Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, anhand eines ausgewählten Betriebes, beispielhaft die Etablierung eines Gesundheitsmanagementsystems zu demonstrieren.
Heutzutage erleben wir in der Gesellschaft einen Wandel der Demografie. Von einst einem Großteil junger Menschen, welche vor allem mit körperlicher Belastung gut umgehen konnten, hin zu einer immer älter werdenden Gesellschaft. Dies führt bei Unternehmen - und so auch in dem Pflegeheim in Nordhorn - zu wachsenden Problemen und somit zwangsläufig zu einem Umdenken in der Betriebsleitung bezüglich der Gesundheitsförderung. Es bedarf nicht nur das Anbieten von Leistungen, welche das Unternehmen für die Belegschaft attraktiver macht, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sondern auch höherer Investitionen in ein gesundes Arbeits- und Lebensumfeld. Nur so ist es möglich, die Arbeitskräfte langfristig am Unternehmen zu binden und die Arbeitsproduktivität als auch die Gesundheit zu fördern. Die körperliche Belastung im Beruf der Pflegekräfte ist um ein vielfaches höher als die anderer Erwerbstätigen. Arbeiten im Stehen, das Tragen von schweren Lasten oder das Einnehmen von Zwangshaltungen während der Lagerung von Patienten ist bei dieser Tätigkeit alltäglich und führt häufig zu Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen. Auch die psychische Belastung durch Schichtarbeit oder einen hohen Leistungsdruck ist überdurchschnittlich hoch und kann Schlafstörungen oder Burnout zur Folge haben.
Oben genannte Probleme sind Gründe dafür, dass die Arbeitsunfähigkeitstage im Unternehmen überdurchschnittlich hoch sind und das Pflegepersonal nur durchschnittlich sieben Jahre in diesem Beruf tätig ist. Infolgedessen ist es wichtig, zukünftig mehr für die Gesundheit der Angestellten zu leisten um ihre Gesundheit und somit auch ihre Arbeitsfähigkeit und den daraus resultierenden Erfolg zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzvorstellung des Unternehmens
- Größe und Bereiche
- Personalstruktur
- Organisation der Arbeit
- Daten zu Krankheit und Gesundheit
- Problemstellung im Unternehmen
- Betriebliches Gesundheitsmanagement
- Definition
- Ansatzpunkte
- Pathogenese und Salutogenese
- Verhaltens- und Verhältnisprävetion
- Die Schritte des BGM
- Die Festlegung von Zielen
- Schaffung von Strukturen
- Analyse der aktuellen Situation
- Festlegung von Feinzielen
- Maßnahmenplanung und Umsetzung
- Überprüfung und Verbesserung durch Evaluation
- Abschätzung der finanziellen Ressourcen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Implementierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in einem Pflegeheim. Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, welches die Gesundheit der Mitarbeiter in den Vordergrund stellt und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen verbessert.
- Analyse der Herausforderungen im Pflegebereich hinsichtlich hoher Arbeitsbelastung und steigender Krankenstände
- Definition und Bedeutung von BGM in der Praxis
- Beschreibung relevanter Ansatzpunkte für ein nachhaltiges BGM
- Entwicklung eines strukturierten Implementierungsprozesses für ein BGM-System
- Bewertung der finanziellen Ressourcen, die für die Umsetzung des Konzeptes benötigt werden
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1 bietet eine umfassende Vorstellung des Pflegeheims in Nordhorn, inklusive Größe, Personalstruktur und Organisation der Arbeit. Außerdem werden Daten zu Krankheit und Gesundheit der Pflegekräfte präsentiert.
- Kapitel 2 beleuchtet die Problemstellung im Unternehmen, die durch den demografischen Wandel und die hohen Belastungen im Pflegeberuf geprägt ist. Es wird die Notwendigkeit eines Umdenkens in der Betriebsleitung hinsichtlich der Gesundheitsförderung betont.
- Kapitel 3 definiert das Konzept des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) als ein ganzheitliches Programm zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Es werden verschiedene Ansatzpunkte für ein erfolgreiches BGM erläutert, wobei die beiden Modelle der Pathogenese und Salutogenese sowie die Verhaltens- und Verhältnisprävention im Fokus stehen.
- Kapitel 4 erläutert die einzelnen Schritte der BGM-Implementierung, die eine systematische Vorgehensweise gewährleisten. Es werden sechs Phasen von der Festlegung von Zielen bis hin zur Evaluation des Systems vorgestellt.
- Kapitel 5 beschäftigt sich mit der Abschätzung der finanziellen Ressourcen, die für die Umsetzung des BGM-Konzeptes benötigt werden.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Pflegeheim, Gesundheit, Arbeitsbedingungen, Mitarbeitermotivation, Arbeitsbelastung, Prävention, Salutogenese, Verhaltensprävention, Verhältnisprävention, Implementierung, Evaluation, Finanzielle Ressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Pflege so wichtig?
Pflegekräfte sind extremen körperlichen Belastungen (schweres Heben) und psychischem Druck ausgesetzt, was zu hohen Krankenständen und einer kurzen Verweildauer im Beruf führt.
Was ist der Unterschied zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention?
Verhaltensprävention zielt auf das individuelle Verhalten ab (z.B. Rückenschule), während Verhältnisprävention die Arbeitsbedingungen verbessert (z.B. Hebehilfen, Dienstplangestaltung).
Welche Schritte umfasst die Implementierung eines BGM-Systems?
Der Prozess reicht von der Zielsetzung und Strukturschaffung über die Ist-Analyse und Maßnahmenplanung bis hin zur Evaluation und ständigen Verbesserung.
Was bedeuten die Begriffe Pathogenese und Salutogenese?
Pathogenese fragt danach, was krank macht, während die Salutogenese untersucht, welche Faktoren den Menschen trotz Belastungen gesund erhalten.
Wie lange bleibt Personal durchschnittlich im Pflegeberuf laut dieser Arbeit?
Die Arbeit stellt fest, dass Pflegepersonal im Durchschnitt nur etwa sieben Jahre in diesem Beruf tätig ist, was die Notwendigkeit für BGM unterstreicht.
Welche Rolle spielt der demografische Wandel für Pflegeheime?
Eine alternde Gesellschaft führt zu einem höheren Bedarf an Pflegekräften bei gleichzeitigem Fachkräftemangel, was gesunde Arbeitsbedingungen zu einem Wettbewerbsvorteil macht.
- Quote paper
- Daniela Hobach (Author), 2018, Gesundheit und Management. Konzept zur Implementierung eines betrieblichen Managementsystems in einem Pflegeheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906618