Der Schüler als mündiger Wirtschaftsbürger mit ökonomischer Bildung. Überblick über Fachmethoden und Wirtschaft im Unterricht


Ausarbeitung, 2020

10 Seiten, Note: 2,3

Chris K. (Autor:in)


Leseprobe

Inhalt

Einleitung: Wirtschaft im Unterricht

Die ökonomische Bildung

Der Schüler als mündiger Wirtschaftsbürger

Die Lernziele im Bereich des Wirtschaftsbürgers im Schulfach Wirtschaft und Beruf an Haupt-/Mittelschulen

Fachmethoden, um die SuS zu mündigen Verbrauchern zu erziehen

Unterrichtseinheit: Grundwissen als Lohn- und Gehaltsempfänger

Quellen

Einleitung: Wirtschaft im Unterricht

Schülerinnen und Schüler müssen in der heutigen, von Wirtschaft und Arbeit geprägten Welt bestehen. Schülerinnen und Schüler müssen mit zunehmendem Alter auch Kaufverträge abschließen oder ihre Rechte in kleinen Jobs wahrnehmen können. Sie erlernen dies an den meisten Schulformen allerdings nicht. An der Mittelschule in Bayern tun sie dies allerdings schon.

Die Bildung, um in der wirtschaftlich geprägten Gesellschaft zu bestehen, wird hier gelehrt. Im LehrplanPlus in Bayern heißt es hier, dass die SuS im Fach Wirtschaft und Beruf die Gegenstandsbereiche Arbeit, Wirtschaft, Recht und Berufsorientierung lernen. Dabei setzen sie sich mit den wichtigen Tatsachen und Zusammenhängen der Arbeits- und Wirtschaftswelt auseinander. Hier wird auch mit der Berufsagentur für Arbeit und dessen Einrichtungen für die Berufsorientierung kooperiert (vgl. LahrplanPlus: Wirtschaft und Beruf. 1. Selbstverständnis des Faches Wirtschaft und Beruf und sein Beitrag zur Bildung. 1.1 Leitfach im Lernfeld Berufsorientierung).

Um in der von Wirtschaft und Arbeit geprägten Welt zu bestehen, brauchen die Schülerinnen und Schüler das Wissen um ihre Rechten und Pflichten in der Alltags- und Wirtschaftswelt. Ebenso brauchen sie eine grundlegende Bildung über die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die sogenannte ökonomische Bildung (vgl. folgendes Kapitel). Dies macht den Schüler oder die Schülerin zum Wirtschaftsbürger, wie diese Ausarbeitung zeigen wird.

Die ökonomische Bildung

Die Ökonomische Bildung ist für eine Partizipation in der Gesellschaft essenziell. „Ökonomische Bildung wird verstanden, als die Gesamtheit aller pädagogischen Bemühungen in allgemeinbildenden Schulen, Kinder und Jugendliche mit solchen Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Verhaltensbereitschaften und Einstellungen auszustatten, die sie befähigen, sich mit den ökonomischen Bedingungen ihrer Existenz und deren sozialen, politischen, rechtlichen, technischen, ökologischen und ethischen Dimensionen auf privater, betrieblicher, volkswirtschaftlicher und weltwirtschaftlicher Ebene auseinanderzusetzen“ (Kaminski 1996: 18f.).

