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Die Frankfurter Küche. Erziehung zur Moderne

Titre: Die Frankfurter Küche. Erziehung zur Moderne

Dossier / Travail , 2019 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tom Behrendt (Auteur)

Études Culturelles - Études euopéennes
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Diese Arbeit setzt sich mit dem Design der Frankfurter Küche auseinander und untersucht, inwieweit sie menschliches Verhalten prägt.

Im modernen Konzept der Frankfurter Küche der zwanziger Jahre ist es angelegt, dass Arbeitsabläufe von vornherein durch die Ordnung der Kücheneinrichtung vorgegeben werden. Das Subjekt richtet sich nach dem Objekt. Was zur Folge hat, dass der Nutzer einer solchen Küche neue Abläufe erlernen muss. Um mit Marcel Mauss zu sprechen, erfordert daher die Nutzung einer Frankfurter Küche ein Erlernen neuer Körpertechniken.

Dass einerseits das Konzept der Frankfurter Küche aus modernen industriellen Fertigungs- und Rationalisierungsprozessen hervorgeht und andererseits die Benutzung der Küche neue Körpertechniken produziert, die dieses industrielle Moment spiegeln, soll Thema dieser Arbeit sein. Die Betonung liegt darauf, dass hier, auf kleinstem Raum, das Subjekt quasi zur Moderne erzogen wird. Indem die Frankfurter Küche den Körper in ihr neues, modernes Raumkonzept zwängt, erwirkt sie zugleich die körperliche Anpassung an ihr System. Die Küche ist als Akteur zu verstehen – als Erzieher. Und der Körper, dessen Bewegungen und Arbeitsabläufe durch die Küche erzogen werden, wird zum Ausdruck moderner industrieller Rationalisierungsprozesse.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Frankfurter Küche – Museum der Dinge

1.1 Nur eine Küche?

1.2 Geschichtliche Motivation und Dynamik

2. Rationalisierung von Technik und Körper

2.1 Einrichtung – Bewegungsabfolge – Körper

3. Die Techniken des Körpers

3.1 Körpertechniken der Frankfurter Küche

4. Echo oder: Nachwirkungen der „Dressur“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, wie die Frankfurter Küche als architektonisches Raumkonzept der 1920er Jahre durch ihre industrielle Rationalisierung den menschlichen Körper zur Moderne erzog und dabei neue Körpertechniken produzierte.

  • Die industrielle Rationalisierung privater Haushalte
  • Das Konzept der Frankfurter Küche als „Erzieher“ des Körpers
  • Anwendung des Begriffs der Körpertechniken nach Marcel Mauss
  • Die Wechselwirkung zwischen Architektur, Technik und Subjekt
  • Die Nachwirkung rationalisierter Küchenkonzepte in modernen Einbauküchen

Auszug aus dem Buch

1. Die Frankfurter Küche – Museum der Dinge

Hat man den dritten Stock des Vorderhauses der Oranienstraße 25 in Berlin Kreuzberg erreicht, so gelangt man in das Museum der Dinge. Wie in einer Art Raritätenkabinett werden hier über 20.000 Objekte beherbergt. „Historisches Kernthema“, wie es das Museum selbst versteht, ist die Fokussierung auf den 1907 in München gegründeten Deutschen Werkbund (DWB). Neben verschiedensten Gegenständen des frühen 20. Jahrhunderts, welche in Vitrinen exponiert sind, befindet sich auch ein Objekt im Museum, das seinen eigenen Raum für sich beansprucht: Eine Frankfurter Küche.

