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Wie Hunde die Resilienz von Kindern und Jugendlichen fördern können. Die besondere Eignung des Hundes für die tiergestützte Pädagogik

Title: Wie Hunde die Resilienz von Kindern und Jugendlichen fördern können. Die besondere Eignung des Hundes für die tiergestützte Pädagogik

Textbook , 2021 , 61 Pages

Autor:in: Nadine Fischer (Author)

Social Work
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Wenn Kinder und Jugendliche mit einer Inobhutnahme oder einer Heimunterbringung konfrontiert werden, geht dies sehr häufig mit negativen Bindungserfahrungen einher. Die Betroffenen haben es in der Folge oft schwer, ihr Leben aus eigener Kraft zu meistern.

Was ist Resilienz und wie können Kinder diese entwickeln? Wie entstehen negative Bindungserfahrungen bei Minderjährigen und welche Folgen haben sie? Wie können Mensch und Hund eine enge Beziehung zueinander entwickeln und worauf baut das Konzept der tiergestützten Pädagogik auf?

Nadine Fischer untersucht, inwieweit tiergestützte Intervention einem Kind bei der Entwicklung von Resilienz helfen kann. Sie erläutert, warum Hunde als tierische Begleiter in der Sozialen Arbeit geeignet sind und geht auf die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Hund und Sozialarbeiter ein. Besonders der Kinder- und Jugendhilfe empfiehlt sie, der tiergestützten Pädagogik einen höheren Stellenwert einzuräumen.

Aus dem Inhalt:
- Bindungstheorie;
- Vulnerabilität;
- Oxytocin;
- Salutogenese;
- Biophilie-Hypothese

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Resilienz

2.1 Definition des Begriffs

2.2 Die Kauai-Längsschnittstudie

2.3 Die Mannheimer Risikokinderstudie

2.4 Resilienz in der Entwicklung von Kindern

2.4.1 Schutzfaktoren

2.4.2 Risiko- und Vulnerabilitätsfaktoren

2.5 Lebensphasen und Entwicklungsaufgaben

2.5.1 Entwicklungsaufgaben

2.5.2 Lebensphase Kindheit

2.5.3 Lebensphase Jugend

2.6 Interdisziplinärer Zugang zur Resilienz

2.6.1 Erkenntnisse aus der Stressforschung

2.6.2 Konzept der Salutogenese nach Antonovsky

2.6.3 Sozialisation

2.7 Zwischenfazit

3 Mensch-Hund-Beziehung

3.1 Biophilie-Hypothese

3.2 Du-Evidenz

3.3 Domestizierung des Hundes

3.4 Anthropomorphisierung des Hundes

3.5 Bindungstheorie nach Bowlby

3.5.1 Das Hormon Oxytocin

3.5.2 Das Bindungsbedürfnis bei Tieren

3.6 Zwischenfazit

4 Tiergestützte Pädagogik

4.1 Definition des Begriffs

4.2 Besondere pädagogische Eignung des Hundes

4.3 Wirkung des Hundes auf den Menschen

4.4 Zwischenfazit

5 Kinder- und Jugendhilfe

5.1 Historische Entwicklung

5.2 Leitbild und Handlungsprinzipien

5.3 Gesetzliche Grundlagen

5.3.1 Kindeswohlgefährdung als unbestimmter Rechtsbegriff

5.3.2 Inobhutnahme

5.4 Hilfe zur Erziehung

5.4.1 Gesetzliche Grundlage

5.4.2 Heimerziehung

5.5 Zwischenfazit

6 Grenzen der tiergestützten Pädagogik in der Sozialen Arbeit

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial tiergestützter Pädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere im Hinblick auf die Resilienzförderung bei Minderjährigen mit negativen Bindungserfahrungen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit Hunde als verlässliche Bindungsfiguren fungieren und zur Transformation belastender Lebenserfahrungen beitragen können.

  • Grundlagen der Resilienzforschung und deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
  • Analyse der Mensch-Hund-Beziehung unter Berücksichtigung der Bindungstheorie.
  • Einsatzmöglichkeiten und Wirkung des Hundes in pädagogischen Settings der Sozialen Arbeit.
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.
  • Grenzen und Qualitätsanforderungen bei der tiergestützten Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.5.2 Das Bindungsbedürfnis bei Tieren

„Das Bindungsbedürfnis gehört sicher zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Aber der Mensch teilt dieses Grundbedürfnis mit anderen sozial lebenden Tieren“ (Grawe 2004, S. 195). Das Bindungsbedürfnis bei Tieren ist bisher bei den Rhesusaffen am besten wissenschaftlich untersucht. Grawe ist der Meinung, dass „die neurologischen Untersuchungen ein ganz neues Licht auf das Bindungsbedürfnis auch beim Menschen [werfen]. Sie lassen Bowlbys Konzeption fast in einem anthropomorphistischen Licht dastehen" (Grawe 2004, S. 195). Die Wissenschaft kommt zu der Erkenntnis, dass das Bindungsverhalten beim Menschen weitaus tiefer verankert ist als anfangs angenommen. Erst die Untersuchungen an den Rhesusaffen lassen verstehen, warum ein instabiles Bindungsverhältnis in zwischenmenschlichen Interaktionen so gravierende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit des Menschen haben kann. Die Forschung bei neugeborenen Rhesusaffen belegt, dass diese in eine permanente Stressreaktion verfallen, wenn man sie von der Mutter trennt und alleine lässt. „Der Herzschlag ist beschleunigt, die Körpertemperatur steigt und es werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet“ (Grawe 2004, S. 196). An dieser Stelle wird ebenfalls von einer Protestreaktion gesprochen. An diesem Punkt könnte das fehlende mütterliche Fürsorgeverhalten für eine Beruhigung des Organismus sorgen. Das körpereigene Hormon Oxytocin würde bei Kontakt mit der Mutter ausgeschüttet werden und so für eine stabile soziale Bindung sorgen. Ist diese grundlegende Bindung zwischen Mutter und Kind hergestellt, sorgt das Oxytocin bei dem Kind dafür, dass dieses eine positive Bindungserfahrung in seinem Gehirn abspeichern kann, die sogenannten Gedächtnisspuren. Diese Gedächtnisspuren können bei Bedarf immer wieder aktiviert werden. Ist dieses Bindungsmuster im Gehirn eines Kindes manifestiert, kann es in beängstigenden Situationen auf dieses zurückgreifen und ist in der Lage, sich schneller zu beruhigen. Fehlen, im Gegensatz dazu, einem Kind diese Gedächtnisspuren, kann ein Kind seine negativen Emotionen nur schwer, bis gar nicht, regulieren. Dies wiederum kann für den weiteren Lebenslauf gravierende Folgen mit sich bringen. „Eine Unfähigkeit, negative Emotionen zu regulieren, ist Kennzeichen fast aller psychischer Störungen“ (Grawe 2004, S. 197).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein der Arbeit und verknüpft die persönliche Motivation der Autorin mit der Fragestellung nach der resilienzfördernden Wirkung von Hunden in der Kinder- und Jugendhilfe.

