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Legitimationsprobleme im Bereich der Inneren Sicherheit in der Europäischen Union

Titre: Legitimationsprobleme im Bereich der Inneren Sicherheit in der Europäischen Union

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Sander (Auteur)

Politique - Sujet: Union européenne
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Die Europäische Union hat sich zu einem komplexen System entwickelt, in dem verschiedene Politikbereiche organisiert werden. Im Bereich der Inneren Sicherheit hat die Europäische Union weitreichende Handlungsmechanismen erschlossen. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich in verschiedenen Bereichen der Inneren Sicherheit auf umfassende Kooperationsmöglichkeiten verständigt, die bis hin zu einer Angleichung der verschiedenen Rechtssysteme der Nationalstaaten reichen. Die Entwicklung des dritten Pfeilers der Europäischen Union, der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit, zeigt schon bei einer kursorischen Betrachtung, welche Bedeutung der Inneren Sicherheit in der EU beigemessen wird. Die Europäische Union ist mit einem komplexen Vertragswerk und verschiedenen Institutionen ausgestattet, um im Bereich der Inneren Sicherheit handlungsfähig zu sein.
Der Bereich der Inneren Sicherheit ist ein bedeutendes Instrument nationalstaatlicher Politik. Dennoch arbeiten die Nationalstaaten mit Hilfe bilateraler Verträge, beziehungsweise der Europäischen Union, im Bereich der Inneren Sicherheit, zum Teil sehr eng, zusammen.
Da die Zusammenarbeit historisch gewachsen ist, wird die Arbeit sich zunächst mit den beginnenden Integrationsbemühungen Mitte der 70er Jahre beschäftigen, da diese als Grundlage und Basis für weitere Integrationsschritte von immenser Bedeutung waren. Im weiteren Verlauf wird vorwiegend eine chronologische Analyse der einzelnen Stationen der Integration im Politikfeld Innere Sicherheit und ihre demokratische Legitimation folgen. Die Formen der institutionellen Kooperation und deren Legitimationsproblematik sollen am Beispiel von Europol verdeutlicht werden.
Die Diskussion um ein mögliches Legitimationsdefizit wird auf Grundlage eines
„europäischen Demos“ geführt. Die Analyse der europäischen und der nationalen Ebene und
ihre Partizipationsmöglichkeiten, auf die Entwicklung der Legitimation der Kooperation im
Bereich Innere Sicherheit, bilden daher das Zentrum meiner Analyse. Das Politikfeld der Inneren Sicherheit umfasst einen großen Themenbereich, zum Beispiel
Kriminalität und Terrorismus, auf den nicht näher eingegangen werden soll. Vielmehr ist eine
kurze Einführung in die Begrifflichkeit und ihre unterschiedlichen Definitionen in den EU Ländern von Nöten, um den Integrationsprozess mit seiner Legitimationsproblematik eruieren
zu können.

Extrait


Struktur der Untersuchung

1. Einleitung

2. Der Begriff Innere Sicherheit

3. Die TREVI-Kooperation

4. Schengen

5. Vertrag von Maastricht

6. Der Vertrag von Amsterdam

7. Der Vertrag von Nizza

8. Europäische Sicherheitspolitik nach 2001

9. Europol

10. Der Verfassungsentwurf

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die historischen Integrationsschritte im Politikfeld der Inneren Sicherheit innerhalb der Europäischen Union und untersucht kritisch die damit verbundene Legitimationsproblematik. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie trotz zunehmender Europäisierung und intergouvernementaler Kooperationen ein Demokratiedefizit fortbesteht, da parlamentarische und rechtliche Kontrollinstanzen nur unzureichend in den Entscheidungsprozess eingebunden sind.

  • Chronologische Analyse der sicherheitspolitischen Integration (von TREVI bis zum Verfassungsentwurf).
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen nationaler Souveränität und europäischer Kooperation.
  • Kritische Reflexion der demokratischen Legitimation im Bereich der Inneren Sicherheit.
  • Fallbeispielhafte Betrachtung der institutionellen Struktur am Beispiel von Europol.
  • Bewertung der Rolle nationaler Parlamente und des Europäischen Parlaments bei sicherheitspolitischen Entscheidungen.

Auszug aus dem Buch

3. Die TREVI-Kooperation

Die Grundlage für eine Zusammenarbeit im Politikfeld der Inneren Sicherheit für die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft, bildete die italienische Ratspräsidentschaft im Jahr 1975 mit dem Beschluss der Einrichtung einer Kooperation mit dem Namen TREVI. Der Name – Terrorism, Radicalism, Extremism, Violence International – beschreibt den Aufgabenbereich für das gemeinsame Engagement. Die Kooperation umfasste vorrangig den Informationsaustausch bezüglich terroristischer Aktivitäten, um diesen vereint entgegnen zu können. Jedoch wurden auch Bereiche der Zusammenarbeit definiert, wie zum Beispiel dem Katastrophenschutz.

Zunächst wurden zwei Arbeitsgruppen installiert: TREVI I, die sich mit der Terrorismusbekämpfung auseinander setzte und die Arbeitsgruppe TREVI II, die sich mit dem Informationsaustausch neuster Polizeitechniken befasste. Nach den Ausschreitungen von Fußballfans wurde 1985 der Aufgabenbereich um die Wahrung der öffentlichen Ordnung ausgeweitet. Ebenfalls im Jahr 1985 wurde die Zusammenarbeit um eine weitere Arbeitsgruppe – TREVI III - und auf eine weiteres gemeinsames Kooperationsfeld – die Bekämpfung der internationalen Kriminalität - erweitert. 1989 wurde die Arbeitsgruppe TREVI IV ins Leben gerufen, die sich über diverse Möglichkeiten verständigte, um den Wegfall der Grenzkontrollen zu kompensieren. 1991 wurde die letzte Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Aufbau eines europäischen Polizeiamts – Europol – in Angriff nahm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Inneren Sicherheit als europäisches Politikfeld ein und skizziert die Fragestellung nach der demokratischen Legitimation der Kooperation.

