Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Fluch oder Segen für die US-amerikanische und globale Wirtschaft?


Essay, 2019

20 Seiten, Note: 1,0

Alexander Kahle (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ära Obama - Rückblick
2.1 Ausgangssituation: Finanzkrise 2008
2.2 Ära Obama

3 Trumps Wirtschaftspolitik
3.1 „Make America Great Again“
3.2 Steuerreform
3.2.1 Änderungen & Auswirkungen
3.2.2 Arbeitslosigkeit
3.3 Handelspolitik
3.3.1 Handelsabkommen
3.3.2 Handelskonflikt

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Löhne und Unternehmensgewinne unter Trump

Abb. 2: Arbeitslosenquote USA von 2009 bis 2018

Abb. 3: Entwicklung des US-Handelsbilanzsaldos gegenüber China

1 Einleitung

Es ist die Präsidentschaftswahl im Herbst 2016. Nach dem ersten dunkelhäutigen und afroamerikanischen Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten kann auch erstmals eine Frau Präsidentin werden. Doch die Gesellschaft geht zwei Schritte vor, aber dreizehn zurück und wählt einen älteren, weißen Mann, der polarisierender nicht hätte sein können.

Donald Trump ist der 45. Präsident der USA und das, ohne jemals zuvor ein politisches Amt inne zu haben. Trotzdem vertrauten die Amerikaner ihm mehr als einer Frau, die mit einem Ex-Präsidenten verheiratet ist. Die Bürger erhofften sich vor allem einen Wirt-schaftsaufschwung, der den Wohlstand im Land verbessert. Und wer kenne nicht die Wirtschaft besser als ein milliardenschwerer Immobilienunternehmer?

Diese Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit der Wirtschaftspolitik von Donald Trump, die er seit Amtsbeginn bis Anfang 2019 geführt hat. Dabei wird zunächst eine Rückblende auf die Finanzkrise und die folgenden zwei Amtszeiten von Barack Obama gezogen, um das Verständnis zu erleichtern und wirtschaftspolitische Entscheidungen von Trump nachzuvollziehen. Dies bildet auch die Grundlage für den Aufstieg des umstrittenen Prä-sidenten, wodurch Wahlversprechungen herauskristallisiert werden. Anschließend be-fasst sich dieser Beleg mit der großen Steuerreform mit ihren Änderungen und Auswir-kungen, welche sich auch auf die Arbeitslosigkeit in den USA beziehen. Der zweite Hauptteil umfasst speziell die Handelspolitik von Trump, bei welcher die Handelsabkom-men und -konflikte näher erläutert werden.

Die theoretische Auseinandersetzung der Politik geschieht hauptsächlich auf der Basis von Artikeln und Nachrichtenmeldungen, die im Internet von Journalisten veröffentlicht wurden. Auch wurden einzelne Kommentare von Wirtschaftsexperten für die Bewertung der wirtschaftspolitischen Entscheidungen des Präsidenten berücksichtigt.

Mit dieser Arbeit soll unabhängig ergründet werden, inwiefern Donald Trump Fluch bzw. Segen für die amerikanische und die globale Wirtschaft ist. Auch, ob die Kritik an seinem wirtschaftspolitischen Stil gerechtfertigt ist, oder es sich nur um ein mediales Feuerwerk handelt, die zur Erhöhung der Auflagen bzw. der Klickzahlen dient.

2 Ära Obama - Rückblick

2.1 Ausgangssituation: Finanzkrise 2008

Barack Obamas Höhepunkt seiner politischen Karriere startete in etwa zeitgleich mit der schlimmsten Finanzkrise seit dem schwarzen Freitag von 1929. Die Deregulierung der Finanzmärkte durch die US-Politik ermöglichte der Notenbank den Markt mit immer mehr Geld zu fluten, auf Grund der Dotcom-Blase in 2000, bei welcher die neuen Inter-netunternehmen mit fallenden Aktienkursen die Vereinigten Staaten in eine Krise zu stür-zen drohte. Gleichzeitig sank der Zinssatz und verblieb bei einem Niedrigniveau. Somit vergaben Banken mehr und mehr Kredite auch an Personen mit weniger Einkommen, welche sich davon Immobilien kauften.

