Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, einen aktuellen Forschungsstand über die Berücksichtigung der Ziele und des lebenslangen Lernens innerhalb der ausgewählten Professionsstandards in der beruflichen Lehrerbildung zu geben. Dies erfolgt auf Basis einer analytischen Untersuchung der einschlägigen Literatur.
Die in Deutschland angewandten Professionsstandards werden hinsichtlich der Forschungsfragen untersucht. Im folgenden Kapitel geht es um die theoretische Fundierung und das Klären relevanter Begrifflichkeiten, die die Professionsstandards betreffen. Im Rahmen des dritten Teils werden ausgewählte Professionsstandards beschrieben und deren Ziele erläutert. Das vierte Kapitel widmet sich dem praktischen Teil der Arbeit, indem konkret die Bedeutung des lebenslangen Lernens innerhalb der Standards für die Berufs- und Wirtschaftspädagogik untersucht wird. In diesem Kapitel findet auch eine kritische Betrachtung der Ergebnisse statt, bevor im Schlussteil eine kurze Zusammenfassung der Arbeit, die Beantwortung der Forschungsfragen sowie ein Ausblick erfolgt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Fundierung zu den Professionsstandards
2.1 Profession und Professionalität
2.2 Professionalisierung
2.3 (Professions-)standards
3 Ziele ausgewählter Professionsstandards
3.1 Standards für die Lehrerbildung der KMK
3.2 Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung
3.3 Basiscurriculum BWP
4 Die Förderung des lebenslangen Lernens in den Professionsstandards
4.1 Die dritte Phase der Lehrerbildung
4.2 Reichweite der ausgewählten Standards
4.2.1 Standards für die Lehrerbildung der KMK
4.2.2 Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung
4.2.3 Basiscurriculum BWP
4.3 Kritische Betrachtung der Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zu ausgewählten nationalen Professionsstandards in der Lehrerbildung mit einem Fokus darauf, wie diese das lebenslange Lernen in der dritten Phase der beruflichen Lehrerbildung berücksichtigen und welche Zielsetzungen sie verfolgen.
- Analyse der Zielsetzungen von Standards in der Lehrerbildung
- Bedeutung und Herausforderungen des lebenslangen Lernens für Lehrkräfte
- Untersuchung rechtlich bindender vs. wissenschaftlich entwickelter Standards
- Vergleich der Standards (KMK, AFF, Basiscurriculum BWP) hinsichtlich ihrer Kompetenzprofile
- Diskussion der kritischen Erfolgsfaktoren für die Professionalisierung
Auszug aus dem Buch
2.1 Profession und Professionalität
Der Begriff der Profession stammt ursprünglich aus der US-amerikanischen Berufssoziologie (Koring, 1992, S. 18). In den 1950-er Jahren wurde er aus der Situation der sogenannten „free professions“ entwickelt, worunter Ärzte, Anwälte oder Architekten zählen (ebd., S. 18-19). Daneben gab es die „semi-professions“, die nur einige Kriterien einer Profession erfüllen, wie bspw. Krankenschwester, Sozialarbeiter und Grundschullehrer (ebd.). Grundsätzlich ist nicht jeder Beruf, der ausgeübt wird, auch eine Profession, sondern diese ist ein hochqualifizierter Beruf (Abbott, 1988, S. 8). Merkmale für den Begriff der Profession sind die abgegrenzte spezifische Wissens- und Kompetenzbasis, die gemeinsame berufliche Identität und Sprache (Rottmann, 1997, S. 22). Vor allem mit der Verpflichtung zum berufsbegleitenden Weiterlernen und der damit verbundenen Übernahme von Verantwortung für den Schulentwicklungsprozess gewinnen Lehrer und ihre Berufsverbände jene gesellschaftlichen Mitwirkungsmöglichkeiten, die andere Professionen, wie Mediziner und Juristen, für sich errungen haben (Lütgert & Kleinespel, 2007, S. 8).
