Im Rahmen des Forschungsprozesses steht Bildung für nachhaltige Entwicklung im Vordergrund, die insbesondere für eine solche gesellschaftliche Transformation als entscheidende Grundlage unerlässlich ist. BNE ist ein Bildungsansatz, der fast alle aktuellen gesellschaftlichen Fragen in den Blick nimmt und eine nachhaltige, globale Entwicklung stärken will. Eine nachhaltige Entwicklung, "die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält". Nachhaltige Entwicklung ist dabei auf breite Partizipation angewiesen. Die entsprechenden Kompetenzen dazu sollen in der schulischen Bildung erworben werden. BNE ist zwar an vielen Stellen in der Schule präsent, von einer festen Verankerung in den Strukturen kann aber nicht ausgegangen werden. Die hier vorgelegten Forschungsergebnisse leisten einen Beitrag, indem sie aufzeigen, inwieweit der Bildungsansatz Früchte trägt. Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, in wieweit BNE in den schulischen Lernprozessen verankert ist und wie sich der aktuelle Wissensstand darstellt.
Zu Beginn findet eine Einführung in das Forschungsthema statt mit besonderer Schwerpunktsetzung auf das Bildungskonzept BNE. In Kapitel 2 wird das Recherchetagebuch vorgestellt, welches im Rahmen des Begleitseminars zur Vorbereitung auf die inhaltlichen Aspekte des Forschungsprojekts begleitend geführt wurde. Anhand des Forschungstagebuchs lässt sich die inhaltliche Durchdringung des Themas sukzessive nachempfinden. In den folgenden Kapiteln werden jeweils die verschiedenen Forschungsmethoden im ersten Schritt theoretisch erläutert sowie deren Platzierung in der Reihenfolge des Forschungsprozesses begründet. Es folgen die inhaltliche Ausgestaltung der Methoden und schließlich die Ergebnisdarstellung sowie deren Kommentierung. Der Forschungsprozess wurde auf Basis eines „Mixed Methods-Ansatzes“ durchgeführt, der zum einen eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden und zum anderen möglichst allumfassende Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven zulässt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNGEN
1.1 FORSCHUNGSANLIEGEN UND VORGEHENSWEISE
1.2 BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
1.3 RECHERCHETAGEBUCH
2. DIE NARRATIVEN INTERVIEWS
2.1 THEORETISCHER ÜBERBLICK
2.2 BEGRÜNDUNG DER WAHL DES NARRATIVEN INTERVIEWS ALS ERSTEN SCHRITT
2.3 DARSTELLUNG DER KERNFRAGE DES NARRATIVEN INTERVIEWS
2.4 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE DER NARRATIVEN INTERVIEWS
2.5 KOMMENTIERUNG DER ERGEBNISSE DES NARRATIVEN INTERVIEWS
3. LEITFADENINTERVIEWS
3.1 THEORETISCHER ÜBERBLICK
3.2 BEGRÜNDUNG DER WAHL DES LEITFADENINTERVIEWS ALS ZWEITEN SCHRITT
3.3 DARSTELLUNG DER LEITFRAGEN DES LEITFADENINTERVIEWS
3.4 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE DER LEITFADENINTERVIEWS
3.5 KOMMENTIERUNG DER ERGEBNISSE DES LEITFADENINTERVIEWS
4. DIE FRAGEBOGENINTERVIEWS
4.1 BEGRÜNDUNG DER WAHL DES FRAGEBOGENS ALS DRITTEN SCHRITT
4.2 ENTWICKLUNG UND AUFBAU DES FRAGEBOGENS
4.3 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE DES FRAGEBOGENS
4.4 KOMMENTIERUNG DER ERGEBNISSE DES FRAGEBOGENS
5. ABSCHLIEßENDES FAZIT ZUR FORSCHUNGSARBEIT
6. ANHANG
6.1 POWERPOINT-PRÄSENTATION
6.2 TRANSKRIPTE DER NARRATIVEN INTERVIEWS
6.3 TRANSKRIPTE DER LEITFRAGENINTERVIEWS
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Kenntnisstand zum Bildungskonzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ bei Lehramtsstudierenden des Studiengangs Master of Education an der Bergischen Universität Wuppertal zu untersuchen und zu analysieren, wie BNE in schulischen Lernprozessen verankert ist.
- Grundlagen des Bildungskonzepts „Bildung für nachhaltige Entwicklung“
- Methodische Ansätze in der qualitativen und quantitativen Bildungsforschung
- Analyse des Wissensstandes und der Einstellungen von Studierenden zu Nachhaltigkeit
- Möglichkeiten der Implementierung von BNE in den schulischen Alltag
Auszug aus dem Buch
2.1 Theoretischer Überblick
Das narrative Interview ist eine Methode qualitativer Sozialforschung (vgl. Brüsemeister, 2008). Diese weniger standardisierte Variante wurde maßgeblich vom Soziologen Fritz Schütze entwickelt. Da es sich bei dem Interviewverfahren um ein „nonstandardisiertes Interview“ (Schreier, 2013, S. 227) handelt, werden die Interviewpartner zum freien Erzählen animiert, ohne vorstrukturierte Fragestellungen zu entwickeln und auf diese Weise einen möglichst großen Spielraum bei der Entfaltung der inhaltlichen Sachthematik zu gewährleisten. Dabei bietet die Option des narrativen Erzählens insbesondere die Möglichkeit, das Erlebte in kognitiver Aufbereitung nicht nur zu reproduzieren, sondern auch zu verarbeiten, bilanzieren und evaluieren (vgl. Mayring, 2002). Im Vordergrund der Forschungsrichtung stehen demnach weniger die Ereignisse selbst als vielmehr ihre subjektiven Bedeutungsstrukturen.
