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Die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses und seine Bedeutung für den Ausbau des gegliederten Schulwesens

Title: Die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses und seine Bedeutung für den Ausbau des gegliederten Schulwesens

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anna Sarah Bossmann (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Nach dem politischen Zusammenbruch des Kaiserreichs im Jahre 1918 versuchten drei in Opposition stehende Parteien ihre politischen Kräfte vollkommen zu entfalten, indem sie jeweils versuchten, die Eliten des Kaiserreichs in Bereichen wie Wirtschaft, Kirche und auch im Bildungswesen zu entmachten.
So entstand eine Neuordnung des gegliederten Schulwesens nach dem Ende der Kaiserzeit im vierten Abschnitt der Weimarer Reichsverfassung. Pädagogische Experten forderten u.a. den Ausbau des Schulwesens durch eine neue Einheitsschule und die Trennung von Kirche und Staat. Diese Neuordnung unterschied sich in vielen Punkten von der Struktur der Schulen im Kaiserreich. Dennoch kam es trotz dieser neuen Ideen nicht zu einer völligen Umstrukturierung des Schulwesens, da es u. a. zwischen den Parteien zu keiner allgemeinen Einigung kam und sie es daher nicht schafften, die Eliten des Kaiserreichs zu entmachten. So entstand schließlich der Weimarer Schulkompromiss.

In dieser Arbeit möchte ich die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses erläutern und analysieren. Dazu werde ich mich im zweiten Kapitel auszugsweise mit den Artikeln der Weimarer Verfassung von 1919 befassen, die für die Strukturierung von Bildung und Schule von Bedeutung sind.
Auf der Grundlage dieser Artikel wird es im dritten Abschnitt um die wesentlichen Regelungen des Schulkompromisses gehen, u.a. um die Frage, inwieweit das gegliederte Schulwesen tatsächlich umstrukturiert wurde.
Im vierten Kapitel werde ich herausarbeiten, welche Ideen des Schulkompromisses für den Aufbau des gegliederten Schulwesens von Bedeutung sind. Haben manche Strukturen vielleicht noch bis heute Bestand? Besitzt unser heutiges Schulsystem noch Ideen des Weimarer Schulkompromisses? Auch diese Fragen versuche ich in diesem Kapitel zu beantworten.
Im fünften und letzten Abschnitt werde ich schließlich die Ergebnisse dieser Arbeit kurz herausstellen.
Meine Arbeit hat folglich die Funktion, die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses darzustellen und anhand dieser Grundlage festzustellen, welche Bedeutung dieser für den Aufbau des Schulwesens bis in die heutige Zeit besitzt. Um die Strukturen des Weimarer Schulkompromisses zu verstehen, ist es zwingend notwendig, die Artikel zu der Gestaltung von Bildung und Schule im vierten Abschnitt der Weimarer Reichsverfassung von 1919 darzulegen, nämlich die Artikel 142 bis 150.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Weimarer Verfassung von 1919, vierter Abschnitt: Bildung und Schule

3. Die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses

4. Die Bedeutung des Weimarer Schulkompromisses für das gegliederte Schulwesen

5. Fazit

6. Bibliographie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Umsetzung des Weimarer Schulkompromisses nach 1919. Ziel ist es, die Auswirkungen der bildungspolitischen Neuordnung auf das gegliederte Schulwesen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit die intendierte soziale Chancengleichheit und demokratische Schulstruktur angesichts bestehender Herrschaftsstrukturen und finanzieller Defizite realisiert werden konnten.

  • Analyse der bildungsrelevanten Artikel der Weimarer Verfassung
  • Untersuchung der strukturellen Reformen, insbesondere der Einführung der Grundschule
  • Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Schulkompromiss und konfessionellen Interessen
  • Bewertung des Einflusses des Schulkompromisses auf das moderne Schulsystem

Auszug aus dem Buch

4. Die Bedeutung des Weimarer Schulkompromisses für das gegliederte Schulwesen

In diesem Kapitel wird es um die Bedeutung des Weimarer Schulkompromisses für die Entstehung des dreigliedrigen Schulwesens gehen. Wo lagen die auffälligsten Veränderungen der Schulstruktur nach der Veröffentlichung der Weimarer Verfassung von 1919 hinsichtlich der Schulstruktur vor dieser Zeit? Welche Konsequenzen ergaben sich daraus für den Ausbau des gegliederten Schulwesens? Welche Grundzüge des Kompromisses sind noch bis heute erhalten? Diese Fragen werden im folgenden Abschnitt beantwortet.

Die größte Veränderung der Schulstruktur nach 1919 lag wohl vor allem in der Volksschulbildung, besonders in der Einführung der obligatorischen vierjährigen Grundschule. So wurden alle Kinder- im Gegensatz zu der Zeit vor 1919- gemeinsam unterrichtet und mussten diese Grundschule 4 Jahre durchlaufen. Erst nach dieser gemeinsamen Schule wurden die Kinder nach dem Leistungsprinzip auf die höheren Schulen verteilt.

