In der vorliegenden Arbeit soll der Begriff des Feminismus an Partums Arbeit Self-Identification näher beleuchtet werden. Dabei werden unter anderem die Entwicklung von Ewa Partum sowie einige Stationen ihres künstlerischen Schaffens betrachtet. Um einen groben Überblick zu erhalten, soll außerdem auf den bisherigen Forschungsstand rekurriert werden. Notwendig scheint an dieser Stelle auch ein kompakter Rückblick auf das Frauenbild der siebziger Jahre in Polen. Dem folgt eine genaue Bildbeschreibung der 12 Motive. Diese Motive werden des Weiteren im Hinblick auf den Begriff des Feminismus analysiert. Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Fazit, in dem unter anderem auch auf mögliche weitere Fragestellungen eingegangen werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Ewa Partum und die Entstehung von Self-Identification
4. Polen in den siebziger Jahren
5. Bildbeschreibung
6. Analyse
7. Fazit
8. Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Arbeit Self-Identification von Ewa Partum im Kontext der polnischen Gesellschaft der 1970er Jahre, um die Rolle und Wahrnehmung der Frau sowie die Entstehung feministischer Kunstansätze im sozialistischen Polen zu analysieren.
- Biografische Einordnung von Ewa Partum und ihrer künstlerischen Entwicklung
- Soziokulturelle Analyse der Rolle der Frau im Polen der 1970er Jahre
- Detaillierte bildnerische und inhaltliche Untersuchung der Fotocollagen-Serie Self-Identification
- Diskussion des Verhältnisses von Kunst, Feminismus und gesellschaftlicher Zensur im Ostblock
- Untersuchung des Körpers als Medium politischen und feministischen Protests
Auszug aus dem Buch
Ewa Partum und die Entstehung von Self-Identification
Ewa Partum studierte von 1963 bis 1965 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Łódź, von 1965 bis 1970 schloss sie ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau an. In den ersten Jahren nach ihrem Abschluss widmete sie sich der Semantik als Kunst und operierte dabei mit den weiblichen Zeichensystemen wie zum Beispiel einem Lippenstift-Alphabet. Im Jahr 1974 inszenierte Partum in Łódź eine Performance mit dem Namen Change 1974, bei der vor Publikum die Hälfte ihres Gesichts in das Gesicht einer alten Frau geschminkt wurde. Die Aktion stellt einen Einschnitt in Partums Arbeiten dar. Erstmals inszeniert sie den weiblichen Körper als solches und wirft somit die Frage nach dem Feminismus in der Kunst auf. 1979 setzt Sie mit Change - My Problem is a problem of a woman ihre Arbeit fort. Live lässt sie nun nicht mehr nur das Gesicht, sondern die Hälfte ihres Körpers zu einer alten Frau schminken. Währenddessen redet sie mit dem Publikum über Schönheitsoperationen und über das Frauenbild in der Gesellschaft. Zum Abschluss der Performance gab Partum bekannt, dass sie selbst ein Kunstwerk ist und ihren Körper zu einem Element des feministischen Diskurses macht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Körperdarstellung als Ausdruck sozialer Identität und Vorstellung der Künstlerin Ewa Partum als Pionierin feministischer Kunst in Polen.
Forschungsstand: Überblick über internationale und polnische Forschungsbeiträge zum Thema feministische Kunst im sozialistischen Osteuropa sowie zu Ewa Partums Werk.
Ewa Partum und die Entstehung von Self-Identification: Biografischer Abriss der Künstlerin und Beschreibung der Performance-Entwicklung, die zum zentralen Werk Self-Identification führte.
Polen in den siebziger Jahren: Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen im Polen der 1970er Jahre, geprägt durch staatlich-sozialistische Strukturen und konservative Moralvorstellungen.
Bildbeschreibung: Deskriptive Auflistung und detaillierte Betrachtung der 12 Motive, die die Fotocollagen-Serie bilden.
Analyse: Interpretation der Bildmotive hinsichtlich des feministischen Diskurses, der Interaktion mit dem öffentlichen Raum und der gesellschaftlichen Zensur.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung von Ewa Partums Werk als Ausdruck eines subtilen Widerstands gegen patriarchale Normen und als Spiegel der Stellung der Frau.
Literatur: Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Primärliteratur.
Schlüsselwörter
Ewa Partum, Self-Identification, Feminismus, Polnische Kunst, 1970er Jahre, Performance-Kunst, Sozialismus, Körperlichkeit, Identität, Zensur, Fotocollage, Gesellschaftskritik, Frauenbild, Aktionskunst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Werk Self-Identification von Ewa Partum im historischen Kontext der 1970er Jahre in Polen und analysiert, wie die Künstlerin den eigenen Körper als Instrument feministischer Kritik nutzte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das Rollenbild der Frau im Sozialismus, die Schnittstelle zwischen Kunst und politischem Aktivismus sowie die gesellschaftliche Ablehnung und Zensur feministischer Ansätze in Osteuropa.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird analysiert, inwiefern Ewa Partums Arbeiten als feministische Interventionen verstanden werden können, die gesellschaftliche Normen und die Rolle der Frau in der polnischen Gesellschaft der 1970er Jahre hinterfragten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus biografischer Einordnung, historisch-soziologischer Kontextualisierung und einer detaillierten bildnerisch-analytischen Auswertung der Fotoserie.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil umfasst eine historische Einbettung in die polnische Gesellschaft der siebziger Jahre, eine deskriptive Bildanalyse der zwölf Motive sowie eine weiterführende soziologische und feministische Analyse der Werkserie.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ewa Partum, Feminismus, Performance, Körperlichkeit, Sozialismus und Widerstand charakterisieren.
Warum wurde ausgerechnet die Serie Self-Identification gewählt?
Die Serie gilt als eines der prominentesten Beispiele für die frühe feministische Konzeptkunst in Polen und macht die Konfrontation der Künstlerin mit staatlichen Autoritäten und gesellschaftlichen Rollenerwartungen besonders deutlich.
Welche Rolle spielt die Zensur in dieser Untersuchung?
Die Zensur dient als Beleg für die Radikalität von Partums Ansatz, da ihr Werk in einem konservativen Umfeld auf Unverständnis stieß und teilweise gezielt unterdrückt wurde.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Feminismus. Ewa Partum und die Entstehung von "Self-Identification", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907190