Die Grundidee besteht darin, dass im Verlauf des Interviews eine möglichst große Anzahl an „Stehgreiferzählungen“ (König/Zedler, 2002, S. 180) produziert werden, aus denen sich subjektive Bedeutungsstrukturen individueller Personen erschließen lassen (vgl. Mayring, 2002). Das bedeutet, dass die Interviewten über bestimmte Untersuchungsgegenstände zwar implizit Wissen oder Erfahrung mitbringen, ohne sich darüber jedoch bewusst zu sein und sie erst im Erzählen bestimmten Thematiken ihre ganz eigene Bedeutung verleihen (vgl. Küsters, 2009). Ziel qualitativer Sozialforschung ist folglich die Rekonstruktion der sozialen Wirklichkeit, welche erst durch das Produzieren von Erzähltexten aus Sicht der Interviewten erschaffen wird (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNGEN: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsanliegen sowie das Bildungskonzept der Nachhaltigen Entwicklung und dokumentiert den Forschungsprozess anhand eines Recherchetagebuchs.
2. DIE NARRATIVEN INTERVIEWS: Hier werden theoretische Grundlagen des narrativen Interviews erörtert und die Ergebnisse der Interviews mit Studierenden zu ihren persönlichen Erfahrungen mit Nachhaltigkeit präsentiert.
3. LEITFADENINTERVIEWS: Dieses Kapitel führt in die Methode der Leitfadeninterviews ein und wertet diese aus, um vertiefende Erkenntnisse über die BNE-Kenntnisse der Studierenden zu gewinnen.
4. DIE FRAGEBOGENINTERVIEWS: Im letzten empirischen Teil wird der standardisierte Fragebogen vorgestellt, der genutzt wurde, um ein repräsentatives Bild über das BNE-Wissen der Lehramtsstudierenden zu erhalten.
5. ABSCHLIEßENDES FAZIT ZUR FORSCHUNGSARBEIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse der kombinierten Forschungsmethoden zusammen und bewertet den aktuellen Stand der Implementierung von BNE in Universität und Schule.
6. ANHANG: Der Anhang enthält ergänzende Materialien wie die Präsentationsfolien sowie die vollständigen Transkripte der durchgeführten Interviews.
Schlüsselwörter
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Nachhaltigkeit, Lehramtsstudierende, Qualitative Forschung, Narratives Interview, Leitfadeninterview, Fragebogen, Mixed Methods, Umweltschutz, Klimawandel, Schulentwicklung, Partizipation, Bildungswissenschaften, Nachhaltigkeitsziele
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Kenntnisstand zum Bildungskonzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) bei Master-Lehramtsstudierenden und erforscht deren Erfahrungen sowie Einstellungen zur Nachhaltigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretischen Grundlagen der BNE, die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeit im schulischen Alltag, der Einfluss aktueller Klimabewegungen und die Vorbereitung von angehenden Lehrkräften auf diese Themen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es zu ermitteln, inwieweit das Thema BNE in den schulischen Lernprozessen verankert ist und welches Wissen sowie welche Einstellung angehende Grundschullehrkräfte dazu mitbringen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Studie nutzt einen „Mixed Methods“-Ansatz, der qualitative narrative Interviews und Leitfadeninterviews mit einer quantitativen Fragebogenerhebung kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die Auswertung der narrativen Interviews, die Durchführung und Analyse der Leitfadeninterviews sowie die quantitative Auswertung der Fragebögen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind BNE, Nachhaltigkeit, Lehramtsausbildung, qualitative und quantitative Sozialforschung, Klimawandel und schulpraktische Erfahrungen.
Welchen Stellenwert nimmt die „Fridays for Future“-Bewegung in der Studie ein?
Die Bewegung dient als zentraler Impulsgeber und Erzählstimulus in den qualitativen Interviews, um Einstellungen zu Umweltaktivismus und deren Relevanz für den Unterricht zu erfassen.
Wie bewerten die Studierenden die universitäre Ausbildung im Bereich BNE?
Viele der befragten Studierenden äußern den Wunsch nach einer stärkeren Einbindung von BNE-Themen in ihre universitäre Ausbildung und fordern mehr fachdidaktische Seminare sowie praxisnahe Projekte.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Ist Bildung für nachhaltige Entwicklung in den schulischen Lernprozessen verankert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906924