Dieses System hielt aufrecht, solange die Häuserpreise stiegen und die Hypotheken mit neuen Krediten finanziert werden konnten. Durch den vereinbarten variablen Zinssatz der Kredite erhöhten sich aber die Hypothekenzinsen mit dem Anstieg des Leitzinses und eine Großzahl an Eigenheimbesitzern konnte die Hypotheken nicht mehr zurückzahlen. Dem folgten Zwangsversteigerungen, die nicht genug Geld einbrachten, um die Kredite zurückzubezahlen. Die Banken machten Verluste in Milliardenhöhe, wodurch bspw. die Lehman Brothers Investmentbank Insolvenz anmelden musste.1

Die Folgen der Finanzkrise waren für die USA verheerend. Banken vertrauten sich auf Grund von drohender Illiquidität nicht mehr, sodass auch Unternehmen keine Investiti-onsmöglichkeiten finanziert bekamen und die Banken lieber das Geld für sich behielten. Dadurch brach der globale Handel ein und der Konsum verringerte sich stark, da viele Menschen ihre Arbeitsstelle verloren.2 Die Arbeitslosenquote stieg von 2008 bis 2010 in den USA um 5% auf 9,61% in Folge eines konjunkturellen Abstieges hin zur Rezession.3 Der damalige US-Präsident George W. Bush unterzeichnete noch am 3. Oktober 2008 das Gesetz „Troubled Asset Relief Program“ (TARP), wodurch die Regierung der Verei-nigten Staaten Anteile an Finanzinstituten aufkaufte. Mit 700 Milliarden US$ (später her-abgesetzt auf 475 Milliarden US$) war es die bis dahin größte Maßnahme, die zu einer Stabilisierung des US-Finanzsystems und eines Neustarts des Wirtschaftswachstums bei-tragen sollte.4

2.2 Ära Obama

Barack Obama hatte als 44. Präsident der Vereinigten Staaten die Last der Finanzkrise zu tragen. So hielt er am 5. Januar 2009, rund zwei Wochen vor seiner Vereidigung, „die US-Wirtschaft für sehr krank und befürchtet eine Verschlimmerung der Situation“.5 Um dem entgegenzuwirken, beschlossen nach langen Diskussionen die Demokraten und die Republikaner im Februar ein Konjunkturpaket in Höhe von rund 789,5 Milliarden US$. Dabei flossen über 150 Milliarden Dollar in die Infrastruktur und 39 Milliarden Dollar als Unterstützung in die Bundesstaaten. Gleichzeitig sollten die US-Bürger (vor allem die Mittelschicht) um 276 Milliarden Dollar an Steuern entlastet werden und 3,5 Millionen neue Jobs geschaffen werden.6

Die Strategie war es auch den Umlauf an Geld nicht zu senken. So senkte man den Zins und es konnte mehr Geld in den Markt befördert werden. Die Staatsausgaben erhöhten sich und mit Staatshilfe wurden Banken umstrukturiert (→ Dodd-Frank Act). Damit konnte schon 2010 wieder ein Wirtschaftswachstum verzeichnet werden, auch wenn der Anstieg der Staatsdefizite enorm war.7 Trotzdem konnte Obama in seinen zwei Amtszei-ten nie die Wirtschaft wirklich ankurbeln. Zwar wuchs das Bruttoinlandsprodukt jährlich um zwei Prozent, jedoch gilt er somit als einziger Präsident der USA, welcher nie die drei Prozent Wachstum erreicht hat.8

In seiner Handelspolitik hat Präsident Obama es nicht geschafft ein Freihandelsabkom-men mit der EU (TTIP) zu unterzeichnen. Dies hätte u.a. durch den Abbau von Zöllen zu einer Förderung des Handelns zwischen den USA und der EU geführt und hätte die Wirt-schaft gestärkt. Doch stießen die Verhandlungen auf großen Widerstand der Gesellschaft, da sie die Standards im Umwelt- und Verbraucherschutz gefährdet sahen.9 Auch Obamas eigene Partei schob einen Riegel vor die TTIP-Verhandlungen, bei denen Obama „freie Hand“ haben wollte.10 Dennoch errang Obama 2016 mit der Transpazifischen Partner-schaft (TPP) einen Erfolg, die ein Handelsabkommen mit elf weiteren Staaten ermög-lichte (aus amerikanischen und asiatischen Raum), bevor der 45. Präsident der Vereinig-ten Staaten sein Amt antrat.11

