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Das Mediationsverfahren im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft

Title: Das Mediationsverfahren im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft

Bachelor Thesis , 2007 , 43 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Tanja Kandolf (Author)

Sociology - Communication
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Diese Arbeit wird von der Fragestellung begleitet, wann sich Mediation als
Konfliktlösungsverfahren eignet, und was sie von anderen Verfahren unterscheidet.
Insbesondere soll die Anwendung im Gesundheitswesen debattiert werden. Auch wenn
in einigen Bereichen7 die Mediation in den letzten Jahren einen regelrechten
Aufschwung erlebt hat, bleibt zu klären, warum im interaktionsintensiven
Dienstleistungssektor Gesundheitswesen Konflikte bisher nur geringfügig mit Hilfe von
Mediatoren gelöst wurden. 8
Im Folgenden wird die Mediation als Vermittlung durch Dritte in ihrer Methodik
vorgestellt. Ein historischer Überblick zeigt die Ursprünge und Entwicklungen dieser
Moderationstechnik zu heutigen Anwendungsfeldern auf. Im darauffolgenden Abschnitt
werden, mit einem Exkurs in die Konflikttheorie, ausgewählte sozialpsychologische
Aspekte der Mediation vorgestellt. Dass sich die Mediation auch im Gesundheitswesen
zur kreativen Konfliktlösung anbietet, wird im dritten Abschnitt erläutert. Dieses
Anwendungsfeld umspannt eine Fülle von Interaktionsebenen. Organisations-, Rollenund
Teamkonflikte, sowie Konflikte zwischen Arzt und Patient werden beschrieben, um
anschließend die Chancen und die Einwände gegen die Mediation darzulegen. Ein
dokumentiertes Beispiel des mediativen Verfahrens wird mit einem
krankenhausinternen Konflikt auf der Chefarztebene gegeben. Da dem Leser, neben
dem Einblick in diese erfolgversprechende Form des Konfliktmanagements, auch die
Gelegenheit gegeben werden soll, sich weitergehend mit diesem Themenfeld zu
befassen, werden abschließend die Aus- und Weiterbildungsadressen zum Mediator
aufgelistet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

1. Das Konfliktlösungsmodell Mediation

1.1 Was ist Mediation?

1.1.1 Ein historischer Überblick

1.1.2 Anwendungsfelder

1.2 Maximen und Phasen der Mediation

1.2.1 Das Harvard-Konzept

2. Ausgewählte sozialpsychologische Aspekte der Mediation

2.1 Konflikte

2.1.1 Soziale Konflikte

2.1.2 Konfliktursachen

2.1.3 Perspektive der Streitgegenstände

2.2 Verhandeln durch Kommunikation

2.2.1 Der Inhalts- und Beziehungsaspekt

2.2.2 Selbstoffenbarung und Appell

2.2.3 Verhandeln

3. Mediation im Gesundheitswesen und in der Sozialwirtschaft

3.1 Konfliktfelder des Gesundheitswesens

3.1.1 Organisationskonflikte

3.1.2 Rollenkonflikte des Arztes

3.1.3 Teamkonflikte

3.1.4 Konflikte mit Patienten

3.2 Wo liegen die Chancen eines mediativen Verfahrens?

3.3 Welche Aspekte sprechen gegen eine Mediation?

3.4 Ein gutes Beispiel aus der Praxis

4. Fazit

5. Ausgewählte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung der Mediation als Konfliktlösungsverfahren im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, warum dieses Verfahren in einem interaktionsintensiven Sektor bisher nur geringfügig Anwendung findet und welche spezifischen Herausforderungen oder Chancen sich für die Praxis ergeben.

  • Grundlagen des Mediationsmodells und das Harvard-Konzept
  • Sozialpsychologische Analyse von Konfliktursachen und Kommunikationsmustern
  • Strukturkonflikte und Rollenkonflikte im klinischen Alltag
  • Analyse der Hemmschwellen und Potenziale für außergerichtliche Konfliktlösungen
  • Praxisbeispiele zur Konfliktbewältigung durch mediative Ansätze