Die inhaltlichen Herausforderungen der ökonomischen Bildung sind: „Finanzkompetenz/Verbraucherbildung“, „Berufs- und Studienorientierung“, „Entrepeneurshipdenken“, „Energiebildung/Umweltbildung“, „Wirtschaft und Ethik“ (vgl. Kaminski 2017: 144). Die Ziele der ökonomischen Bildung sind ökonomisch geprägte Lebenssituationen zu bewältigen, gesellschaftliche Teilhabe und Mitgestaltung zu erlangen, sowie die individuelle Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Die Bildungsziele der ökonomischen Bildung nach Kaminski lauten wie folgt: der mündige Verbraucher, beispielsweise als Mieter oder Kreditnehmer, oder der mündige Erwerbstätige, der zum Beispiel einen Beruf wählt oder von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Darüber hinaus ist ein Bildungsziel der mündige Wirtschaftsbürger. Hierzu gehört der Bürger als Steuerzahler oder auch als Empfänger staatlicher Leistungen (vgl. Kaminski 2017: 37f.). Leitziel ist der mündige Erwerbstätige (vgl. bpb: Ökonomische Bildung als Allgemeinbildung). Der mündige Wirtschaftsbürger erscheint in der Definition als ein Bildungsziel der ökonomischen Bildung neben den Zielen zu einem mündigen Erwerbstätigen und einem mündigen Verbraucher. Die Frage, was unter einem sogenannten Wirtschaftsbürger zu verstehen ist, wird im nachfolgenden Kapitel erläutert.

Die obige Definition der ökonomischen Bildung zeigt auf, welchen Anforderungen die Schülerinnen und Schüler von heute gegenüberstehen, um in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Welt zu bestehen. Diese umfassenden Bildungsziele und Bildungsinhalte spiegeln sich in den bereits beschriebenen berufsorientierenden Fächern, sowie dem Leitfach „Wirtschaft und Beruf“ an bayerischen Mittelschulen wider. Hier werden diese Themen gut abgedeckt und gelernt.

Der Schüler als mündiger Wirtschaftsbürger

Die Handlungssituationen der ökonomischen Bildung und deren Personen sind: der Erwerbstätige, der Konsument, der Wirtschaftsbürger und der Produzent. Die Handlungssituationen sind somit stark an die Lebenswelt der Bürger angelehnt. Als Wirtschaftsbürger gibt es andere Herausforderungen zu meistern, als ein Konsument oder Arbeitnehmer. Wirtschaftsbürger agieren als Steuerzahler, als Empfänger von staatlichen Dienstleistungen, als Betroffene von Wirtschaftspolitik, sowie als wirtschaftspolitisch Beteiligte (vgl. Kaminski 2017: 89).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. nach Kaminski 2017: 89, „Produzent“ eigenständig hinzugefügt nach LehrplanPlus)

Man erkennt in obiger Tabelle die Parallelen zu den Perspektiven im Kompetenzstrukturmodell des Faches Wirtschaft und Beruf: Konsumentenperspektive, Arbeitnehmerperspektive, Unternehmerperspektive und die Staatsbürgerperspektive heißen diese im schulischen Kontext. Die Kompetenzorientierung im Fach Wirtschaft und Beruf führt die Schülerinnen und Schüler zu den Kompetenzen Handeln, Analysieren, Kommunizieren und Beurteilen (LahrplanPlus: Wirtschaft und Beruf. 1. Kompetenzorientierung im Fach Wirtschaft und Beruf. 2.2 Prozessbezogene Kompetenzen). Diese Kompetenzen sind für die Mündigkeit wichtig. Mündigkeit lässt sich über die Kriterien Tüchtigkeit, Selbstbestimmung und Verantwortung definieren. Zentrale Felder der ökonomischen Mündigkeit sind Konsum, Arbeit und Beruf und Wirtschaftsgesellschaft. Somit sind die SuS mündige Erwerbstätige, mündige Verbraucher und mündige Wirtschaftsbürger (vgl. Kaminski 2017: 37f.).

Die Lernziele im Bereich des Wirtschaftsbürgers im Schulfach Wirtschaft und Beruf an Haupt-/Mittelschulen

An der Mittelschule in Bayern wird das Unterrichtsfach „Wirtschaft und Beruf“ mit den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern „Technik“, „Ernährung und Soziales“, „Wirtschaft und Kommunikation“, „Werken und Gestalten“ und „Buchführung“ angeboten LehrplanPlus: Wirtschaft und Beruf. 1. Selbstverständnis des Faches Wirtschaft und Beruf und sein Beitrag zur Bildung 1.2 Ziele und inhaltliche Schwerpunkte).