2. Der Begriff Innere Sicherheit: Das Kapitel definiert den Themenbereich der Inneren Sicherheit als souveränitätsgeladenes Feld, in dem nationale Interessen und Sicherheitsvorstellungen stark divergieren.

3. Die TREVI-Kooperation: Der Abschnitt analysiert die 1975 gegründete TREVI-Kooperation als frühen, intergouvernementalen Versuch der polizeilichen Zusammenarbeit ohne direkte parlamentarische Kontrolle.

4. Schengen: Hier wird der Prozess des Abbaus von Grenzkontrollen und die damit verbundene Einführung von Ausgleichsmaßnahmen wie dem Schengener Informationssystem (SIS) beschrieben.

5. Vertrag von Maastricht: Das Kapitel beleuchtet die Gründung der EU und die Institutionalisierung der polizeilichen Zusammenarbeit in der "dritten Säule", die jedoch weiterhin demokratische Mängel aufwies.

6. Der Vertrag von Amsterdam: Es wird untersucht, wie der Vertrag von Amsterdam den Sicherheitsgedanken reformierte und welche Auswirkungen dies auf die Europäisierung der Rechtsordnung hatte.

7. Der Vertrag von Nizza: Dieser Teil befasst sich mit der weiteren Stärkung des Europäischen Parlaments sowie der Einrichtung von Eurojust zur Koordinierung der Strafverfolgung.

8. Europäische Sicherheitspolitik nach 2001: Das Kapitel thematisiert den durch die Terroranschläge vom 11. September ausgelösten Integrationsschub und die zunehmende Priorisierung von Sicherheitsaspekten gegenüber Freiheitsrechten.

9. Europol: Die Untersuchung von Europol dient als Fallbeispiel, um die institutionelle Gefügestruktur und die mangelnde demokratische Kontrolle bei der grenzüberschreitenden Polizeiarbeit aufzuzeigen.

10. Der Verfassungsentwurf: Dieses Kapitel diskutiert die Ansätze des gescheiterten europäischen Verfassungsvertrags, der eine stärkere Beteiligung der Parlamente und eine Reform der Entscheidungsverfahren vorsah.

11. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont das fortbestehende Legitimationsdefizit und die notwendige Verbindung von Handlungsebene und Legitimation für die Zukunft der EU.

Schlüsselwörter

Innere Sicherheit, Europäische Union, Demokratiedefizit, TREVI, Schengen, Europol, Souveränität, Polizei-Kooperation, Terrorismusbekämpfung, Rechtshilfe, parlamentarische Kontrolle, Integration, Rechtsstaatlichkeit, Grenzkontrollen, Europäischer Haftbefehl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Institutionalisierung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Inneren Sicherheit sowie der kritischen Analyse der daraus resultierenden Legitimationsprobleme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die polizeiliche Zusammenarbeit, der Abbau von Grenzkontrollen, die Terrorismusbekämpfung sowie die Rolle der europäischen Institutionen gegenüber den nationalen Parlamenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die europäische Integration im Bereich der Inneren Sicherheit zwar stetig vorangetrieben wurde, die demokratische Legitimation jedoch durch fehlende parlamentarische und rechtliche Kontrolle oft unzureichend blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt primär einer chronologischen Analyse der einzelnen Vertragsschritte und Integrationsstufen, ergänzt durch eine institutionelle Betrachtung anhand ausgewählter Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die chronologischen Phasen von den Anfängen der TREVI-Kooperation über die Schengener Abkommen und die Verträge von Maastricht, Amsterdam und Nizza bis hin zum Verfassungsentwurf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Souveränität, Demokratiedefizit, Europäisierung, polizeiliche Zusammenarbeit und die spezifischen Verträge der EU-Integrationsgeschichte geprägt.

Welche Rolle spielt der intergouvernementale Charakter der Kooperation?

Der intergouvernementale Charakter ist entscheidend, da er die Zusammenarbeit außerhalb der Gemeinschaftsorgane hält, was den nationalen Regierungen zwar Handlungsspielraum lässt, aber die parlamentarische Kontrolle durch das Europäische Parlament systematisch einschränkt.

Warum wird Europol als Fallbeispiel gewählt?

Europol dient als exemplarische Behörde, um zu demonstrieren, wie sensible Datenverarbeitung und sicherheitspolitische Maßnahmen im Kern nationaler Souveränität ohne ausreichende exekutive oder demokratische Rückkoppelung operieren.

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Résumé des informations

Titre
Legitimationsprobleme im Bereich der Inneren Sicherheit in der Europäischen Union
Université
University of Marburg  (Politikwissenschaften)
Note
1,0
Auteur
Alexander Sander (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
21
N° de catalogue
V90915
ISBN (ebook)
9783638054935
ISBN (Livre)
9783638947213
Langue
allemand
mots-clé
Legitimationsprobleme Bereich Inneren Sicherheit Europäischen Union
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Sander (Auteur), 2007, Legitimationsprobleme im Bereich der Inneren Sicherheit in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90915
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