3 Trumps Wirtschaftspolitik

3.1 „Make America Great Again“

„Make America Great Again“ war und ist der Slogan des 45. und wohl meist diskutier-testen Präsidenten der USA, Donald Trump. In einer Welt, in der weite Teile immer mehr nach rechts wandern und der ideologische Egoismus seinen Höhepunkt stetig übertrifft, konnte Trump nur Erfolg bei der Präsidentschaftswahl 2016 haben, auch wenn es zu-nächst als unwahrscheinlich deklariert wurde. Sein Slogan impliziert, dass die Vereinig-ten Staaten im Jahr 2016 nicht „great“, also groß(-artig) waren.

Betrachtet man die Politik von Vorgänger Obama genauer, so entdeckt man noch Statis-tiken, mit denen die Demokraten wohl lieber nicht in den Wahlkampf gegangen sind. Obama verdoppelte den Schuldenberg der USA durch die Steuersenkungen und Investi-tionen auf 20 Billionen Dollar. Dass vieles davon den Staat aus der Krise gezogen hat, muss ein Republikaner nicht erwähnen. Die Arbeitslosenstatistik zeigt einen sinkenden Wert von 5%. Jedoch lässt diese Statistik Langzeitarbeitslose sowie resignierte amerika-nische Bürger aus, denn diese war mit 10% doppelt so hoch. Außerdem stieg die Zahl von arbeitsfähigen, aber resignierten Amerikanern kontinuierlich. Die Erwerbsquote sank damit auf den niedrigsten Wert (62,9%) seit 40 Jahren. Hinzu kommt das geringe Wirt-schaftswachstum, welches den Republikanern in die Hände spielte.12

Donald Trump nutzte die Inszenierung seiner Person in den Medien für sich und konnte vor allem bei weißen und männlichen Amerikanern punkten, die keinen akademischen Abschluss haben.13 Dabei halfen seine Wahlversprechungen, die für sehr viel Aufsehen, nicht nur in den USA, gesorgt haben. So gab er an, ein Einreiseverbot für Muslime zu verhängen, um die (illegalen) Einwanderungen zu minimieren. Im selben Atemzug ver-sprach er, eine Mauer entlang der mexikanischen Grenze zu bauen und stufte alle Mexi-kaner an der Grenze als Kriminelle ein. Noch beliebter wurde dieses Versprechen, weil Mexiko die Mauer selbst bezahlen sollte und nicht auf Lasten der amerikanischen Steu-erzahler. Diese sollten zusätzlich durch „massive“ Steuersenkungen entlastet werden, um so das wirtschaftliche Wachstum zu stärken. Wo Trump hingegen Kürzungen für dessen Reform vornehmen würde, blieb aber unklar. Seine eigene Partei warnte deshalb vor einem weiteren Schuldenanstieg, weil die Vereinigten Staaten bereits 20 Billionen Dollar Staatschulden haben. 14

Mit seiner Devise „America first“ wollte Trump auch handelspolitisch agieren. Aus un-vorteilhaften Handelsabkommen für die USA wolle man austreten und stattdessen Han-delsverträge vereinbaren, die das US-Handelsdefizit reduzieren und Arbeitsplätze in den Staat zurückholen, die ins Ausland verlagert wurden. Dies bezog sich u.a. auf das Trans-pazifische Freihandelsabkommen (TPP) und das Nordamerikanische Freihandelsabkom-men (NAFTA) zwischen Mexiko, Kanada und den USA.15

Trump kündigte zudem an, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen, da er schon früh nicht an den Klimawandel geglaubt hat. So behauptete er, „dieses Konzept der Erderwär-mung haben sich die Chinesen ausgedacht, um die US-Industrie als Konkurrent abzuhän-gen“.16 Mitte 2017 geschah dies auch, doch man sei offen zu weiteren Klimaverhandlun-gen, welche aber für die USA günstigere Bedingungen für die Wirtschaft, das Volk und die Steuerzahler aufzeigen. Die Wirksamkeit des Ausstiegs tritt Ende 2020 ein, wodurch der Staat noch weiter mitreden darf, um eigene Interessen zu schützen.17

