No Comment - Mein Körper spricht für mich

Eine Einführung in die Bedeutung der Körpersprache


Seminararbeit, 2007

48 Seiten, Note: 1,7

G. Witkowski (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Definition und Ursprung der Körpersprache

2 Signale unseres Körpers
2.1 Blicke und ihre Wirkungen
2.2 Handgreiflichkeiten
2.2.1 Hände
2.2.2 Händeschütteln
2.2.3 Händedruck
2.2.4 Positionen der Hände
2.2.5 Aktionen der Hände
2.3 „Intim- Zonen“

3 „Drei-Gang-Getriebe“
3.1 Gehen
3.2 Stehen
3.3 Sitzen

4 Geschlechterspezifische Körpersprache
4.1 Körpersprache der Frau
4.2 Körpersprache des Mannes
4.3 Alltagsunterschiede
4.4 Miteinander der Geschlechter
4.5 Signale verstehen
4.5.1 Kennenlernen der Geschlechter
4.5.2 Anschließendes Treffen

5 Andere Länder, andere Sitten?
5.1 Mitteleuropäer vs. andere Kulturen
5.1.1 Gesichtsausdruck und Blick
5.1.2 Gesten und Körperkontakt
5.1.3 Körperlicher Abstand und Kleidung
5.1.4 Kleine Geste – große Wirkung (Beispiele aus dem Ausland)

6 Fazit und Tipps

Literaturverzeichnis

Bücher

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Händeschütteln

Abbildung 2: Servierende Hand

Abbildung 3: Beten nach Entgegenkommen

Abbildung 4: Abwehrgeste

Abbildung 5: Gesprächsdraht durchschneiden

Abbildung 6: Dynamischer Denkprozess

Abbildung 7: Intimzonen

Abbildung 8: positiv-offene, offen-herausfordernde,

Abbildung 9: Türstocklehner

Abbildung 10: Rittlings sitzen

Abbildung 11: Klammergriff

Abbildung 12: Beinverschlussposition

Abbildung 13: Bereitschaftshaltung

Abbildung 14: Halsberührung

Abbildung 15: Umgang mit Gefühlsregelungen

Abbildung 16: Sozialistischer Bruderkuss: Leonid Breschnew küsst Erich Honecker, 1979

Abbildung 17: Amerikanerin in Pakistan (Barbara Rowell, amerikanische Fotografin)

1 Einleitung

Tagtäglich wird sie verwendet und doch kennt sie keiner so richtig. Es wird englisch, französisch und neuerdings chinesisch gelernt, aber über sie weiß man so wenig. Sie begegnet einem morgens nach dem Aufstehen im Spiegel. Auf dem Weg zur Arbeit und später begleitet sie Menschen den ganzen Tag. Nicht nur das; sie begleitet einen das ganze Leben. Die Körpersprache.

„Unser Körper spricht für uns“. Das ist nicht nur eine Floskel. Das ist eine Tatsache. Egal, was gesagt wird. Die Gestik und die Mimik können das unterstreichen, glaubhafter machen. Sie können aber auch einen Lügner entlarven.

1.1 Problemstellung

Untersuchungen haben ergeben, dass lediglich 30% des Gesagten Einfluss auf das Gegenüber nehmen: das Wissen, die fachlichen Fähigkeiten, die mündliche Argumentation.

Im umgekehrten Fall heißt das aber, dass 70% des Nicht-Gesagten das Gegenüber beeinflussen: die Begrüßung, die Mimik, die Gestik. Dies alles sind Faktoren, die einen Kunden dazu bewegen können, das Geschäft abzuschließen. Wenn man also seinen Körper unter Kontrolle hat und das Ausgestrahlte auf das Gesagte abstimmt, wirkt man glaubhafter. Doch sind die Auswirkungen der non-verbalen Signale wirklich bekannt? Welche Reaktionen werden bei den Mitmenschen hervorgerufen? Wie kann Ehrlichkeit oder ein Lügner erkannt werden? Ist die Körpersprache universal? Was sollte im Ausland beachtet werden? All diese und noch weitere Fragen werden im Laufe dieser Seminararbeit beantwortet.