Auszug aus dem Buch

1. Das Konfliktlösungsmodell der Mediation

Die Vermittlung in Konfliktsituationen durch einen neutralen, von den Konfliktparteien selbstständig gewählten Dritten, stellt die Grundlage der Mediation dar. Im Vermittlungsgedanken liegt der Ursprung der Mediation. Schimank beschreibt anschaulich, dass Gruppen durchaus in der Lage sind, über wechselseitige Kooperation stabile soziale Muster aufzubauen. Diese Muster begünstigen einen Konfliktlösungsansatz; die Transformation vom individuellen Eigeninteresse hin zum Gemeinwohl macht ein Verhandeln bei Problemen möglich und Konflikte im gegenseitigen Interesse lösbar. Was aber, wenn der Versuch, ein langfristiges positives Handlungsergebnis im Sinne eines verbesserten kollektiven Handlungsergebnisses zu erzielen, fehlschlägt? Wenn es den beteiligten Konfliktparteien nicht gelingt, ein kooperatives, gegenseitig vorteilhaftes Interaktionsmuster aufzubauen, werden sie sich Hilfe suchen. Möglicherweise wird der Konflikt vor Gericht beigelegt, je nach Streitgegenstand können sich die Parteien an einen Ombudsmann oder eine Schlichterstelle wenden. Vielleicht können der Vorgesetzte oder andere Autoritäten vermittelnd eingreifen. Bei vielen Konfliktformen ist eine schnelle Lösung wünschenswert, ein Zivilgerichtsverfahren würde das Problem zeitlich dehnen und öffentlich machen. Ein Schlichter wäre vermutlich kompetent in der Sache, und er verfügt über eine verstärkte Entscheidungskontrolle, im Gegensatz zu einem Vermittler. Kreative Lösungsansätze sind innerhalb eines Schlichtungsverfahrens jedoch nicht zu erwarten, auch würde die Psychologie eines Problems vermutlich außer Acht gelassen werden. Ein wichtiger Unterschied zwischen einer vertraglichen Intervention (z.B. Richter, Polizei) und einer sich entwickelnden Intervention (z.B. Eltern) liegt im Konfliktbezug. Der Vorgesetzte oder Verwandte ist nicht neutral, auch hat er in der Regel ein eigenes Interesse am Ausgang des Problems. Die Mediation scheint demnach eine Lücke zu den bekannten Verfahren zu schließen. Die Merkmale dieser Vermittlungstechnik werden im Folgenden dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik menschlicher Konflikte ein und begründet die Notwendigkeit mediativer Verfahren als Alternative zu gerichtlichen Prozessen.

1. Das Konfliktlösungsmodell Mediation: Dieses Kapitel erläutert das Grundkonzept der Mediation als Vermittlung durch Dritte und führt das Harvard-Konzept als methodische Basis ein.

2. Ausgewählte sozialpsychologische Aspekte der Mediation: Hier werden die theoretischen Hintergründe von Konfliktursachen, Interaktionsmustern und der Kommunikationstheorie für Mediatoren analysiert.

3. Mediation im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft: Das Kapitel untersucht spezifische Konfliktfelder in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen, wie Organisations- und Rollenkonflikte, und diskutiert Chancen sowie Hindernisse der Mediation.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Vorteile der Mediation als ressourcenschonendes und zukunftsorientiertes Verfahren zusammen und plädiert für ein gesundheitspolitisches Umdenken.

5. Ausgewählte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten: Eine tabellarische Übersicht relevanter Institutionen, die eine Ausbildung zum Mediator anbieten.

6. Literatur: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Fachpublikationen.

Schlüsselwörter

Mediation, Konfliktmanagement, Gesundheitswesen, Harvard-Konzept, Kommunikation, Organisationskonflikte, Rollenkonflikte, Sozialwirtschaft, Konsens, Win-win-Situation, Interdependenz, Interaktionsmuster, außergerichtliche Einigung, Vermittlung, Selbstverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Mediationsverfahren als strukturierte, außergerichtliche Methode zur Konfliktlösung und deren Anwendbarkeit im speziellen Kontext des Gesundheitswesens und der Sozialwirtschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Mediation (Harvard-Konzept), die psychologischen Mechanismen von Konflikten sowie die spezifischen Herausforderungen im klinischen Alltag und in sozialen Organisationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, unter welchen Bedingungen Mediation als Konfliktlösung im Gesundheitswesen erfolgreich eingesetzt werden kann und warum ihre Verbreitung trotz des hohen Interaktionsdrucks in diesem Sektor bisher begrenzt blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte wissenschaftliche Arbeit, die einschlägige Fachliteratur, sozialpsychologische Modelle und Dokumentationen aus der Mediationspraxis auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Mediation und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Konfliktkultur im Gesundheitswesen, inklusive der Analyse von Rollenkonflikten bei Ärzten und Teamkonflikten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mediation, Konfliktmanagement, Gesundheitswesen, Harvard-Konzept, Kommunikation, Rollenkonflikte und Win-win-Situation.

Warum erschweren Hierarchien im Krankenhaus den Einsatz von Mediation?

Die stark ausgeprägte Hierarchie und das damit verbundene Dogma der Unfehlbarkeit leitender Ärzte können den Zugang für Mediatoren erschweren, da dies von Führungskräften oft als Autoritätsverlust wahrgenommen wird.

Inwieweit stoßen Mediatoren im Gesundheitswesen an Grenzen?

Die Mediation erfordert hohe intellektuelle und kommunikative Fähigkeiten von allen Beteiligten. Bei Klientengruppen wie psychisch Kranken, geistig Behinderten oder demenziell Erkrankten stößt das Verfahren aufgrund dieser Anforderungen an seine Grenzen.

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Details

Title
Das Mediationsverfahren im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,3
Author
Tanja Kandolf (Author)
Publication Year
2007
Pages
43
Catalog Number
V90789
ISBN (eBook)
9783638051675
ISBN (Book)
9783638945226
Language
German
Tags
Mediationsverfahren Gesundheitswesen Sozialwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Kandolf (Author), 2007, Das Mediationsverfahren im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90789
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