Entwicklung von Todesvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen


Seminararbeit, 2008
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Einflussfaktoren auf die Todesvorstellungen von Kindern und Jugendlichen
2.1 Einstellungen der Eltern bzw. Umgebung zum Tod
2.2 Medien (TV/ Internet.)
2.3 Beziehungen der Kinder zum Objektverlust
2.4 Stufe der psychologischen Entwicklung
2.5 Umstände des Verlusts
2.6 Frühere Erfahrungen mit dem Tod
2.7 Religiöse Vorstellungen

3. Todesvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen
3.1 Das Kleinkind ( 0 – 3 Jahre)
3.2 Das Vorschulkind ( 3 – 6 Jahre)
3.3 Das Grundschulkind ( 6 – 9 Jahre)
3.4 Das Schulkind ( 9 – 12 Jahre)
3.5 Der Jugendluche ( ab 12 Jahre)

4. Progredient kranke Kinder und Jugendliche
4.1 Begriffserklärung
4.2 Todesvorstellungen bei progredient kranken Kindern und Jugendlichen
4.3 Umgang mit und Vorbereitung auf den Tod
4.3.1 Das Recht des Kindes auf Wahrheit
4.3.2 Das Recht des Kindes auf Leben

5. Abschließende Betrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

„Da unten soll Rune jetzt wirklich liegen?

Sara muß [sic!] unbedingt etwas fragen:

`Aber was ist wenn er nun mal aufwacht

und aufstehen will und er kriegt den Deckel vom Sarg nicht auf?´

´Rune wacht nicht mehr auf`, antwortet Papa leise

´Er schläft für immer.`“

(Marit Kaldhol, Abschied von Rune, 1991)

Abschied nehmen, weil der beste Freund beim gemeinsamen Spiel am Wasser ertrunken ist.

Marit Kaldhol beschreibt in ihrem Kinderbuch „Abschied von Rune“ genau dieses schwierige und schmerzhafte Erlebnis, dass die kleine Sara (ca. 5-6 Jahre) in ihrem noch so jungen Leben schon bewältigen soll.

Wie unterschiedlich jedoch die Todesvorstellungen von Kindern und Jugendlichen sein können, sollen auch die folgenden Aussagen beweisen:

„Die Toten schließen die Augen, weil Sand hineingefallen ist.“

(3 Jahre, 11 Monate)

„Wenn ich ins Grab falle, denke ich, dass ich in Tausend Fetzen zerfalle.“

(9 Jahre)

„Ich stelle mir vor, dass, wenn ich tot bin, ich bei Gott wieder aufwache.“

(9 Jahre)

Einige von diesen „Kinderstimmen“ lassen sehr gut die Faktoren erkennen, die die Vorstellung vom Tod beeinflussen.

Im Anschluss werde ich mich mit den altersabhängigen Todesvorstellungen auseinandersetzen.

Es geht hier nicht über den tatsächlichen biologischen Ablauf des Sterbeprozesses, sondern über ihre Vorstellungen und Empfindungen, mit denen sie den Begriff „Tod“ mit Inhalt füllen.

Nachdem ich mich nun allgemein mit dem Tod beschäftigt habe, werde ich mich danach den Todesvorstellungen in bezug auf Kinder und Jugendliche mit einer lebensbedrohenden Krankheit widmen und Chancen und Möglichkeiten aufzeigen, wie man Kinder bzw. Jugendliche auf den Tod vorbereiten bzw. mit dem Tod selbst umgehen kann bzw. sollte.

2. Einflussfaktoren auf die Todesvorstellungen von Kindern und Jugendlichen

Nach Buckingham gibt es verschiedene Faktoren, die die Todesvorstellungen von Kindern und Jugendlichen beeinflussen können, die ich im Folgenden aufzeigen möchte.

2.1 Einstellungen der Eltern bzw. Umgebung zum Tod

Wohl der wichtigste Faktor, der ein Kind bzw. einen Jugendlichen im Hinblick auf die Todesvorstellung beeinflussen kann, sind die Eltern oder aber auch die Umgebung.

Um Kinder bzw. Jugendliche zu unterstützen, ihnen in einer solchen Situation beizustehen, ist es von größter Bedeutung, dass sich die Eltern bzw. Erwachsenen selbst mit dem Tod auseinandersetzen – sie müssen selbst trauern können!

Sie müssen ihre eigenen Gefühle wahrnehmen und vor allem auch dem Kind gegenüber zeigen. Nur so wird es dem Kind ermöglicht sich zu öffnen, über den Tod zu sprechen.

„Wer Kindern helfen will, muß [sic!] empfänglich sein für ihre Stimmungen, er muß [sic!] ihnen zuhören können, ihre Gefühle und Ängste ernst nehmen.“ (Arens, 1994, 49)

Im Gegensatz zu früher stellt dies so manchen Erwachsenen vor eine schwierige Aufgabe.

Denn früher gab es weitaus weniger Probleme im Hinblick auf die Konfrontation mit dem Tod. Sowohl der Tod als auch das Sterben waren damals ganz natürlich Vorgänge, da meist mehrere Generationen unter einem Dach/ in einem Haushalt zusammen lebten. Somit bekam ein jeder die Geburt eines Menschen ebenso, wie die Krankheit, das Sterben und den Tod der Kinder und alten Leute mit.

Heute dagegen findet das Sterben meist nur noch hinter verschlossenen Türen statt. „Fast 80% der Menschen sterben heute im Krankenhaus oder in klinikähnlichen Einrichtungen“ (Höhn, 1996, 59).

Ein anderer Gegensatz zu früher ist auch die Tatsache, dass Trauer nicht mehr öffentlich erwünscht ist. So wird „die Verdrängung von Sterben und Tod begrenzt und verändert auch die Möglichkeiten der Trauer“ (Leyendecker, 2001, 44).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Entwicklung von Todesvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Progredient kranke Kinder)
Veranstaltung
Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V90718
ISBN (eBook)
9783638051323
ISBN (Buch)
9783640163595
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Todesvorstellungen, Kindern, Jugendlichen, Lehrstuhl, Allgemeine, Pädagogik
Arbeit zitieren
Julia Zenkert (Autor), 2008, Entwicklung von Todesvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90718

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