Es werden die Signale des Körpers und ihre Wirkung betrachtet. Die geschlechterspezifische Körpersprache und das Aufeinandertreffen der Geschlechter werden ebenfalls beäugt. Des Weiteren werden die kulturellen Unterschiede in der Körpersprache und die damit entstehenden Probleme untersucht.

1.2 Definition und Ursprung der Körpersprache

Der Begriff Körpersprache hat keine einheitliche Bedeutung. Es ist vielmehr ein Ausdruck des menschlichen Verhaltens, das an den Tag gelegt wird: Mimik, Gestik, Haltung und Bewegung. Die Körpersprache gibt Gefühle und Meinungen wieder. Das kann bewusst oder unbewusst geschehen; sie ist ein Spiegelbild der menschlichen Seele. Emotionen, wie Trauer und Freude, Liebe und Hass, Genuss und Ekel, Erschrecken, Zorn und Scham spiegeln sich in den Gesichtern aller Menschen wieder. Es sind Reaktionen auf bestimmte Gefühle, die Muskelbewegungen auslösen. Diese sind den Menschen angeboren oder werden im Laufe ihres Lebens entwickelt.[1]

Die Körpersprache ist der Ursprung aller Sprachen. Die Urmenschen unterhielten sich durch Zeichen, Gestik und Mimik. Im Laufe der Evolution kamen Laute hinzu, die sich dann zu einer „gesprochenen“ Sprache entwickelten. Die Körpersprache verlor nach und nach an Bedeutung. Schließlich konnte alles, was gesagt werden sollte in Worten ausgedrückt werden. Erst die Erfindung des Stummfilms machte die nonverbale Kommunikation wieder zum Gesprächsthema. Die Pioniere der Filmbranche wie Charlie Chaplin konnten nur auf eine Weise den Inhalt der „Konversation“ an die Zuschauer weitergeben; durch Pantomime und Körpersprache.

Als der Tonfilm aufkam gerieten die nonverbalen Mitteilungsformen in Vergessenheit. Erst in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erwachte das Interesse der Wissenschaft an den nonverbalen Formen der Kommunikation. Die Öffentlichkeit erfuhr von der Existenz der Körpersprache erst 1970, als Julius Bast ein Buch über dieses Thema veröffentlichte.

Inzwischen gibt es eine große Menge an Veröffentlichungen zu diesem Thema. Es wurden über eine Million nonverbaler Signale registriert.[2] Untersuchungen besagen, dass eine Botschaft zu 7% aus gesprochenen Worten, zu 38% aus Veränderungen der Stimmlage sowie Äußerungen ohne Worte und zu 55% aus nonverbalen Anteilen besteht. Übereinstimmend herrscht die Meinung, dass die verbale Sprache vor allem dem Informationsaustausch dient. Die nonverbale Verständigung regelt die zwischenmenschlichen Beziehungen und dient gelegentlich als Ersatz für mündliche Mitteilungen. So können Botschaften versendet werden, ohne den Mund aufzumachen.

2 Signale unseres Körpers

2.1 Blicke und ihre Wirkungen

Ein Blick ist die kurze Zuwendung und eine auf Eroberung gerichtete Ausdrucksform. Er dient unter anderem dazu Kontakt aufzunehmen, zu fixieren oder zu beeindrucken.[3] Ausdrücke wie „vernichtender Blick“, „warnender Blick“ oder auch „Schlafzimmerblick“ werden von vielen Menschen genutzt. Mit diesen Bezeichnungen bezieht man sich unbewusst auf die Größe der Pupille und auf das Blickverhalten des betreffenden Menschen. Die Augen geben die klarsten und genauesten unter allen menschlichen Signalen ab, da sie immer im Blickpunkt stehen und die Pupillen selbstständig arbeiten.[4] Jede kleine Unsicherheit zeigt sich im Blick; jede Zu- oder Abneigung ist durch die Bewegung der Augen ablesbar. Souveränität und Selbstsicherheit werden stets visuell geäußert. Es zeigt sich, dass das Blickverhalten von allen Körpersignalen am schwersten zu manipulieren ist.[5]

