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Beamtenstatus und Einfluss des EU-Rechts

Title: Beamtenstatus und Einfluss des EU-Rechts

Seminar Paper , 2007 , 48 Pages , Grade: 15,0 von 15,0

Autor:in: Isabel Ohnesorge (Author)

Law - Public Law / Miscellaneous
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1 Einleitung

1.1 Beamte in Deutschland und in Europa – Ein Weg in die Zukunft

Die Vorwegnahme eines Resultates aufgrund von Ereignissen oder Entwicklungen beim Thema „Beamtenstatus und Einfluss des EU-Rechts“ ist mit der Föderalismusreform und dem damit zusammenhängenden Beamtenstatusgesetz sowie Entscheidungen aus der jüngsten Rechtsprechung des EuGH gegeben…

„(…) ergibt sich, dass Stellen des Kapitäns und des Ersten Offiziers der Handelsmarine (…) nicht unter die Ausnahme nach Artikel 39 Absatz 4 EG fallen können.“

Dies ist eine der neuesten Auswirkungen des EU-Freizügigkeitsrechts. Zum Verständnis der europäischen Richtungsweisung ist die parallele Betrachtung sowohl des Europarechts als auch des nationalen Beamtenrechts erforderlich. (…)

1.2 Zielsetzung und Inhalt der Arbeit
Ein Ziel dieser Arbeit ist, Fragen und Problemstellungen wie „Als Deutschlehrerin nach Frankreich“ oder „Deutscher Beamter mit niederländischer Staatsangehörigkeit?“ mit dem dafür erforderlichen Wissen betrachten und lösen zu lernen. Der Begriff der Arbeitnehmerfreizügigkeit und seine Auswirkungen werden unter dem europarechtlichen Aspekt erörtert. Ein weiteres Ziel ist, die Rechtsprechung des EuGH nachvollziehen zu können. (…)
Das einleitende Thema „Beamtenverhältnis und Berufsbeamtentum“ dient dem Verständnis des Gesamtkomplexes. Der einschränkende Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers ist hierin eingeschlossen. Es folgen die Zusammenhänge der Arbeitnehmerfreizügigkeit. (…) Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Freizügigkeitswirkung und -regelung in der Bundesrepublik Deutschland. (…) Die bundesdeutschen Gesetze haben seit der Einführung der Freizügigkeitsregelung eine umfangreiche Entwicklung erfahren. Um ein Verständnis für die heutige Rechtslage zu entwickeln, erfolgt eine historische Betrachtung des deutschen Staatsangehörigkeitsvorbehaltes. Die Auslegungen zu den Themen „Die hoheitlichen Befugnisse nach deutschem Recht“ und „Der den Deutschen vorbehaltener Tätigkeitsbereich“ sind nicht als die eine Lösung zu verstehen. Vielmehr sollen diese Abhandlungen als Denkanstöße für weitere Möglichkeiten dienen. Das Thema „Europa und der öffentliche Dienst“ ist nicht konfliktfrei geblieben. Die Darstellung einiger Konflikte zwischen Bundes- und Europarecht sowie der damit verbundenen Rechtsentwicklung kann nur als Auszug aus dem ganzen – stetig wachsenden – Problemkomplex verstanden werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Beamte in Deutschland und in Europa – Ein Weg in die Zukunft