Im Leitfach „Wirtschaft und Beruf“ an der Mittelschule in Bayern gilt es, den Schüler oder die Schülerin auf „jene von Arbeit geprägten Bereiche vorzubereiten, in denen sie in Zukunft als Erwerbstätige, Produzenten/-innen von Gütern und Dienstleistungen, als Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Wirtschaftsbürger/-innen leben werden“ (LehrplanPlus: Wirtschaft und Beruf. 1. Selbstverständnis des Faches Wirtschaft und Beruf und sein Beitrag zur Bildung 1.2 Ziele und inhaltliche Schwerpunkte).

Die SuS werden im Fach WuB in den fachspezifischen Methoden Befragen, Interviewen, Beschreiben, Auswerten und Erkunden geschult (LehrplanPlus: Wirtschaft und Beruf. 1. Selbstverständnis des Faches Wirtschaft und Beruf und sein Beitrag zur Bildung 1.2 Ziele und inhaltliche Schwerpunkte).

Wie aus diesem Lehrplanauszug hervorgeht, wird der Schüler auch als Wirtschaftsbürger gebildet. Der Wirtschaftsbürger ist auch Teil der ökonomischen Kompetenz, welche die Ziele der Verbraucherbildung, Erwerbstätigenbildung und Wirtschaftsbürgerbildung verfolgt.

Fachmethoden, um die SuS zu mündigen Verbrauchern zu erziehen

Es gibt die verschiedensten Methoden, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Verbrauchern zu erziehen. Hier hat allerdings besonders die Handlungsorientierung, die Selbsttätigkeit und die Reflektion eine hohe Bedeutung. Als einfache Methode bietet sich das Beobachten und Befragen im eigenen Haushalt an. Beispielsweise stellen sich die SuS die Frage, warum nicht wesentlich mehr Süßigkeiten gekauft werden. Hier bieten sich ein Haushaltsbuch, oder Protokolle an, um diese zu reflektieren und zu analysieren (vgl. SchulministeriumNRW: 25).

Eine besonders schwerwiegende Bedeutung für das Thema der Verbrauchererziehung hat die Projektmethode. Die Projektmethode zielt auf eine handlungsorientierte, aber auch selbstständige und vor allem eigenständige und reflexive Vermittlung von Wissen. Die Wesensmerkmale der Projektmethode sind neben der Handlungsorientierung die Interdisziplinarität, welche die Verbraucherbildung einschließen lässt, aber auch die Schülerorientierung, der Gesellschaftsbezug und die Teamarbeit (vgl. Kaiser/Kaminski 1999: 280). Die Projektmethode orientiert sich an der vollständigen Handlung: Handlungsziel, Handlungsplan, Handlungsdurchführung, Handlungsbewertung, Verinnerlichung (vgl. Gudjons 2008: 50). Im Zusammenhang mit der Verbraucherbildung hat diese Methode Potential die Mündigkeit und die Verbraucherbildung zu stärken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Schüler als mündiger Wirtschaftsbürger mit ökonomischer Bildung. Überblick über Fachmethoden und Wirtschaft im Unterricht
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
10
Katalognummer
V908607
ISBN (eBook)
9783346232373
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaft, Unterricht, Schule, Wirtschaftsbürger, Erwerbstätiger, ökonomische Bildung, Unterrichtsentwurf, Didaktik, Ökonomie Didaktik, Schüler zum Wirtschaftsbürger erziehen, Wirtschaft Bildung Schule, Wirtschaft Unterricht Methoden, Wirtschaft in der Schule, Wirtschaftsbürger Bedeutung, ökonomische Bildung in der Schule, Wirtschaft im Unterricht Material, Wirtschaft im Unterricht Themen
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Chris K. (Autor:in), 2020, Der Schüler als mündiger Wirtschaftsbürger mit ökonomischer Bildung. Überblick über Fachmethoden und Wirtschaft im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908607

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