Die Bandbreite der Ausdrucksmöglichkeiten unserer Blicke ist endlos. Auf Distanz können mit den Augen ähnliche Dinge kommuniziert werden, wie mit den Händen bei direktem Körperkontakt. Sie können visuell verletzen, wertschätzen oder abwerten. Daher nennt man Blicke auch Berührungen auf Distanz.[6] Aber Blicke transportieren nicht nur Gefühle, sondern stehen auch in engen Zusammenhang mit gesellschaftlichem Status, Dominanz und Einfluss.[7]

Der Blickkontakt, die Blickbewegung und die Blickrichtung geben einen guten Aufschluss über das Verhältnis zweier Gesprächspartner. So suchen dominante Persönlichkeiten stärker den Blickkontakt als ängstliche. Das Wegblicken beim Sprechen kann Unsicherheit über das Gesagte zum Ausdruck bringen. Dagegen vermittelt der Blickkontakt beim Sprechen den Eindruck von Authentizität, Kompetenz und Glaubwürdigkeit.[8] Längeres Anblicken lässt beim Gegenüber Unterlegenheitsgefühle entstehen. Mit Wegblicken bestätigt die unterlegene Person, dass die Dominanz des anderen akzeptiert wird. Um sicher zu wirken, sollte man den Gesprächspartner daher immer wieder anschauen. Nur mit Anschauen wird Sicherheit gezeigt und somit die Wirkung der gesprochenen Worte verstärkt. Das Anschauen bildet eine kommunikative Brücke zum Gesprächspartner. Es zeigt entsprechend dem Augenausdruck Sicherheit und Zuwendung des Sprechenden.[9]

Der gerade dem Gesprächspartner voll zugewandte Blick wird am sympathischsten empfunden.[10] In zwischenmenschlichen Beziehungen zeigt dieser Blick Interesse und Achtung. Dieses Gefühl verstärkt sich, wenn dem Angesprochenen der Körper zugewandt wird.[11] Dies schafft die Voraussetzung für ein offenes und vertrauensvolles Miteinander. Geht der Blick am Gesprächspartner vorbei und landet an irgendeinem Punkt im Raum ist zu befürchten, dass aneinander vorbeigesprochen wird oder derjenige wagt es nicht den anderen anzuschauen, aus Angst mit seiner Aussage nicht zu überzeugen.[12]

Der Blick von oben kann durch unterschiedliche Größen der Gesprächspartner oder durch unterschiedliche Körperhaltungen bedingt sein. Er wirkt überlegen, hochmütig, verachtend oder auch herrschsüchtig. Um diesem entgegenzuwirken und eine gerade Blickrichtung sicherzustellen, wählen kleiner Menschen eine höhere Sitzfläche oder bleiben direkt stehen, während der größere Gesprächspartner sitzt. Eine weitere Möglichkeit dem Blick von oben auszuweichen ist den Abstand zu vergrößern. So wird der Blickwinkel flacher und die Wirkung des Blickes von oben reduziert.[13]

Der zum Boden gesenkte Blick drückt vollständige Unterlegenheit und Kapitulation in einem Konflikt aus. Er soll der Besänftigung des unterlegenen Kontrahenten dienen. Mit einem gesenkten Blick kann der Überlegene nicht mehr beobachtet werden, was einer vollständigen Auslieferung gleichkommt. Typische Situationen in denen der Blick gesenkt wird, sind zum einen ein Schuldeingeständnis und zum anderen die Kapitulation vor einem übermächtigen Kontrahenten.[14]

Der seitliche oder auch schräge Blick kann in Kombination mit dem Blick von oben oder unten ausgeführt werden. Wird er von oben ausgeführt, wird Geringschätzigkeit und Verachtung ausgedrückt. Unterwürfigkeit lässt sich dagegen bei dem Blick von unten erkennen.