Blankertz bezeichnet die Struktur vor 1919 als „Organisationsprinzip der Vertikalität“.29 Die Schüler wurden somit in getrennten parallellaufenden Schulen unterrichtet. „Diese vertikale Orientierung hatte nur dann einen Sinn, wenn die Schulen sich nach Besuchsdauer, Abschlüssen, Berechtigungen, Vermittlung von beruflichen Chancen und gesellschaftlichem Ansehen unterschieden und unterscheiden sollten.“30 So begann die Schullaufbahn eines Kindes gewissermaßen mit der Einschulung, denn ein späterer Schulwechsel war kaum möglich. Mit der Einführung der gemeinsamen Grundschule kam es zu einem Bruch dieser Vertikalität. Es wurde angezweifelt, dass der schulische Werdegang eines Kindes schon vor der Einschulung bestimmt werden könnte und somit auch eine soziale Trennung der Schüler stattfand. Dies sollte mit der obligatorischen gemeinsamen Grundschule aufgehoben werden: ab 1919 wurden die Kinder folglich gemäß ihrer Begabungen und Neigungen unterrichtet, wie es der Artikel 146 der Weimarer Verfassung forderte, und nicht mehr nach dem gesellschaftlichen Ansehen der Eltern. Dies sollte ebenso die soziale Gleichheit zwischen den Menschen fördern, die vor 1919 durch die Herrschaftsstrukturen im Kaiserreich nicht vorhanden war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den historischen Kontext des Zusammenbruchs des Kaiserreichs und die damit verbundene bildungspolitische Neuordnung, welche im Weimarer Schulkompromiss mündete.

2. Die Weimarer Verfassung von 1919, vierter Abschnitt: Bildung und Schule: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtlichen Grundlagen der Schulerziehung und die damit verknüpften politischen Debatten über Finanzierung, Lehrerbildung und Schulaufsicht.

3. Die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses: Hier werden die zentralen inhaltlichen Kompromisse, insbesondere die Einführung der gemeinsamen Grundschule und die Regelungen zur Konfessionsfrage, detailliert analysiert.

4. Die Bedeutung des Weimarer Schulkompromisses für das gegliederte Schulwesen: Dieses Kapitel untersucht die langfristigen Auswirkungen auf die Schulstruktur und die reale Umsetzung der Reformen im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Reformen zwar den Status quo modifizierten, jedoch bestehende soziale Ungleichheiten nicht grundlegend auflösen konnten.

6. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Weimarer Schulkompromiss, Weimarer Reichsverfassung, Grundschule, Einheitsschule, gegliedertes Schulwesen, Bildungspolitik, Konfessionsschule, Bildungsreform, Chancengleichheit, Leistungsprinzip, Sozialgeschichte, Schulstruktur, Artikel 146, Pädagogik, Kaiserreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der bildungspolitischen Neuordnung nach dem Ersten Weltkrieg und analysiert den Weimarer Schulkompromiss sowie dessen Bedeutung für die Entwicklung des deutschen Schulwesens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Struktur des gegliederten Schulwesens, die verfassungsrechtliche Gestaltung von Bildung, das Spannungsfeld zwischen Konfessionalität und staatlicher Schule sowie die Frage nach sozialer Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses darzustellen und zu bewerten, welchen Einfluss diese historischen Entscheidungen auf den Aufbau und die Struktur des Schulsystems bis in die heutige Zeit haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Dokumente (Verfassungsartikel) und fachwissenschaftliche Publikationen zur Bildungsgeschichte ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der relevanten Verfassungsartikel (insb. Art. 142-150), die Analyse der Grundzüge des Schulkompromisses sowie die Erörterung seiner Bedeutung für das gegliederte Schulwesen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Weimarer Schulkompromiss, Grundschule, Bildungsgerechtigkeit, historische Bildungsforschung und Verfassungsgeschichte.

Warum konnte die Reform die soziale Ungleichheit nicht vollständig beseitigen?

Die Arbeit legt dar, dass die Reformen trotz fortschrittlicher Intentionen an den bestehenden Herrschaftsstrukturen, fehlenden finanziellen Mitteln und der strategischen Nutzung rechtlicher Lücken durch privilegierte Schichten scheiterten.

Welche Rolle spielte Artikel 174 laut dieser Arbeit?

Artikel 174 fungierte als sogenannter „Sperrparagraph“, der dazu diente, die Existenz von Konfessionsschulen auch nach der Revolution rechtlich abzusichern.

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Details

Title
Die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses und seine Bedeutung für den Ausbau des gegliederten Schulwesens
College
University of Duisburg-Essen  (Fachbereich Bildungswissenschaften)
Grade
1,3
Author
Anna Sarah Bossmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V90818
ISBN (eBook)
9783638052320
Language
German
Tags
Grundzüge Weimarer Schulkompromisses Bedeutung Ausbau Schulwesens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Sarah Bossmann (Author), 2006, Die Grundzüge des Weimarer Schulkompromisses und seine Bedeutung für den Ausbau des gegliederten Schulwesens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90818
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