafrikanischen Zusammenarbeit, die Strukturen und Zielsetzungen der EAC sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den sozialen, ökonomischen und politischen Hürden, die eine Integration erschweren.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, ob die Ostafrikanische Gemeinschaft eine tragfähige Lösung für eine integrierte territoriale Entwicklung der Mitgliedsländer darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Dokumente, wissenschaftliche Publikationen und Berichte über die EAC zusammenführt, um die Erfolge und Defizite des Integrationsprozesses zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen der EAC, eine detaillierte Aufarbeitung der Probleme wie ethnische Vielfalt und ökonomische Exportfixierung sowie Vergleiche mit der EU und ECOWAS.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen regionale Integration, Ostafrikanische Gemeinschaft, wirtschaftliche Kooperation, institutionelle Instabilität und die Herausforderung des Nation-Building in einer fragmentierten Gesellschaft.
Warum ist das Nation-Building in dieser Region so schwierig?
Aufgrund der hohen Anzahl verschiedener Ethnien und Sprachgruppen sowie kolonialer Altlasten identifiziert sich ein Großteil der Bevölkerung eher mit ihrer ethnischen Zugehörigkeit als mit dem Nationalstaat, was die Integration erschwert.
Welche Rolle spielen ökonomische Faktoren bei den aktuellen Problemen?
Die Volkswirtschaften sind stark auf den Export von Primärgütern fixiert und es mangelt an einem ausgeprägten Binnenhandel, während geographische Distanzen und schwache Infrastruktur den Austausch zusätzlich behindern.
- Arbeit zitieren
- MSc. Roman Fendt (Autor:in), 2018, Besteht in der ostafrikanischen Gemeinschaft eine Lösung für eine integrierte territoriale Entwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906444