Der schräge Blick dient der heimlichen Beobachtung. Das Anschauen wird hier vermieden, da es als taktlos empfunden wird oder die Reaktion des anderen nicht ertragen werden kann. Unsichere Menschen vermeiden das direkte Anschauen aus Angst, andere könnten die Gedanken lesen und der Durchtriebene um seine hinterhältigen Gedanken verraten werden.

Während der fixierende Blick punktuelles Interesse ausdrückt, zeigt der mit den Augen wandernde Blick größeres Interesse am Ganzen. Erfolgt die Blickwanderung senkrecht zur Antlitzfläche, wobei der Kopf sich geradlinig von unten bis oben hebt, signalisiert dies großes Interesse. Wird dieser Blick mit einem Lächeln verbunden, signalisiert er Entzücken. Wird dieser Blick mit einer kühlen Mimik ausgeführt, kann er abschätzend, nüchtern und kränkend wirken. Werden dabei noch Luftgeräusche abgegeben und die Mundwinkel herabgezogen, ist eine maximale Steigerung ins Negative erreicht.

Bei einem auf den Gesprächspartner fixierenden Blick wird die Beeinflussung verstärkt und kritisches taxieren signalisiert. Er drückt das Bewusstsein der eigenen Kraft und Willensstärke aus. Dieser Blick drückt den Wunsch aus, den Tatsachen ins Auge zu sehen.[15] Statt während des Gespräches den Blickkontakt nach zwei bis sieben Sekunden aufzulösen und mit dem Blick abzuschweifen, wird der Konkurrent mit langen Blicken regelrecht durchbohrt. Diese Kommunikation ist nicht partnerschaftlich. Es wird Überlegenheit vermittelt und es soll entwertend wirken.[16] Ist der Blick zu einem bestimmten Punkt in einem Raum oder zum imaginären Himmel gerichtet, lässt sich eine intensive Beschäftigung mit sich selbst oder einem bestimmten Thema erkennen.[17]

Das „Übersehen“ einer Person nennt man visuelle Ignoranz. Es ist bereits ein sehr altes Muster zur Bekräftigung und Festigung der eigenen Macht. Dieses Verhalten wird heute von Personen eingesetzt, die sich in einer Machtposition befinden. Durch das bewusste Übersehen wird dem Gesprächspartner signalisiert, dass sie es nicht nötig haben ihre überragende Stellung durch drohende und fixierende Blicke zu erkämpfen. Die visuelle Ignoranz ist ein verletzendes Signal der Macht. Sie wird nur von Personen eingesetzt, die sich ihrer Position sehr sicher sind und es sich somit leisten können den Gesprächspartner komplett zu ignorieren.[18]

2.2 Handgreiflichkeiten

2.2.1 Hände

Die Hände sind das sensibelste Werkzeug und die ausdrucksstärksten Glieder eines Menschen. Sie sind eines der wichtigsten Instrumente der aktiven Kommunikation zwischen dem Menschen und der Außenwelt. Mit der Hand weist der Mensch auf etwas hin, kann dieses beschreiben und auch Gefühle zum Ausdruck bringen.[19] Als das am häufigsten gebrauchte Werkzeug der Körpersprache besitzt die Hand sehr vielfältige Funktionen. Tasten, Fühlen, Greifen, Streicheln und andere Verwendungsmöglichkeiten machen die Hand und auch die Handstellungen für die körperliche Erklärung besonders interessant.[20]

2.2.2 Händeschütteln

Das Händeschütteln ist ein Ritual aus der Steinzeit, welches im Laufe der Jahrhunderte immer weiter abgewandelt wurde. Die moderne Form dieses Begrüßungsrituals äußert sich durch das Entgegenstrecken und Schütteln der Hände. Dies geschieht in den meisten Ländern zur Begrüßung und auch zum Abschied. Dabei werden die Hände normalerweise drei bis siebenmal auf und ab bewegt. Um eine Begegnung positiv zu gestalten gibt es mehrere Techniken des Händeschüttelns.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Händeschütteln[21]