1.2 Zielsetzung und Inhalt der Arbeit

2 Die Berufung in das Beamtenverhältnis und das Berufsbeamtentum

2.1 Deutscher im Sinne des Grundgesetzes

2.2 Die Regelung des Berufsbeamtentums

2.3 Der einschränkende Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers

3 Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer

3.1 Die Richtung weisenden Gründungsverträge und Verordnungen

3.2 Der Begriff der Freizügigkeit

3.2.1 Die Funktionalität der Ausschlusskriterien

3.2.2 Die Voraussetzungen für die Ausnahmebegründung

3.3 Die Aktion der Kommission zur Freizügigkeit im öffentlichen Dienst

4 Der Vorbehalt der Staatsangehörigkeit in der Bundesrepublik Deutschland

4.1 Interpretation und Anwendung des Vorbehaltes durch das deutsche Recht

4.1.1 Das zehnte Gesetz zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften

4.1.2 Das Europarecht und das neue Beamtenrecht – eine Konformitätsfrage

4.1.3 Familienangehörige von Unionsbürgern

4.2 Zugangsbeschränkungen und Ausnahmen für ausländische Mitbürger

4.2.1 Die den deutschen Staatsangehörigen vorbehaltenen Stellen

4.2.2 Die nicht unter den Vorbehalt fallenden Stellen

4.2.3 Die hoheitlichen Befugnisse nach deutschem Recht – eine Auslegung

4.3 Der Öffnungsumfang für EU-Bürger

4.3.1 Der den Deutschen vorbehaltene Tätigkeitsbereich – eine Auslegung

4.3.2 Das Letztentscheidungsrecht des Europäischen Gerichtshofes

5 Die Konflikte zwischen Bundes- und Europarecht

5.1 Die Eignung, Befähigung und fachliche Leistung

5.2 Die unterschiedliche Begriffsbestimmung der Hoheitlichkeit

5.3 Die unterschiedliche Auslegung der Staatsgewalt

5.4 Die Zugangsvoraussetzungen der Bundesrepublik Deutschland

5.5 Die – positive und negative – Kritik der Bundesrepublik Deutschland

5.5.1 Die Kritik an der Hoheitlichkeit

5.5.2 Die Kritik an der Staatsangehörigkeit

5.5.3 Die Kritik an der Änderung des Beamtenrechts

6 Zusammenfassung und Ausblick

6.1 Ein gesamteuropäisches Résumé

6.2 Eine europaweite Perspektive

7 Diskussion

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des europäischen Rechts auf den Status und den Zugang zum Beamtenverhältnis in Deutschland. Ziel ist es, die Konfliktfelder zwischen nationalen beamtenrechtlichen Traditionen und dem europäischen Freizügigkeitsgebot zu identifizieren und die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in diesem Kontext kritisch nachzuvollziehen.

  • Grundlagen des Beamtenverhältnisses und Berufsbeamtentums.
  • Die Arbeitnehmerfreizügigkeit und ihre Bedeutung im europäischen Raum.
  • Der Staatsangehörigkeitsvorbehalt im deutschen Recht im Lichte des EU-Rechts.
  • Abgrenzung der "hoheitlichen Befugnisse" als Ausnahmebereich.
  • Diskussion der Spannungsverhältnisse zwischen Bundes- und Europarecht.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Funktionalität der Ausschlusskriterien

Das Kriterium für die Anwendung des Art. 39 Abs. 4 EGV soll funktionell sein. Es muss auf die Natur der mit der Stelle verbundenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten abstellen.

Mit dem Fall „Sotgiu/Deutsche Bundespost“ wurde die Bereichsausnahme des Art. 48 Abs. 4 EWG-V zum ersten Mal funktional interpretiert. In diesem Urteil wurde auf die vom Arbeitnehmer tatsächlich ausgeübten Funktionen abgestellt: Sowohl die Art des Rechtsverhältnisses zwischen Arbeitnehmer und Verwaltung als auch die Frage, ob ein Beschäftigungsverhältnis öffentlichem oder privatem Recht unterliege, sei ohne Bedeutung.

Im Fall „Kommission gegen Frankreich“ hatte der EuGH wiederholt explizit auf die Funktionalität der Anwendung des Art. 48 Abs. 4 EWG-V hingewiesen: Frankreich hatte mittels gesetzlicher Bestimmung die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit für Krankenpflegepersonal auf Dauerplanstellen an öffentlichen Krankenhäusern ausgeschlossen. Die Ausübung hoheitlicher Befugnisse sei bei diesen Tätigkeiten nicht gegeben. Der EuGH entschied: Es handele sich hier weder um die Ausübung hoheitlicher Befugnisse, noch fehle es diesen Stellen an der Verantwortung für die Wahrung der allgemeinen Belange des Staates. Eine Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung i.S.d. Art. 48 Abs. 4 EWG-V liege folglich nicht vor. Die Einengung der aus nationaler Auslegung resultierenden Bestimmungen und die dadurch folgende Begrenzung der praktischen Wirksamkeit europäischer Vertragsbestimmungen soll lt. Abs. 12 des Urteils verhindert werden. Dazu ist die Auslegung auch auf die Natur der mit der Stelle verbundenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten abzustellen.

Durch die nationale Einengung würde die Anwendung des Gemeinschaftsrechts vereitelt. Die Folge der Anwendung nationalen Rechts wäre eine weite und breit gefächerte Interpretation o.g. Ausnahme. Die Ausnahmen sind gemeinschaftseinheitlich auszulegen, sofern der EGV gemeinschaftsweit das Recht auf Freizügigkeit gewährt. Bei institutioneller Interpretation der Freizügigkeit gilt die absolute Unteilbarkeit der Institution samt ihrem Personal. Die Beantwortung der Frage, ob ein Posten innerhalb einer Institution zentrale Interessen des Staates berührt, ist nicht möglich. Vielmehr stellt sich die Frage, ob dieser Aspekt auf die Institution zutrifft. Zugunsten einer funktionellen Interpretation wurde die institutionelle Sichtweise verworfen: Somit konzentriert sich die Prüfung auf solche Merkmale einer Stelle, welche dem allgemeinen Geltungsbereich des Grundsatzes der Arbeitnehmerfreizügigkeit entzogen werden sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik des Beamtenstatus im Kontext der Föderalismusreform und der europäischen Rechtsprechung sowie Definition des Untersuchungsgegenstands.

