In dieser Arbeit wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten das Location Placement für Destinationen bietet und mit welchen Mitteln positiven Effekte erzielt werden können. Aber auch die Grenzen und Risiken, die diese Maßnahmen aufweisen, sollen analysiert und auf dieser Basis die Einsetzbarkeit des Location Placement für touristische Destinationen schlussendlich bewertet werden.
Das Reisen hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Massenphänomen entwickelt. Nicht mehr nur die gesellschaftlichen Eliten unternehmen Urlaubsreisen, sondern auch eine wachsende Anzahl an Personen aus nahezu allen Bevölkerungsschichten. Viele Orte auf der Welt wollen teilhaben am expandierenden Tourismusmarkt und konkurrieren durch die gesteigerte Mobilität der Menschen mit immer mehr erreichbaren Destinationen.
Es gilt, ein Alleinstellungsmerkmal für die Destination zu finden und sich auf dem Markt im Vergleich zur Konkurrenz besonders hervorzuheben. Die Destinationen versuchen daher stets neue Möglichkeiten zu finden, um die potentiellen Kunden auf sich aufmerksam zu machen und dabei möglichst authentisch zu wirken. Eine Option dafür ist das Location Placement, welches wie das bereits recht verbreitete Product Placement in Filmen arbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Hinführung zum Thema
2. Allgemeine Definitionen
2.1 Definition Product Placement
2.2 Definition Location Placement
2.3 Definition Filmtourismus
3. Erwartungen beim Einsatz von Location Placement
3.1 Erwartungen der Destination
3.2 Erwartungen der Produktionsfirmen
3.3 Erwartungen der Reisenden
4. Methoden und Instrumente des Location Placement
4.1 Markenbildung
4.2 Rahmenbedingungen schaffen
4.3 Finanzielle und organisatorische Unterstützung
4.4 Marketing
5. Chancen und Risiken des Location Placements
5.1 Filmproduktionen gefördert durch den National Trust
5.2 Kampagnen für den Film Australia
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Anwendungsmöglichkeiten von "Location Placement" als strategisches Instrument für touristische Destinationen. Dabei soll analysiert werden, wie Drehorte in Filmproduktionen zur Imagebildung und Steigerung der Besucherzahlen beitragen können, welche Risiken bestehen und wie eine erfolgreiche Umsetzung durch Marketing- und Organisationsmaßnahmen gelingen kann.
- Grundlagen des Location Placements im Vergleich zum klassischen Product Placement
- Analyse der Erwartungshaltungen von Destinationen, Filmproduzenten und Touristen
- Methoden zur aktiven Förderung von Filmproduktionen an regionalen Standorten
- Bewertung von Erfolgsfaktoren und Risiken anhand von Praxisbeispielen (National Trust vs. Film "Australia")
Auszug aus dem Buch
5.1 Filmproduktionen gefördert durch den National Trust
Der National Trust in Großbritannien ist eine gemeinnützige Organisation, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die natürlichen und kulturellen Besonderheiten des Landes zu bewahren. Dies beinhaltet insbesondere den Schutz von Baudenkmälern, Küstenzonen und einzigartigen Landschaftstypen wie Mooren in seinen verschiedensten Formen. In diesem Zusammenhang fördert der National Trust auch den Tourismus, da Wert darauf gelegt wird, die konservierten Orte für jedermann zugänglich zu machen. Dadurch werden natürlich auch Einnahmen zur Unterhaltung und gegebenenfalls Renovierung der Attraktionen generiert.
Um die Arbeit des National Trust an den etwa 300 historischen Bauten und besonderen natürlichen Gegebenheiten in der Öffentlichkeit besser zu präsentieren und zusätzliche Einnahmen zu erhalten, wurde im Jahr 2003 das National Trust Film Office ins Leben gerufen.
Seit nunmehr 14 Jahren bemüht sich dieses Film Office erfolgreich um die Vermarktung ihrer Locations als Drehorte. Neben Film- und Fernsehproduzenten finden auch Fotografen insbesondere Gefallen an den historischen Gebäuden, wie alten Landsitzen, die vom National Trust gepflegt werden. Speziell auf die Verfilmungen abgestimmte Marketingaktivitäten, wie die Berichterstattung über laufende und bereits abgeschlossene Dreharbeiten, sowie über die Locations selbst im Mitgliedermagazin und auf dem Internetauftritt sorgen für eine größere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Hinführung zum Thema: Einleitung in die Relevanz des Filmtourismus und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2. Allgemeine Definitionen: Erläuterung der Grundbegriffe Product Placement, Location Placement und Filmtourismus.
3. Erwartungen beim Einsatz von Location Placement: Analyse der unterschiedlichen Interessenslagen von Destinationen, Produzenten und Reisenden.
4. Methoden und Instrumente des Location Placement: Vorstellung von Strategien wie Markenbildung, infrastrukturelle Förderung und begleitende Marketingmaßnahmen.
5. Chancen und Risiken des Location Placements: Kritische Gegenüberstellung von Erfolg und Misserfolg anhand der Praxisbeispiele National Trust und dem Film Australia.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Instruments und Einschätzung zukünftiger Entwicklungen im Hinblick auf die Zuschauer-Sensibilisierung.
Schlüsselwörter
Location Placement, Filmtourismus, Destination Development, Tourismusmarketing, Markenbildung, Filmproduktion, National Trust, Wirtschaftsförderung, Standortwahl, Reisemotive, Standortmarketing, Tourismuswirtschaft, Besucherzahlen, Imagebildung, Tourismusförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Nutzung von Drehorten in Film- und Fernsehproduktionen als Marketinginstrument für touristische Reiseziele.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Location Placement, die Interessenanalyse der beteiligten Akteure sowie die operativen Methoden zur Vermarktung von Destinationen durch Filmprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Destinationen das Potenzial von Filmproduktionen nutzen können, um ihr Image zu stärken und den Tourismus nachhaltig zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie dem Vergleich zweier konkreter Praxisbeispiele zur Bewertung der Erfolgsfaktoren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erwartungshaltungen der Stakeholder, die verschiedenen Instrumente des Marketings und der Standortförderung sowie eine kritische Chancen-Risiken-Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Location Placement, Filmtourismus, Markenbildung, Standortmarketing und die ökonomischen Multiplikatoreffekte durch Filmproduktionen.
Was zeichnet das Vorgehen des "National Trust" aus?
Der National Trust etablierte ein eigenes "Film Office", um historische Stätten gezielt als Drehorte zu vermarkten, was zu einer erfolgreichen Synergie aus Denkmalschutz und Tourismusförderung führt.
Warum wird der Film "Australia" als negatives Beispiel angeführt?
Trotz hoher Investitionen in Werbekampagnen konnten keine signifikanten Steigerungen der Besucherzahlen gemessen werden, was als Beispiel für die Risiken bei der Anwendung des Location Placements dient.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2017, Location Placement. Möglichkeiten, Instrumente und Chancen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908747