2 Resilienz: Dieses Kapitel definiert Resilienz als prozessorientiertes Phänomen und beleuchtet wissenschaftliche Studien sowie Schutzfaktoren und Lebensphasen.

3 Mensch-Hund-Beziehung: Hier wird die biologische und emotionale Basis der Verbindung zwischen Mensch und Hund untersucht, gestützt durch die Bindungstheorie und neurobiologische Erkenntnisse.

4 Tiergestützte Pädagogik: Das Kapitel definiert den Begriff, erörtert die pädagogische Eignung des Hundes und analysiert dessen Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden.

5 Kinder- und Jugendhilfe: Es folgt eine historische Herleitung sowie die Erläuterung relevanter gesetzlicher Grundlagen und Konzepte wie der Heimerziehung und Inobhutnahme.

6 Grenzen der tiergestützten Pädagogik in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel thematisiert kritische Aspekte wie Hygiene, tier- und menschenrechtliche Fragen sowie die Notwendigkeit professioneller Ausbildung.

7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Hunde durch eine sichere Bindung maßgeblich zur Resilienzförderung beitragen können.

Schlüsselwörter

Resilienz, Kinder- und Jugendhilfe, tiergestützte Pädagogik, Hund, Bindungstheorie, Schutzfaktoren, Bindung, Sozialisation, Inobhutnahme, Heimerziehung, Oxytocin, Stressforschung, Salutogenese, Kindeswohl, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Hunde als Bindungspartner dazu beitragen können, die Resilienz von Kindern und Jugendlichen zu stärken, die durch Inobhutnahme oder Heimunterbringung negative Bindungserfahrungen gesammelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Resilienzforschung, die Bindungstheorie nach Bowlby, die tiergestützte Pädagogik sowie die Strukturen und gesetzlichen Grundlagen der deutschen Kinder- und Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den wissenschaftlichen Beleg dafür zu erbringen, dass der Einsatz von Hunden in der Sozialen Arbeit nicht nur sinnvoll ist, sondern eine wirksame Methode darstellt, um psychische Widerstandsfähigkeit bei benachteiligten Minderjährigen zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Analyse, bei der sowohl psychologische Bindungs- und Resilienztheorien als auch rechtliche Rahmenbedingungen der Jugendhilfe ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte von Resilienz und Bindung, untersucht die Mensch-Hund-Interaktion auf neurobiologischer Ebene und betrachtet die Anforderungen und Grenzen des tiergestützten Einsatzes innerhalb der institutionalisierten Hilfe zur Erziehung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Bindungstheorie, Kindeswohlgefährdung, Inobhutnahme und tiergestützte Intervention geprägt.

Warum ist die „Du-Evidenz“ für das Konzept so wichtig?

Die „Du-Evidenz“ ist die Voraussetzung dafür, dass der Mensch ein anderes Lebewesen – in diesem Fall den Hund – als soziales Subjekt wahrnimmt, was wiederum die Basis für eine echte, therapeutisch nutzbare Beziehung bildet.

Welche Rolle spielt das „Kuschelhormon“ Oxytocin?

Oxytocin fördert soziale Bindungen und reduziert Stress bei Mensch und Hund; es wird durch Körperkontakt freigesetzt und fungiert als Brücke zwischen der psychologischen Bindung und der physischen Stressreduktion im pädagogischen Setting.

Warum wird der Hund als „sichere Basis“ bezeichnet?

In Anlehnung an Mary Ainsworth bietet ein gut ausgebildeter Hund eine verlässliche emotionale Anlaufstelle, von der aus das Kind gestärkt und stressfrei seine Umwelt explorieren kann, besonders wenn familiäre Bezugspersonen als sichere Basis ausfallen.

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Details

Title
Wie Hunde die Resilienz von Kindern und Jugendlichen fördern können. Die besondere Eignung des Hundes für die tiergestützte Pädagogik
Author
Nadine Fischer (Author)
Publication Year
2021
Pages
61
Catalog Number
V908749
ISBN (eBook)
9783964872876
ISBN (Book)
9783964872883
Language
German
Tags
Resilienz tiergestützte Pädagogik Kinder- und Jugendhilfe Bindungstheorie Vulnerabilität Oxytocin Salutogenese Biophilie-Hypothese
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Fischer (Author), 2021, Wie Hunde die Resilienz von Kindern und Jugendlichen fördern können. Die besondere Eignung des Hundes für die tiergestützte Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908749
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