Dominanz wird beim Händeschütteln vermittelt indem die Hand so gedreht wird, dass die Handfläche beim Handschlag zum Boden zeigt. Sie muss nicht direkt auf den Boden weisen, sollte aber deutlich weiter nach unten zeigen als die Hand des anderen. Damit wird dem anderen deutlich, wer die Kontrolle im weiteren Gespräch übernehmen will. Der Mensch gebraucht die Handfläche-nach-oben-Geste um Unterwerfung und Ergebenheit anzudeuten. Er bietet beim Handschlag die Handfläche nach oben an. Wenn man dem Gesprächspartner die Kontrolle überlassen will und ihm das Gefühl der Überlegenheit vermitteln will, ist diese Methode sehr wirkungsvoll. Ein sehr nachgiebiger Mensch wird Gesten der Unterwerfung nutzen und ein dominanter Mensch wiederum aggressive Gesten verwenden.

Wenn sich zwei dominante Menschen die Hände schütteln kommt es zu einem symbolischen Kampf, da sich beide bemühen werden, die Hand des anderen in die Unterlegenheitsposition zu bringen. Das Ergebnis dieses Handschüttelns ist ein schraubstockartiger Griff, bei dem die Handflächen in vertikaler Stellung bleiben. Dabei werden Gefühle von gegenseitiger Anerkennung und Achtung übertragen.

Wenn bei einer Begrüßung ein dominanter Handschlag empfangen wird, ist es sehr schwierig und auch sehr offensichtlich die Hand des anderen in eine unterlegene Position zu bringen. Es gibt eine einfache Methode dem dominanten Handschlag entgegenzuwirken. Zur Begrüßung kann mit ausgetrecktem Arm auf den Gesprächspartner zugegangen und mit beiden Füßen seine persönliche Zone betreten werden. Anschließend sollte erst das Händeschütteln folgen.

2.2.3 Händedruck

Der entschlossene Griff mit der Handfläche zum Boden ist der aggressivste Händedruck, da er dem Empfänger kaum eine Chance lässt ein gleichrangiges Verhältnis herzustellen. Es gibt einige Möglichkeiten diesem Händedruck zu begegnen. Um der dominante Beteiligte zu werden, besteht die Möglichkeit, die Hand des anderen von oben zu ergreifen und sie dann zu schütteln. Da die Hand nun oben ist und die Handfläche zum Boden zeigt, wird so Überlegenheit symbolisiert. Es besteht allerdings die Gefahr, dass der Beteiligte in Verlegenheit gebracht wird.

Der sogenannte Politiker-Handschlag, bei dem beide Hände die Hand des Beteiligten umschließen, wird angewendet, um dem Empfänger mitzuteilen, dass er vertrauenswürdig und ehrlich ist. Dieser Handschlag sollte nur bei guten Bekannten angewendet werden, da er bei fremden Personen nur den gegenteiligen Effekt erzielt und der Empfänger misstrauisch wird.

Der „Tote-Fisch-Handschlag“ ist eine sehr unangenehme Begrüßungsgeste, besonders wenn die Hand noch kalt und feucht ist. Es handelt sich hierbei um einen sehr schwachen Händedruck. Viele Menschen verbinden mit ihm einen schwachen Charakter, da man die schlaffe Hand schnell in die unterlegene Position bringen kann. Der „Knochenbrecher-Händedruck“ bei dem die Hand des anderen sehr stark zusammengedrückt wird und die Begrüßung mit einem steif ausgetreckten Arm sind bezeichnend für aggressive Wesen. Der Begrüßte wird so auf Distanz und außerhalb der Intimzone gehalten. Bei einer Begrüßung mit dem Griff zu den Fingerspitzen soll der Empfänger möglichst auf Abstand gehalten werden. Er wirkt wie ein Griff mit dem steifen Arm, der sein Ziel verfehlt hat.[22]

2.2.4 Positionen der Hände

Werden die Hände vor dem Körper, das heißt vor dem Bauch, dem Unterbauch oder der Brust gehalten, drückt dies eine erhöhte Bereitschaft für Gestikulation aus. Die Hände haben so eine günstige Ausgangsposition für Aktivitäten. Sie warten auf den Einsatz des Redners zum Unterstreichen, Ergänzen und Abschwächen von verbalen Aussagen. Die Distanz der Hände zueinander zeigt den Grad der vorhandenen Offenheit. Je näher die Bewegung am Körper ausgeführt wird, desto kleiner ist die Absicht beim Gegenüber zu wirken. So wird Bescheidenheit und Sachlichkeit ausgedrückt. Werden die Bewegungen der Hände weit vom Körper entfernt ausgeführt, will der Redner berühren und beeindrucken.