Es handelt sich bei diesem Exponat um eine Küche aus einem Reihenhaus im Heidenfeld 24 in der Siedlung Römerstadt in Frankfurt am Main. Diese ist 1928 entstanden und wurde 1993 von der Stuttgarter Gesellschaft für Kunst und Denkmalpflege vor Ort ausgebaut und 2009 vom Museum der Dinge erworben. An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass sich der Begriff „Frankfurter Küche“ nicht auf eine Art Küche bezieht, die entweder nur einmal existierte oder als Gesamtkonzept, nach immer gleicher Art und Weise, in Wohnungen und Häusern verbaut wurde. Vielmehr verwirklicht der Begriff ein neues Raumkonzept, das zum ersten Mal 1927 bei der Frankfurter Frühjahrsmesse präsentiert wurde und ab dann in unterschiedlicher Weise umgesetzt und verbaut wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Frankfurter Küche – Museum der Dinge: Dieses Kapitel führt in das Exponat der Frankfurter Küche im Berliner Museum der Dinge ein und erläutert deren Bedeutung als neues, rationalisiertes Raumkonzept der 1920er Jahre.

2. Rationalisierung von Technik und Körper: Es wird analysiert, wie industrielle Rationalisierungsprozesse in den privaten Haushalt übertragen wurden und welche Auswirkungen dies auf die mechanische Definition des menschlichen Körpers hatte.

3. Die Techniken des Körpers: Unter Einbeziehung der Theorie von Marcel Mauss wird dargelegt, wie die Küche durch fest eingebaute Elemente und Abläufe das Subjekt zur Ausführung spezifischer, erlernter Körpertechniken erzieht.

4. Echo oder: Nachwirkungen der „Dressur“: Das abschließende Kapitel zeigt auf, wie die in der Frankfurter Küche entwickelten rationalen Mechanismen die Basis heutiger Einbauküchen bilden und wie tiefgreifend diese Disziplinierung in unseren Alltag integriert ist.

Schlüsselwörter

Frankfurter Küche, Margarete Schütte-Lihotzky, Rationalisierung, Körpertechniken, Marcel Mauss, Neue Sachlichkeit, Industrialisierung, Haushaltsführung, Museum der Dinge, Moderne, Architektur, Wohnungsbau, Taylorismus, Effizienz, Arbeitsteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Frankfurter Küche als ein Instrument der Moderne, das durch industrielle Gestaltung den Nutzer diszipliniert und zu neuen, rationalisierten Verhaltensweisen erzogen hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Architekturtheorie, der Geschichte der Rationalisierung von Haushalten, der philosophischen Betrachtung des Körpers sowie der Analyse technischer Einflüsse auf den Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das materielle Design der Frankfurter Küche aktiv als „Erzieher“ fungiert und den menschlichen Körper an moderne industrielle Prozesse anpasst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf architekturtheoretische Analysen, die Auswertung zeitgenössischer Dokumentationen sowie auf ethnologische Konzepte, insbesondere den Begriff der Körpertechniken von Marcel Mauss.

Was wird im Hauptteil ausführlich diskutiert?

Der Hauptteil befasst sich mit der Transformation des Verhältnisses von Subjekt und Objekt sowie der konkreten Vermessung und Codierung von Handbewegungen durch die Anordnung der Kücheneinrichtung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Rationalisierung, Körpertechnik, Moderne, industrielle Fertigung, Disziplinierung und die Frankfurter Küche definiert.

Inwiefern spielt der Dokumentarfilm von 1927 eine Rolle?

Der Film von Paul Wolff dient als visuelles Anschauungsmaterial, um die mechanische Logik der Abläufe in der Küche und die Übertragung industrieller Muster auf den privaten Raum zu verdeutlichen.

Warum wird der Begriff „Dressur“ im Kontext der Küche verwendet?

Der Begriff wird in Anlehnung an Mauss genutzt, um zu verdeutlichen, dass das Erlernen spezifischer, effizienter Handgriffe in der Küche einer systematischen Dressur des Körpers an die Maschine gleicht.

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Résumé des informations

Titre
Die Frankfurter Küche. Erziehung zur Moderne
Université
Humboldt-University of Berlin  (Kulturwissenschaft)
Note
1,3
Auteur
Tom Behrendt (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
23
N° de catalogue
V907481
ISBN (ebook)
9783346208262
ISBN (Livre)
9783346208279
Langue
allemand
mots-clé
erziehung frankfurter küche moderne Kulturwissenschaft materielle kultur körpertechnik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tom Behrendt (Auteur), 2019, Die Frankfurter Küche. Erziehung zur Moderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907481
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Extrait de  23  pages
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