2 Die Berufung in das Beamtenverhältnis und das Berufsbeamtentum: Erörterung der verfassungsrechtlichen Grundlagen des deutschen Berufsbeamtentums und des notwendigen Gestaltungsspielraums des Gesetzgebers.

3 Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer: Analyse der europarechtlichen Rahmenbedingungen der Freizügigkeit und der funktionalen Auslegung der Bereichsausnahmen durch den EuGH.

4 Der Vorbehalt der Staatsangehörigkeit in der Bundesrepublik Deutschland: Detaillierte Betrachtung der Anpassung des deutschen Rechts an europäische Vorgaben, insbesondere im Hinblick auf den Zugang zum öffentlichen Dienst.

5 Die Konflikte zwischen Bundes- und Europarecht: Darstellung der Spannungsverhältnisse zwischen der weiten deutschen Auslegung der Staatsgewalt und dem restriktiven europäischen Verständnis hoheitlicher Aufgaben.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Résumé zur Entwicklung des europäischen Verwaltungsraums und Einschätzung zukünftiger Herausforderungen bei der Integration des Beamtenrechts.

7 Diskussion: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Forschungsfragen zur Laufbahnbegrenzung und inneren Organisation öffentlicher Dienste.

Schlüsselwörter

Beamtenrecht, Europarecht, Freizügigkeit, Staatsangehörigkeitsvorbehalt, Berufsbeamtentum, Europäischer Gerichtshof, Hoheitliche Befugnisse, Öffentlicher Dienst, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Grundgesetz, Integration, Laufbahnsystem, EG-Vertrag, Verwaltungsrecht, Rechtsanpassung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich europäische Rechtsvorgaben auf den traditionell national geprägten Beamtenstatus und den Zugang zum öffentlichen Dienst in Deutschland auswirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Kernpunkte sind das deutsche Berufsbeamtentum, die europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit, die Bedeutung hoheitlicher Befugnisse als Ausnahmebereich und die rechtliche Konformität nationaler Zugangsbeschränkungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Einfluss des EU-Rechts auf den Zugang zum Beamtenverhältnis zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Konflikte zwischen deutscher Staatsgewalt-Auslegung und europäischem Freizügigkeitsgebot gelöst werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die insbesondere die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs, historische Gesetzesentwicklung und den Vergleich zwischen europäischen Verträgen und nationalen Gesetzen nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Interpretation des Vorbehalts der Staatsangehörigkeit, der Auslegung des Begriffs "hoheitliche Befugnisse" und den konkreten Konflikten bei der Anerkennung von Diplomen und Berufserfahrung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Beamtenrecht, Europarecht, Freizügigkeit, Staatsangehörigkeitsvorbehalt und hoheitliche Befugnisse definieren.

Wie unterscheidet der EuGH zwischen hoheitlichen und nicht-hoheitlichen Stellen?

Der EuGH nutzt einen funktionalen Ansatz: Entscheidend ist nicht die institutionelle Einordnung, sondern die tatsächliche Ausübung von hoheitlichen Befugnissen und die Verantwortung für allgemeine Staatsbelange in der konkreten Tätigkeit.

Warum gibt es Konflikte bei der Integration des Lehrerberufs?

Die Konflikte entstehen, weil Deutschland Lehrer als Beamte in hoheitlich geprägten Funktionen sieht, während der EuGH die bloße Unterrichtstätigkeit als nicht-hoheitlich einstuft, was zu Problemen bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen führt.

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Details

Title
Beamtenstatus und Einfluss des EU-Rechts
College
Hamburg University of Applied Sciences  (Fachbereich Public Management)
Course
Hauptseminar Personalrecht
Grade
15,0 von 15,0
Author
Isabel Ohnesorge (Author)
Publication Year
2007
Pages
48
Catalog Number
V90788
ISBN (eBook)
9783638051422
ISBN (Book)
9783638944335
Language
German
Tags
Beamtenstatus Einfluss EU-Rechts Hauptseminar Personalrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Ohnesorge (Author), 2007, Beamtenstatus und Einfluss des EU-Rechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90788
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