Werden die Hände hinter dem Körper gehalten, drückt dies Zurückhaltung und das Warten auf etwas aus. Diese Haltung wird häufig bei Gesprächsbeobachtern, bei Rednern, die auf ihren Auftritt warten oder auch bei Begleitpersonen während der Aktivitäten der Hauptperson gesehen. Mit den auf den Rücken gelegten Händen will man nicht stören sondern defensiv abwarten. Als Dauerhaltung ist diese Pose nur bei zurückhaltenden Personen erkennbar, allerdings auch nur da, wo sie sich wohlfühlen, da hierbei die Vorderseite des Köpers ungeschützt ist. Mut und Kraft drückt sich bei dieser Haltung lediglich aus, wenn die Brust nach vorne gewölbt wird oder der Oberkörper beim Gehen nach vorne geneigt ist.

Das Gefühl der Bedrohung entsteht, wenn die Hände in den Taschen verborgen bleiben, da eine eventuelle Angriffsvorbereitung nicht erkannt werden kann. Das Verbergen der Hände in den Taschen kann allerdings auch bedeuten, dass innere Unsicherheiten verdeckt bleiben sollen. Im Laufe eines Gespräches lässt diese Haltung eine fehlende Bereitschaft für den anderen erkennen. Der Betreffende will nicht auf den Partner eingehen. Nur Gespräche in einer lockeren Umgebung sollten auf diese Weise geführt werden, da eine derartige Haltung bei offiziellen Gesprächen als unhöflich empfunden wird.[23]

2.2.5 Aktionen der Hände

Bei der Beobachtung der Hände im Gespräch, lassen sich viele Aufschlüsse über das Befinden und die Absichten herleiten.

[...]


[1] Vgl. Reutler, B. (1991), S. 9.

[2] Vgl. Pease, A / Pease, B. (2003), S. 13.

[3] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 179.

[4] Vgl. Pease, A. / Pease, B. (2003), S. 162.

[5] Vgl. Rhode, R. / Meis, M. (2004), S. 31.

[6] Vgl. Rhode, R. / Meis, S. (2004), S. 32.

[7] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 181.

[8] Vgl. Reutler, B.(1991), S. 114.

[9] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 182.

[10] Vgl. Reutler, B.(1991), S. 115.

[11] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 183.

[12] Vgl. Reutler, B. (1991), S. 115.

[13] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 184.

[14] Vgl. Rhode, R. / Meis, S. (2004), S. 49.

[15] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 187.

[16] Vgl. Rhode, R./ Meis, S. (2004), S. 43.

[17] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 179 ff.

[18] Vgl. Rhode, R. / Meis, S. (2004), S. 41 ff.

[19] Vgl. Molcho, S. (1994), S. 142.

[20] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 239.

[21] Quelle: Entnommen aus: Pease, A. / Pease, B. (2003), S. 57.

[22] Vgl. Pease, A. / Pease, B. (2003), S. 57 ff.

[23] Vgl. Rückle, H. (1998), S. 241 ff.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
No Comment - Mein Körper spricht für mich
Untertitel
Eine Einführung in die Bedeutung der Körpersprache
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Projektmanagement
Note
1,7
Autoren
Jahr
2007
Seiten
48
Katalognummer
V90835
ISBN (eBook)
9783638052443
ISBN (Buch)
9783638945516
Dateigröße
2192 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Comment, Mein, Körper, Projektmanagement
Arbeit zitieren
G. Witkowski (Autor)S. Beyer (Autor)K. Möllers (Autor)U. Uyar (Autor), 2007, No Comment - Mein Körper spricht für mich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90835

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