Professionalität zeichnet sich bei Angehörigen dieses Berufsstandes dadurch aus, dass sie eine professionsspezifische, im Rahmen einer intensiven Spezialausbildung erworbenen Wissensbestände, berufsethische Orientierungen und eine relative Unabhängigkeit in der Ausübung ihrer Tätigkeit gegenüber professionsfremden Personen und Instanzen aufweisen (Wittmann, 2007, S. 2). Schwierige, komplexe, riskante Aufgaben und Probleme können nur auf der Basis einer in anspruchsvoller Ausbildung und sorgfältiger beruflichen Sozialisation erworbenen Wissensgrundlage sowie entsprechender Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten bewältigt werden (Terhart, 2011, S. 202). Die Lehrkraft ist umso professioneller, je kompetenter sie die beruflichen Aufgaben erfüllt (ebd.). Da diese sich immer schneller wandeln, ist die Bereitschaft zur Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen ein entscheidendes Kriterium für das Verständnis von Professionalität (ebd., S. 203).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Kritik an der Lehrerbildung und die Notwendigkeit von Standards zur Professionalisierung von Lehrkräften, insbesondere im Hinblick auf das lebenslange Lernen.
2 Theoretische Fundierung zu den Professionsstandards: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe Profession, Professionalität und Professionalisierung sowie das Verständnis von Standards als Ankerpunkte für Leistungserwartungen.
3 Ziele ausgewählter Professionsstandards: Es werden die Ziele der KMK-Standards, der ländergemeinsamen Anforderungen (AFF) und des Basiscurriculums BWP erläutert, um deren Intentionen für die Lehrerbildung zu verdeutlichen.
4 Die Förderung des lebenslangen Lernens in den Professionsstandards: Dieses Kapitel analysiert, wie die betrachteten Standards das lebenslange Lernen als Teil der dritten Phase der Lehrerbildung explizit oder implizit berücksichtigen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Unterschiede in der Tiefe der Berücksichtigung des lebenslangen Lernens auf und fordert eine stärkere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der dritten Phase der Lehrerbildung.
Schlüsselwörter
Professionsstandards, Lehrerbildung, Professionalisierung, Lebenslanges Lernen, KMK, Basiscurriculum, Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Kompetenzorientierung, Lehrkraft, Weiterbildung, Unterrichtsqualität, Bildungsreform, Professionalität, Lehrerberuf, Curriculum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Zielsetzungen von Professionsstandards für Lehrerinnen und Lehrer, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Integration des lebenslangen Lernens liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Einordnung von Professionalität, die Analyse politisch-administrativer sowie wissenschaftlicher Standards in der Lehrerbildung und die spezifische Untersuchung der dritten Phase (Fort- und Weiterbildung).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand dazu aufzuarbeiten, inwieweit verschiedene Professionsstandards in Deutschland Anforderungen und Zielsetzungen für das lebenslange Lernen von Lehrkräften formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer analytischen Untersuchung einschlägiger pädagogischer Literatur und der systematischen Auswertung der vorliegenden Professionsstandards.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine detaillierte Beschreibung der ausgewählten Standards (KMK, AFF, Basiscurriculum BWP) und eine kritische Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Anwendung in der Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Konzepte der Lehrerprofessionalisierung, der Kompetenzorientierung, des lebenslangen Lernens und der Qualitätssicherung im Bildungswesen geprägt.
Warum wird die "dritte Phase der Lehrerbildung" so stark hervorgehoben?
Die dritte Phase gilt als die zeitlich längste Phase der Lehrerlaufbahn und ist entscheidend dafür, wie Lehrkräfte auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Veränderungen reagieren.
Welche Erkenntnis ergibt sich hinsichtlich der untersuchten Standards?
Die Arbeit stellt fest, dass alle untersuchten Standards die Wichtigkeit der Weiterbildung betonen, jedoch deutliche Unterschiede in der Konkretisierung und Tiefe der Kompetenzprofile aufweisen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Lebenslanges Lernen. Professionsstandards in der beruflichen Lehrerbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908732