3.2 Steuerreform

3.2.1 Änderungen & Auswirkungen

Ende 2017 konnte Donald Trump den bisher größten Triumph seiner bisherigen Präsi-dentschaft feiern. Es gelang ihm die erste namhafte Reform des Steuersystems seit 1986. Mit dem Unterschied, dass sich damals die Demokraten und die Republikaner unter Ronald Reagan öffentlich beraten haben und auch Nobelpreisträger hinter der Reform standen. Unter Trump stützt sich die Erneuerung allein auf die Republikanische Partei, die hinter geschlossenen Türen verhandelt haben. Trotzdem einigten sich der Senat und das Repräsentantenhaus auf den Gesetzesvorschlag.18

Der Eckpfeiler dieser historischen Reform ist die Senkung der Körperschaftsteuer von 35% auf 21%. Das sind nicht die angestrebten 15%, die Trump versprochen hatte, doch ist eine Senkung um 14% bemerkenswert. Dies erweckt den Anschein, dass vor allem Großkonzerne von dem neuen Gesetz profitieren und nicht Bürger mit mittleren bzw. niedrigen Einkommen. Der Grundgedanke dahinter ist es die Unternehmen steuerlich zu entlasten, damit diese durch Konsum und Investitionen die unteren Schichten der Gesell-schaft erreichen. Schließlich würden damit mehr Jobs geschaffen und die Konzentration auf die Arbeitnehmer wächst zunehmend und damit auch deren Lohn.19 Dieses Konzept beruht auf der Trickle-down-Theorie, welche besagt, dass die Erhöhung des Einkommens der Reichen zu den Ärmeren und der Mittelschicht „durchsickert“. Wird sozusagen die Oberschicht wohlhabender, so ist dies die theoretische, notwendige Voraussetzung für den Anstieg des Einkommens beim Rest der Gesellschaft.20

Allem Anschein nach trifft diese Theorie auch zu. Mit einem Lohnanstieg um 0,9% im ersten Quartal erreichte man den höchsten Zuwachs seit 2007. Der größte Arbeitgeber der USA, Walmart, erhöhte den Einstiegslohn seiner Mitarbeiter von 9 auf 11 Dollar je Stunde und zahlt zusätzlich Boni zwischen 200 und 1000 Dollar, je nach Länge der bis-herigen Arbeitseinstellung.21 Auch andere Unternehmen erhöhen die Ausgaben für Mit-arbeiter. AT&T zahlt jedem Angestellten einen Bonus von 1000 Dollar, Starbucks wollte 2018 die Mitarbeiter finanziell besserstellen und auch McDonalds erhöhte das Weiterbil-dungsbudget.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Löhne und Unternehmensgewinne unter Trump (CAP Action)

[...]


1 Vgl. Kaufmann/Bude (2018).

2 Haldner (2013).

3 Vgl. Pitzke (2009).

4 Vgl. Fricke (2016).

5 Vgl. Medick (2016).

6 Vgl. Cieschinger/Demling/Küpper/Niesen/Meiritz (2016).

7 Vgl. Freihandelsabkommen: Demokraten bremsen Obama aus (2015).

8 Vgl. Granville (2017).

9 Vgl. Medick (2016).

10 Vgl. Fischer/Meiritz (2016).

11 Vgl. Neelson (2017).

12 Vgl. Neelson (2017).

13 Tutt (2016).

14 Vgl. USA erklären Austritt aus Pariser Klimavertrag (2017).

15 Vgl. Stein (2017).

16 Vgl. Engelbrecht (2018).

17 Vgl. Statista (2019).

18 Vgl. Tarp-Program (2016).).

19 Vgl. Breuer (2018).

20 Vgl. Krämer (o.Jg.).

21 Vgl. Peterson (2018).

22 Vgl. Breuer (2018).

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Fluch oder Segen für die US-amerikanische und globale Wirtschaft?
Hochschule
Hochschule Zittau/Görlitz; Standort Zittau
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
20
Katalognummer
V906902
ISBN (eBook)
9783346210029
ISBN (Buch)
9783346210036
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trump, Wirtschaftspolitik, Wirtschaft, Donald Trump, USA, Amerika, BWL, Betriebswirtschaft, Betriebswirtschaftslehre
Arbeit zitieren
Alexander Kahle (Autor), 2019, Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Fluch oder Segen für die US-amerikanische und globale Wirtschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906902

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Fluch oder Segen für die US-amerikanische und globale Wirtschaft?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden