Der IASB hat es sich zum Ziel gesetzt, die Berichterstattung von Alternative Performance Measures (APM) vergleichbarer und transparenter zu gestalten. Der kürzlich veröffentlichte Standardentwurf "General Presentation and Disclosures" ermöglicht einen Einblick, wie Darstellung und Ausweis von APM in den IFRS künftig geregelt werden sollen. Fraglich ist, ob die geplanten Neuänderungen wirklich zu einer Verbesserung des Informationsgehalts führen werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Anpassungsvorschläge hinsichtlich APM gemäß des Standardentwurfs vor den Zielsetzungen der IFRS kritisch zu analysieren und mögliche Problemfelder der Neuregelungen für eine weiterführende, wissenschaftliche Diskussion offenzulegen. Ergänzend gibt eine deskriptive Auswertung der IFRS-Abschlüsse der DAX30-Unternehmen einen ersten Einblick in die zu erwartenden Implikationen für die Praxis.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Grundlagen
2.1 Alternative Performance Measures
2.2 Grundlagen und Zielsetzung der IFRS
2.3 Standardentwurf General Presentation and Disclosures
3 Kritische Analyse des Standardentwurfs vor den Zielsetzungen der IFRS
3.1 Analysevorgehen und Eingrenzung
3.2 Festgelegte Zwischensummen und Umstrukturierung der GuV
3.3 Ausweis und Erläuterung von APM
3.3.1 Management Performance Measures
3.3.2 Definition ungewöhnlicher Aufwendungen und Erträge
3.3.3 Unterlassene Definition des EBIT/DA
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Anpassungsvorschläge des IASB-Standardentwurfs General Presentation and Disclosures im Hinblick auf die Berichterstattung von Alternative Performance Measures (APM) und analysiert deren Konformität mit den IFRS-Zielsetzungen anhand einer empirischen Auswertung von DAX-30-Abschlüssen.
- Regulierung und Vereinheitlichung der GuV-Struktur
- Transparenz bei der Verwendung von Management Performance Measures
- Definition und Ausweis ungewöhnlicher Aufwendungen und Erträge
- Qualitative Anforderungen an die APM-Berichterstattung
- Empirische Analyse der APM-Praxis bei DAX-Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.2 Festgelegte Zwischensummen und Umstrukturierung der GuV
Zum heutigen Stand gibt es in den IFRS noch keine konkreten verpflichtenden Vorschriften bezüglich Definition, Ausweis und Erläuterung von APM oder hinsichtlich etwaiger Zwischensummen in der GuV.63 Die in IAS 1: Darstellung des Abschlusses geregelte Mindestberichterstattung umfasst lediglich die Performance Kennzahlen Umsatz, Jahresüberschuss vor und nach Steuern sowie Gewinn aus fortgeführter Geschäftstätigkeit.64 Zusätzliche individuelle Zwischensummen können in der GuV unter Beachtung von IAS 1.83 ff. zusätzlich gezeigt werden.65 Diese Flexibilität bei der Darstellung wurde vom IASB bewusst gewählt, um den Unternehmen die Veröffentlichung zusätzlicher, relevanter Informationen zu ermöglichen.66 Allerdings lässt sich aufgrund der fehlenden Regulierung eine heterogene Berichterstattung hinsichtlich APM beobachten, wodurch die Vergleichbarkeit der Abschlüsse eingeschränkt wird.67 Von den 25 untersuchten Unternehmen haben 22 mindestens eine APM direkt in ihrer GuV ausgewiesen. Der Ausweis in der GuV beschränkte sich ausschließlich auf APM im weiteren Sinne. Im Schnitt wurden 1,9 Kennzahlen, mit teilweise recht unterschiedlichen Bezeichnungen berichtet.68 Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sieht der Standardentwurf eine stärker strukturierte GuV vor. Die Gliederung erfolgt nun in vier neue, verpflichtende Kategorien, mit jeweils eigenen Zwischensummen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einführung in die Thematik der APM, die zunehmende Bedeutung für Kapitalmarktteilnehmer und die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem IASB-Standardentwurf.
2 Grundlagen: Definition der APM in ihre verschiedenen Kategorien sowie Erläuterung des IFRS-Rahmenkonzepts und des Standardentwurfs General Presentation and Disclosures.
3 Kritische Analyse des Standardentwurfs vor den Zielsetzungen der IFRS: Detaillierte Untersuchung der geplanten Strukturänderungen, der Offenlegungspflichten für Management Performance Measures sowie der Klassifizierung ungewöhnlicher Positionen.
4 Zusammenfassung: Resümee über die Auswirkungen der Neuregelungen auf die Vergleichbarkeit und die Berichterstattungspraxis sowie Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Alternative Performance Measures, APM, IFRS, General Presentation and Disclosures, IASB, Gewinn- und Verlustrechnung, GuV, Management Performance Measures, Anhang, Abschlussadressaten, Transparenz, Vergleichbarkeit, Sondereinflüsse, EBIT, EBITDA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des IASB-Standardentwurfs "General Presentation and Disclosures" auf die Handhabung und Ausweisung von alternativen Leistungskennzahlen in IFRS-Abschlüssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Strukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung, der Definition von Management Performance Measures und der Standardisierung der Berichterstattung von ungewöhnlichen Aufwendungen und Erträgen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Anpassungsvorschläge des Standardentwurfs kritisch im Hinblick auf die IFRS-Zielsetzungen der Entscheidungsnützlichkeit, Vergleichbarkeit und Transparenz zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer konzeptionellen Würdigung der Neuregelungen in Kombination mit einer deskriptiven empirischen Inhaltsanalyse der Geschäftsberichte von DAX-30-Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der neuen GuV-Struktur, die Evaluierung der Offenlegungspflichten für APM sowie die Untersuchung der Unterlassung einer verbindlichen Definition für Kennzahlen wie EBIT/EBITDA.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Alternative Performance Measures (APM), IFRS-Bilanzierung, Standardisierung von Finanzkennzahlen und die Transparenz der Berichterstattung.
Warum ist die Vergleichbarkeit von APM derzeit eingeschränkt?
Aufgrund fehlender regulatorischer Vorgaben existiert eine hohe Heterogenität in der Berechnung und Bezeichnung von Kennzahlen, was einen zwischenbetrieblichen Vergleich massiv erschwert.
Wie wirkt sich die neue GuV-Struktur auf individuelle Kennzahlen aus?
Durch die Einführung vier verbindlicher Kategorien wird der Gestaltungsspielraum für individuelle Zwischensummen in der GuV reduziert, was langfristig einen Rückgang dieser Kennzahlen in der GuV erwarten lässt.
Warum hat der IASB auf eine Definition des EBITDA verzichtet?
Trotz der hohen Verbreitung von EBITDA im Markt hat der IASB keine einheitliche Definition verankert, um die unternehmensspezifische Darstellung der Finanzleistung nicht zu stark einzuschränken.
Was fordert der Standardentwurf künftig für Anhangangaben?
Es wird eine explizite Offenlegungspflicht eingeführt, bei der Unternehmen ihre Motive, die Wahl der Kennzahlen sowie die Überleitungsrechnungen zu IFRS-konformen Größen detailliert im Anhang erläutern müssen.
- Quote paper
- Florian Dick (Author), 2020, Alternative Leistungskennzahlen in IFRS-Abschlüssen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/909004